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Ausland, Naher Osten

Nach Ost-Aleppo muss jetzt Idlib befreit werden

jubelbefreiung

von Thierry Meyssanhttp://www.voltairenet.org

Bild: Eine jubelnde Menschenmenge begrüßt die syrische arabische Armee in Aleppo.

Die Befreiung von Ost-Aleppo bedeutet das Ende des Versuchs, die syrische arabische Republik zu stürzen. Sie war nur durch den Verzicht von Katar und der teilweisen Wende der Türkei möglich. Ein Teil Syriens bleibt aber noch unter der Besetzung der im Dienst der NATO operierenden Dschihadisten. Die nächsten militärischen Siege und das Ende des Krieges hängen von geheimen Verhandlungen ab, die nun mit Mitgliedern der Atlantischen Allianz beginnen.

Die Befreiung von Ost-Aleppo durch die syrische arabische Armee war nur möglich, weil ausländische Akteure sich bereit erklärt haben aufzuhören, die Dschihadisten da zu unterstützen. Ihr Rückzug konnte nicht von der syrischen arabischen Republik ausgehandelt werden, sondern nur von der Russischen Föderation.

Moskau ist es gelungen, Katar umzudrehen und daraus einen seiner Verbündeten zu machen. Anfang Dezember wurde diese Wende durch den Verkauf von Moskau eines Fünftel des Kapitals von Rosneft an Doha besiegelt. Rosneft ist das Juwel von Russland, es ist das größte Unternehmen der Welt. Durch diese Transaktion, angeblich um das russische Haushaltsdefizit zu verbessern, haben Igor Setschin und Wladimir Putin die Energiepolitik der zwei größten Gas-Exporteure der Welt untrennbar vereint. In der Tat ließ Katar, obwohl es seit Mai über ein ständiges Büro am Sitz der NATO in Brüssel verfügt, seine Dschihadisten fallen.

Die andere Seite der Entwicklung ist die Türkei. Wenn sie auch als Staat noch Mitglied der NATO bleibt, ist Präsident Recep Tayyip Erdoğan persönlich ein Gegner von Washington geworden. Seit den Parlaments-Wahlen hat die CIA bereits viermal versucht ihn ermorden zu lassen, einschließlich am 15. Juli 2016. Moskau versucht also, sich auf Erdogan zu stützen, um die Türkei von den Vereinigten Staaten abzukoppeln.

Auch wenn dieses Manöver kompliziert ist und zeitaufwändig sein kann, hat es in Tel Aviv solch eine Panik ausgelöst, dass es die Ermordung von Botschafter Andrei Karlow in Ankara bestellte; ein von der New York Daily News, der viertgrößten US-Zeitung und Sprachrohr der zionistischen Lobby genehmigter und ordnungsgemäß gefeierter Mord. Vielleicht hat Tel – Aviv auch die Erschießung am selben Tag in Moskau des Direktors des Büros von Lateinamerika des russischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten, Peter Polshikov, gesponsert.

Nachdem Moskau den Tod von Karlov kurze Zeit als ein Doppel-Spiel von Erdoğan betrachtet hatte, da der Killer einer seiner Leibwächter war, hat Moskau festgestellt, dass dem wahrscheinlich nicht so war. Wladimir Putin hat dann die Sicherheit von Russland und seiner Auslandsvertretungen verstärkt. Außerdem bescheinigt diese Episode, dass Präsident Erdoğan, trotz des Anscheins, nicht mehr Herr im Hause ist.

Die Festnahme von ausländischen Offizieren in einem NATO-Bunker in Ost-Aleppo zeigt die Entwicklung des Konflikts. Es handelt sich vor allem um britische, amerikanische, französische, saudische und türkische Staatsangehörige. Durch die Bekanntmachung einer nicht erschöpfenden Liste von14 Namen hat Botschafter Bachar Ja’afari damit die Verantwortung der NATO übergeben; es ist ein ganz anderer Schritt als der vom Februar 2012, als Syrien mit Frankreich und der Türkei während der Belagerung des islamischen Emirats von Baba Amr bilateral verhandelte. Damals hatte Damaskus etwa 40 türkische und zwanzig französische Offiziere ihren ursprünglichen Armeen zurückerstellt, entweder über Mikhail Fradkov (russischer Geheimdienstchef), oder direkt an der libanesischen Grenze dem Admiral Édouard Guillaud (Chef der französischen Mitarbeiter). Aber das Abkommen, das mit Präsident Nicolas Sarkozy erzielt worden war, wurde von seinem Nachfolger, François Hollande, nicht eingehalten.

Die Existenz eines Bunkers der NATO in Ost-Aleppo bestätigt, was wir über die koordinierende Rolle für Dschihadisten des NATO LandCom, von Izmir aus, gesagt haben. Der Atlantische Rat, oberstes Organ des Atlantischen Bündnisses, hatte aber für diese Operation nie sein grünes Licht gegeben. Wie bei dem Angriff auf Tripolis (Libyen) im August 2011 hat Washington die Mittel der NATO ohne die Kenntnis von einigen seiner Mitglieder verwendet. Dabei wendet es die Rumsfeld-Doktrin an, wonach es keine dauerhafte Koalition für die Vereinigten Staaten mehr gibt, sondern nur Gelegenheits-Koalitionen, je nach Washingtons Objektiven.

Die Befreiung von Syrien sollte in Idlib weitergehen. Dieses Gouvernorat ist derzeit durch eine Reihe von Dschihad-gruppen ohne gemeinsamen Befehl besetzt. Sie sind nicht in der Lage, ihre Führung zu gewährleisten und noch viel weniger, die der Zivilbevölkerung; das Gebiet wird de facto von der NATO durch Pseudo-NGOs regiert. Das ist zumindest, was letzten Monat eine US-Denkfabrik konstatiert hat. Um die Dschihadisten zu besiegen müsste zuerst ihre Versorgungsroute abgeschnitten werden, d.h. in der Nähe der türkischen Grenze. Das ist genau das, was die russische Diplomatie derzeit unternimmt.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Al-Watan (Syrien)

http://www.voltairenet.org/article194710.html

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