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Ausland, Naher Osten

Die vom Pentagon geplante Rückeroberung der IS-Hochburg Raqqa in Syrien ist nur mit einer stärkeren Beteiligung der US-Streitkräfte möglich

von  Karen DeYoung und Liz Sly, The Washington Post – http://www.luftpost-kl.de

Die Washington Post berichtet über Probleme, die bei der Umsetzung eines offensichtlich bereits ausgearbeiteten US-Planes zur Erstürmung der IS-Hochburg Raqqa in Syrien zu erwarten sind.

Nach Aussagen von US-Offiziellen ist der vom Pentagon geplante Angriff auf Raqqa, die Hauptstadt des Islamischen Staates / IS in Syrien, nur mit stärkerer Beteiligung der US-Streitkräfte möglich; die aus kurdischen und arabischen Kämpfern bestehenden Bodentruppen (die nicht der regulären syrischen Armee angehören) sollen mit zusätzlichen Waffen ausgerüstet und von US-Spezialkräften mit Artillerie und Kampfhubschraubern unterstützt werden.

Diese vom US-Militär bevorzugte Option wird gegenwärtig im Weißen Haus geprüft, weil bei ihrer Umsetzung mehrere unter Obama auferlegte Beschränkungen aufgehoben werden müssten.

An der Planung beteiligte Experten fordern   vor   allem   eine   Verstärkung   des gegenwärtig   in   Syrien   eingesetzten US-Truppenkontingents, das aus rund 500 Soldaten der US-Spezialkräfte besteht, die als Ausbilder und Berater der vereinten   Syrian   Democratic   Forces/SDF (der Demokratischen Kräfte Syrien,  weitere   Informationen   dazu   unter https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Kr%C3%A4fte_Syriens   ) eingesetzt sind (die auch die reguläre syrische Armee be-
kämpfen). Die US-Soldaten sollen sich nicht direkt an den Kämpfen am Boden beteiligen, aber näher an der Front arbeiten und dafür sorgen, dass die Befehle aus Washington auch umgesetzt werden.

Präsident Trump, der während des Wahlkampfs versprochen hat, den Kampf gegen den IS in Syrien, im Irak und anderswo zu verstärken, hat am Montag den Plan erhalten, den er 30 Tage vorher vom Pentagon angefordert hat.

In einem Konflikt, der sich keineswegs so leicht steuern lässt, wie man das (in Washington) erwartet hatte, haben sich schon vor Beginn der Raqqa-Offensive neue Allianzen gebildet. In den beiden letzten Tagen mussten für   den   Sturm   auf   Raqqa   vorgesehene US-Kräfte einen Umweg um einen Ort in Nordsyrien machen, um eine Auseinandersetzung zwischen zwei US-Verbündeten – zwischen türkischen Soldaten und syrisch-kurdischen Kämpfern – zu verhindern. Die US-Soldaten rückten Seite an Seite mit in unmittelbarer Nähe operierenden russischen und syrischen Regierungssoldaten vor, die offenbar das gleiche Ziel haben.

Bei einer Billigung des Raqqa-Planes käme es zweifellos zu großen Problemen mit der Türkei, weil Ankara die syrischen Kurden als Terroristen betrachtet, die keinesfalls mit US-Waffen ausgerüstet und nicht an dem bevorstehenden Angriff auf Raqqa beteiligt werden dürften. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bereits erklärt, dass für ihn die Bewaffnung der Kurdish People’s Protection Units / YPG (der kurdischen Volksverteidigungseinheiten.   s. https://de.wikipedia.org/wiki/Volksverteidigungseinheiten )   und   deren Beteiligung am Sturm auf Raqqa inakzeptabel sind und angekündigt, dass er Raqqa mit regulären türkischen Truppen und mit der Türkei verbündeten syrischen Rebellengruppen angreifen wird.

