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Ausland, Naher Osten

In Saudi Arabien werden Hausmädchen missbraucht oder hingerichtet und jetzt rekrutieren sie aus Somalia 10.000 Frauen

frauinsaudiarabia

von Doro Schreier – https://netzfrauen.org

Viele Länder verweigern Saudi Arabien, ihre Mädchen und Frauen als Haushaltshilfen zu schicken. Wie jetzt bekannt wurde, hat Saudi Arabien aus Somalia 10 000 Mädchen und Frauen rekrutiert. Was diese Mädchen und Frauen erwartet, haben andere schon längst erfahren müssen. 

Ausländische Hausmädchen – gefangen, ausgebeutet, missbraucht oder hingerichtet! Erst kürzlich wurde eine junge Frau in Saudi Arabien verhaftet, nachdem sie beschlossen hatte, ohne Hijab und ohne Abaya auf die Straße zu gehen. Der Name der jungen Frau ist Malak al-Shehri. Ihr wird nun seitens der Polizei auch vorgeworfen, in der Öffentlichkeit über verbotene Beziehungen zu fremden Männern zu sprechen. Für solch ein Vergehen droht Frauen in Saudi Arabien die Auspeitschung. Siehe: Diese Frau wurde nach Foto ohne Hijab und ohne Abaya auf Twitter verhaftet – Ist das der Anfang einer Revolution von Frauen in Saudi Arabien?

Und auch die TV-Doku Saudi Arabia Uncovered zeigt die Brutalität einer Welt, in der Frauen auf der Straße geköpft werden – Documentary shows brutality of world where women are beheaded in street

Schon seit Monaten häufen sich die Nachrichten aus dem Königreich, weil Tausende ausländische Bauarbeiter, aber auch saudische Beschäftigte vergebens auf ihre Gehälter warten. Was kaum nach außen dringt: Die großen Baulöwen des Landes – darunter die der Bin-Laden-Gruppe – sind nicht durch die saudische Regierung für deren größere Bauprojekte entlohnt worden und ein Teil der Arbeiterarmee von Indern, Pakistanis, Sri-Lankesen und anderen hat keinen Lohn bekommen, manche von ihnen für bis zu zehn Monate. [Siehe auch: Wer bezahlt die Waffenexporte für Saudi Arabien? Die Saudis sind pleite!]

Die Botschaften von Indien und Pakistan haben sich an die saudische Regierung gewandt und den Lohn für ihre Arbeiter gefordert.

Erst kürzlich berichteten wir in unserem Beitrag: Saudi Arabien – Ausländische Hausmädchen gefangen, ausgebeutet, missbraucht oder hingerichtet – Saudi Arabia- Migrant domestic workers trapped, exploited, abused. wie Saudi Arabien mit den ausländischen Hausmädchen verfährt. Ein schrecklicher aktueller Fall erschüttert gerade auch Philippinas, die in Saudi Arabien arbeiten. Ein Hausmädchen von den Philippinen wurde von ihrem Arbeitgeber so schlimm vergewaltigt, dass sie mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Nachdem sie ins Koma gefallen war, erlag die 35-jährige Irma Avila Edloy im King Salman Hospital in Riyadh ihren schweren Verletzungen. Das bestätigte Arbeitsminister Silvestre Bello am 18. August 2016. Sie hatte laut medizinischem Bericht Schnittwunden im Genitalbereich und blaue Flecke auf ihrem Gesicht und Körper. Andere Hausmädchen werden einfach erhängt oder landen in einer Todeszelle.

Nachdem sich andere Länder weigern, will Saudi Arabien somalische Mädchen

Die Verträge zum Übereinkommen der Regelung der Rekrutierung von somalischen Bürgern zur Arbeit in Saudi-Arabien wurden abgeschlossen, teilte eine somalische diplomatische Quelle mit. „Der somalische Arbeitsminister wird das Königreich bald besuchen, um die Rekrutierungsvereinbarung zu beenden, die mehr als 10 000 Somalis in Saudi-Arabien in der ersten Phase umsetzen wird“, so die saudische Tageszeitung Al Eqtisadiya.  Die Verhandlungen zwischen den Arbeitsministerien in den beiden Ländern laufen seit Monaten an der Feinabstimmung und Fertigstellung der Vereinbarungen, die die Rechte beider Parteien über die Rekrutierung garantieren werden, so der Bericht aus Somalia.

