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Ausland, Europa

Griechenland steht vor einer sozialen und humanitären Katastrophe

armut

von http://www.griechenland-blog.gr

Die Verschuldung Griechenlands reißt nicht nur wirtschaftliche Wunden und die Bürger des Landes stehen vor einer sozialen und humanitären Katastrophe.

Die britische Zeitung „Independent“ berichtete jüngst, die von der griechischen Verschuldung geöffnete Wunde sei nicht nur wirtschaftlicher Natur. Wie der Redakteur schreibt, bekommen das durch die Krise verursachte Leiden die anfälligsten Gruppen der Bevölkerung zu spüren, einschließlich der alten Menschen.

Die Besorgnis in Griechenland verlängert sich, wie in einer Erklärung Deutschlands Wirtschaftsminister Jens Spahn in Erinnerung rief, der eine Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) für möglich hält, die keine Erleichterung der griechischen Verschuldung fordert, damit – wie er meinte – die Gläubiger keine Verluste bezüglich ihrer Kredite erleiden.

Krise in Griechenland trifft nicht die Schuldigen, sondern die Schwachen

Der IWF will, dass eine Erleichterung der griechischen Verschuldung erfolgt, Deutschland stellt sich dem jedoch entgegen. Das Thema in Zusammenhang mit der bestgeeigneten Form einer Entlastung der Verschuldung Griechenlands ist nicht nur technisch. Es ist auch kein Thema, das mit der gerechten Behandlung verschiedener Mitgliedstaaten der Eurozone zu tun hat. Es ist nicht einmal ein Thema bezüglich der Zukunft der Eurozone oder selbst auch der Wirtschaft allgemein. Zwar zählt alles, eine Sache zählt jedoch mehr, und das ist das humanitäre Problem für die Griechen, die mit einer gesellschaftlichen und menschlichen Katastrophe konfrontiert sind, betont die Zeitung.

Die griechische Wirtschaft ist in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Viertel geschrumpft. Der Schmerz der Krise ist deutlich genug sichtbar, jedoch nicht gleichmäßig verteilt. Die Rentner sehen, wie ihr Einkommen sich um die Hälfte und in manchen Fällen noch mehr verringert hat. Die Gesundheitsdienste stehen unter einem ungeheuren Druck, wobei bestimmte Medikamente inzwischen nicht mehr verfügbar sind. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell 23% und die Jugendarbeitslosigkeit tangiert die doppelte Quote. Für die jungen Leute, die Glück haben und gebildet sind, ist ein Weg des Entkommens, nach England oder Deutschland auszuwandern, wo es Arbeit gibt. Für die Älteren, die weniger Glück haben, gibt es dagegen keinen anderen Ausweg als – häufig auf die Wohltätigkeit gestützt – über die Runden zu kommen. Natürlich existierte ein großes Missmanagement der griechischen Wirtschaft, aber diejenigen, die sie schlecht handhabten, sind nicht die selben, die nun getroffen werden.

Das Tragische ist, dass es ein übliches Vorgehen gibt, das wirtschaftlichen Schwierigkeiten begegnende Länder für einen Neustart ihrer Wirtschaft befolgen können. Dies umfasst für gewöhnlich drei Dinge: Erleichterung der Verschuldung, Abwertung der Währung und strukturelle Reformen. Griechenland hat begonnen, Reformen vorzunehmen, die beiden ersten Optionen sind jedoch nicht verfügbar. In irgend einer Phase wird aber eine Erleichterung der Verschuldung erfolgen müssen, und viele glauben, es werde auch eine Abwertung geben müssen. Die Besorgnis geht derweilen weiter und verwundet am meisten jene, die weniger stark sind um dies zu ertragen, betont der Redakteur.

(Quelle: Imerisia)

http://www.griechenland-blog.gr/2017/02/griechenland-steht-vor-einer-sozialen-und-humanitaeren-katastrophe/2139530/

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Griechenland steht vor einer sozialen und humanitären Katastrophe

  1. Die Arbeitslosenzahlen entsprechen in Griechenland ziemlich genau den Prozentzahlen, wie sie in Spanien herrschen.
    Ich wohne in Spanien auf dem Lande und dort sind alle arbeitsfähigen Männer die ich kenne arbeitslos, aber Keiner ist ohne Arbeit.
    Im nächsten Ort gibt es ein komplettes Mittagessen (Menü al Dia) mit Vorspeise, Nachtisch und einem Getränk der Wahl, für 7 Euro.
    Mittags sind die Gaststätten gerammelt voll; hauptsächlich von Handwerkern, die ihre Mittagspause machen.
    Die meistens 3 angebotenen Menüs zur Auswahl werden aus den *in der Region* hergestellten Lebensmittel kreiert.
    Ein Handwerker der dort zu Mittag ist, kann mit etwa einem Netto-Stundenlohn dieses Mittagessen bezahlen.
    Warum ich über Spanien schreibe?
    Antwort:
    Um einen Vergleich zu haben.
    Griechenland produziert seine Nahrungsmittel so teuer, dass die Lebensmittel, für den Euro der dafür zur Verfügung steht, billiger im Ausland eingekauft werden können.
    Was kostet aber dann ein komplettes Mittagessen in einem griechischem Restaurant, wenn das Olivenöl in Deutschland gekauft wird, die Tomaten in Holland, der Reis auf dem Weltmarkt und der Käse in Frankreich?
    1 kg Möhren kosten in Spanien fasst übers ganze Jahr bei LIDL oder ALDI 39 Cent und 1 kg Schweinefleisch (Nackenstück) beim Metzger um die 3 Euro; und in Griechenland?
    Den Griechen kann nur noch ein Schuldenerlass und die eigene Währung helfen, denn dann werden die Importe so teuer, dass sie selber wieder landwirtschaftliche Güter produzieren müssen,
    Und das gilt für alle Bereiche der Dienstleistungen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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    Verfasst von hjweber | 1. März 2017, 10:05
  2. Was mich besonders wundert, ist die vermeintliche Tatsache, dass die griechische Bevölkerung dies alles so widerstandslos über sich ergehen läßt.

    Gefällt mir

    Verfasst von Claus | 28. Februar 2017, 16:23

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