US-Offizielle, von denen einige nur anonym über den noch geheimen Pentagon-Plan sprechen wollten, glauben, dass Erdogans harte Linie vor allem innenpolitische Gründe hat und ihm den Sieg bei dem am 16. April stattfindenden Referendum sichern soll, mit dem er sich noch mehr präsidiale Macht verschaffen will.

Lt. Gen. (Generalleutnant) Stephen Townsend, der in Bagdad residierende Kommandeur der US-geführten Koalition zur Bekämpfung des IS, erklärte am Mittwoch vor Reportern, es gebe „keinerlei Beweise“ dafür, dass die YPG eine Bedrohung für die Türkei darstellen. Ganz offensichtlich verärgert forderte Townsend alle Parteien, die den IS in Nordsyrien bekämpfen, auf, sich darauf zu beschränken und die Kämpfe gegeneinander einzustellen.

Diesbezügliche Gespräche der USA mit dem NATO-Partner Türkei, der auch der Anti-IS-Koalition angehört, dauern noch an. Fortschritte, die in den letzten Tagen in und in der Umgebung der Stadt Manbij / Manbidsch (s.     https://de.wikipedia.org/wiki/Manbidsch ) erzielt   wurden   (s. http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/isis-syria-civil-war-bashar-al-assad-raqqa-manbij-turkey-russia-us-coalition-a7614706.html  ),   könnten   den USA helfen, einen direkten Konflikt mit Ankara zu vermeiden – oder auch zu neuen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Parteien führen, die Raqqa einnehmen wollen.

Manbidsch, das rund 85 Meilen (136 km) nordwestlich von Raqqa in der Nähe der türkischen Grenze liegt, wurde vor drei Jahren vom IS besetzt und im August 2016 von den YPG mit Unterstützung von US-Militärberatern und US-Luftangriffen wieder zurückerobert. Die Stadt bildet jetzt die Westflanke eines vom IS befreiten Gebietes, das sich bis in den benachbarten Irak erstreckt.

Weil die   US-Regierung   den Türken zugesichert   hatte,   dass die Kurden keine Gebiete westlich des Euphrats unter ihre Kontrolle bringen dürften, wurde das zurückeroberte Manbidsch einem Rat arabischer Kämpfer innerhalb der SDF unterstellt; die kurdischen YPG -Kämpfer mussten auf Drängen der US-Berater die Stadt verlassen, in der aber weiterhin kurdische Polizisten für die Sicherheit zuständig sind.

Die   Türken   sind   damit   nicht   einverstanden   und   haben   wiederholt   gedroht,   die   Kurden gewaltsam zu vertreiben, weil sie der Meinung sind, sie würden gemeinsame Sache mit der (in der Türkei verbotenen) Arbeiterpartei Kurdistans / PKK machen, die von der Türkei und den USA als Terrororganisation eingestuft ist und verdächtigt wird, mit einem Aufstand einen autonomen kurdischen Staat durchsetzen zu wollen. Nachdem türkische Truppen gemeinsam mit verbündeten syrischen Rebellen dem IS am 23. Februar die westlich von Manbidsch gelegene syrische Stadt Al-Bab entrissen haben, bewegen sie sich auf Manbidsch zu und haben bereits mindestens zwei Dörfer eingenommen.

Weil am Donnerstag von der türkischen Armee abgefeuerte Granaten am Stadtrand von Manbidsch einschlugen, hat der die Stadt kontrollierende Rat der arabischen Kämpfer angekündigt, auf Vermittlung der Russen würden Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad mehrere im Westen der Stadt gelegene Dörfer übernehmen, um einen Konflikt mit den Türken zu vermeiden.

Am Freitag hat Moskau bekanntgegeben, russische und syrische Konvois mit „humanitären Hilfsgütern“   hätten sich bereits auf den Weg nach Manbidsch gemacht. Pentagon-Sprecher Capt. (Hauptmann) Jeff Davis hat vor Reportern in Washington geäußert, die Konvois würden von gepanzerten Fahrzeugen begleitet.

Davis teilte des weiteren mit, die US-Regierung sei von der russischen Regierung über die Konvois „informiert“ worden, aber nicht selbst daran beteiligt.

