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Ausland, Naher Osten

Kampf gegen ISIS geht trotz türkischer Störungen erfolgreich weiter

wassereuphrat

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Trotz anhaltender Störungen durch Proxy-Kräfte der Türkei setzten die syrische und irakische Armee sowie ihre Partner auch am heutigen Sonntag den Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS erfolgreich fort.

Im Irak sind die irakische Armee und Anti-Terror-Kräfte des Innenministeriums weiter von Süden und Südwesten in Richtung des Zentrums von Mossul vorgerückt und befinden sich nun nur noch wenige Hundert Meter von den Regierungsgebäuden nahe der Altstadt entfernt. Auf nachfolgender Karte von gestern sind die heutigen Erfolge aufwärts entlang des Tigris Richtung Altstadt und im Südwesten von Mossul noch nicht verzeichnet, aber auch da wird klar, dass die irakische Armee und ihre Partner nach Ost-Mossul inzwischen auch fast die Hälfte von West-Mossul eingenommen haben.

Ein Grund für den recht schnellen Vormarsch der irakischen Armee und ihrer Partner ist, dass die Terrorgruppe ISIS in Mossul durch einen im Großen und Ganzen von schiitisch geprägten Volksmobilisierungskräften (PMU) errichteten Doppelblock vom Nachschub abgeschnitten ist: zum Einen wurde eine dünne Sperre zwischen Mossul und der ISIS-Hochburg Tel Afar errichtet, und zum Anderen wurde der ganze Komplex Mossul-Tel Afar noch einmal von PMU und kurdischen Kräften mit einer Blockade belegt.

Wo der Kampf gegen ISIS in Mossul gut vorangeht, hat Massud Barzani, der Chef des von der Türkei und anderen NATO-Staaten unterstützten kurdischen Regionalregimes, nach einem Türkei-Besuch seine Peshmerga-Milizen eine neue Offensive starten lassen, und zwar westlich von Mossul nahe der syrischen Grenze gegen die Jesidischen Widerstandeseinheiten (YBS), an denen der Türkei nicht passt, dass sie Abdullah Öcalan in Ehren halten, nachdem seine Anhänger – anders als Barzanis Peshmerga – den Jesiden 2014 im Angesicht des an ihnen verbrochenen Genozids durch ISIS zu Hilfe geeilt waren. Während die Jesidischen Widerstandeseinheiten im Süden von West-Sinjar die Front gegen ISIS halten, haben als „Peshmerga von Rojava“ bekannte exil-syrische Kräfte unter dem Kommando von Barzani in den letzten Tagen nicht etwa ISIS attackiert.

Stattdessen sind die Peshmerga-Einheiten von Barzani den Jesidischen Widerstandeseinheiten von Osten her kommend mit einem blutigen Versuch der Eroberung der unter Kontrolle der Jesidischen Widerstandeseinheiten stehenden Ortschaft Khana Sor in den Rücken gefallen. Kurdischen Angaben zufolge haben Barzanis Peshmerga-Schergen bei ihrer mörderischen Attacke auf die jesidischen Selbstverteidigungskräfte auch deutsche Waffen wie das Allschutz-Transport-Fahrzeug Dingo verwendet, die Barzani vom deutschen Regime unter dem Vorwand der Unterstützung des Kampfes gegen ISIS geschenkt bekommen hatte.

Nach dem ISIS-Genozid werden nun also, so wie es aussieht, sich selbst verteidigende Jesiden im Irak mit eben jenen deutschen Waffen ermordet, die die deutsche Flintenuschi dem irakisch-kurdischen Warlord Barzani unter dem Vorwand gegeben hatte, dass sie dazu dienen sollen, die weitere Ermordung von Jesiden zu verhindern. Kurdische Peshmerga, die sich geweigert haben, den Befehl zur Attacke auf ihre jesidisch-kurdischen Brüder und Schwester zu befolgen, hat der Warlord Barzani Berichten zufolge verhaften lassen und an seine türkischen Befehlsgeber ausgeliefert. Während der türkische Regierungschef erklärt, Barzani habe ihm versprochen, dass Sinjar kein zweites Qandil wird, ist der US-Sonderbeauftragte für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, Brett H. McGurk, ist unterdessen damit beschäftigt, zu versuchen, Barzani von weiteren Attacken auf die YBS abzuhalten.

Einige Hundert Kilometer weiter westlich, im Nordosten der syrischen Provinz Aleppo, verüben Proxy-Kräfte der Türkei nach wie vor westlich der Stadt Manbij Angriffe auf die von den USA und Russland im Kampf gegen ISIS unterstützten Kräfte der SDF. Die von der Türkei unterstützten Jihadisten brüsten sich mit ihren Agriffen öffentlich:

Und auch da ist der Grund für die Attacken, dass es der Türkei nicht passt, dass sie den in der Türkei inhaftierten kurdischen Milizenführer Abdullah Öcalan in Ehren halten. Dass die Türkei und ihre Jihadi-Proxies mit ihren Attacken auf die SDF Erfolg haben, ist zwar nicht absehbar, doch klar ist, dass die Türkei dadurch den internationalen Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS behindert, denn SDF-Einheiten, die türkische Angriffe abwehren müssen, stehen nicht dafür zur Verfügung, den Druck auf ISIS in den Provinzen Raqqa und Deir Ezzor zu erhöhen. Dass solche Störungen des Kampfes gegen ISIS der neuen US-Regierung unter Donald Trump nicht gefallen, könnte eine Erklärung dafür sein, dass in den letzten Tagen verstärkt Videos von Militärfahrzeugen mit US-Flagge aufgetaucht sind, die aus der Gegend von Manbij sein sollen.

Sollten die Türkei und ihre Jihadi-Proxies also mit ihren Angriffen auf die SDF bei Manbij fortfahren, so könnte das bald dazu führen, dass türkische Kräfte direkt auf Soldaten ihres NATO-Verbündeten USA schießen. Wenn das so kommen sollte, dürfte es interessant sein zu beobachten, wie der neue US-Präsident Donald Trump darauf reagieren wird. Anders herum gesagt, könnte die Türkei, wenn Erdogan nicht umsteuert, kurz vor der Sanktionierung durch die USA und einem NATO-Austritt stehen. Aber vielleicht ist genau der NATO-Austritt eben auch das Ziel, auf das Erdogan seit einigen Monaten tatsächlich hinarbeitet.

Trotz der Störungen des Kampfes gegen ISIS durch die Türkei setzte auch die syrische Armee am heutigen Sonntag den Kampf gegen ISIS in der Provinz Aleppo erfolgreich fort. Auch heute hat die syrische Armee auf dem Weg Richtung Euphrat wieder einige Dörfer und einen Hügel eingenommen, so dass es nun nicht einmal mehr zehn Kilometer von der Front zum Euphrat sind.

Und die von ISIS-Terroristen beherrschte Jirah Airbase ist inzwischen nur noch rund sechs Kilometer von der Front entfernt. Gelingt es der syrischen Armee, diese Basis einzunehmen, könnte die Defensive von ISIS in der Region wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit ihres Kampfes nahezu komlett zusammenbrechen und die ganze Gegend ohne weitere große Kämpfe an die syrische Armee fallen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/03/05/kampf-gegen-isis-geht-trotz-tuerkischer-stoerungen-erfolgreich-weiter/

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