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Kultur, Satire

Erdogan ganz versöhnlich – deutscher Wahlkampf jetzt auch in der Türkei

erdoganbombe

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

Anne Karre: Die Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei sind dem Grunde nach völlig irrational bis überflüssig. Nur weil der Sprengkopf Erdogan Liebhaber und Verfechter einer anständigen Diktatur ist, muss dies doch die Geschäftsmäßigkeit der Beziehungen nicht hindern. Auch mit Diktaturen lassen sich gute Geschäft machen, wenn wir mal wertfrei nach Saudi Arabien und vergleichbaren Staaten Ausschau halten. Erschreckend ist doch immer nur der Wandel, nicht der eigentliche Zustand. Sich über Menschenrechte zu mokieren ist schon ziemlich scheinheilig. Die sind einem NATO-Staat Deutschland auch andernorts nichts mehr wert. Bei der Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen rückt selbst Deutschland immer weiter nach vorne. Diese dann auch vorgeblich noch im Namen der Menschenrechte zu führen, ist vielleicht doch etwas zu zynisch.

Wenn also der angehende Diktator Erdogan für eine Diktatur in der Türkei werben möchte, dann entspricht dies doch dem freiheitlichen Grundgedanken der Menschheit. Das dieser freiheitliche Grundgedanke nach der Vollendung der Diktatur dann wieder abgeschaltet wird, darauf haben die Türken doch bereits einen auskömmlichen Vorgeschmack bekommen. Die überquellenden Gefängnisse des Landes sind bereits heute ein umfängliches Zeugnis für die zu erwartende Ordnung nach der Machtergreifung und das neue Verständnis von Freiheit.

Auch Hitlerdeutschland hatte und hat noch immer sehr viele Freunde, gerade außerhalb Deutschlands. Selbst wenn uns das heute peinlich berühren mag, weil wir wissen mit welchem Elend diese Geschichte einherging. Von Schuldfragen an dieser Stelle mal gänzlich abgesehen. Kann man es dem Erdo-Clan verdenken auch einmal in die Ruhmeshalle der Osmanen einziehen zu wollen? Ein eiserner Erdogan auf den alsbald abgewrackten Atatürk-Denkmalsockeln? Menschenleben und Menschenrechte haben bei solchen Aktionen noch nie eine nennenswerte Rolle gespielt. Sie sind beim Kampf um Macht und Vorherrschaft lediglich begehrtes Heizmaterial.

Wenn sich also von den anatolischen Ziegenhirten bis hin zur kosmopolitischen Pseudo-Elite der Türkei, die Menschen demokratisch darüber einig werden, dass sie gerne eine auskömmliche Diktatur unter der Führung ihres Führers Erdogan errichten möchten, was berechtigt uns dazu das zu kritisieren? Selbst wenn die Abstimmung von der AKP bis ins letzte manipuliert würde? Haben wir nicht gerade genügend Probleme im eigenen Saustall? Ja, die haben wir, deshalb ist Erdogan mit seiner zu erwartenden Diktatur auch eine wundervolle Ablenkung vom eigenen Dreck.

Erdogan ganz versöhnlich - deutscher Wahlkampf jetzt auch in der TürkeiUm alle Menschen in Europa als auch in der Türkei (und dem Rest der Welt) einen anständigen Bärendienst zu erweisen, ist es wichtig sie gegeneinander aufzuwiegeln. Teile und herrsche. Exakt das und nur das ist der Garant für neue Kriege aber auch für die kommende, diktatorische Ordnung innerhalb der EU. Hierbei wird das Deutschland der Merkel-Junta sicher wieder eine dominierende Rolle einnehmen können. Solange die Menschen sich noch selbsttätig auf den eigenen Beinen Richtung Schlachthof bewegen (wie das Nutzvieh), ist Welt noch in ihrer “guten” alten Ordnung. Oder anderes gesagt, solange die Leute noch aus ideologischen Gründen oder aber auf Befehl die Nachbarn massakrieren, ist keine gravierende Änderung des Systems zu befürchten.

Und nur solange es gelingt die Menschen fein sauber zu spalten und gegeneinander aufzubringen, solange hält die alte Ordnung! Ob nun unter einer formalen Diktatur oder einer bundesdeutschen Scheindemokratie, das spielt eigentlich gar keine Rolle. Der Pöbel ist weitestgehend von seiner sogenannten “Selbstbestimmung” ausgeschlossen und immer nur Mittel zum Zweck, eben wie das Nutzvieh. Der gesamte Blick rückwärts auf die Ahnengalerie der jetzigen Menschheit gibt Zeugnis davon.

Und um diesen weiten, erkenntnisreichen Blick schnell wieder zu verengen, ist es notwendig sich wieder in die kleinkrämerische Spalterei zu verlieren, Schuldzuweisungen und Hass auszuteilen, damit sich die Menschen, überwiegend selbsttätig den Schädel einschlagen, während einige gut betuchte Schattenregenten ihre diebische Freude an diesem herrlichen als auch blutigen Schachspiel haben.

Wahlkampf in der Türkei erlauben

Der Demokratie als auch der in der Türkei aufziehenden Diktatur täte dies keinen Abbruch, wenn der Erdogan jetzt allen deutschen Parteien anböte, bis zum September 2017 Wahlkampf in der Türkei machen zu dürfen. Richtig, allen Parteien, einschließlich der AfD, der Linken und der Grünen. Wahlkampf ganz ohne Limits, jedes Thema, alles was das Wählerherz begehrt. Eben alles was man den Wahlschafen so Nutz- bis Sinnloses versprechen kann, weil es nach der Wahl ohnehin nicht mehr gilt. Hier nicht und in er Türkei auch nicht.

Erdogan ganz versöhnlich - deutscher Wahlkampf jetzt auch in der TürkeiVielleicht sollte man sich gar grundlegend darauf (völker)verständigen, dass die deutschen Parteien in dieser Narren-Wahl-Session 2017 ausschließlich in der Türkei Wahlkampf auf Deutsch betreiben und alle türkischen Parteien nur noch auf Türkisch in Deutschland. Wer mag das Gequake der Polit-Unken noch hören? Das steigerte den Unterhaltungswert als auch die Völkerverständigung ungemein. Bedeutung für die Menschen hat es weder hier noch dort. Sie sind und bleiben das Nutzvieh einer kleinen Elite, egal unter welcher Regierungsform sie darben dürfen. Solange bis uns als Menschheit gemeinsam ein Modell einfällt, welches auf Spaltung, Konkurrenz und Feindschaft verzichten kann. Sind wir langsam reif dafür oder lassen wir es lieber erneut zum Äußersten kommen?

Will sagen, wer es nicht schafft dem anstehenden wie offenkundigen Wahnsinn entspannt aus einer anderen, nicht zwangsläufig höheren Warte zu begegnen, der wird sich ohne weiteren Erkenntniszugewinn nur noch an der blutigen Wiederholung der Geschichte beteiligen können. Opfer kann man eigentlich nur noch werden, wenn man sich selber dazu macht. Sicher, der letzte Satz setzt noch einiges mehr voraus. Er deutet aber schon die Richtung an, in die wir blicken und denken müssen, um diesen Elendskreislauf irgendwann zu durchbrechen.

https://qpress.de/2017/03/04/erdogan-ganz-versoehnlich-koennte-deutschen-wahlkampf-in-der-tuerkei-erlauben/

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