Inzwischen sind in sozialen Medien Fotos aufgetaucht, die zeigen, dass sich von Osten her auch US-Militärfahrzeuge der Stadt Manbidsch nähern.

Am Samstag hat das US-Militär bestätigt, dass es seine Präsenz in und um Manbisch „verstärkt“ habe, um Auseinandersetzungen zu verhindern, die Ordnung zu bewahren und sicherzustellen, dass sich die YPG nicht in der Stadt festsetzen. Vor allem geht es aber darum, zu verhindern, dass sich zwei Mitglieder der US-geführten Koalition – die Türken und die syrischen Kurden – gegenseitig bekämpfen.

Koalitionssprecher Col. (Oberst) John L. Dorrian hat auf seinem Twitter Account gepostet, man habe diese Maßnahme ergriffen, um Konflikte zwischen Koalitionspartnern zu verhindern und sie auch weiterhin zur gemeinsamen Bekämpfung des IS oder ISIS zu verpflichten.

Die USA und Russland haben es also gemeinsam geschafft, einen zusätzlichen Konflikt in dem (angeblichen) Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern, in dem sie bisher Gegner waren. Trump hat   wiederholt   gefordert,   beide   Mächte   sollten   bei der Bekämpfung des IS   zusammenarbeiten, und angedeutet, dass ihn die Zukunft des von Russland unterstützten syrischen Präsidenten Assad dabei weniger interessiere.

Das Pentagon missbilligt zwar eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland, aber US-Offizielle sind ziemlich glücklich über die Pufferzone, die Syrien und und Russland jetzt   zwischen Türken und Kurden bilden wollen – ebenso über die Aussicht, dass syrische Regierungstruppen auch in Manbidsch einziehen. Damit würde nämlich nicht nur verhindert, dass türkische Truppen mit ihren syrischen Verbündeten, die überwiegend Dschihadisten sind und Assad bekämpfen, die Stadt besetzen; auch die restlichen YPG-Kämpfer würden hinter den Euphrat zurückgetrieben.

Obwohl   die   Türken   bisher   nur   syrische   Rebellen   unterstützt   haben,   die   gegen   Assad kämpften, hatten sie nie direkten Kontakt zu syrischen Regierungstruppen, und die USA sähen es auch viel lieber, wenn Manbidsch von syrischen Regierungstruppen und nicht von Kurden verwaltet würde. Es besteht die Hoffnung, dass Moskau, das gerade seine Beziehungen zur Türkei verbessert, Erdogan zum Rückzug (aus Syrien) veranlassen kann.

Die USA wollen keinesfalls eine neue Front bei und neue Kämpfe um Manbidsch, weil dafür Truppen und Ressourcen vom Sturm auf Raqqa abgezogen werden müssten. Da die IS-Hochburg Raqqa auch als Planungszentrum für IS-Terroranschläge in anderen Ländern anzusehen ist, wird ihre Eroberung für vordringlich gehalten, besonders deshalb, weil die Offensive ursprünglich schon im Februar beginnen sollte.

In seinen letzten Tagen im Amt genehmigte der scheidende Präsident Barack Obama die Entsendung von zwei bis drei Apache-Kampfhubschraubern in das syrische Kampfgebiet, überließ die Entscheidung über Waffenlieferungen an die zu den SDF gehörenden Kurden aber seinem Nachfolger. Anstatt die bereits bestehenden Planungen umzusetzen, wies Trump das Pentagon Ende Januar an, bis Ende Februar neue Optionen zu entwickeln.

[Weitere Infos dazu s. unter      https://www.washingtonpost.com/world/national-security/obamas-white-house-worked-for-months-on-a-plan-to-seize-raqqa-trumps-team-deemed-it-hopelessly-inadequate/2017/02/02/116310fa-e71a-11e6-80c2-30e57e57e05d_story.html?tid=a_inl&utm_term=.a72d5ee15183      .]

