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Ausland, Naher Osten

Ein paar Anmerkungen zum Interview von Bashar Al Assad

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Der syrische Präsident Bashar Al Assad hat der französisch-zionistischen Lügenschleuder AFP gerade ein Interview gegeben.

Da die westliche Lügenpresse dafür berüchtigt ist, Interviews durch selektives und manipulatives Schneiden zu verfälschen, wie das in der Vergangenheit etwa ABC mit einem Assad-Interview und die deutsche Tagesschau mit einem Putin-Interview gemacht haben, filmt Syrien alle von Assad gegebenen Interviews und stellt sie anschließend in voller Länge ungeschnitten ins Netz. Hier ist also AFPs jüngstes – und prompmt kurz nach auszugsweiser Veröffentlichung von AFP wieder depubliziertes – Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar Al Assad, und zwar vollständig:

Nachfolgend finden sich zu dem auf Englisch geführten Interview einige Anmerkungen des Parteibuchs.

Auf die Frage nach dem Giftgas-Ereignis in Khan Sheikhun erklärt Bashar Al Assad, dass es sich dabei mit 100% Sicherheit um eine Inszenierung von Al Kaida handelt. Der Tatsache, dass alle Nachrichten zum Ereignis in Khan Sheikhun auf Propaganda von Al Kaida basieren, da die Terrorgruppe Al Kaida Khan Sheikhun beherrscht und genau kontrolliert, welche alle Informationen das Gebiet verlassen, wird bislang nicht genügend beachtet und gewürdigt. Mit anderen Worten: alle, die diese Giftgaslügen aus Khan Sheikhun verbreiten und als glaubwürdig darstellen, von CNN, Bild und Tagesschau über Trump bis hin zu Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen, verteilen damit verlogene Greuelpropaganda der Terrorgruppe Al Kaida. Stimmt.

Weiter erklärt Assad, die zunächst von Russland und Syrien in Erwägung gezogene Möglichkeit, dass die syrische Luftwaffe bei einem Luftangriff östlich von Khan Sheikhun eine mit giftigen Chemikalien bestückte Position von Al Kaida getroffen hat und dabei freigesetzte Giftstoffe die von Al Kaida medial inszenierten Vergiftungen verursacht haben, auszuschließen ist, da der syrische Luftangriff zwischen halb zwölf und halb eins mittags erfolgt ist, der Chemiewaffeneinsatz jedoch bereits früh morgens von Al Kaida medial inszeniert und verbreitet wurde. Das bedeutet, dass es sich dabei um zwei verschiedene Dinge handelt, eines morgens und eines mittags. Stimmt.

Und es spricht vieles dafür, dass es sich bei dem Ereignis am Morgen nicht um einen Luftangriff, sondern um eine zur Falschbeschuldigung der syrischen Regierung erfolgte Freisetzung von nicht weniger als 20 Litern Giftgas durch Al Kaida mittels einer IED am Boden handelt. Augenarzt Assad macht außerdem zutreffend darauf aufmerksam, dass die von Al Kaida dazu verbreiteten Videos Fakes sind und es dabei nicht klar ist, ob die darin zu sehenden leblosen Kinder wirklich tot sind, was ein Verdacht ist, der angesichts dessen, dass ein „totes“ Kind in einem der Videos aus Khan Sheikhun die Augen öffnet und Angehörige angeblich mit der Beerdigung ihrer „toten“ Kinder warten sollten, weil sie nach einigen Stunden noch erwachen könnten, nur allzu naheliegend ist. Bei dem syrischen Luftangriff östlich von Khan Sheikhun am Mittag des 4. April dürfte hingegen nur die Bezeichnung des angegriffenen Zieles strittig sein. Syrien bezeichnet das angegriffene Ziel als Terrorzentrale von Al Kaida und Konsorten, während die Terrorgruppe Al Kaida und ihre Unterstützer das Ziel als „Höhlenkrankenhaus von Khan Sheikhun“ bezeichnen. Da schließt das eine das andere nicht aus, weil die Terrorgruppe Al Kaida ihre Kommandozentralen oft in Krankenhäusern einrichtet oder mit einer Krankenstation ausstattet, aber unstrittig ist, dass bei dem Luftangriff am Mittag kein Giftgas freigesetzt wurde.

Bezüglich dessen, warum man nicht Al Kaida, sondern Syrien bezüglich des mutmaßlichen Giftgasereignisses in Khan Sheikhun glauben sollte, erklärte Assad erstens, dass Syrien nicht über Giftgas verfügt, weil es das 2013 alles Giftgas, über 1300 Tonnen, entsorgen lassen hat, und zweitens, dass Syrien aus moralischen Gründen Giftgas nie eingesetzt hat und auch jetzt nicht einsetzen würde, wenn es das hätte. Angesichts dessen, dass Syrien von der Lügenpresse dämonisiert wurde und es in Khan Sheikhun um weniger als 20 Liter Giftgas geht, überzeugt das Argument natürlich diejenigen nicht, die an einen Giftgaseinsatz der syrischen Regierung glauben oder glauben wollen. Natürlich könnten sich sowohl die syrische Armee als auch Terroristen theoretisch in den Besitz einer so kleinen Menge Giftgas gebracht haben. Aber Assad sprach danach auch noch die Entwicklung der militärischen Lage an der Front nördlich der Stadt Hama an, und die spricht klar gegen einen Giftgaseinsatz der syrischen Armee.

