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Ausland, Lateinamerika

An die Menschen in Kuba: Bereitet Washington einen „sanften Putsch“ vor? Die Kooptation(1) von kubanischen Intellektuellen

von Prof. Michel Chossudovsky – http://freiesicht.org

Folgender Artikel erschien am 6. März’17 bei globalresarch.ca und richtet sich an die Menschen in Kuba, ist aber für alle von uns, die sich um den Fortbestand des Sozialismus in Kuba, den Erhalt der Errungenschaften der kubanischen Revolution sorgen, interessant.

An die Menschen in Kuba:

Die Kubanische Revolution stellt einen fundamentalen Meilenstein in der Geschichte der Humanität dar, der die Legitimität des globalen Kapitalismus in Frage stellt. In allen bedeutenden Regionen der Welt wurde die kubanische Revolution eine Quelle der Inspiration im anhaltenden Kampf gegen neo-koloniale Herrschaft und US Imperialismus.

Die Welt steht an einem kritischen Scheideweg. An diesem Knotenpunkt der Geschichte sind die meisten „echten“ wirklich progressiven Bewegungen in Richtung Sozialismus durch US-NATO geführte Kriege, militärische Interventionen, Destabilisierungskampagnen, Regimewechsel, Staatsstreiche und „sanfte“ Putsche zerstört worden.

Progressive Bewegungen wie auch die „Linke“ in West Europa und den USA wurden zu großen Teilen kooptiert, häufig finanziert durch Unternehmensstiftungen der Wirtschaftseliten.

Das sozialistische Projekt in Kuba behauptet sich trotz der US Wirtschaftsblockade, CIA Geheimdienstoperationen und dreckiger Politik.

Während das Vermächtnis von Fidel Castro weiterlebt, sollten wir uns keinen Illusionen hingeben; Washingtons Intention ist es, nicht nur die kubanische Revolution zu zerstören, es strebt die Ausradierung der Geschichte des Sozialismus an.

Washington’s teuflischer Plan

Es gibt Anzeichen, dass derzeit ein „Regimewechsel“ in Kuba durch politische Entscheidungsträger in Washington beabsichtigt ist. Die Trump Regierung zeigt sich diesbezüglich kategorisch. Die Auswirkungen werden überall in Latein-Amerika zu spüren sein.

Während der Wahlkampagne „verpflichtete Trump sich, Obamas präsiale Verfügung mit dem Titel ‚United States-Kuba Normalisierung‘ (eine 12-seitige Verordnung, mit der offiziellen Bezeichnung ‚PPD-43‘) rückgängig zu machen“ (The Nation, Oktober 2017). Seit Trumps Amtsantritt ist diesbezüglich keine anschließende Erklärung erfolgt.

Von Bedeutung ist Trumps Ernennung von Dr. Judy Shelton zur Leiterin der „National Endowment for Democracy (NED)“, eine Denkfabrik und Förderorganisation abzielend auf Regimewechsel. Als ehemalige Vizepräsidentin von NED, war Shelton „direkt involviert in US-gestützte Subversion in Kuba, als Teil der jahrzehntelangen Versuche die Regierung in Havanna zu stürzen und US-Hegemonie in der Karibik auszuweiten sowie dieser Legitimität zu verleihen“.

Wie auch immer die Absichten der Trump-Regierung bezüglich der USA-Kuba-„Normalisierung“ sein mögen, sie werden in Richtung Wiederherstellung des Kapitalismus durch Aktionen von Volksverhetzung, Infiltration usw. kombiniert mit der Auferlegung von neoliberalen Wirtschaftsreformen, inklusive der „starken Wirtschaftsmedizin“ des IWF gehen. Die grundlegende Frage ist, wie Kuba und die Kubaner unter den gegenwärtigen Umständen auf diese fortlaufenden Bedrohungen reagieren werden.

Wie beabsichtigt Washington diesen Plan auszuführen. Grundsätzlich durch:

1) Maßnahmen, die dazu beitragen die kubanische Wirtschaft und das Finanzwesen zu destabilisieren.

2) Verfahren, die letztlich der Integration der kubanischen Wirtschaft in das Geflecht IWF-Weltbank-WHO dienlich sind, inklusive der Festlegung politischer Auflagen, mit dem Ziel der Demontage der kubanischen Sozialprogramme, wie der Zuteilung von Grundnahrungsmitteln, usw.

