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Ausland, Europa

Profis: Die Stärke – oder Schwäche – der nato

von http://vineyardsaker.de

Übersetzung eines Videos (und mit Anmerkungen versehen) durch sloga (Quelle)

Wie stark ist die nato eigentlich?

Ein Thema, das Russophilus in regelmäßigen Abständen aufzuzeigen versucht. Im folgenden Beitrag wird die nato-Agression aus der Sicht eines damals aktiven Offiziers der (damaligen) Bundesrepublik Jugoslawien geschildert.

M: Guten Abend geschätzte Zuseher! Den ersten Teil unserer Sendung „Fragen und Antworten“ widmen wir der Erinnerung. Der Erinnerung an die tapfere Verteidigung durch unsere Armee. Am 24. März 1999 um 19.50 hat – mit dem Einsatz von Fernlenkgeschossen auf militär. Ziele in Belgrad und Jagdfliegereinsätzen auf ganz Serbien einschließlich dem Kosmet [A.d.Ü: Kosovo] – die Aggression der Mitgliedstaaten des nato-Paktes auf die damalige Bundesrepublik Jugoslawien begonnen.

Die nato-Flugstreitkräfte haben in den 78 Tagen der Aggression 26.100 Einsätze geflogen, wobei sie 415.000 Projektile der verschiedensten Sorten bzw. Anwendungsbereiche abfeuerten. Die Gesamtmasse der Projektile betrug über 220.000 Tonnen.

Den härtesten Schlag hat unsere strateg. Formation der Luftstreitkräfte – bestehend aus Kampfflug- und Flugabwehreinheiten – einstecken müssen. Die Formation war alle 78 Tage unter Dauereinsatz. Wir erinnern uns noch gut an unsere tapferen Piloten.

Der erste Beitrag: die Ansprache des Kommandanten der Flugstreitkräfte – Sreten Malinkovic – unmittelbar vor dem Kampfeinsatz am 24. März 1999 vom Flughafen Ladjevci (min. 01.50).

„Meine liebenswerten Söhne! Die „Tiger“ der 98. Sturmeinheit! Bis zum heutigen Tag sind wir tausende Flüge über unser Vaterland geflogen; geflogen und gleichzeitig seine Schönheit genossen. Allerdings heute führe ich Euch nicht bei solch einem Flug an. Heute führe ich Euch bei einem Flug an, von dem Ihr vielleicht nicht zurückkommen werdet. Vielleicht ist es ein Todesflug. Allerdings kein gewöhnlicher Tod; sondern ein ehrenhafter mit 1.000 km/h. Das ist ein Privileg, welches nur uns Auserwählten zukommt. Heute – so wie unzählige Male in unserer Geschichte – befiehlt nicht das Oberkommando. SERBIEN ruft uns! Meine stählernen Engel! Dasselbe (Serbien), in dem wir unsere schönsten Tage verbracht haben. Serbien ruft! Unter unseren Flügeln werden unsere Städte, unsere Kinder, unsere Frauen, Mütter und Väter bleiben. Wir dürfen unsere Ehre nicht durch den Dreck ziehen! Möge Euch der Geist und die Fahne der 98. Sturmeinheit führen und beschützen! Das Vaterland über alles!
Ich weiß – meine liebenswerten Falken – es gibt heute und hier keine schwerere Aufgabe, als die, Pilot der Kampfflugeinheit zu sein; weder schwerer noch stolzer. Ich kann Euch keine Wohnungen, höhere Gehälter oder ein besseres Leben versprechen. Was ich versprechen kann, ist ein Flug zu ewigem Ruhm; bei dem ich Euch persönlich anführen werden. Folgt mir! Flügel an Flügel! Wie unzählige Male zuvor. Für die Ehre des Berufsstandes! Für die Verteidung des Vaterlandes! An die Flugzeuge!“

M: An diesen Beitrag erinnert sich jeder von uns häufig. Heute werden wir über die tapfere Verteidigung unserer Armee sprechen. Unsere Flugstreitkräfte haben rd. 40 Einsätze geflogen. Hauptsächlich über dem Kosmet (Kosovo), wo auch unser erster Pilot – Zivota Djuric aus Paracin – am 25. März 1999 fiel. Wie das alles am Himmel ausgesehen hat, beschreibt ein kurzer Beitrag einer ami-Fernsehanstalt, den ich Ihnen nun zeigen möchte. Ein Augenzeugenbericht von amerik. Piloten über die Konfrontation mit unseren Piloten. Unsere Piloten, die in die Nacht geflogen sind; wohlwissend, dass sie gegen einen übermächtigen Gegner keine großen Chancen haben werden [A.d.Ü.: ab min. 04:40 – auf englisch].

