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Ausland, Russland

Raketenschutzschirme und Russland

rakete

von Wiktor Sokirkohttp://vineyardsaker.de

Ob Russland in der Lage ist, einen beliebigen Raketenabwehrschirm zu durchbrechen?

Wladimir Putins Worte nicht zu glauben, dass das in Russland geschaffene System der Überwindung der Raketenabwehr viel wirksamer als das System der Raketenabwehr der USA selbst ist, das schaffen nur die Amerikaner. Und das auf absolut spießigem Niveau. Ganz sicher glaubt man ihm auch im Pentagon nicht, weil sie mal wieder nicht gründlich benachrichtigt wurden. Der Oberbefehlshaber der strategischen Raketentruppen, Generaloberst Sergej Karakajew, ist genau im Bilde über die Möglichkeiten der Raketentruppen beider Seiten. Sicher hat er als Antwort auf die Worte des russischen Präsidenten ein wenig mit dem Kopf genickt: „Wir sind die Raketentruppen – uns ist jedes beliebige Ziel nah!“.

Die USA, auch das ist unumstößlich, sind bei der Entwicklung ihrer Raketenabwehr vorangekommen, die von Beginn an zur Reaktion auf die nuklearen Bedrohungen seitens „der Terrorländer“ erklärt wurde, zu denen unter anderen Nordkorea und der Iran gehören. Dabei verfügt die [koreanische – Anm. R.] KVDR bis heute nicht über ernstzunehmende Trägermittel und Teheran hat nur einen Ersatz anstelle „echter“ interkontinentaler ballistischer Raketen. Dabei entfaltete Washington die Raketenabwehr zum großen Teil hartnäckig in Europa, als ob Pjöngjang seine unfertigen Raketen direkt über eine Erdhalbkugel „schießen“ könnte und sie nicht direkt über den Ozean starten müßten.

Offensichtlich wird die amerikanische Raketenabwehr – ohne es verlauten zu lassen – unmittelbar gegen die scheinbaren Bedrohungen seitens Moskaus gebaut. Darauf verweist die Bauweise der amerikanischen Raketenabwehr nach allen äußerlichen Merkmalen und die Unterbringung des Systems in der unmittelbaren Nähe von den Grenzen Russlands. Sowohl das Verteidigungsministerium Russlands, das Außenministerium und der Präsident Russlands sprachen schon mehrfach darüber, dass es bei ihnen Befürchtungen anlässlich der Aktivitäten der USA bei der Entfaltung der Raketenabwehr in Europa, im Mittelmeer und auf dem Baltikum gibt. Manches Mal kommt man mit der Kraft der Überzeugung durch Worte nicht weiter, sondern muß konkrete Handlungen folgen lassen – und so wurden die Komplexe „Iskander“ in Gebiet Kaliningrad aufgestellt. Das war die Antwort auf die Pläne von der Unterbringung der Raketenabwehr auf Polnischen Gebiet. Das durfte nicht ohne Antwort bleiben.

Ernste Befürchtungen bei der russischen Militärführung rufen auch die Möglichkeiten der Umrüstung amerikanischer Abwehrraketen von defensiven in offensive Waffen mit nuklearen Sprengköpfen hervor. Als Plus verfügt die NATO in Europa auch über gewöhnliches nukleares Potential – die Erneuerung von dort stationierten 200 nuklearen Bomben läuft aktiv, worüber der Verteidigungsminister Russlands, Sergej Schojgu, schon informiert hat, und was auch keinen besonderen Anlass für Optimismus darstellt. Sergej Kuschugetowitsch informierte, dass die Kernwaffen der Amerikaner sich jetzt in Deutschland, Holland, Belgien, Italien und der Türkei befinden. Das sind durchaus ernstzunehmende Risiken für unser Land. Die Amerikaner modernisieren die nuklearen Bomben, die in Europa untergebracht sind, um ihre Stärke auf bis zu 15 Kilotonnen zu vergrößern. Vor dem Hintergrund des Austritts der USA aus dem START – Vertrag kann eine ähnliche Aktivität genau die Befürchtungen hervorrufen, auf die die adäquate Reaktion Russlands erfolgte.