3) Um ihre Ziele zu erreichen, haben Washington und deren europäische Verbündete im Laufe der Jahre diverse verdeckte Infiltrations- und Kooptationsmechanismen entwickelt, mit der Absicht Einfluss auf politische Entscheidungsträger, Leiter von Staatsbetrieben sowie Intellektuelle auszuüben. Diesbezüglich hat sich Washington auch auf seine europäischen Partner gestützt, die bilaterale Beziehungen mit Kuba etabliert haben.

Dieser Artikel konzentriert sich hauptsächlich auf die Aktivitäten rechts stehender europäischer Stiftungen, die in die Finanzierung kubanischer Denkfabriken und Forschungsstätten involviert sind.

Das Ziel ist die Kooptation von Forschern, Wissenschaftlern und Intellektuellen. Der Zweck ist es eine „neue Normalität“ aufzubauen, welche als Wegbereiter zur Einführung der Logik des Weltkapitalismus in den kubanischen Sozialismus dient. Während die sozialistische Geschichtserzählung beibehalten wird, ist dieser Prozess letztendlich darauf ausgelegt die kubanische Revolution zu untergraben, um die Tür für wirtschaftliche Deregulierung, ausländische Investitionen und Privatisierung zu öffnen. Die „Akzeptanz“ dieser „neuen Normalität“ durch kubanische Intellektuelle ist essentiell, um das Ziel der Wiederherstellung des Kapitalismus zu erreichen.

Hintergrund: US Interventionismus

In den letzten Jahren haben sich die Modalitäten des US Interventionismus dramatisch verändert: Die Stoßrichtung der US Außenpolitik besteht größtenteils darin souveräne Staaten durch einen „Regimewechsel“ zu destabilisieren. Dieser Vorgang erfolgt durch Destabilisierung der nationalen Wirtschaft, Manipulation nationaler Wahlen, Kooptation von linksgerichteten Intellektuellen, Bestechung von Politikern, Finanzierung von Oppositionsparteien, dem Anzetteln von Gewalt und Protestbewegungen.

In Lateinamerika sind pro-US Militärdiktaturen größtenteils durch pro-US „Demokratien“ ausgetauscht worden. Reihum haben neoliberale Wirtschaftsreformen unter Führung von IWF-Weltbank dazu gedient, die Bevölkerung verarmen zu lassen und somit Bedingungen zu schaffen, die Protest sowie soziale und politische Konflikte begünstigen.

Die Manipulation von Wahlen in Lateinamerika ist gekoppelt mit dem Anzetteln von Protesten und der Kooptation von linken Intellektuellen, finanziert durch US sowie europäische Stiftungen und NGOs mit Beziehungen zu US Geheimdiensten.

Die National Endowment for Democracy (NED), 1983 gegründet, hat neben etlichen weiteren, in den USA ansässigen Stiftungen, die Führung übernommen. Der Auftrag der NED ist die “Förderung von Demokratie und Menschenrechten“ in Entwicklungs-/Schwellenländern.

Die NED ist ein inoffizieller Arm der CIA.

Laut Carl Gershman, ehemaliger NED Präsident: „Es wäre furchtbar für demokratische Gruppen in der ganzen Welt, als gefördert durch die CIA angesehen zu werden….Wir hatten nicht die Möglichkeit das zu tun und deshalb wurde die Stiftung gegründet.“

Mit den Worten des ersten Präsidenten von NED, Alan Weinstein: „Vieles von dem was wir heute tun, wurde vor 25 Jahren verdeckt durch die CIA gemacht“ (Washington Post, September 22, 1991).

Das NED Projekt in Kuba. Eintritt durch die „Hintertür“

Obwohl die NED in Kuba nicht zugelassen ist, finanziert sie trotzdem, indirekt durch Partnerstiftungen und in Florida ansässige Stellvertreter-NGOs, eine große Zahl sogenannter „Demokratieprojekte“. Viele dieser US ansässigen Partnerorganisationen, inklusive der Cuban Democratic Directorate (Directorio), dem Instituto Cubano por la Libertad de Expresion y Prensa,  dem Observatorio Cubano de Derechos Humanos, haben Verbindungen zu US Geheimdiensten. Historisch hat die NED mittels Partnern in der Europäischen Union, die offizielle bilaterale Beziehungen mit Kuba haben, gearbeitet.