M: Unser heutiger Gast ist Goran Jevtovic. Herzlich Willkommen! Jedes Mal, wenn ich diese Bilder sehe, lösen sie eine gewisse Stufe an Aufgewühltheit aus, die ich – bei all meiner Professionalität – nicht unterdrücken kann. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll?

Häufig kann man in der Öffentlichkeit hören, dass wir keine Chance hatten, dass der nato-Pakt viel stärker gewesen ist, dass wir den Krieg verloren haben, dass zu viele Zivilisten gestorben sind … Wir erinnern uns, dass der Kampf gewaltig (mächtig) war; teilweise sogar sagenhafte Geschichten von Heldentum. Sie fliegen in die Nacht hinein; in vollem Bewußtsein, dass sie sich wahrscheinlich schon sehr bald in tausende Atome auflösen werden. So gesehen ist es fast tragisch, dass diese Geschichte – konkret; jene der Piloten – sich nicht in einem Film wiedergefunden hat …

Sie, Hr. General, waren während des gesamten Krieges im Kosovo. Wieviele ihrer Flugzeuge haben wir tatsächlich heruntergeholt? Ist das immer noch ein Geheimnis? Was wissen wir? Wie hat der Kampf ausgesehen? Wären mehr Zivilisten ums Leben gekommen, wenn unsere Armee nicht solch einen Widerstand geleistet hätte?

J: Sie haben einige Fragen gestellt! Vorab ist es für mich eine ausgesprochene Ehre, an diesem besonderen Tag und dem damit verbundenen Anlass zu Gast zu sein. Bevor wir uns an die konkreten Fragen machen, wäre noch einmal zu betonen, dass wir von einer ruhmvollen Verteidigung sprechen können; unter niemals schwereren Bedingungen. Wenn wir in der Geschichte zurückgehen. Niemals zuvor konnte ein solches Ungleichverhältnis der kriegsführenden Parteien wahrgenommen werden. Offiziell waren sie (der gesamte Pakt) rd. 600 Mal stärker als wir. Wenn wir die wirtschaftlichen Parameter – insbes. der anführenden Staaten – mitberücksichtigen, dann war das Verhältnis 874 : 1.

Durch eine langjährige Schwächung in den 90ern – in erster Linie durch Kriege, die sie auf dem Gebiet der SFRJ heraufbeschworen haben (insbesondere in Kroatien und Bosnien) – haben sie die Basis geschaffen. Sie haben uns also zuerst wirtschaftlich – aber auch in allen anderen Bereichen – erschöpft, um uns danach strategisch einzukreisen. Mit anderen Worten: Sie haben alle Bedingungen geschaffen, um uns kreisförmig angreifen zu können. Was natürlich das ungünstigste Ambiente einer Verteidigung darstellt; eine Parallele hierzu.

1914/15 wurde die serb. Armee nicht annähernd in eine ähnliche Lage gebracht; nicht einmal in eine Halbumkreisung. Die serb. Armee hatte damals Verbündete; einige hochoffiziell – andere nur auf dem Papier. 1941 als Hitler mit seinem Dreierpakt die Aggression gegen unser (damaliges) Königreich Jugoslawien begonnen hat, startete er geichfalls nicht annähernd aus einer Position der Halbumkreisung.

M: Was heißt das? Meinen Sie, die Umkreisung mit Hilfe von Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Ungarn …

J: So ist es. Vergessen wir dabei nicht die eu! Durch div. Druck und alle möglichen Versprechen [A.d.Ü: teilw. jedoch letztlich auch doch nicht so möglichen?] bis zur Mitgliedschaft in der eu und nato haben sie es geschafft, alle Nachbarländer beginnend mit Kroatien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Makedonien, Albanien und Bosnien, voll in Betrieb zu stellen. Sie haben sich in den Ländern das Recht genommen, Luft, Wasser und Land nach Lust und Laune zu nutzen. Unser einziger glücklicher Umstand war der kleine Streifen im Westen; genannt Republika Srpska (in Bosnien).

M: Ich entschuldige mich im voraus für eine evtl. naive Frage. Ich hörte von General Pavkovic, wie General Velickovic gestorben ist. Und zwar in einer Stellung an der Front, wo er mehr oder weniger wußte, dass er getötet werden würde. Es war in einer Stellung der Flugabwehr. Wäre es für uns viel leichter gewesen, wenn der Gegner nur von Aviano (IT) aus starten hätte können bzw. nur aus dieser Richtung kommend Informationen und Daten sammeln hätte können.