Die Lageentwicklung im Norden von Hama ist auch weitgehend unstrittig. Am 23. März begannen Terroristen unter Führung von Al Kaida von Norden her einen Großangriff auf die zentralsyrische Provinzhauptstadt Hama. Am 4. April hatte die syrische Armee beinahe alle Gebiete nördlich der Stadt Hama, die die Terroristen im Laufe ihrer Offensive erobert hatte, Schritt für Schritt wieder zurückerobert, womit die große Terroroffeinsive auf die Stadt Hama unter hohen Verlusten gescheitert war. In dieser Situation soll nun die syrische Armee, wenn man den Behauptungen der Terrorgruppe Al Kaida und ihren Unterstützern glauben schenken wollte, die syrische Armee einen Giftgasangriff auf die Zivilbevölkerung der rund zehn Kilometer hinter der Front in Nord-Hama liegenden Ortschaft Khan Sheikhun durchgeführt haben. Assad erklärt nun im Interview, dass diese Behauptung von Al Kaida und ihren Unterstützern der militärischen Logik vollkommen widerspricht. Warum, so fragt Assad, sollte syrien einen Giftgasangriff durchführen, wo die syrische Armee die Schlacht gewonnen hatte und die Terroristen kollabierten, und nicht einige Tage vorher, wo die syrische Armee vor der Übermacht der Terroristen zurückweichen musste? Und wenn die syrische Armee den Giftgasangriff durchgeführt hätte, warum würde sie dann damit Zivilisten zehn Kilometer hinter der Front und nicht die Terroristen an der Front damit attackieren? Assad hat unzweifelhaft recht damit, dass die Behauptung, die syrische Armee habe ausgerechnet dort und zu diesem Zeitpunkt einen politisch hochriskanten Giftgasangriff durchgeführt, jeglicher militärischer Logik widerspricht. Die syrische Armee könnte durch einen CW-Angriff gegen Zivilisten nichts gewinnen, aber viel verlieren. Für die vor der Niederlage stehenden Terroristen entspricht es hingegen der militärischen Logik, zu versuchen, ihre aussichtslose Lage durch einen riskanten False-Flag-Giftgasanschlag gegen Zivilisten doch noch zu drehen.

Weiterhin ist Assad im Interview auf die Hypothese eingegangen, in der syrischen Armee könnte jemand den Guftgasangriff eigenmächtig ausgeführt haben. Assad erklärt dazu zutreffend, dass Syrien nicht nur seine Giftgaswaffen abgegeben habe, sondern die syrische Armee eine hierarchisch aufgebaute Militärorganisation ist, wo es klare Kommandoketten gibt und Befehle befolgt werden. Das unterscheidet die Armee von einer Miliz, wo jeder Anführer machen kann, was ihm in den Sinn kommt. Dabei könne es wie in anderen Armeen schon mal vorkommen, dass ein Soldat seine persönliche Pistole für eine Straftat benutzt, wofür er dann, wenn er erwischt wird, bestraft wird, aber dass da jemand ein Kampfflugzeug eigenmächtig und befehlswidrig mit Giftgaswaffen bestücken kann, um dann das Verbrechen zu begehen, damit zivile Ziele anzugreifen, ist völlig abwegig, selbst wenn dazu von der Hypothese ausgehet, dass die syrische Armee doch noch heimlich über Giftgaswaffen verfügt. In einer hierarchisch aufgebauten Militärorganisation wie der syrischen Armee gibt es Flug- und Einsatzpläne, wo genau definierte Missionen festgelegt und die Flugzeuge dafür entsprechend vorbereitet und ausgerüstet werden. Daran käme eine befehlswidrig und eigenmächtig handelnde Person im Militär nicht vorbei. Da kann man Assad nur zustimmen.

Ebenfalls zustimmen kann man der Aussage von Assad, die Ereigniskette von Khan Sheikhun, der westlichen Propaganda dazu und dem sich daran direkt und ohne jede Untersuchung anschließenden US-Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Sheirat erwecke den Eindruck, dass der Westen, vor allem die USA, mit Al Kaida und ähnlich gesinnten Terroristen nach wie vor unter einer Decke stecken. Zutreffend ist wohl auch die Einschätzung von Assad, dass sich diese Kombination von Al-Kaida-Fabrikation, westlicher Propaganda und anschließendem US-Militär jederzeit wiederholen kann, und das nicht nur in Syrien, sondern nahezu überall auf der Welt.

