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Kultur, Satire

Fehlende Freund/Feind-Schaltung an deutschen Waffen entsetzt die Bundesregierung

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

Bad Ballerburg: Damit hat im Leben niemand rechnen können, dass ausgerechnet deutsche Waffen nunmehr zum Töten verwendet werden. Die Bundesregierung ist maßlos enttäuscht. Der kleine dicke Wirtschafts-Mini(ster)-Siggi ist froh, dass er in dem Resort nicht mehr Rede und Antwort stehen muss. In speziellen Fällen kann es gar vorkommen, dass deutsche Waffen zur Schaffung von Frieden einfach so den Besitzer wechseln. Und wenn sie die Waffen schon mal teuer verhökern, dann meisten mit der Auflage, damit definitiv niemanden zu töten. Bestens sogar noch, die Gewehre niemals zu benutzen.

Jetzt ist mit einem Mal alles ganz anders. Die tapferen Kurden, die noch 2014 mit deutschem Mordgerät die Jesiden vor dem IS gerettet haben, machen jetzt angeblich die geretteten Jesiden zur Zielscheibe, wenn sie mit deutschen Schießgewehren vom Typ G3 und G36 hantieren. Man muss doch die Jesiden nicht aufwendig retten, nur damit die Retter sie dann Jahre später erschießen? Die erste Lehre daraus dürfte sein, dass die Bundesregierung aufgrund einer gewissen Umsatzgeilheit zu einer chronischen Lernresistenz neigt. Das klappte in Afghanistan noch besser. Da lieferte man während der Anwesenheit der Bundes nur Holzgewehre, siehe Bild. Das minimierte die Gefahr enorm, dass Bundeswehrsoldaten mittels deutscher Waffen zu Schaden kommen.

An dieser Stelle wird über das entsetzliche Vorkommnis berichtet: Irak ♦︎ Kurdenmiliz kämpft offenbar mit deutschen Waffen gegen Jesiden [SpeiGel]. Wir warten stündlich auf eine Erklärung der Bundesregierung, wonach der Fehler bei Heckler & Koch liegt, weil die es versäumt haben, eine aus Deutschland bedienbare Freund/Feindschaltung an den Gewehren zu verbauen. Eine Sicherung, die es erlaubt hätte, die Waffen nur für uns genehme und gerechte Ziele freizuschalten.

Was soll man da noch sagen. Irgendwie saudumm gelaufen. Leider lässt sich auch die Lernresistenz der Bundesregierung nicht einfach so abschalten. Uralten Weisheiten zu folgen ist auch nicht Sache der Bundesregierung. Es ist amtsbekannt, dass ausgerechnet leichtere Waffen schnell mal den Besitzer wechseln. Noch schneller allerdings wechseln deren Besitzer ihre Gesinnung und Feindbilder. Genau dafür scheint dieses Vorkommnis ein exquisiter Beleg zu sein. Ob die geheuchelte Empörung der Bundesregierung die Kurden bei ihren Schießübungen auf die Jesiden läutern wird? Das darf ernstlich in Zweifel gezogen werden.

Heikle Probleme erfordern pfiffige Lösungen

Fehlende Freund/Feind-Schaltung an deutschen Waffen entsetzt die BundesregierungUm die Sache nicht gänzlich ausufern zu lassen, könnte man vielleicht unter der Hand fix noch ein paar Container Kalaschnikows an die Kurden nachliefern. Dies eindeutig verbunden mit der Auflage, wenn schon auf Jesiden geballert wird, dann bitte ausschließlich mit Kalaschnikows. Hier eine Werbung zu dem tollen Gerät. Erstens kommt Deutschland dann nicht in Verruf und man kann auch Russland für derlei schändliches Treiben sogleich noch eine Nummer härter sanktionieren. Schließlich ist es eine Frechheit mit Kalaschnikows auf eine nahezu wehrlose Gruppe von Jesiden zu feuern. Das hätten die Russen als Hersteller dieser Waffen definitiv unterbinden müssen.

Gibt es denn aus diesem Vorgang überhaupt irgendetwas zu lernen? Ja sicher doch! Dass Waffenlieferungen als auch Profit die höchste Priorität genießen, weil es sich dabei immer nur um einzigartige Gelegenheiten handelt. Menschenleben lassen sich mit den Waffen irgendwie nicht wirklich retten. Das ist ein Ammenmärchen. Meist kommt wohl genau das Gegenteil dabei heraus. Anders als die Profite sind die Menschen ein natürlich nachwachsender Rohstoff, der sich ganz von alleine wieder vermehrt. Es braucht dazu lediglich ein wenig Zeit und Ruhe. Deshalb werden Begleitumstände, wie in diesem Fall dargestellt, als weniger dramatisch erachtet, als ein Gewinnverfall bei den Rüstungskonzernen. Das wird jeder klar denkende Mensch sofort verstehen und auch akzeptieren. Deshalb wird es auch bei dieser (Rand)Notiz bleiben und nichts weiter danach aufstehen. Man muss halt die Prioritäten kennen und wissen das alles menschliche dazu geheuchelt ist.

https://qpress.de/2017/03/06/fehlende-freundfeind-schaltung-an-deutschen-waffen-entsetzt-die-bundesregierung/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Fehlende Freund/Feind-Schaltung an deutschen Waffen entsetzt die Bundesregierung

  1. ach neee,……. damit konnte keiner rechnen? kann das keiner? lol. ist es denn nicht klar, wenn unsere Waffen ohne Ende in die Welt verkauft werden, dass es da Tote gibt? was für ne Verarschung, gell?

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    Verfasst von reiner tiroch | 7. März 2017, 9:42

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