J: Auf jeden Fall. Sie hatten so den Luxus, dass ihre Aufklärungsflugzeuge (awaks oder RC 12-D) alle wichtigen Koordinaten (in erster Linie militär. Ziele betreffend) sammeln konnten, in dem sie in unseren Nachbarländern um uns herum in unmittelbarer Grenznähe flogen. Dies ermöglichte ihnen einen weitaus erfolgreicheren Einsatz ihrer Kampfflieger. Dennoch – und das war für uns sehr wichtig! – hat unsere Flugabwehr den Gegner gezwungen, sich in gebührenden Abstand zu halten (sprich: bestimmte Höhe nicht zu unterschreiten).

Hierzu zwei wichtige Fakten, die unsere Öffentlichkeit nicht kennt. Ein holländ. Pilot einer F-16 sagte folgendes: „Die jugosl. Flugabwehr ist eine der besten der Welt.“ Das hat er nach dem Krieg verlautbart. Ein amerik. Senator hat einige Monate nach dem Krieg in einem offiziellen Bericht für den Senat bez. des Kriegsendes mit der BRJ erklärt: „Die serb. Flugabwehr ist ein gefährliches Instrument. Die Flugabwehr Jugoslawiens hat erfolgreich den größten Teil ihrer gefährlichsten Waffen eingesetzt und sogar über den Krieg hinaus „gerettet“ bzw. erfolgreich geschützt. Die nato-Flugzeuge mußten sich in weitaus höheren Bereichen bewegen, was sich erheblich auf die Effektivität der Angriffe ausgewirkt hat.“ Das ist ein Zitat.

M: Das wollte ich Sie eben Fragen. Aus dem [A.d.Ü.: ami-] Beitrag konnte man eine gewisse Angst heraushören. Trotz des Umstandes der vollkommenen Einkreisung, waren sie sich doch einig, dass ihnen unsere Armee (trotz allem) mit starkem Widerstand gegenwirkt. Ich will jetzt nicht behaupten, dass sie regelrecht Angst hatten. Wobei man es nicht ausschließen kann.

J: Und wie sie sich fürchteten! Ein kleiner Fakt hierzu. Gegen Ende ihrer „blutigen Ballade“ (ungefähr die letzten 20 Tage des Krieges) hatten wir auf dem Gebiet des Kosovo defacto nur engl. und ami-Piloten bzw. franz. Mirage zur Aufklärung. Alle anderen Piloten haben verweigert bzw. haben ihre (Mitglieds-)Staaten sie zurückgezogen. Wir haben aus geheimdienstl. Quellen erfahren, dass während des Krieges die Gehälter der Piloten enorm angestiegen sind. Ich kann die Zahlen nicht nennen, da sie für unsere Zuseher schlicht und einfach unvorstellbar wären. Wir haben das überprüft. Es war tatsächlich so. Konkret: Es wurden einige tausend dollar für jeden einzelnen Einsatz über dem Kosovo pro Pilot bezahlt. Das zeigt, dass sie sehr wohl Angst vor uns hatten. Sie wußten, was das für eine Macht war.

Die jugosl. Armee war eine ernstzunehmende Macht. Wir hatten über 1.100 Panzer, 155 Flugzeuge, eine Anzahl von Helikoptern, über 3.000 Artilleriegeschütze, über 850 Panzerwagen … Die Armee verfügte über 450.000 einsatzbereite, wehrfähige Leute, wovon wir lediglich 358.000 mobilisierten. Mit ihnen schafften wir eine kreisförmige Verteidigung mit allen strateg. Notwendigen Elementen; in einem breiteren Kontext bzw. Aspekt gesehen. Somit gelang es, unter den schwierigst vorstellbaren Voraussetzungen eine Verteidigung zu organisieren, die langfristig halten konnte und mit minimalen Verlusten einher geht.

Daher ist es sehr wichtig, eines zu betonen. Was haben wir nach dem 5. Oktober 2000 [A.d.Ü.: Farbenrevolution in Serbien]? Wir haben ein trauriges Bild. Der Öffentlichkeit wurde über die Leitmedien ununterbrochen die Geschichte plaziert, dass beim nato-Bombardement (das Wort „Aggression“ durfte damals nicht einmal ausgesprochen werden) nur Zivilisten verunglückten; rd. 2.500 Tote und 12.000 Verletzte. Kein Wort über die Armee und deren Widerstand. Kein Wort bez. der Landwehrkräfte. Kein Wort bez. der Seestreitkräfte etc.