Die weiteren Ausführungen von Assad zur US-Politik und zum US-Militär sind allerdings weniger überzeugend. Zur innenpolitischen Situation in den USA äußerte Assad sich etwa recht vage in dem Sinne, dass die USA vom militärisch-industriellen Komplex, den Finanzunternehmen, Banken, und was man das tiefe Regime nenne, regiert werde und für die Interessen dieser Gruppen arbeite, und die Wahl von Trump, wie der auf Bestellung von Al Kaida erfolgte US-Militärangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt zeigt, daran nichts geändert hat. Was Assad da und im ganzen Interview komplett weglässt, ist die größte kriegstreibende Kraft, nämlich Israel und seine 5. Kolonne, deren innenpolitisch unter dem Dach der Israel-Lobby organisierte Macht in den USA ihm und so ziemlich ganz Syrien ansonsten nur zu bewusst ist.

Noch weniger überzeugend ist Assads Darstellung, dass Syrien vor dem US-Raketenangriff nicht von Russland gewarnt worden sei. Assad erklärte, Syrien habe von Russland keine Warnung erhalten, weil die USA Russland selbst erst wenige Minuten vor dem Einschlagen der Tomahawk-Raketen in Syrien darüber informiert hätten und Russland deshalb keine Zeit mehr blieb, um Syrien zu warnen. Dass durch den US-Raketenangriff trotzdem vergleichsweise wenig wichtiges zerstört wurde und die Kampfkraft der syrischen Armee nicht geschwächt wurde, erklärt Assad damit, dass Syrien unter zutreffender Interpretation von Indizien und in weiser Vorausahnung des US-Angriffes die wichtigsten Militärgüter rechtzeitig in Sicherheit gebracht habe. Mit anderen Worten: Assads Darstellung zufolge soll das syrische Militär die Zielkoordinaten des US-Raketenangriffs zutreffend geahnt haben.

Eine recht breite Öffentlichkeit überzeugen mag allerdings Assads Argument, dass auch der von den USA als „Zielirrtum“ eingeräumte US-Luftangriff auf gegen ISIS kämpfende syrische Truppen in Deir Ezzor am 17. September 2016, durch den rund 100 syrische Soldaten ums Leben gekommen sein sollen, zeige, dass die USA den Terrorismus in Syrien kontinuierlich unterstützen. Assad stellt diesen Angriff der US-geführten Koalition als eine deutlich schwerwiegendere Unterstützung des Terrors in Syrien dar als es der US-Raketenangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Sheirat, der rund ein Dutzend Tote gefordert haben soll, gewesen sei und führt dazu aus, dass dadurch die Einnahme der Stadt Deir Ezzor durch ISIS drohte, was durch die heldenhaft agierende syrische Armee jedoch gerade noch so verhindert werden konnte. Das hat durchaus einige Logik, denn die US-Regierung weigert sich einerseits, ihre im Namen des Anti-Terror-Kampfes durchgeführten Kriegsaktivitäten in Syrien mit der syrischen Armee zu koordinieren, und gibt sich andererseits überrascht, dass es bei der illegalen und unkoordinierten US-geführten Bombardierung Syriens zu vermeidbaren Zielirrtümern kommt. Sich aus der illegalen Kriegsführung der USA und der US-Unwilligkeit zur Koordinierung des Anti-Terror-Einsatzes mit der legitimen Regierung in Syrien ergebende vermeidbare „Zielirrtümer“ – wo die US-geführte Koalition aus Versehen die syrische Armee attackiert – sind den USA und ihren Partnern natürlich zumindest als bedingter Vorsatz zuzurechnen, auch wenn im konkreten Fall in Deir Ezzor tatsächlich ein Zielirrtum vorgelegen haben mag.

Das Parteibuch ist allerdings noch nicht ganz überzeugt davon, dass es diesen sowohl von Syrien als auch den USA bestätigten irrtümlichen und sehr tödlichen Angriff der US-geführten Koalition auf syrische Soldaten überhaupt so gegeben hat. Nach wie vor ziehen wir die Möglichkeit in Betracht, dass es sich bei dem Ereignis am 17. September 2016 um eine zwischen amerikanischen, russischen und damit auch syrischen Militärs abgestimmte Inszenierung zur Beeinflussung des US-Wahlkampfes gehandelt haben könnte. Hinter den Kulissen scheint unserer Einschätzung nach nämlich die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und russischen Militärs schon seit Jahren viel besser zu sein als es öffentlich dargestellt wird.

Ansonsten ist aus dem Interview von Assad noch mitzunehmen, dass er erklärt habe, Syrien werde einer Untersuchung des Ereignisses von Khan Sheykhun nur zustimmen, wenn sichergestellt ist, dass diese Untersuchung unparteiisch ist. Unparteilichkeit sollte bei einer internationalen Untersuchung eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht, da Zionisten und andere anti-syrische Kriegstreiber in der UNO und anderen internationalen Organisationen in der Vergangenheit schon bewiesen haben, dass sie gewillt sind, Fakten so zurechtzubiegen und Lügenpropaganda von Al Kaida und Konsorten eine so hohe Glaubwürdigkeit zuzumessen, dass am Ende ein Bericht mit einer falschen Anschuldigung gegen die syrische Regierung rauskommt.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/04/14/ein-paar-anmerkungen-zum-interview-von-bashar-al-assad/

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