In Bezug auf Deutschland haben die Friedrich Ebert Stiftung (SPD), die Heinrich Böll Stiftung (Grüne) und die Hanns Seidel Stiftung (CSU) Verbindungen mit Kuba.

Amerikas Stellvertreter: Die Hanns Seidel Stiftung, Werkzeug der CSU / Bayern

In diesem Essay werde ich mich hauptsächlich auf die Rolle der Hanns Seidel Stiftung fokussieren, mit besonderem Augenmerk auf deren Rolle in Kuba und Venezuela.

Die Hanns Seidel Stiftung (HSS) hat über die bayrische CSU eine direkte Verbindung zur Regierung von Angela Merkel, die in vielerlei Hinsicht als US Stellvertreter angesehen wird. Historisch unterstützt die HSS mit ihren Aktivitäten rechtsgerichteten politischen Interventionismus.

Viele der Aktivitäten der HSS in Entwicklungs-/Schwellenländern sowie in Osteuropa, werden in Partnerschaft mit US Stiftungen, inklusive der NED und der Open Society Fundation ausgeführt. HSS hat weiterhin Verbindungen zu diversen Denkfabriken wie Chatham House (Royal Institute of International Affairs) und dem American Enterprise Institute. Sie ist Gastgeber für Vorträge sowie auch für Ausbildungsprogramme in Kooperation mit der NATO, der EU und der deutschen Regierung.

Die Hanns Seidel Stiftung (HSS) hat in vielen Ländern interveniert, häufig in Zusammenarbeit mit der NED und dem US Außenministerium. Anfang der 1990 Jahre war sie involviert in die sogenannte „Orange Revolution“ in der Ukraine, die Massenarmut und die Destabilisierung der ukrainischen Ökonomie zur Folge hat. In jüngerer Zeit hat die Hanns Seidel Stiftung Verbindungen mit dem derzeitigen Kiev Regime beibehalten, hauptsächlich mit dem Ziel Moskau zu konfrontieren und den Donbass zu destabilisieren.

Die HSS führt über ihr Büro in Washington regelmäßig Beratungsgespräche mit der US Regierung, Denkfabriken und großen Partner Stiftungen. Die CSU und die HSS haben informelle Verbindungen zum deutschen Geheimdienst, dem Bundesnachrichtendienst (BND).

Eine der Hauptaktivitäten der Hanns Seidel Stiftung war die Kooptation von linksgerichteten Intellektuellen und Wissenschaftlern. Dies wurde durch die Finanzierung von politikorientierten Denkfabriken und Forschungsinstituten ausgeführt.

Hanns Seidel in Venezuela

Es ist von Bedeutung, dass die Hanns Seidel Stiftung (HSS) aktiv an der Finanzierung des Oppositionskandidaten Henrique Capriles Radonski, bei den Wahlen in Venezuela 2012, beteiligt war. Ihre Aktivitäten gingen weit über die Unterstützung der Kandidatur von Caprile hinaus. In ihrem vierteljährlichen Bericht, bestätigt die HSS offen ihr Missfallen am Bolivarischen Prozess. Diesbezüglich war die HSS an der Organisation von vielen Anti-Regierungs-Konferenzen beteiligt, hauptsächlich mit dem Ziel der Aufrechterhaltung des Kapitalismus der freien Markwirtschaft (Neoliberalismus) und der Verleumdung der Chavez-Regierung. Die HSS war weiterhin involviert bei der Schaffung von Verbindungen zu rechtsgerichteten Parteien wie Copei und Primera Justicia.

Es lohnt sich darauf hinzuweisen, dass vor mehr als 40 Jahren die Parteien CDU und CSU (der die Hanns Seidel Stiftung angeschlossen ist) in die Bereitstellung von finanzieller Unterstützung der Protagonisten des Militärputsches gegen Präsident Salvador Allende, involviert waren. Und nach dem Putsch versorgten sie das Militärregime von Augusto Pinochet mit wirtschaftlichen Hilfen.

HSS engagiert sich weiterhin in Venezuela und finanziert diverse Projekte. Das unausgesprochene Ziel ist die Destabilisierung der Bolivarischen Regierung.

Hanns Seidel, die CSU in Bayern repräsentierend, ist ebenfalls in die Politik in weiteren lateinamerikanischen Ländern wie Ecuador, Kolumbien, Argentinien und Bolivien verstrickt. In Ecuador kooperiert die CSU mittels Hanns Seidel mit Corporación Autogobierno y Democracia, Fundación Acción y Desarrollo Comunitario (ACDECOM) und diversen anderen Organisationen.