So wurde ein absolut defätistisches Bild gezeichent: „Zivilisten wurden getötet. Sie haben uns geschlagen. Wir haben ohnmächtig zugesehen und darauf gewartet, dass sie sich erbarmen …“ NEIN! Es war nicht so! Es sind 2.500 Zivilisten gestorben und insbesonderen die 89 Kinder unter ihnen sind ein unermesslicher und schwerer Verlust. Aber! Hätte es den Widerstand der Armee und natürlich der Kräfte des Innenministeriums – also aller Sicherheitskräfte – nicht gegeben, wären – und das GARATNTIERE ich Ihnen! – mehr als 250.000 verunglückt. Wir haben das im Irak, in Afghanistan und Libyen gesehen. DAS war das eigentliche Ziel und die Idee der Aggression von 1999.

Hätte es also nicht einen derart organisierten Widerstand der Sicherheitskräfte und des Volkes gegeben und hätte man die dafür vorhandenen Pläne nicht umgesetzt (u. a. Fortsetzung der Nahrungsmittelproduktion, Evakuierungen, Zivilschutz etc.), wer weiß, wie hoch die Opferzahlen gewesen wären. Vermutlich höher als im Irak und Libyen. Wie es hätte aussehen können, konnten wir später in Syrien sehen. Daher ist es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass der gewaltige, ehrenvolle Kampf unter den Teppich gekehrt wird. Natürlich auf deren Anordnung und Befehl unter den Teppich gekehrt wird bzw. wurde. Sie wollen nicht, dass es gesehen wird.

Ein Beispiel: Wann konnten Sie hören, dass der Kommandant der 1. Armee Srboljub [A.d.Ü.: interessanter Vorname; übersetzt: „der Serben Liebende“] Trajkovic seine Leute so aufgestellt hat, wie sie im 1. Weltkrieg aufgestellt gewesen sind? Wann konnten Sie hören, dass der Kommandant der 2. Armee Milorad Obradovic hieß? Wem ist bekannt, dass General Miljanic für die Flugstreitkräfte und Admiral Zec für die Seestreitkräfte verantwortlich war? Haben Sie sie jemals im Fernsehen gesehen?

M: Mir ist das vollkommen klar. Nach dem 5. Oktober 2000 wurde ein Klima erzeugt, wonach alles nur eine Art (mehr oder weniger harmlose) Intervention war. Es war verboten über die heldenhafte Verteidigung zu sprechen. Als Beispiel der Fall des Piloten Djuric aus Paracin. Er wurde von der UCK getroffen, mußte aus technischen Gründen niedrig fliegen und wollte sich nicht herauskatapultieren. Er ist sehenden Auges in den Tod geflogen. Dannach gab es eine Volksbefragung in Paracin. Nur rd. 5 % wußten, wer Djuric war. Mir ist vollkommen klar, auf was Sie hinauswollen.

Allerdings wird – und das muß man festhalten – in den letzten 2 Jahren der Terminus „Aggression“ verwendet und seit Kurzem wird dem Beginn der nato-Aggression gedacht. Was ich Sie fragen wollte. Weiß man, wieviele Flugzeuge wir vom Himmel geholt haben? Oder ist das ein Geheimnis?

J: Das war lange ein Geheimnis. Lt. dem offziellen Bericht des Generalstabes aus 2000 haben wir 61 Flugzeuge abgeschossen; 38 Flugzeuge unsere Flugstreitkräfte (plus Flugabwehr); den Rest anderen Streitkräfte. 7 Helikopter wurden abgeschossen, was heute nicht einmal die nato zu verstecken versucht. 33 unbemannte Flugkörper wurden abgeschossen; über 300 Fernlenkprojektile. Sie haben die F-117 zugegeben. Sie haben den B-52 nicht zugegeben. Sie haben mehrere A-10 nicht zugegeben. Ich habe persönlich vom Stützpunkt Kosare zugesehen, wie unsere Flugabwehr eine A-10 am rechten Motor getroffen hat (ich habe das heute noch vor Augen, als wäre es vor wenigen Minuten passiert). Die A-10 hat lange nach unserer Flugabwehr gesucht. Als sie die Flugabwehr endlich gefunden hat, machte sie die berühmten „Achter“, um in Stellung zu kommen. Der Pilot hatte uns bereits aufs Korn genommen und der Vogel wurde im letzten Augenblick am rechten Motor getroffen. Er ist noch über die Grenze gekommen und fiel in Troboj (Albanien) auf die Erde. Sie (nato) werden also niemals diesen Abschuss zugeben. Ich bin ein lebender Augenzeuge und hätte damals einige Sekunden später mit 20 anderen Kameraden tot sein können.

M: Wenn wir über die Verteidiger sprechen, so muß ich festhalten, dass kein einizger Held ein Ehrengrab in der „Allee der Helden des Vaterlandes“ erhielt. Kein Pilot. Kein General. Dafür aber andere aus dem ngo-Bereich. Was für eine Schande!

