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Finanzen, Wirtschaft

Bargeldabschaffung: Indien als Blaupause – Es gilt das Schuldgeldsystem zu retten

bargeld

von http://www.konjunktion.info

Norbert Häring hat dieser Tage einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Bargeldverbot in Indien geschrieben. In seinem Artikel Ein gut gehütetes offenes Geheimnis: Washington steckt hinter Indiens brutalem Bargeld-Experiment zeigt er Verbindungen zwischen der allseits bekannten „US-Hilfsorganisation“ USAid und dem vor wenigen Wochen erfolgten Bargeldeinzugs bestimmter indischer Geldscheine auf. Ein kurzer Auszug daraus:

Nur knapp vier Wochen vor dieser überfallartigen Aktion verkündete USAid die Gründung von „Catalyst: Inclusive Cashless Payment Partnership“ um bargeldloses Bezahlen in Indien entscheidend voranzubringen. In der Pressemitteilung vom 14.10. heißt es, diese Initiative „markiert die nächste Phase in der Partnerschaft zwischen USAid und dem indischen Finanzministerium um universelle finanzielle Inklusion voranzubringen“. Die Mitteilung taucht in der Liste der Pressemitteilungen von USAid nicht (mehr?) auf – auch nicht, wenn man speziell nach „Indien“ filtert. Man muss wohl wissen, dass es sie gibt, oder zufällig beim Googeln darauf stoßen. Diese und andere Pressemitteilungen, die damals langweilig erschienen und kaum jemand interessierten, sind nach dem 8. November sehr viel interessanter – und verräterischer – geworden.

Im Nachhinein wird erkennbar, wenn man die entsprechenden Verlautbarungen liest, dass die Catalyst-Initiative und die Partnerschaft von USAid mit dem indischem Finanzministerium, aus der sie hervorging, nichts anderes waren als Tarnprojekte zur Vorbereitung des November-Überfalls auf die Bürger Indiens. Schon der Name Catalyst lässt im Nachgang die Programmatik deutlich erkennen.

Ein sehr interessanter Faktenfund, den Häring da aufgetan hat. Passt er doch zu gut in das Narrativ der gewollten Bargeldabschaffung und dem Schwenk zu einem bargeldlosen, digital kontrollierten Geld-/System, das ein wichtiger Baustein der NWO ist. Was bislang Jahrzehnte nur ein Hirngespinst war, ist plötzlich zu einer sich selbst beschleunigenden Realität geworden.

Offiziell glaubt die indische Regierung mit dieser Demonetarisierung (86% des im Umlauf befindlichen Bargelds wurde durch diese Aktion eingezogen bzw. als ungültig deklariert), eine Stärkung der Wirtschaft zu erreichen und die Situation für die Menschen als auch für die Ökonomie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde zu verbessern.

Aber die Wahrheit in den Straßen Indiens sieht anders aus. Die Probleme und Schwierigkeiten für die einfachen Menschen werden tatsächlich immer größer. Die Kosten für Lebensmittel und andere Güter steigen rapide an und die Armen bzw. die arbeitende Bevölkerung ist durch die Regierungsmaßnahmen hart getroffen worden. Der indische Handel wurde bislang vom Bargeld dominiert. Durch die Bargeldabschaffung stehen der indische Tourismus, kleine Geschäfte, Bauern, Tagelöhner und die Kleinindustrie in Indien vor einem Scherbenhaufen und dem völligen Zusammenbruch:

Modis Ankündigung [indischer Premierminister, Anm. http://www.konjunktion.info], dass die 500er und 1.000er Rupien Geldscheine – die 86% der indischen Währung ausmachen – nicht mehr länger gesetzliches Zahlungsmittel sind, bedeutet eine enorme Erschwernis für Millionen von Menschen, die Bargeld für alles von Gehältern bis zu Handy-Gebühren einsetzen.