Die Hanns Seidel Stiftung in Kuba

Nun wende ich meine Aufmerksamkeit Kuba zu, mit dem Fokus auf eine konkrete Aktion der Hanns Seidel Stiftung, an der ich persönlich beteiligt war.

Im Oktober 2015 wurde ich eingeladen an einer internationalen Veranstaltung des Centro de Investigaciones de Politica Internacional (CIPI), ein Forschungszentrum und eine dem Außenministerium angeschlossene Denkfabrik, teilzunehmen. Thema der Konferenz war die Analyse des Prozesses der geopolitischen Veränderung, eröffnet durch die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Kuba und den USA.

Die Veranstaltung wurde von der Hanns Seidel Stiftung finanziell unterstützt. Wissenschaftler aus Westeuropa, Lateinamerika, Afrika, den USA und Kanada waren eingeladen.

Einige Wochen nach meiner Teilnahmebestätigung an der Veranstaltung, adressiert an das CIPI, erhielt ich eine Nachricht von der Hanns Seidel Stiftung, in der ich informiert wurde, dass die Konferenz von ihnen unterstützt wird und dass die HSS sämtliche Kosten für mich übernehmen sowie mir ein Honorar zahlen würde. Weiterhin teilte man mir mit, dass man mich bezüglich der Sachverhalte betreffend eines Vertrags kontaktieren werde. Sie forderten mich auch auf ein sogenanntes „propuesta de servicios“ (Angebot für meine Dienste) zu unterbreiten.

Ich war in voller Kenntnis über das Betätigungsfeld der HSS, insbesondere darüber wie sie bei den venezuelanischen Präsidentschaftswahlen 2012 interveniert hatten, um Capriles Radonski zu unterstützen, mit der ultimativen Absicht Hugo Chavez zu unterminieren.

Ich war geschockt über die Tatsache, dass die CIPI, Förderung durch die HSS beantragt hatte. Die Intention der HSS (im Auftrag der bayrischen CSU handelnd), in Verbindung mit ihren Partnerorganisationen in Washington, war es den Sozialismus in Kuba auszuhöhlen. Dies beinhaltete auch die Vereinnahmung von kubanischen Wissenschaftlern und Intellektuellen für die Erwartung eines umfassenden Prozesses der politischen Änderungen.

Ich beantwortete die HSS Einladung mit dem Hinweis, auch an die CIPI Organisatoren, dass ich die Kosten für meine Reise und Unterkunft selber tragen würde und dass ich keinen Grund sehe, finanzielle Unterstützung seitens der HSS zu bekommen. Diese Entscheidung stiftete Verwirrung bei der Bearbeitung meiner Teilnahme an der Konferenz.

Die Konferenz im Oktober 2015

Was geschah: einige sehr gute Beiträge von prominenten kubanischen und lateinamerikanischen Gelehrten und Wissenschaftlern zu einer Vielzahl wichtiger Themen. Aber es gab diverse „schwarze Löcher“ im Programm, zweifellos aufgrund der Tatsache, dass die HSS, verbunden mit der bayrischen CSU, die Veranstaltung finanzierte und dieser ihre Bedingungen auferlegte.

  1. Eine Hauptsession der Konferenz hatte Venezuela zum Thema, mit dem Schwerpunkt auf der Zukunft der bolivarischen Regierung und den historischen Beziehungen zu Kuba.

Nicht ein einziger Teilnehmer aus Venezuela war zu der Konferenz eingeladen worden, somit waren Dialog und Diskussion von kubanischen und venezuelanischen Intellektuellen ausgeschlossen.

Alle Präsentationen über Venezuela waren von kubanischen Gelehrten.

Ohne Zweifel hatte die HSS die Einladung von progressiven venezuelanischen Intellektuellen, die der bolivarischen Revolution verbunden sind, blockiert. Das Thema der Konferenz (Übergang und Normalisierung mit den USA) ist von wesentlicher Bedeutung für beide – Kuba und Venezuela.

Es muss klar sein, dass unter den aktuellen Bedingungen, die Zukunft des kubanischen Sozialismus stark davon abhängt die kubanisch-venezuelanischen Beziehungen, im Kontext der bolivarischen Revolution, beizubehalten und auszubauen.