Was geschah mit Euch (der Armee) nach dem 5. Oktober 2000? Welches Schicksal hat die Verteidiger ereilt? Irgendwo habe ich gelesen, dass ihr alle bis 2005 in Rente geschickt wurdet?

J: Wenn Sie erlauben. Ein kleiner Zusatz, der sehr wichtig ist. 1999 wurde nicht nur eine kriegerische Aggression durchgeführt, sondern eine Vielzahl an Operationen. Sie nennen diese Strategie „Full Dimension Operations“. Das waren: Propagandaoperationen, psycholog. Kriegsführung, Geheimdienstoperationen, terroristische Operationen (UCK und Mißbrauch durch OSCE). Dann das Heranschaffen von Landstreittruppen in Makedonien. Vergessen wir eines nicht. In den Anfängen der Aggression waren rd. 20.000 nato-Soldaten in Makedonien stationiert. Absichtlich spreche ich über die ehemal. Bundesrepublik Makedonien, um aufmerksam zu machen, durch welche Tortur sie heute gehen muß [A.d.Ü.: der General spricht die Wahlen und daraus resultierenden Demonstrationen an]. Die Hauptlandstreitkräfte der nato waren in Makedonien. Die nato hatte dort 200 Panzer und 350 Artilleriegeschütze, einige Helikoptereinheiten und 16 Gruppen in Divisionsstärke usw. usf. Es ist ein Wink des Schicksals, das genau jene Regierung, die nun aus vollem Hals ihr Schicksal herausschreit/beklagt, während sie sich genau gegenüber jenen – über, die sie sich heute beklagt – damals sehr großzügig verhalten habt und wie „elegant“ sie der nato ihr Territorium zur Verfügung gestellt hat. Was heute in Makedonien passiert ist traurig! Das ist „unser“ Volk! Ein brüderliches Volk. Ihre Regierung hat damals ein sehr dreckiges Spiel gespielt. Von Albanien brauche ich in diesem Bezug erst gar nicht zu sprechen!

Später werden sich die Hauptkräfte der nato in Albanien konzentrieren; an der Spitze mit Wesley Clark. Clark hat fünf Jahre später festgehalten, dass sie 110.000 „Flüchtlinge“ rekrutierten und ausbildeten. Jene sog. „Flüchtlinge“, die von unseren eigenen soros-Jüngern als Opfer der Serben dargestellt wurden [A.d.Ü.: die Rede ist von Kosovo-Albanern, die angebl. Aus Not und Todesangst nach Albanien geflüchtet sind]. Neben den Kräften der nato in Albanien und Makedonien (tausende Soldaten); neben der bereits im Kosovo kämpfenden UCK-Mitglieder, wollte man also noch rd. 6 Divisonen (110.000 Mann) aufbauen. Bitte beachten Sie, welchen verbrecherischen Akt dies darstellt.

Hierzu noch etwas Wichtiges. Viele unserer Politiker und Fachleute meinen, dass die nato keinen Beschluss des Sicherheitsrates bekommen konnte [A.d.Ü.: da Rußland- plus China-Veto]. Auf Basis der Charta der Vereinten Nationen hätte die nato niemals einen Auftrag des Sicherheitsrates bekommen können! Unsere Leute können das nicht wissen! In der UN gibt es ein Komitee der Generalstäbe. Alleine dieses Komitee hat das Recht, offensive Friedensaktionen (bei Gefahr in Verzug etc.) zu genehmigen. Folglich: Selbst im Falle, dass die nato ihren Beschluss bekommen hätte, wäre er nicht legal gewesen.

M: Zurück zur Pensionierung der Armeeführenden nach dem 5. Oktober. Mir war nie so richtig klar, wieso man uns häufig die „kleinen Russen“ nennt. Ein Volk welches einen solchen Widerstand geleistet hat, kann nicht „klein“ sein; nicht einmal ein „kleiner Russe“.

J: Könnte durchaus sein, dass es damals umgekehrt war …

M: Ja. Wahrscheinlich. Ich denke da noch an die Symbole der „Unbesiegbarkeit“ der amis; dem F-117, der milliard. an dollar kostete und von den Serben einfach vom Himmel geholt wurde. Unter dem fantastischen Slogan: „Entschuldigt! Wir haben nicht gewußt, dass er unsichtbar ist!“ Ein kurzer Beitrag hierzu (min.: 37:00).