Leere Geldautomaten und ständig wechselnde Regeln verhindern, dass Menschen Geld abheben können, und viele kleine, bargeldabhängige Unternehmen von Kinos bis hin zu nachbarschaftlichen Lebensmittelgeschäften erleiden große Verluste oder gehen pleite.

Der tägliche Handel von Lebensnotwendigem, einschließlich Nahrung, Medizin und Transport, kam fast zum Stillstand.

Immobilien, Tourismus, Transport sowie Gold und Edelsteine wurden am härtesten getroffen, zusammen mit den informellen Sektoren, die hauptsächlich auf Bargeld basieren. Die Preise werden voraussichtlich steigen, da die Cash-Knappheit alle Arten der Warenversorgung behindert.

„Die ersten beiden Monate waren so schlecht für uns, wir haben nicht einmal genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen“, sagte der Tagelöhner Neeraj Mishra, 35.

Am schlimmsten betroffen waren die Hunderten von Millionen Landwirten, Produzenten, Kleinunternehmer und Tageslohnarbeiter, die in der Regel am Ende eines Arbeitstages in bar bezahlt werden. Viele verloren ihre Arbeit als kleine Unternehmen schlossen, [und sich dadurch] ihre Armut verschlimmerte.

(Modi’s announcement that 500 and 1,000 rupee bills — making up 86% of India’s currency — were no longer legal tender has posed an enormous hardship for millions of people who use cash for everything from salaries to cellphone charges.

Empty ATMs and ever-changing rules are preventing people from withdrawing money, and many small, cash-reliant businesses from cinemas to neighborhood grocery stores are suffering huge losses or going under.

Daily commerce in essentials including food, medicine, and transportation screeched almost to a halt.

Real estate, tourism, transportation, and gold and gems have been hit the hardest, along with informal sectors that rely mostly on cash. Prices are forecast to rise since the cash crunch is pinching supplies of all sorts of goods.

„The first two months have been so bad for us, we don’t even have enough money to buy food,“ daily wage laborer Neeraj Mishra, 35, said.

Worst affected were the country’s hundreds of millions of farmers, produce vendors, small-shop owners and daily-wage laborers who usually are paid in cash at the end of a day’s work. Many lost their jobs as small businesses shut down, compounding their poverty.)

Der direkt vom indischen Staat beschlossene Bargeldeinzug – ohne ein zuverlässiges Ausweichsystem zu haben, das die Ärmsten der Armen stattdessen benutzen hätten können – hat jetzt dazu geführt, dass die Nachfrage nach physischen Bargeld und auch die Möglichkeit des Geldumtausches jedes Angebot in den Schaden stellt. Ein Paradebeispiel wie schnell man ein bestehendes, funktionierendes System zum Stillstand bringen kann.

Die Unmenschlichkeit mit der die indische Regierung (wohl in Absprache mit den USA, wenn man Häring folgen mag) gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, bleibt jedoch ein Tabuthema. Weder in der westlichen Hochleistungspresse, noch bei politischen Diskussionen spielen die Hunderte von Millionen mittellosen Inder eine Rolle, die Angst um die eigene Existenz und ihr Überleben haben müssen. Stattdessen wird der „Bankenmodernisierung“ als wichtigstem Faktor das Wort geredet.

Bis hierher, trotz der weit verbreiteten Unannehmlichkeiten und Kosten… Die indische Regierung verlangt Geduld und beharrt darauf, dass es ein langes Spiel spielt, das die indische Gesellschaft schließlich modernisieren wird und die Armen profitieren lässt.

Da der inländische Handel die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten antreibt, haben Analytiker Alarm bzgl. des Ausmasses der wirtschaftlichen und sozialen Störungen geschlagen und warnen, dass ein Abschwung in den kommenden Quartalen wahrscheinlich ist.