Die HSS war darauf bedacht einen politischen Dialog und die Debatte zwischen kubanischen und venezuelanischen Intellektuellen zu verhindern. Die Absicht des HSS war es, die seit langem bestehenden Beziehungen zwischen Kuba und der bolivarischen Regierung von Venezuela zu unterminieren und zu schwächen. Paradoxerweise wusste keiner der kubanischen Organisatoren oder Teilnehmer über die schmutzige Politik von Hanns Seidel in Venezuela Bescheid.

Im Gegensatz hierzu nahmen an der Session zu Mexiko vier hervorragende Gelehrte aus Mexiko teil. Es war eine große Delegation von Mexikanern sowie aus anderen lateinamerikanischen Ländern da. Nicht ein einziger Venezuelaner war eingeladen.

  1. Eine Session bezüglich US Außenpolitik fand mit dem israelischen Akademiker Yossi Mekelberg statt. Dieser gehört Chatham House, Royal Institute of International Affairs (GB), einer erzreaktionären britischen Denkfabrik mit Verbindungen zum Washingtoner Council of Foreign Relations, an.

Die Präsentation des israelischen Akademikers lieferte eine verzerrte, tendenziöse Auslegung über das Geschehen in Syrien und Palästina. Der von den USA angezettelte terroristische Aufruhr in Syrien wurde salopp als „Bürgerkrieg“ beschrieben, Palästinenser als Terroristen bezeichnet und Präsident Bashar al Assat wurde beschuldigt seine eigenen Leute zu töten, alles auf ziemlich gleiche Weise wie in den kommerziellen US-UK-Medien. Gemäß Mekelberg „eifert ISIS den Palästinensern nach“.(siehe Newsweek*) Die kubanischen Gelehrten, die an dieser Veranstaltung teilnahmen, machten sich nicht die Mühe hierauf zu reagieren bzw. ihre Geringschätzung zu bekunden.

Die Frage ist, warum sollte so ein Individuum (Chatham House angehörig, das zionistische Regime in Tel Aviv unterstützend) eingeladen werden in das sozialistische Kuba, von einem Forschungszentrum, das mit Kubas Außenministerium assoziiert ist?

Kuba hat historisch Solidarität mit Palästina bekundet, wie auch mit dem Kampf der Menschen in Syrien und im Irak, die gegenwärtig das Ziel der militärischen Aggression von US-NATO sind.

Warum haben sie nicht einen engagierten sozialistischen Gelehrten aus Palästina eingeladen, um US Außenpolitik zu diskutieren? War dies eine Bedingung seitens der bayrischen CSU via HSS?

  1. Eine weitere Session hatte die Ukraine zum Fokus. Unter den Teilnehmern war der Präsident des in Wien ansässigen Internationalen Institut für Frieden, Prof. Hannes Swoboda, der ein ehemaliges Mitglied des E.U. Parlaments ist. Swoboda unterstrich seine Unterstützung für die gegen Russland gerichtete US-NATO in Osteuropa sowie seine Befürwortung des Maidan Kiev Regimes der Ukraine (welches zwei Neo-Nazi-Parteien integriert). Seitens der kubanischen Intellektuellen, die an der Veranstaltung teilnahmen, gab es hierauf keinerlei Reaktion.

Auf dass wir nicht vergessen, die kubanische Regierung hat ihre Solidarität mit den Menschen des Donbass und der Krim bekundet. Im Gegenzug bekundeten die Menschen des Donbass ihre Solidarität mit Kuba und der Lehre von Fidel Castro. Aber das war kein Diskussionsthema bei der CIPI Konferenz.

Mit den Worten von Fidel Castro: „Kuba, das immer solidarisch mit den Menschen der Ukraine war, und in den schweren Tagen der Tschernobyl-Tragödie medizinische Hilfe für viele Kinder, die durch die radioaktive Strahlung des Unfalls erkrankt waren, leistete, und immer Willens ist dies weiterhin zu tun, kann es nicht unterlassen unsere Ablehnung der anti-russischen, anti-ukrainischen Aktionen und der pro-imperialistischen (Kiev) Regierung auszudrücken. „(14. Juli 2014)

Hannes Swoboda, eingeladen nach Kuba von der CIPI ist (Fidel Castro zitierend) „anti-russisch, anti-ukrainisch und pro-imperialistisch“. Als Mitglied des EU Parlaments initiierte er (zusammen mit einigen anderen Parlamentsmitgliedern) das anti-russische pro-NATO Vorgehen im europäischen Parlament, mit dem Ruf nach Unterstützung des rechtswidrigen Kiev Regimes, eingebunden in zwei Neo-Nazi-Parteien.

