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Kultur, Religion

Christliche Nächstenliebe muss profitabel bleiben

tebartz

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

Vati kann: Gerade den Europäern darf man derzeit nachsagen, dass bei ihnen die Wertvorstellungen ein wenig durcheinander gepurzelt sind. Das Thema christliche Nächstenliebe spielt bei uns eine wichtige Rolle. So scheint sich auf den unterschiedlichen Ebenen der Kirche auch ein unterschiedliches Bewusstsein zur Nächstenliebe herausgebildet zu haben. Im übertragenen Sinn möchte man meinen, den unteren Chargen wird wie eh und je Wasser gepredigt, während in den oberen Chargen der Wein gesoffen wird. Keine Angst, die goldene Badewanne zu Limburg (in klein) soll hier heute nicht verliehen werden, obschon der Tebartz-van Elster als Musterknabe für dieses Thema gut herhalten könnte.

Oftmals verwechselt das Fußvolk in seiner Schlichtheit die ökumenische mit der ökonomischen Sicht. Das sollte man auch niemanden verdenken, der „mit’de Fremdwörters nich so konfekt iss“. Den oberen in der Kirche hingegen passiert das nicht aus Versehen, dort ist dies nahezu seit Anbeginn Programm. Wer ein wenig Einstimmung zu den Vermögenswerten der Kirche braucht kann sich hier einige wenige Referenzzahlen betrachten: Vermögen der römisch-katholischen Kirche [Wikipedia]. Das ist logischerweise nur ein winziger Ausschnitt. Immerhin basiert das auf freiwilligen Angaben, denn die Kirche ist nach wie vor weder Bilanz noch auskunftspflichtig, wenn es um ihr “hart erarbeitetes” Vermögen geht.

Wenn man den Vatikan als ältestes, größtes steuerfreies Unternehmen des Planeten bezeichnet, liegt man damit nicht falsch. Diese enorme Profitabilität hätte sich der eigentliche Namensgeber, der Jesus-Christus, sicherlich nicht träumen lassen. Wie nicht selten in der Geschichte eines späteren Konzerns, gehen ihre Gründerväter noch barfuß und mit sehr wenig Habseligkeiten ins reale Leben hinaus. Grundehrlich betrachtet kommt der Gründer heute nur noch als Hampelus vor. Der Profit-Gedanke der Kirche wird heute nicht unbedingt in den Vordergrund gerückt. Das hat gute Gründe. Vielmehr vernehmen wir stattdessen die deutlichen Ansagen an die Schäfchen, doch bitte konsequent für die Mehrung des wohltätigen Vermögens aktiv in die Bresche zu springen. Letztlich, damit die seit Ewigkeiten arme Kirche keine Not leiden muss. Hier gilt noch immer der uralte, die Schäfchen motivierende Sinnspruch:

Christliche Nächstenliebe muss profitabel bleiben„Wenn der Taler im Kasten klingt,
die Seele gen Himmel springt!“
(sinngemäß)

Dennoch zieht sich inzwischen die Ökonomie durch alle kirchlichen (Geschäfts)Betriebe. Vom Kindergarten über Schulen, Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen und viele weitere karitative Einrichtungen mehr, hin zu den Senioren-Verwahr-Anstalten. Selbst für den letzten Segen muss sich das Portmonee der Hinterbliebenen noch einmal kräftig regen. Soviel Uneigennützigkeit schlägt dem Fass schon fast den Boden aus.

Natürlich gibt es im Privatbereich schon noch allerhand Restfragmente dieser sagenumwobenen Nächstenliebe, wie sie relativ präzise in allerhand Bibelstellen beschrieben ist. Um das Kind nicht gänzlich mit dem Bade auszuschütten oder ein wenig Ehrenrettung für viele Schäfchen an der vordersten Front zu betreiben, muss man sagen, dass auf der der Ebene noch sehr viel guter Wille vorhanden ist. Wobei die Institution Kirche sich immer wieder befleißigt diese Selbstlosigkeit richtig kommerziell zu strukturieren.

Mit diesem Artikel sollte lediglich noch einmal darauf hingewiesen werden, dass sich nach den vorherrschenden Doktrin der Kirchenoberen die Nächstenliebe grundlegend rechnen muss, sonst taugt sie eben für die Kirche nicht. Wäre dem so, würde die Kirche heute wenig protzig irgendwo in Niger residieren. Das bedeutet nichts geringeres, als dass am Ende der Tat stets guter Gewinn für den Konzern übrig bleiben muss. Zuschussgeschäfte mit sozialem Anstrich sind verpönt und nicht wirklich Sache der Kirche, außer ab und an mal zu PR-Zwecken und damit verbundener besonderer Show-Effekte für das Fußvolk.

 Nächstenliebe auf politischer Ebene

Um sogleich den Bogen zur aktuellen Politik zu schlagen, genauer zu den sogenannten christlichen Parteien, sei noch etwas hinzugefügt. Folgt man der Kanzlerin Merkel, muss auch die Demokratie selbst schon marktkonform sein. Insoweit wird sich die Rentabilität der christlichen Nächstenliebe ausgerechnet bei diesen Parteien nicht verabschiedet haben. Eine noch “sozialere” Neuausrichtung von CDU und CSU steht demzufolge wohl auf lange Sicht nicht zu befürchten.

Christliche Nächstenliebe muss profitabel bleibenEin letztes Wort zum Reichtum. Wenn das Urchristentum vom Reichtum sprach, dann meinte man vermutlich den “geistigen Reichtum“. Nachdem die großen Kirchenverführer dann feststellten, dass man sich dafür auf Erden nichts kaufen kann, wurde das “geistig” still und leise aus dem Programm genommen. Was dabei tragischerweise nicht kommuniziert wurde, ist der ebenso stille Wechsel des Dienstherrn. In diesem Punkt sind selbst wir unfehlbar, wenn wir heute anerkennen müssen, dass es der Mammon ist der die Kirche regiert und damit auch sämtliche ihm anheimgefallenen Schäfchen. Die Geschichte vom goldenen Kalb taugt nur noch fürs Fußvolk, im Vatikan lacht  man sich darüber schlapp.

https://qpress.de/2017/01/12/christliche-naechstenliebe-muss-profitabel-bleiben/

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