Also dieser Unsichtbare! Auf dem Niveau eins Symbols! Die Serben – sog. „kleinen Russen“ – haben das Symbol der Unbesiegbarkeit zerstört. Ganz zu schweigen davon, dass die amis geschädigt sind, da sie nun den „Unsichtbaren“ niemanden mehr verkaufen können. Ist es richtig, was mir Ihre Kollegen erzählt haben? Dass viele Fremde nach der Aggression in unser Land gekommen sind und immer war eine der ersten Fragen: „Wie habe ihr den Unsichtbaren heruntergeholt? Und haben die Russen dabei mitgewirkt?“

J: Richtig. Es waren die unterschiedlichsten Fragen. Nach dem 5. Oktober 2000, war eines der Hauptinteressen das Herunterholen. Die Wahrheit kam ans Tageslicht; so wie sie sie Pukovnik Anicic beschrieben hat. Er schrieb auch ein Buch darüber. Es war für sie kein großes Problem, dass sie einen Apparat verloren haben; sondern die Symbolik. Und das gleich zu Beginn des Krieges! Ihren Piloten begann defacto das Blut in den Adern zu gefrieren. Wir hatten geheimdienstliche Informationen darüber; und das „live“/damals in Echtzeit. Zu Beginn hatte der nato-Pakt 19 Kriegsschiffe aufgeboten. Während des Fortschreitens der Aggression wurden daraus mehr als 35 mit über 2.000 Marinesoldaten. Sie fingen mit rd. 400 Flugzeugen an und endeten bei 1.120 involvierten Flugzeugen. Trotz alldem trauten sie sich nicht in unsere territorialen Gewässer. Sie haben lediglich entlang unserer Gewässer Manöver abgehalten. Sie hatten vor unserer Marine angst. Sie hatten vor unserer Flugabwehr angst. Daher sind sie auch in solcher Höhe geflogen. Bedenken Sie, dass sie ihre Landstreitkräfte nicht hätten unterstützen können, da sie sich dabei auf eine Höhe von 3.000 m begeben hätten müssen …

M: Hätte die nato uns von Land her angreifen können?

J: Können schon. Aber das war eigentlich ihre größte Schande. Alles, was sie aus Richtung Albanien und Makedonien versucht haben, endete in einem Fiasko. Ein absolutes Fiasko. Weil wir ihnen große Verluste beigebracht haben. Weil sie keinen Millimeter des Territoriums erobern konnten. Weil wir sie sogar von der Grenze zurückgeworfen haben. Wir haben sogar die Bedingungen geschaffen, die in einem strateg. Papier (sog. „Blitz 4“) festgehalten wurden. Dessen Ziel war es, bei einer ernsthafteren Aggression auf dem Landweg, sich auf eine bestimmte Linie zurückzuziehen, um in weiterer Folge in die Gegenoffensive zu treten. Die Idee dabei wäre gewesen, nicht nur den Angreifer hinauszubefördern; sodern ihn in weiterer Folge in Albanien und Makedonien vor sich herzutreiben. Ich GARANTIERE Ihnen, dass wir bis zur Linie Kuks – Bajram – Curi gekommen wären.

Unser einziges Problem war, dass wir keinen ANSTÄNDIGEN GEGNER hatten. Auch wenn sie in Teilbereichen blutrünstig angegriffen haben; mit ausgezeichneten, großartigen (Einzel-)Kämpfen. Allerdings generell betrachtet, waren sie kein ebenbürtiger Gegner. Sie hatten offensichtlich weder genug Kraft/Personal vor Ort. Noch wußten sie, wie sie auf dem Terrain mit uns zu Rande kommen sollen. Vor allem wußten sie nicht, wie sie uns ernstere Verluste zufügen könnten, um uns letztlich aus dem Kosovo hinauszutreiben.

M: Was ist dann eigentlich mit der „Kumanovo-Vereinbarung“, die viele als Kapitulation betrachten.

J: Das ist unsere hinterhältigste und unverschämteste Lüge. Erstes Ziel der nato war: Die jugoslaw. Armee zu besiegen. Zweitens; den Kosovo zu okkupieren und in einer dritten Phase Montenegro von Serbien zu trennen (sich an die Grenze zu stellen). Keines dieser Ziele haben sie erreicht. Vor allem haben sie eines nicht geschafft: die jugoslaw. Armee zu besiegen. Kapitulation heißt, dass Truppen und Waffen dem Gegner übergeben werden. Wir haben so etwas nicht ansatzweise gehabt. Der Begriff „Kapitulation“ ist im internat. Recht genau definiert. Bei einer Kapitulation werden Offiziere und Unteroffiziere verhaftet. Die Soldaten haben dabei ein eigenes Prozedere. Die gesamte militär. Technik wird beschlagnahmt.