Da als Alternative nur die Entsendung von mehr US-Bodentruppen nach Syrien blieb, entschied sich Trumps Verteidigungsminister Jim Mattis dann aber doch dafür, den bereits unter Obama entwickelten Plan zur Eroberung Raqqas mit leichten Korrekturen zu übernehmen. Die vereinigten, aus syrischen Arabern und Kurden bestehenden SDF zählen inzwischen mehr als 50.000 Kämpfer und sind nur noch weniger als 6 Meilen (10 km) von den Außenbezirken Raqqas entfernt. Ihre Vorbereitung auf die Erstürmung Raqqas soll in wenigen Wochen abgeschlossen sein.

Wenn die türkische Armee weiterhin versuchen sollte, Richtung Raqqa vorzudringen, wird sie sehr schwieriges Gelände vorfinden. Deshalb hofft man in den USA, den Angriff auf die Stadt auf jeden Fall noch vor dem Eintreffen der Türken in Gang setzen zu können.

Der modifizierte Pentagon-Plan sieht jetzt den Einsatz von mehr US-Soldaten mit schwereren Waffen und weniger Einschränkungen vor. Wie in den Kämpfen um das irakische Mossul sollen auch bei der Erstürmung der syrischen Stadt Raqqa   US-Kampfjets und US-Kampfhubschrauber die angreifenden Bodentruppen unterstützen. Zusätzlich ist geplant, US-Artillerie nach Syrien zu verlegen, die Raqqa aus der Ferne beschießen soll. Außerdem sollen die US-Spezialkräfte verstärkt und besser bewaffnet werden und näher an der Frontlinie operieren.

Die gesamten SDF – also die Araber und die Kurden – sollen bessere Waffen, mehr Fahrzeuge und sonstige Ausrüstung erhalten, damit sie die um die Stadt angelegten Minenfelder räumen und die improvisierten Sprengfallen entschärfen können.

Trump hat das Pentagon angewiesen, die von Obama zum Schutz der Zivilbevölkerung angeordneten sehr strengen Einsatzregeln, die teilweise sogar über die Vorschriften des Kriegsvölkerrechts hinausgingen, zu überprüfen. Es ist nicht bekannt, ob von Obama angeordnete Einsatzregeln aufgehoben wurden.

Liz Sly hat aus Beirut berichtet. Zakaria Zakaria in Istanbul und Heba Habib in Stockholm haben zu diesem Bericht beigetragen.

Karen DeYoung ist Mitherausgeberin der Washington Post und erste Korrespondentin für Fragen der Nationalen Sicherheit.

Liz Sly ist Leiterin des Büros der Washington Post in Beirut. Sie berichtet seit über 15 Jahren über den Mittleren Osten – zum Beispiel über den Irak-Krieg – ebenso über Afrika, China und Afghanistan.

(LP-Anmerkung: Es sei noch einmal daran erinnert, dass Soldaten aus Russland die einzigen ausländischen Truppen sind, die sich legal, nämlich aufgrund eines offiziellen Hilfeersuchens der syrischen Regierung, in Syrien aufhalten, wie unter  http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP19615_211015.pdf  nachzulesen   ist.   Alle   Interventionen   der US-geführten Koalition in Syrien sind hingegen völkerrechtswidrig, weil sie ohne Einverständnis der syrischen Regierung erfolgen. Auch die Beteiligung der Bundeswehr an solchen Interventionen ist völkerrechts- und verfassungswidrig, wie unter   http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP22115_061215.pdf   nachgewiesen wurde. Deshalb sind auch die   unter   Obama   erarbeiteten   und   unter   Trump   modifizierten   Pentagon-Pläne   zur
Rückeroberung Raqqas völkerrechtswidrig, weil sie die Souveränität und die territoriale Integrität Syriens missachten. Dieser grundlegende Sachverhalt ändert sich auch nicht dadurch, dass die Trump-Regierung nun offensichtlich eine partielle Zusammenarbeit mit syrischen und russischen Regierungstruppen anstrebt, was natürlich zu begrüßen ist.

Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in runden Klammern versehen. Der Link in eckigen Klammern war bereits im Originaltext enthalten.)

https://www.washingtonpost.com/world/national-security/pentagon-plan-to-seize-raqqa-calls-for-significant-increase-in-us-participation/2017/03/04/d3205386-00f3-11e7-8f41-ea6ed597e4ca_story.html?utm_term=.e6a48e0d3694

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP04717_240317.pdf

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Die vom Pentagon geplante Rückeroberung der IS-Hochburg Raqqa in Syrien ist nur mit einer stärkeren Beteiligung der US-Streitkräfte möglich

  1. „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“

    – Prof. Dr. Max Horkheimer, Verfolgter des Hitler-Faschismus, der den Kapitalismus am meisten stützte.

    Im imperialistischen Endstadium des Kapitalismus benötigt die private Kreditausweitung ständig neue Anlagemöglichkeiten, von denen derzeit die meisten außerhalb des räuberischen Zugriffs in Russland sind. Diese als glaubwürdige Anspruchszertifikate an der Börse verkaufen zu können, genügt vielleicht schon. Also „mit dem Fell des Bären handeln“, bevor er „erlegt ist“. So bleibt am Ende als einzige Wahlmöglichkeit zum Zusammenbruch der kapitalistischen Überbewertungsspekulation nur der zur„Verteidigung“ umgelogene Aggressionskrieg[1]. Dazu für die Öffentlichkeit bereitgehaltene Akzeptanzbeschaffung[2], der „Wir sind die Guten“-Glaube muss unbedingt gewahrt bleiben: „Good cop/bad cop“, „Guter Präsident/böser Präsident“, also gleichzeitig, jedoch wechselnd betont, „gerechter Krieg“ als „Zivilistenschützen“ oder für „Sicherheit“[3]. Wie der „War on Terror“-Imperialismus betrieben wird:

    [1] „Der Krieg ist die großzügigste und wirkungsvollste Reinigungskrise zur Beseitigung der Überinvestition, die es gibt. Er eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien, wesentlich rascher und durchgreifender als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist … der Krieg das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.”

    – Ernst Winkler, Theorie der natürlichen Wirtschaftsordnung, Heidelberg 1952, S. 125

    [2] „Als Nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“

    – Mark Twain

    Zehn Regeln der Kriegspropaganda:

    1. Wir wollen den Krieg nicht.
    2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung.
    3. Das Staatsoberhaupt des Gegners hat dämonische Züge („der Teufel vom Dienst“).
    4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
    5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
    6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen.
    7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
    8. Angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
    9. Unsere Mission ist heilig.
    10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Ponsonby,_1._Baron_Ponsonby_of_Shulbrede#L.C3.BCge_in_Kriegszeiten_.281928.29

    [3] „Der Faschismus ist als Geschichte bewahrt, als flackernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Kriminalität schrecklich und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns dazu drängen nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die immer schneller wachsende Gefahr einer zeitgemäßen Form des Faschismus unterdrückt – weil es ihr Faschismus ist.“

    – John Pilger, journalistischer Aufklärer über Washingtons Kriegsverbrechen u. a. in Vietnam, Warum der Aufstieg des Faschismus wieder das Problem ist, 2015 http://johnpilger.com/articles/why-the-rise-of-fascism-is-again-the-issue

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    Verfasst von tag heute | 26. März 2017, 20:51
  2. aha,…. so so,…… eine Rückeroberung mit dem Ami? da bin ich glatt etwas irritiert! auf der einen Seite bekämpft die ganze Welt den IS den der Israeli ausbildet, der Türke im Krankenhaus versorgt, und der vom Ami ja in die Welt gerufen wurde, den der Russe erfolgreich bekämpft. da wollen die mit dem Ami eine Rückeroberung? blickt denn da noch eine Sau durch?

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    Verfasst von reiner tiroch | 26. März 2017, 9:48

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