[…]

Die breite Wirkung der Demonetarisierung wird nicht bekannt sein, bis die Regierung im Februar ihre nächsten vierteljährlichen Bruttoinlandsproduktzahlen abgibt, doch die Reserve Bank of India hat bereits einen halben Prozentpunkt gegenüber der diesjährigen Prognose des BIP-Wachstums auf nun 7,1% vorgenommen.

(So far, despite the widespread inconvenience and costs… The Indian government is urging patience, insisting it’s playing a long game that will eventually modernize Indian society and benefit the poor.

Since domestic commerce drives most economic activity, analysts have expressed alarm over the scale of economic and social disruption and are warning a contraction is likely in coming quarters.

[…]

The wide impact of the demonetization won’t be known until the government issues its next quarterly gross-domestic-product figures in February, but the Reserve Bank of India already has shaved half a percentage point from this year’s GDP growth forecast, to 7.1%.)

Würde im Euro-Raum von heute auf morgen der 50er und 100er Schein verboten werden – so wie es viele Bürokraten und Bankeninsider fordern -, dann würde dies selbst bei uns zu massiven Verwerfungen führen. Auch wenn ein großer Teil der Transaktionen inzwischen elektronischen und damit bargeldlos erfolgen, bleibt Bargeld ein wichtiges Bezahlinstrument für alle Bereiche der Gesellschaft. Insbesondere für ältere Mitmenschen.

Aber was zählen diese „kleinen Probleme“ schon, wenn es um den Erhalt eines Geldsystems geht, das nur wenigen dient.

Quellen:
Ein gut gehütetes offenes Geheimnis: Washington steckt hinter Indiens brutalem Bargeld-Experiment
India Cash Ban Could Get Worse: “We Don’t Even Have Enough Money To Buy Food”
India’s money mess could get worse

Geldscheine – Bildquelle: Wikipedia / Veronidae

http://www.konjunktion.info/2017/01/bargeldabschaffung-indien-als-blaupause-es-gilt-das-schuldgeldsystem-zu-retten/

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Bargeldabschaffung: Indien als Blaupause – Es gilt das Schuldgeldsystem zu retten

  1. Seit Aufhebung des Goldstandards am 15.08.1971 in den USA steigt der Goldpreis aufgrund der wundersamen Geldvermehrung per Mausklick. Und zwar vom 15.08.1971 von 35,00 US-Dollar je Feinunze auf 1.914,50 US-Dollar je Feinunze am 23.08.2011. Das entspricht einer durchschnittlichen Verteuerungsrate aufgrund der Inflation von rund 10,36 Prozent pro Jahr.

    Warum sollte wohl eine Notenbank die Golddeckung aufheben? Und warum wird seit dem 23. März 2006 auch noch die Geldmenge M3 nicht mehr bekannt gegeben? Jetzt müßte es doch so mal allmählich bei einigen Leutchen klingel ling machen, oder?

    Ich halte es für absolut sehr unwahrscheinlich, daß die US-Giralgeld-Schöpfung per Mausklick ausgerechnet ab dem 23.08.2011 bis heute, jährlich eine andere gewesen wäre, als sie es vom 15.08.1971 bis zum 23.08.2011 mit durchschnittlich 10,36 % p.A. gewesen ist.

    Der US-Dollar dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit seit dem 23.08.2011 bis heute mit diesen 10,36 % p.A. weiter inflationiert sein und darüber hinaus immer weiter inflationieren. Das heißt, der Goldpreis hätte heute am 03.01.2017 bei 3.274,07 US-Dollar liegen müssen. Liegt er aber nicht, er liegt heute bei 1.151,04 US-Dollar.

    Was meinen Sie wohl was auf den „Märkten“ los wäre, wenn der Goldpreis sich zwischen dem 23.08.2011 bis heute, jährlich mit rund 10,36 Prozent verteuert hätte? Die Menschen hätten das Vetrauen an die Kaufkraft ihres Papier- oder Giralgeldes verloren. Und was haben wir alle in der Schule, in der Matrix-Schule gelernt?