Im April 2016 teilte Somalias stellvertretender Minister für Arbeit und soziale Dienste Osman Libah Ebrahim mit, dass die erste Phase, Somalis für die Arbeit in Saudi-Arabien einzusetzen, 2000 Menschen, vor allem häusliche Helfer und Fahrer, umfassen würde, die von Rekrutierungsagenturen gefördert würden. Mehrere Somalis sagten, dass die Regierung vor möglichen Missbräuchen der Arbeiter vorsichtig sein und ihre Rechte sicherstellen sollte. Allerdings trat der somalische Präsident Hassan Shaikh Mohammad in die Diskussion, um Fakten vor Ort zu markieren. Entsetzten kommt aus der Bevölkerung, dass den Mädchen keine andere Wahl bliebe und sie verkauft werden würden wie Vieh.

Dass die Sorgen berechtigt sind, zeigen die folgenden Fälle:

  • Als das aus Sri Lanka stammende Hausmädchen Rizana Nafeek vor Hunderten von Schaulustigen auf einem öffentlichen Platz mit dem Schwert enthauptet wurde, war sie nur eine von vielen Ausländerinnen, die im konservativen Königreich Saudi-Arabien als Dienstmädchen arbeiteten und dann dort zum Tode verurteilt wurden. Seit mehr als drei Jahren saß die Indonesierin Satiniah in einem Gefängnis in Saudi Arabien in der Todeszelle. Die 40-Jährige, die als Hausangestellte im streng islamischen Königreich am Golf arbeitete, wurde wegen Mordes an ihrer Arbeitgeberin zum Tode verurteilt. Nur durch die Bezahlung von umgerechnet 1,2 Millionen Euro Blutgeld an die Familie der Ermordeten konnte die Exekution gemäß der Scharia-Normen verhindert werden. Das Geld hatten Satiniahs Angehörige im ebenfalls vorwiegend muslimischen Indonesien gesammelt – da diese nur die Hälfte der Summe zusammenkratzen konnten, bezahlte die Regierung in Jakarta die andere Hälfte.  41 Indonesiern droht in Saudi Arabien die Hinrichtung.  Die Anklagen reichen von Diebstahl über schwarze Magie und Ehebruch bis zu Mord. Allein in diesem Jahr gab es in Saudi Arabien 119 Hinrichtungen.

Nachdem 2011 eine Indonesierin hingerichtet worden war und weitere Fälle schwerer Misshandlungen bekannt wurden, ließ Jakarta keine Arbeiter mehr in die Golfregion reisen. Saudi Arabien, bekannt für harte Gesetze gegenüber ausländischen Arbeitern, reagierte mit einem Visastopp für Indonesier.

Gehorchen diese Mädchen nicht, werden Sie für Verbrechen beschuldigt, die sie nicht begangen haben. Wie viele von ihnen unter dem Sand in Saudi Arabien begraben sind, weil sie getötet wurden, ist unbekannt. Vor ein paar Jahren sollen indische Arbeiterinnen lebendig in den heißen Sand begraben worden sein.

Indischer Hausangestellten wurde der Arm durch saudi-arabischen Arbeitgeber abgehackt

Das obige Foto zeigt Kashturi Munirathinam. Nachdem die indische Außenministerin Sushma Swaraj auf ihren tragischen Fall aufmerksam wurde, empörte sie sich öffentlich: „Wir sind über die brutale Art und Weise, wie indische Frauen in Saudi Arabien behandelt werden, sehr beunruhigt. Das ist inakzeptabel. Wir haben mit den saudischen Behörden Kontakt aufgenommen. Unsere Botschaft in Saudi Arabien kümmert sich um das Opfer.“  [Viel geändert hat sich trotz allem nicht, denn Indien musste für die indischen Arbeiter in Saudi Arabien bereits mehrere Tonnen Lebensmittel schicken, da Saudi Arabien seine Arbeiter nicht mehr bezahlen kann: Saudi Arabien kann seine Arbeiter und seine Rechnungen nicht bezahlen – dennoch finanziert es weiterhin einen Krieg im Jemen – Saudi Arabia cannot pay its workers or bills – yet continues to fund a war in Yemen ]

Kashturi Munirathinam, die als Haushaltshilfe in Saudi-Arabien arbeitet, erzählte, dass sie von ihrem Arbeitgeber gefoltert werden sollte. Als sie sich wehrte, hackte er ihr einfach den Arm ab.