Wir haben uns stolz und ehrenhaft auf die Reservepositionen [A.d.Ü.: außerhalb des Kosovos] zurückgezogen. Wir warteten und wollten beobachten, wie die Resolution 1244 umgesetzt werden würde und ob überhaupt. Wir haben auf den Reservepositionen nicht geschlafen oder sind mit verschränkten Händen dort gesessen. Wir haben die 1.000 Polizisten und Soldaten vorbereitet, die lt. Resolution 1244 im Kosovo hätten stationiert werden sollen. Gleichzeitig haben wir die gesamte jugoslaw. Armee auf einen ernsten Angriff vorbereitet, um die im Kosovo stationierten nato-Truppen wieder hinauszubefördern, falls die Kumanovo-Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

Es wurde faktisch nichts von den Vereinbarungen eingehalten; bis auf die Tatsache, dass wir uns – wie vereinbart – zurückgezogen haben. Von 10. Juni 1999 bis 07.05.2000 hatten wir rd. 4.700 terroristische Anschläge im Kosovo. In Anwesenheit von KFOR, der damals rd. 50.000 Mann zählte, wurden 1.100 Menschen getötet und mehr als 900 sind bis heute verschwunden.

M: Und dann kam die Farbenrevolution am 05. Oktober 2000. Wäre es dazu nicht gekommen, wäre „ein anderes Lied gesungen worden“.

J: Was wäre dann passiert!? Ein ganz anderes Lied wäre gesungen worden! Wir haben auf diplomatischem und politischem Weg einen enormen Druck aufgebaut, dass unsere Formation [A.d.Ü.: die 1.000 Mann] zurückkehren müssen. Nach Klärung der Details haben wir am 01.08.2000 in einem offiziellen Antrag KFOR darüber in Kenntnis gesetzt. Ca. Mitte September kommt ein Telegramm des Kommandanten von KFOR, in dem er uns – quasi in einem bittenden Ton – mitteilt, dass sie bis Dezember 2000 nicht in der Lage wären (aus technisch, logistischen Gründen) unsere Formation „adäquat“ aufzunehmen. In dem Sinn, bitten Sie uns, die Sendung der Truppen auf Dezember zu verschieben.

Wäre es also nicht zum 05. Oktober (Farbenrevolution) gekommen, wären bereits im Januar 2001 unsere Truppen vor Ort gewesen [A.d.Ü.: so oder so … ob nun die vereinbarten 1.000 Mann oder die für den Kosovo zuständige 3. Armee …]. Ich war dabei, wie wir alles im Generalstab durchgespielt haben. Es wurde konstatiert, dass wir (die Serben) enorme Verluste im Kosovo haben, dass unsere geistlichen Kuturgüter zerstört werden, dass die KFOR nichts vom Vereinbarten betr. Res. 1244 einhält.

Ein Zitat des Generalstaabskommandanten – General Nebojsa Pavkovic – vom Juni 2000: „Die Fortsetzung terror. Akte und die Greueltaten an Serben und nicht-alban. Einwohnern unter der Anwesenheit von KFOR, könnte der Auftakt zu einer unausweichlichen, frontalen militär. Auseinandersetzung unter ungünstigen internat. Bedingungen sein, sofern weiterhin grundsätzliche, nationale Werte, religiöse serb. Stätten, sowie die Verfassung und territor. Integrität Serbiens und somit der Budesrepbulik Jugoslawiens gefährdet werden und die ethn. Säuberung fortgesetzt wird.“

M: Das bestätigt ungefähr, was Sie gesagt haben. Leider geht die Sendung zu Ende. Was passiert danach? Es kommt zum 5. Oktober. Der Generalstaabskommandant wird entführt bzw. dem Haager-Tribunal übergeben [A.d.Ü.: Jetzt ist auch einigen vielleicht klarer, WARUM Haag und warum so viele serb. Militärangehörige dort …]. Die meisten Offiziere, die in der Verteidigung des Vaterlandes mitwirkten, werden bis 2005 in Rente geschickt. Haben wir DA nun endlich kapituliert?

J: Das war wieder keine klassische Kapitulation; aber im Grunde genommen: JA. Der 5. Oktober war die Fortsetzung der Aggression mit anderen Mitteln. Ein ursprünglich militär. Ziel wurde bis 2005 auf „friedlichem Wege“ erreicht: die Zerschlagung der serb. Armee. Sie haben in beiden Teilgebieten (Montenegro und Serbien) Regierungen eingesetzt, die sich aktiv daran beteiligt haben (sie sind Mittäter), dass alle nato-Ziele erreicht werden konnten.