Abschließende Bemerkungen, das Vermächtnis von Fidel Castro

Es ist meine aufrichtige Hoffnung, dass das was ich in diesem Artikel dargelegt habe, Diskussionsthema in Kuba sein wird.

Die kubanische Regierung hat sich der Wahrung der Errungenschaften der kubanischen Revolution verpflichtet. Unter den derzeitigen Umständen ist das keine einfache Aufgabe. Wie in der Einführung umschrieben, ist Washington nicht nur darauf aus, die kubanische Revolution zu zerstören, es strebt die Ausradierung der sozialistischen Geschichte an.

Die Intention westlicher Stiftungen, direkt oder indirekt im Auftrag Washingtons operierend, ist es die kubanische Bevölkerung zu spalten, durch Infiltration und Kooptation, mit dem ultimativen Ziel der Wiederherstellung des Kapitalismus.

Die Mechanismen der Kooptation werden durch das duale Währungssystem in Kuba erleichtert, welches der HSS und anderen europäischen Stiftungen erlaubt Zahlungen an kubanische Denkfabriken und wissenschaftliche Institute in CUC (konvertible Währung) zu machen.

Eine zunehmende „Dollarisierung“ der Einzelhandelspreise (durch den CUC), fördert Verarmung und soziale Ungleichheit.

Die Kubaner sind sich dieser entfaltenden Krise sehr bewusst: Menschen, die ihr Einkommen in CUC verdienen, haben Kaufkraft gewonnen. Im Gegensatz dazu sind jene, deren Einkünfte zum Großteil aus nicht konvertierbaren Kubanischen Pesos bestehen, aus der CUC Konsumökonomie ausgeschlossen.

Washingtons weitangelegte Absicht ist es Maßnahmen zu implementieren, die zur Destabilisierung der kubanischen Wirtschaft und des Währungssystems beitragen, nämlich Kuba in die „dollarisierte“ Weltwirtschaft zu reintegrieren.

Washington fasst weiterhin Vorgehensweisen zur letztendlichen Eingliederung der kubanischen Wirtschaft in das Geflecht von IWF-Weltbank-WHO ins Auge; inklusive der Festlegung politischer Auflagen mit dem Ziel der Demontage der kubanischen Sozialprogramme, wie der Zuteilung von Grundnahrungsmitteln, usw.

Es ist unbedingt notwendig diese Initiativen zu stoppen. Debatten und Diskussionen zu den Methoden den „Kapitalismus als Norm“ aufzubauen, sind von entscheidender Bedeutung, in Kuba und international.

Ein revolutionäres Narrativ wird nicht per se Fidels Vermächtnis aufrechterhalten, außer es wird gestützt durch konkrete Maßnahmen und sorgsam gestaltete Politik.

Die Vorgehensweise zur Wiederherstellung des Kapitalismus und die diversen Formen der politischen Einmischung und sozialen Beeinflussung, müssen eindringlich angesprochen werden.

Der Kampf gegen Krieg und Neoliberalismus muss sich durchsetzen.

Für den Untergang von Neoliberalismus und Militarisierung, die das Leben der Menschen zerstören.

Für die gänzliche Kriminalisierung von Amerikas imperialen Kriegen.

Für eine Welt der sozialen Gerechtigkeit, mit der echten Verantwortung unsere Mitmenschen zu schützen.

Lang lebe Fidel Castro Ruz!

*http://europe.newsweek.com/netanyahu-ramming-atttacks-isis-palestinians-inspired-541097?rm=eu

Übersetzt aus dem englischen für freiesicht.org

(1) Anmerkung des Übersetzers: unter Kooptation versteht man “Einbindung durch Teilhabe“; Kooptation kann als Mittel zur “Unterwanderung“ einer Organisation eingesetzt werden. Das englische Wort “co-optation“ wird auch mit dem, der Nazi-Terminologie entstammenden Begriff “Gleichschaltung“ übersetzt.

Quelle:

http://www.globalresearch.ca/to-the-people-of-cuba-the-co-optation-of-cuban-intellectuals-is-washington-preparing-a-soft-coup/5557714

http://freiesicht.org/2017/597/

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