Zurzeit wartet eine senegalesische Hausgehilfin auf ihre Todesstrafe. Mbayang Diop soll die Frau ihres Arbeitgebers umgebracht haben. Der Bruder von Mbayang Diop sagte der BBC, dass sich die Familie so hilflos fühlte, da sie nicht mit ihr sprechen dürfte. Auch wisse sie nicht, wie es ihr geht.

Ihr Bruder erklärte, dass Mamadou Diop von Menschenhändlern betrogen wurde, die ihr einen gut bezahlten Job versprochen hatten. Nachdem Mamadou den Job annahm, sah die Realität anders aus. Sie wurde sehr schlecht behandelt. Die 22-jährige Frau ist nun im Gefängnis in der östlichen Stadt Dammam und wartet auf ihren Prozess. Menschenrechtler befürchten, dass Mamadou Diop, die geschieden ist und einen dreijährigen Sohn hat, der mit ihrer Familie in Dakar lebt, zum Tode verurteilt werden könnte. Ihre Familie mit weiteren Demonstranten versammelten sich vor der zentralen Moschee in der senegalesischen Hauptstadt Dakar und forderten die Begnadigung.

Am 26. September 2016 wurde ein äthiopisches Hausmädchen hingerichtet. Sie soll 2013 das  Kind ihres Arbeitgebers getötet haben. Es war die  119. Hinrichtung allein in diesem Jahr.

Es sind nur einige von vielen Fällen, über die berichtet wird. 2014 berichtete Human Rights Watch, was Haushälterinnen in den Vereinigen arabischen Ländern erwartet. An dieser Situation hat sich nichts geändert. Nun holt sich Saudi Arabien Tausende Mädchen aus Somalia.

Genauso ist es auch mit den indischen Arbeitern in Saudi Arabien, wie eine Aufnahme zeigt:


Saudi Arabia to Recruit 10,000 Somali Female Domestic Workers

Human Rights  „Somalia has an opportunity to learn from other countries that have spent years developing systems to help abused workers in Saudi Arabia by putting in place necessary safeguards from the start. Failing to do so risks placing Somali women at the mercy of unscrupulous recruiters and employers who time and again seek out „cheaper“ migrants with fewer protections. “

Abuses encountered by domestic workers

The growing role of informal intermediaries and unscrupulous private employment agencies operating outside the legal and regulatory framework that prey particularly on low-skilled workers can lead to abuses including the following:

  • Deception about the nature and conditions of work
  • Retention of passports
  • Deposits and illegal wage deductions
  • Debt bondage (linked to repayment of often high recruitment fees)
  • Threats if workers want to leave their employers

A combination of these abuses  can amount to human trafficking and forced labour – A new ILO study exposes the pitfalls of labour migration for women domestic workers both within India and abroad and provides policy-makers and service providers with deeper insight into the nature of forced labour and trafficking in the region.

Saudi Arabia- Migrant domestic workers trapped, exploited, abused Trapped, Exploited, Abused

(Manila) – Migrant domestic workers in the United Arab Emirates (UAE) are beaten, exploited, and trapped in forced labor situations, Human Rights Watch said in a report released today. The UAE government, about to take up an influential new role in the International Labour Organization (ILO), has failed to adequately protect female domestic workers – many of them from the Philippines – from abuse by employers and recruiters.

The 79-page report, “‘I Already Bought You’: Abuse and Exploitation of Female Migrant Domestic Workers in the United Arab Emirates”, documents how the UAE’s visa sponsorship system, known as kafala, and the lack of labor law protections leave migrant domestic workers exposed to abuse. Domestic workers, most from Asia and Africa, cannot move to a new job before their contracts end without the employer’s consent, trapping many in abusive conditions. Labor-sending countries don’t fully protect the workers against deceptive recruitment practices or provide adequate assistance to abused nationals abroad. Read more: Saudi Arabia- Migrant domestic workers trapped, exploited, abused

https://netzfrauen.org/2017/01/14/workers/#more-49407

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