Konkrete Fakten: von 01.01.2001 bis 31.12.2005 wurden 131(!) Generäle pensioniert; daneben noch 250 weitere Offiziere. Das war die sog. „1. Phase der Militärreform“. Von den 1.100 Panzern wurden mehr als 800 aus dem Verkehr gezogen; über 3.000 Artilleriegeschütze, um die 500 Panzerfahrzeuge, mehrere Millionen an Minen und zahlreiche andere militär. Gegenstände (Schiffe uvm.) … ALLES WEG!

M: Mit anderen Worten. Wir haben 2000 jene gewählt, die uns der nato übergeben haben?

J: Die 2000 Gewählten haben die Drecksarbeit für die nato durchgeführt. So ist dann ein engl. General neben unserem sog. Verteidigungsminister (damals Boris Tadic) gesessen und hat ihm Unterlagen gezeigt, wie die serb. Armee in 7 Jahren aussehen sollte. Dann wurden die einzelnen Einheiten vernichtet (rd. 160 Brigaden uvm.). Danach erfolgte die Abtrennung von Montenegro.

Zusammengefaßt: Der Agressor hat mit 7 – 10 Jahren Verspätung alle seine ursprünglichen Ziele, die er allesamt militär. nicht umsetzen konnte, nachträglich erreicht. Allerdings erst durch „unserer Mithilfe“. Wir sehen heute, was von uns übrig geblieben ist. Das ist schrecklich. Wir haben nicht militär. kapituliert. Die Kumanovo-Vereinbarungen sind ein Friedensvertrag. Wir sind nicht offiziell okkupiert. Jedoch ermöglichten wir ihnen, uns so zu okkupieren, dass es rein formal nicht einmal als Okkupation gesehen werden kann. Im Nachhinein betrachtet, wäre es sogar besser gewesen, wenn wir besiegt UND okkupiert worden wären, da lt. Haager-Konvention aus 1907 die Einwohner eines okkupierten Gebietes viel mehr Rechte und die Okkupierer viel mehr Pflichten haben, als dies jetzt der Fall ist.

M: Allerdings ist lt. Wikileaks der Aktionsplan bez. Kosovo, der einen bestimmten serb. Politiker für etwas Bestimmtes vorgesehen hat, nicht mehr in Kraft.

J: Dieser bestimmte Politiker war unter Tadic sein Berater für die euro-atlant. Integration. 2003 hat dieser Politiker offiziell gesagt: „Wir sind nicht mehr Feind mit der nato! Wir sind Partner!“ Sie (nato) haben uns in die „Partnerschaft für den Frieden“ hineingezogen und uns somit ermöglicht, uns nach außen hin militär. neutral zu geben. Diese militär. Neutralität bringt uns nichts.

Daher die Frage: Warum nicht eine Verbindung mit einem bekannten und historischen Freund eingehen? Wie können wir in Bezug zu jenen, die für uns den Kosovo verteidigen, genauso neutral sein, wie zu jenen, die uns den Kosovo wegnehmen wollen? Das ist letztendlich unmoralisch.

Anmerkung: Ich hoffe, es ist halbwegs verständlich. Ein sehr guter Überblick, was eigentlich geschah. Um das Militär zu zerstören, mußte man dessen klügste Köpfe – am besten – außer Landes bringen. Um sie außer Landes zu bringen, müssen sie etwas angestellt haben. Da ist es natürlich ideal, wenn einige schreckliche Greueltaten „aufgedeckt“ werden; und ab nach Haag! Den Rest hat sich das Volk selbst zuzuschreiben. Allerdings mit einem Jahrzehnt an Kriegen und wirtschaftl. Tiefststand (Hyperinflation, Embargo etc.) im Rücken … wem kann man da noch etwas verübeln … gekämpft und doch verloren …

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn man wie alle anderen osteurop. Staaten (Ausnahme: Weißrußland) GLEICH die Augen zugemacht und sich nach vorne gebeugt hätte. So wurde man geschlagen und dann doch noch vergewaltigt. Naja. Man kann sich zwar darum nichts Kaufen, aber einigen bringt es doch etwas, wenn er in den Spiegel schauen kann …

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Wir wurden nun 17 Jahre ans Bett gefesselt; andere 27 Jahren und manche sogar 70 Jahre und länger. Da wir von allen noch die geringsten Rückbildungen aufweisen und noch dazu einem guten Freund WESENTLICH (mit „praxisbezogene“ Daten, Fakten, Tatsachen, Mechanismen, die ihn etwas später selbst getroffen hätten uvm.) geholfen haben, eine fundierte Analyse zu erstellen und somit zum Teil zu seiner Entscheidungsfindung beigetragen haben, stehen die Chancen relativ gut, aus den Fängen des Vergewaltigers zu entkommen …

http://vineyardsaker.de/2017/04/30/profis-die-staerke-oder-schwaeche-der-nato/#more-353

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