    Die Zentralbanken sorgen für die Geldwertstabilität. Sie tun es ja auch indirekt, indem sie den Goldpreis manipulieren.

    a) weil sie es können
    b) die Geldillusion darf auf keinen Fall verloren gehen

    Wie wir alle sehen können funktioniert das ja auch prächtig. Die Lemminge schauen alle auf die schwarze Tafel mit den weißen Zahlen in Frankfurt und glauben es, was dort steht. Dabei ist doch völlig egal, ob der Goldpreis nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage zustande kommt oder per Diktat mit Tastatur und Computer, um einen beliebigen Wert auf die schwarze Tafel mit den weissen Zahlen zu projezieren.

    Wenn die wundersame Geldvermehrung per Mausklick so weitergeht und das tut sie ja, dann dürfte der Goldpreis am 26.03.2074 erstmalig bei über 1 Million US-Dollar je Feinunze liegen. Vorausgesetzt der 3. Weltkrieg bricht nicht aus, es fällt kein Stein vom Himmel und unsere lieben Mitmenschen gehen für diese lächerliche Restkaufkraft von rund 1/94stel weiter arbeiten und konsumieren und glauben an die Geldillusion. Der Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen. Es werden jedoch keine Berge versetzt, sondern im Hintergrund der Notenbank gigantische Berge von Eigentum umverteilt und menschliche Arbeitskraft quasi für lau eingekauft.

    Die Frage, die sich jeder hier mal stellen sollte ist : „Wieso hat die amerikanische US-Notenbank so einen exorbitanten Kapitalbedarf?“ Die Antwort darauf findet man in den Grundbüchern. In der westlichen „Wertegemeinschaft“ oder sollte ich besser schreiben „Glaubensgemeinschaft“ gibt es gegenwärtig zwei Methoden, um an Eigentum zu kommen.

    a) Aufkaufen oder Verschulden
    b) Wer sich nicht aufkaufen läßt oder verschulden will, wird militärisch erobert

    Beide Methoden verschlingen irrsinnige Summen. Sobald das Aufkaufen aller Land- und See-Flächen der Erde mit ihren Rohstoffen, Patenten, Lizenzen usw. beendet ist, ist auch die Aufgabe der US-Notenbank beendet. Die US-Notenbank benötigt dann kein Papier/Giralgeld oder Gold mehr. Das Spiel ist dann beendet. Eine Bank hat dann gewonnen. Daher trägt der Name des Spieles treffenderweise den Namen Monopoly.

    Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar

    Preis für eine Feinunze Gold am 15.08.1971 = 35,00 US-Dollar (1:1)
    Preis für eine Feinunze Gold am 23.08.2011 = 1.914,50 US-Dollar (54,7:1)*
    Preis für eine Feinunze Gold am 03.01.2017 = 3.274,07 US-Dollar (93,5:1)

    *

    Berechnung der jährlichen durchschnittlichen Inflationsrate am Goldpreis

    15.08.1971 : 35,00 US Dollar je Feinunze Gold
    23.08.2011 : 1.914,50 US Dollar je Feinunze Gold

    Zeit in Jahren = 23.08.2011-15.08.1971 = 40,6055556 Jahre
    1.914,50 US-Dollar = 35,00 US-Dollar x 1,1035747/Jahr ^ 40,6055556 Jahre
    (1,00 – 0,8964253) * 100 = 10,35747 Prozent pro Jahr

    ^ steht für potenzieren

    Beachte : Alle Angaben ohne Gewähr, Irrtümer bleiben vorbehalten

    Excel-Tabelle errechnet tagesaktuellen Goldpreis ohne Preisdrückungen online

    für die, die kein Excel haben hier nen Screenshot

    ansonsten kann die Excel-Tabelle hier heruntergeladen werden
    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/12/14/excel-tabelle-errechnet-tagesaktuellen-goldpreis-ohne-preisdrueckungen-online/

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    Verfasst von Aufgewachter | 5. Januar 2017, 8:17

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