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Ausland, Nordamerika

Amerikas Liebesaffäre mit salafistischen Dschihadisten

von Rania Khalek – http://freiesicht.org

Bild: Präsident Reagan trifft sich 1983 mit einer Delegation afghanischerMudschaheddin im Oval Office. Im Zuge

Entgegen der weitverbreiteten Mediendarstellung, wurde der Mittlere Osten nicht immer von rückständigem Fundamentalismus heimgesucht. Salafistische dschihadistische Gruppen wie Al Kaida waren in der Region nicht beliebt. Sie sind es nach wie vor nicht. Sie wurden den Menschen gewaltsam aufgebürdet, dieses zu großem Teil aufgrund von Aktionen der USA, die ein seit langer Zeit bestehendes Muster der Unterstützung von religiösen Fundamentalisten, um ihre geopolitischen Ambitionen voranzutreiben, verfolgt.

Schon in den 1950er Jahren verbündete sich die CIA mit der Moslembruderschaft, unterstützte dann Saudi Arabien, um den säkularen arabischen Nationalismus und Kommunismus zu schwächen.

Die bedeutendsten Kapitel der US-Islamismus-Liebesaffäre kamen in den 1980er Jahren, als die USA die Mudjahidin mit Waffen ausrüstete, um die Sowjetunion in Afghanistan bluten zu lassen. Das war die größte und langwierigste Geheimoperation in der US Geschichte. Menschen wie Gulbuddin Hekmatyar, ein Partner von Osama bin Laden, der durch das Verspritzen von Säure in die Gesichter unverschleierter Schulmädchen in der Universität von Kabul, Berühmtheit erlangte, waren die Hauptempfänger von CIA-Geldern.

Nach dem Fall der Sowjetunion verwandelten sich die, von den Amerikanern bewaffneten, Mudjahidingruppen in Al Kaida und die Taliban. Nicht viel später führte Al Kaida einen Anschlag aus, der 3.000 Menschen in New York tötete; und unter Berufung hierauf wurden seither nicht endende Kriege und die Einschränkung von Bürgerrechten gerechtfertigt. (Afghanistan, wo die USA weiterhin Krieg führt, bleibt der weltweit zweitgrößte Erzeuger von Flüchtlingen.)

Die USA spielten in den letzten sechs Jahren ein ähnlich schmutziges Spiel in Syrien. Indem bewusst, mit Al Kaida verbundene Rebellengruppen mit Waffen vorsorgt wurden, um die syrische Regierung zu schwächen, erzeugt die USA die weltgrößte Flüchtlingskrise seit dem 2. Weltkrieg, welche das Wiederaufleben der Rechtsextremen im Westen befeuerte und Trump zum Wahlsieg verhalf.

Im September, während einer nicht-öffentlichen Zusammenkunft im Außenministerium, äußerte ich mein Missfallen daran, dass die USA es Saudi Arabien erlaubt ihre giftige wahabitische Ideologie zu verbreiten, welche weltweit als primäre Inspiration für salafistische, dschihadistische Gruppierungen, wie Al Kaida und ISIS dient. Noch bevor ich meine Ausführungen abschließen konnte, unterbrach mich ein ranghoher Beamter des Departments für Angelegenheiten des Nahen Ostens und verteidigte die Saudis.

„Saudi Arabien exportiert keinen Terrorismus, sie exportieren Religion und wir können nicht in das Geschäft der Kontrolle von Religion einsteigen. Es ist eine Angelegenheit der freien Meinungsäußerung,“ sagte der Beamte. „Die Saudis sind ein sehr wichtiger geostrategischer Verbündeter. Und sie ändern sich. Sie haben hart daran gearbeitet, ihre Schulbücher zu reformieren,“ fügt der Beamte hinzu.

Der Beamte brachte dann das Thema der dschihadistischen Schulbücher auf, die 1980 von den USA gedruckt und an afghanische Schulkinder in Flüchtlingslagern in Pakistan verteilt wurden. Die Schulbücher forderten zu Gewalt gegen Ungläubige, Kommunisten und die Sowjetunion, im Namen des Islam, auf und halfen eine ganze Generation zu prägen. Diese von den USA gedruckten Lehrbücher, kann man heute noch in Taliban-geführten Schulen finden.

Der hochrangige Beamte des Außenministeriums bestand darauf, dass es sich letztendlich „gelohnt“ hat sie zu drucken, weil „wir die Sowjetunion losgeworden sind.“

Die Reaktion des Beamten enthielt Anklänge an den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater der USA, Zbigniew Brzezinski, einen der Architekten der US Politik afghanische Mudjahidin zu bewaffnen. 1998 befragt, ob er es bedauere den islamischen Fundamentalismus unterstützt zu haben, antwortete Brzezinski, „Was ist das Wichtigste für die Weltgeschichte? Die Taliban oder der Kollaps des Sowjetimperiums? Ein paar aufgebrachte Moslems oder die Befreiung Zentraleuropas und das Ende des kalten Kriegs?“

Diese Denkweise dominiert auch weiterhin die Haltung des außenpolitischen Establishments in der Region, mit immer schrecklicheren Folgen.

Übersetzt aus dem Englischen für Freiesicht.org

Quelle:

First published on Rania’s website, https://raniakhalek.com.

http://freiesicht.org/2017/rania-khalek-amerikas-liebesaffaere-mit-salafistischen-dschihadisten/

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