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Ausland, Welt

Der finale Krieg und keiner merkt’s?

von http://vineyardsaker.de

Wohl jeder kennt den Spruch „Stell dir vor, es gäbe Krieg und keiner macht mit“. Ich füge noch einen zweiten Spruch hinzu, der zusammenfasst, was immer wieder auf verschiedene Weisen bemerkbar wurde und wird: Das Wesentliche geschieht oft (meist?) unsichtbar.

Und nun füge ich es zusammen zu der These „Der finale Krieg hat weithin ungesehen bereits stattgefunden und die usppa hat ihn verloren“.

Klingt gewagt; wie komme ich dazu?

Wie haben die amis seit Jahrzehnten ihre Kriege geführt? Mit der Triade (gleich noch mehr dazu). Welches weitere Merkmal kennzeichnet die militärische Entwicklung der usppa? Technomagie-Aberglaube (übrigens klassisch satanistisch).

Die Triade: Das Opfer erst massiv mit tomahawks beschießen. Dann, wenn einiger und vor allem strategisch relevanter Schaden angerichtet ist, mit Flugzeugen rein fliegen und massiv zerbomben. Zuletzt, wenn das Opfer erledigt und weitgehend wehrlos ist, mit Bodentruppen rein gehen und bestialisch wüten (und dabei laut und viel von „demokratie“ faseln).

Die Reihenfolge ist keineswegs zufällig sondern hat solide Gründe. Diese lassen sich im wesentlichen zusammenfassen unter „die amis sind furchtbar feige und haben obendrein nur sehr wenige halbwegs brauchbare Soldaten“. Und, auch sehr wichtig: Sie haben nur etwa ein Dutzend Flugzeugträger; diese sind das Rückgrat ihrer globalen Macht. Ergo dürfen beide, die FZT wie auch die Flieger möglichst keinem Risiko ausgesetzt werden. Andererseits kommt man nicht ganz ohne Leute vor Ort aus und braucht daher die Flieger, u.a. zum dynamischen Zerbomben (im Gegensatz zum quasi-statischen Zerballern mit tomahawks).

Interessant ist dabei die absolut vitale Rolle der tomahawks. Die Flieger könnte man schlimmstenfalls weglassen, aber auch ehe Bodentruppen eingesetzt werden können, muss das Opfer erst mit „shock and awe“ und mit massiven Zerstörungswellen gebrochen und möglichst unfähig zu Gegenwehr gemacht werden.
Und das Ganze natürlich – wir reden hier ja von den amis – möglichst ohne jedes eigene Risiko.

Aber tomahawks haben noch eine Eigenheit: Es war nahezu unmöglich, sich dagegen zu wehren. Zum einen wegen der Kosten-Nutzen Ratio. Man bedenke die äusserst entscheidende Bedeutung derselben. Wenn z.B. russische Oniks, das Stück zu größenordnungsmäßig 1 Mio $ einen ami FZT zu Stückkosten von mehreren Mrd. $ auf den Meeresgrund verlegt, dann verlieren die amis den Krieg zwangsläufig und zwar nicht nur aus militärischen Gründen, sondern vor allem auch wegen der Kosten Asymetrie.
Zum anderen können tomahawks ja alles im Umkreis von etwa 1500 km erreichen. Das heisst, dass jedes potentielle Ziel zu seinem Schutz eine entsprechend hohe Anzahl von Luftabwehr-Raketen *und Abschussvorrichtungen* bräuchte; das aber ist selbst für ein sehr reiches Land nicht zu leisten (mit ein Grund, warum die russischen Kalibr im Westen Entsetzen ausgelöst haben, denn auch deutschland oder die usppa *können* gar nicht jede Stadt und jede wichtige Einrichtung mit auch nur 500 FlA-Raketen und 100 Abschussvorrichtungen ausstatten).

Das heisst auch – man kann das breite Grinsen der amis förmlich sehen – dass es völlig egal ist, wie toll die S-400 Systeme sind. Russland kann sich keinesfalls 100.000 oder mehr S-400 Raketen und hunderte S-400 Batallione leisten. Ja, nicht einmal so viel Buk wären finanzierbar; übrigens auch nicht für die usppa.

Das aber heisst unterm Strich, dass derjenige im gewaltigen Vorteil ist, der a) weltweit zahlreich präsent ist, b) die kriminelle Energie und Menschenverachtung hat und c) massive Vorräte an cruise missiles hat. Sprich, die usppa.

Das hat sich nun geändert und, so meine These, der entsprechende Krieg hat bereits stattgefunden.