„Es ist nur natürlich, dass Russland ständig gezwungen war, am Problem der Überwindung der Raketenabwehr zu arbeiten,“ – sagte der Direktor des Zentrums der Analyse der Strategien der Technologien, Ruslan Puchow, – „und es ist natürlich erforderlich, solche Komplexe zu entwickeln, die es schaffen, beliebige Systeme von Gefechtsköpfen auf allen Abschnitten des Flugs, vom Start bis in die Atmosphäre abzufangen. Eine der Aufgaben übernahmen solche Gefechtsköpfe, die man faktisch unmöglich erkennen kann, weil sie sehr schnell sind und weil täuschende und maskierende Ziele existieren. Und es ist teilweise schon bekannt, dass unseren Gelehrten und Konstrukteuren die Herstellung gelang. Es wurden Gefechtsköpfe geschaffen, die in der Lage sind, tiefe und häufige Manöver während des Fluges zu verwirklichen. Das ermöglicht ihnen, die Zonen des möglichen Abfangens mit Abwehrraketen zu umgehen, oder wenigstens die Zeit des Verbleibs in diesen Zonen zu verringern.

Russland hat heute in der Ausrüstung Waffen, die man wegen ihrer einzigartigen Geschwindigkeits- und Manöverqualitäten unmöglich abwehren kann. Und Präsident Putin hat hier kein spezielles militärisches Geheimnis eröffnet, weil er, natürlich, nicht alle technisch-taktischen Charakteristika verkündet hat. Und er weiß, mit welchen Tatsachen er operiert – Russland hat in der Vervollkommnung der Systeme der „nuklearen Triade“, einschließlich in puncto der Überwindung der Raketenabwehr, wirklich sehr große Fortschritte gemacht.

Über welche konkreten Raketen oder Systeme für die Überwindung der Raketenabwehr des potentiellen Gegners Wladimir Putin noch sprach? Es blieb noch genügend Unbekanntes übrig. Man muß sich jetzt kaum noch an die in der Ausrüstung vorhandenen Raketen „Wojewode“, „Topol“, „Jars“, „Sarmat“ und die übrigen Interkontinentalen Ballistischen Raketen erinnern, deren Kampfvorzüge im übrigen immer noch offensichtlich sind. Aber die Rede – immerhin aus dem Mund des Präsidenten – informiert über ganz neue Arten von Bewaffnung. Es ist durchaus möglich, dass er von der Hyperschall-Antischiffs-Rakete „Zirkon“ (bis zu 12 Mach, bis zu 400 km, 2-2,5 Wendungen, ria.ru) sprach, die fähig ist, eine Geschwindigkeit zu entwickeln, die weder irgendeine bereits existierende andere Rakete, noch eine in der Entwicklung befindliche entwickeln kann. Ihre vermuteten Träger sind Überwasser- und Unterwasserschiffe. Ihnen kann die amerikanische Raketenabwehr nichts entgegenstellen, das Abfangen des „Zirkons“ ist unwirklich, man kann nur nach der entsprechenden Zeit das Erreichen des Ziels feststellen.

Und sogar dann, wenn die Hyperschall-Raketen erst 2018 in die Ausrüstung der russischen Armee kommen sollten (wahrscheinlich kann es aber auch schon früher passieren, aber das ist nur eine Annahme), ist der amerikanische Abwehrschirm auch mit den heutigen Waffen der Raketentruppen strategischer Bedeutung sehr verwundbar.

Das Vorhandensein des Potentials der Raketen der landgestützten und schiffsgestützten Bestimmung der o.g. Raketen erlaubt es sogar bei der Vernichtung von 70-80 Prozent der Raketen noch auf den Anflugbahnen, dass bis zum amerikanischen Territorium ungefähr 400-500 Sprengköpfe gelangen, die mit ihrer zerstörerischen Kraft nicht nur auf Amerika, sondern auch zugleich auf das benachbarte Mexiko und Kanada treffen.
Es ist klar, dass der Sieger in diesem Krieg auch die Erde in die Finsternis eintauchen wird. Aber gerade die Wahrscheinlichkeit des gewährleisteten Antwortschlages hilft, die globale weltweite Katastrophe zu vermeiden. Und die aktuellen Worte von Präsident Putin über die Möglichkeiten der Überwindung der Raketenabwehr sind eine Warnung an die, die sich daran gewöhnt haben, dass Bomben in der Ferne abgeworfen werden, wohl wissend, dass sie oft keine Antwort bekommen haben. Nicht in jedem Fall. Sie werden heute eine Antwort bekommen!

Übersetzung eines Artikels von Wiktor Sokirko (Quelle)

http://vineyardsaker.de/2016/12/30/sokirko-raketenschutzschirme-und-russland/#more-162

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