Geändert hat es sich, weil Russland auf Intelligenz, fähige und gut motivierte Truppen und wirkliche Hochtechnologie gesetzt hat gegen die Linie der amis „viel, sehr viel und noch mehr“, „Technologie statt Menschen“ und „Soldaten müssen vor allem eines sein, billig und verfügbar“.

Man muss dazu noch eine bestimmte Perspektive erkennen, die – welch Zufall! – im westen so gut wie nie betrachtet wurde.

Computer, das sollte mittlerweile jeder begriffen haben, sind sehr unsicher. Schlimmer noch, wir sind dazu verurteilt, noch lange Zeit mit unsicheren Computersystemen zu leben, weil die amis sehr lange nahezu vollständig die Herren dieser Technologie waren und *natürlich* nicht auf Qualität oder auf eine solide geistige Durchdringung dieser Technologie und damit im Zusammenhang stehender Problem geachtet haben, sondern nahezu ausschließlich auf Profitgier.

Das führte u.a. zu dem Ergebnis, dass wir kaum Technologien, Kenntnisse, Werkzeuge und vor allem Fachleute haben, um die Situation zum Positiven, vor allem in Richtung Sicherheit und Zuverlässigkeit zu verändern. Nahezu die gesamte Branche ist weitestgehend ami geprägt und nahezu ausschließlich auf Profit immer neue (egal wie blödsinnige oder verlogen verkaufte) Produkte getrimmt.

Was aber sind denn all die modernen ami Militärsysteme? Es sind Computer!

tomahaws ebenso wie aegis Kriegsschiffe oder auch f-22 Flieger – sie alle sind im Grunde Conputer; sie sind extrem computerisiert, sie sind in komplexe militärische IT Netzwerke eingebunden und sie werden zu ganz erheblichen Teilen von Computen gesteuert, ergo sind sie unterm Strich als Computer zu betrachten. Eine f-22 ist ein fliegender Computer; da sitzt zwar ein Pilot drin, aber alles wird durch Computer gesteuert und gemacht. Ohne digitale Steuerung bewegt sich nicht einmal eine Flügelklappe und wie wir durch den f-35 Reinfall wissen, schießt auch die Bordkanone nicht ohne Computer.
Die Schiffe sind schwimmende Computer. Fällt z.B. das aegis System aus, dann müssen die froh sein, wenn sie’s noch irgendwie zum nächsten Hafen schaffen; übrigens auch, weil die Offiziere in deren Marine nicht mehr lernen, mit einem Sextanten umzugehen.
Und natürlich sind auch tomahawks Computer, wenn auch relativ primitive. Die fliegen eine programmierte Route und gleichen sich unterwegs mit diversen Computern wie z.B Geländeauswertungs-Systemen oder auch gps ab.

Damit aber gilt auch für die ami Waffensysteme, was für PCs zuhause auf dem Schreibtisch gilt: Sie sind angreifbar und sie sind unsicher.

Ihr erinnert euch noch an den Vorfall, als der Iran eine ami-Drohne unter seine Kontrolle brachte? Nun, das ist, was ein Land wie der Iran vor einigen Jahren konnte.
Nun fragt euch mal, was wohl ein Land wie Russland heute kann.

Antwort: Unter anderem Kasukha 4 und Murmansk.

Der Giftgas-Vorwurf gegen Syrien war frei erfunden und (sehr notdürftig und schlecht) von den Terroristen-Komplizen der amis inszeniert. Aber er wurde gebraucht – und zwar dringend. Warum? Weil – so jedenfalls sehe ich es ohne Zweifel – Russland die Schnauze voll hat. Man hatte, so vermute ich, darauf gesetzt, dass trump zwar kein Freund wird, aber auch kein akut kriminelles Vollarschloch und musste erkennen, dass er jedenfalls nicht lieferte, was man sich erhoffte; mehr noch, man musste erkennen, dass die amis weitgehend weiter ihre Linie fahren. Also hat man den amis wohl dezent und höflich aber sehr ernst gemeint mitgeteilt „Ende der Vorstellung. Ihr werdet niemanden mehr überfallen und ihr werdet euch nachhause verpissen oder aber die harte Tour!“.

Aber amis sind nunmal amis. Die mussten es also trotzdem versuchen und austesten. Ergo der Giftgas Vorwand, um das erste – und bisher stets zuverlässig schlimme und nicht aufzuhaltende – Instrument der klassischen ami Triade zum Einsatz zu bringen – zweifellos in der Annahme, die Russen würden wie wild S-400 abfeuern. Dann hätte man, sowie die Abschuss-Container leer wären, nochmal eine Salve nachgeliefert, als Warnschuss, um den Russen zu zeigen „unsere Zeit ist noch lange nicht vorbei und verpissen werdet ihr euch, jedenfalls wenn euch an St. Petersburg liegt!“.

Aber es lief anders. Die amis trommelten sich aus der Hüfte schießend auf die Brust – und die Russen gaben ihnen eine sehr kräftige Ohrfeige. *Das* ist die Bedeutung der 36 „verlorenen“, aber auch der 23 „ermüdeten“ tomahawks, die es zwar zum Ziel schafften, aber kaum Schaden anrichteten. Die Ansage der Russen war unmissverständlich „Eure tomahawks fliegen genau da hin, wo wir sie hin schicken und die explodieren, wenn überhaupt, da wo wir das wollen“.

Und schau an, Tage später machen die amis am anderen Ende der Welt Lärm. Ich weiss nicht, wie Krasukha auf chinesisch heisst. Aber ich bin ziemlich sicher, dass … nun ja, es wird wohl einen Grund haben, dass die amis in eine ganz andere Richtung, nämlich nach Australien fuhren …

Weil bestimmt einige nachfragen würden: Warum so still und leise?

Ich führte das schon mal an anderer Stelle aus: Die Russen interessieren sich für Ergebnisse und nicht für Show. Bei den amis ist es genau andersherum.
Verprügelt und demütigt man die öffentlich, dann *können* sie sich nicht verpissen. Also tut mans dezent und gibt ihnen so die Möglichkeit, lärmend auf Umwegen via Nordkorea und Australien nachhause zu fahren und sich an ihre neue Rolle als entmachteter und verhasster globaler Dorfdepp zu gewöhnen.

http://vineyardsaker.de/2017/04/25/dies-und-das-der-finale-krieg-und-keiner-merkts/#more-375

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Der finale Krieg und keiner merkt’s?

  1. Dies „…und keiner merkt´s“ ist nicht Ausdruck von „selbstgefälliger Überheblichkeit“, sondern genau seine These, nämlich daß es Absicht Russlands ist, nicht zu lärmen und keine Show abzuziehen, selbst wenn es dann „keiner“ merkt.
    Hintergrund ist die aktuelle Debatte, bei der der eine Pol vor dem bevorstehenden dritten nuklearen Weltkrieg warnt und der andere insbesondere Trumps Show für Theaterdonner hält.
    Russophilus Argument für die zweite Ansicht ist die von ihm behauptete „digitale“ Überlegenheit Russlands, die den Einsatz z.B. des amerikanischen Waffenarsenals praktisch ineffektiv macht.
    Wer diese These mißbilligt sollte sachliche Argumente anführen, die Russophilus widerlegen und nicht seine Thesen scheinbar unkommentiert lassen, sie aber durch einen emotionalen Angriff indirekt zu diskreditieren versuchen.

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    Verfasst von egester | 25. April 2017, 17:08
  2. Zum Glück hat die Welt ja den Russophilus, der sieht, was der gesamten Welt nicht auffällt. Wie blöde muss doch die ganze restliche Welt sein, dass sie nicht sieht, was sich allein der Weisheit von Russophilus erschließt.

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    Verfasst von Rüdiger Rauls | 25. April 2017, 14:58
    • Ein inhaltsleerer rein emotionaler Kommentar. Der Verfasser verliert kein sachliches Wort zu den im Artikel geäußerten Ansichten; nach seinen Worten sind Russophilus Ansichten allein deshalb falsch, weil „die ganze Welt“ sie nicht teilt. Den Beleg dafür, daß „die ganze Welt“ das anders als Russophilus sieht, bleibt er schuldig.
      Man könnte jetzt spekulieren, was die Gründe für die gefühlsmäßige Abneigung des Kommentators gegen die Thesen von Russophilus sind.
      Aber das hieße sich auf seine Ebene zu begeben.

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      Verfasst von egester | 25. April 2017, 16:03
      • nicht alles, was inhaltsleer scheint, ist es auch. Ich behaupte nicht, dass die Ansichten von R. FALSCH sind und ich behaupte auch nicht, dass die ganze Welt sie nicht TEILT, sondern dass R. in seiner Überschrift behauptet, dass es „keiner merkt“, außer ihm, natürlich, denn er schreibt ja darüber. Ich kritisiere seine selbstgefällige Überheblichkeit, die sich ausdrückt in einer Überschrift, die er selbst gewählt hat und damit seinem Denken entspricht. Zudem, auch egester begibt sich auf diese Ebene, auch wenn er sagt, dass er es nicht tun will.

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        Verfasst von Rüdiger Rauls | 25. April 2017, 16:45

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