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Ausland, Naher Osten

Wie geht’s weiter im Großraum Aleppo und Syrien?

grossraumaleppa-6-12-16

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Nachdem nun die letzten Terroristen raus aus Aleppo sind und die syrische Armee und ihre Partner damit die Schlacht um Aleppo gewonnen hat, stellt sich die Frage, wie es jetzt weitergehen wird im Großraum Aleppo und in Syrien überhaupt.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die syrische Armee und ihre Partner in den letzten viereinhalb Jahren mit der Befreiung von ganz Aleppo eine nahezu unglaubliche Leistung vollbracht haben, die so anspruchsvoll war, dass viele Beobachter sie für schier unmöglich gehalten haben. Man schaue nur auf eine Karte zur Lage in Aleppo im Jahr 2013:

Die Operationen zur Befreiung von Aleppo aus dieser schwierigen Situation waren nicht nur ausgesprochen anspruchsvoll, sondern natürlich auch sehr anstrengend. Aus diesem Grund ist es sehr wahrscheinlich, dass die syrische Armee und ihre Partner nach dem Erreichen dieses wichtigen Meilensteins erst einmal eine Pause machen und die Kämpfer reichlich Urlaub bekommen, zumal nun Feiertage wie Weihnachten, Neujahr, orthodoxes Weihnachten und das orthodoxe neue Jahr anstehen. Man kann deshalb getrost davon ausgehen, dass die syrische Armee und ihre Partner zumindest bis zum orthodoxen Neujahrsfast Mitte Januar, und aufgrund notwendiger Vorarbeiten sehr wahrscheinlich bis Anfang Februar, keine neue Großoffensive planen. Vielmehr darf damit gerechnet werden, dass die syrische Armee und ihre Partner die Feiertage und die kalte Winterzeit zu Initiativen für Waffenstllstände und Frieden in Syrien zu nutzen versuchen werden. Und in der Tat sind mit dem Vorschlag für von Russland, der Türkei und dem Iran gesponsorten syrisch-syrischen Gesprächen in Kasachstan auch schon deutliche Hinweise in Richtung solch umfassender Friedensbemühungen zu sehen.

Sollte das zu einem umfassenden und dauerhaften Frieden in ganz Syrien führen, so wären die syrische Regierung und ihre Partner natürlich überglücklich. Bedauerlicherweise ist es jedoch in einem Krieg regelmäßig so, dass der Feind versucht, die eigenen Pläne, und seien sie noch so gut gemeint und durchdacht, zu durchkreuzen. Und so ist von den von der Türkei, Iran und Russland unterstützten Friedensbemühungen lediglich zu erhoffen, dass ein Friedens- und Waffenstillstandsabkommen mit den von der Türkei unterstützten Kräften erzielt werden kann. Terrorgruppen wie ISIS und Al Kaida und sowie weitere von anderen Syrien feindlich gegenüberstehenden Mächten unterstützte Terrorbanden denken gar nicht daran, Frieden ausbrechen zu lassen, nur weil Russland, Iran und die Türkei das wollen. Und so ist leider damit zu rechnen, dass es schon während der Feiertage zu neuen größeren Angriffen von Terroristen und Söldnern der wahhabitisch-zionistischen Terrorgemeinschaft in Syrien kommen wird.

Offen ist kaum mehr als die Frage, wo die Terroristen hauptsächlich versuchen werden, zuzuschlagen. Plausible Möglichkeiten sind etwa die südwestliche Provinz Daraa, Ghouta im Umland von Damaskus, der Osten der Provinz Homs und natürlich die bis an Aleppo heranreichendeen Fronten der Idlib-Tasche. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Terroristen selbst schon wissen, wo sie ihren nächsten Angriffsschwerpunkt setzen werden. Die syrische Armee ist deshalb gut beraten, Kapazitäten vorzuhalten, um auf alle Entwicklungen angemessen reagieren zu können, und sollten die Terroristen an mehreren Fronten gleichzeitig angreifen, muss die syrische Armee Prioritäten setzen. Es ist nicht unplausibel, dass der nächste große Terrorangriff aus der Idlib-Tasche kommen wird.

Schon am gestrigen Freitag haben die Terroristen dort durch mörderische Raketenangriffe auf Stadtteile von Westaleppo unmissverständlich gezeigt, dass sie trotz ihrer schweren Niederlage in Aleppo weiterhin nicht zu einem Waffenstillstand oder Frieden bereit sind. Für die syrische Armee stellt sich daher weiterhin die Aufgabe der Sicherung von Aleppo gegen den Terror. Der Blick auf eine Karte vom Großraum Aleppo von Anfang Dezember zeigt die Herausforderung:

Dass auf der Karte vom 7. Dezember noch ein kleines Fleckchen im Südwesten der Stadt Aleppo als Terroristengebiet eingezeichnet ist, möge man sich bitte wegdenken, denn das wurde ja nun gerade von Terroristen evakuiert. Wichtiger ist nun das Umland von Aleppo. Der Süden und Südosten ist erstmal kein Problem für Terror in Aleppo mehr, denn da existiert eine breite Pufferzone. Im Osten ist nahe Aleppo noch ISIS-Gebiet verzeichnet, doch da kann die syrische Armee darauf warten, bis sich die türkische Armee und ihre Proxies mit ISIS um Al Bab geschlagen haben, um anschließend die ISIS-Tasche östlich von Aleppo recht leicht einnehmen zu können. Der Nordosten und Norden ist wieder unproblematisch, weil die Stadt Aleppo da reichlich Puffer hat. Problematisch ist hingegen der Nordwesten, Westen und Südwesten. Im Nordwesten sitzen die Terroristen sogar noch direkt an der Stadtautobahn und im Westen und Südwesten befinden sie sich noch in Vororten der Stadt, von wo aus sie zentralere Bezirke des Westens der Stadt mit Raketen terrorisieren können. Wir haben obige Karte zur Darstellung der Lage gewählt, weil daraus die Nähe der Terroristen zum Westen von Aleppo am Besten hervorgeht,

Angenommen, die Armee bekäme nun die vordringliche Aufgabe, die westliche Flanke von Aleppo zu sichern, was keineswegs sicher ist, weil möglicherweise andere Fronten in Syrien erstmal mehr Einsatz erfordern, wie könnte die Armee vorgehen? Plausibel erscheint der Weg, wieder, wie die syrische Armee das vor einer Weile schon einmal gemacht hat, auf den Hügel Shuwainah vorzurücken. Von dort aus könnte die syrische Armee dann über die Orte Mahrat Al Artiq und Babis eine weitere Operation nach Norden Richtung Zahraa und Nubol durchführen, womit das dicht bebaute Terroristengebiet von Anadan, Bayanoun, Hreytan, Kafr Hamra und Leiramoun umzingelt wäre. Über einen weiteren Vorstoß in das dünn bebaute Berggelände westlich vom Hügel Shuwainah könnte die syrische Armee weitere Dominanz gewinnen, und diese Dominanz dann dazu nutzen, nach Süden herunter in die Ebene letztlich bis Fuah und Kafraya Dominanz auszuüben. Sämtliche Gebiete dazwischen, von Mansoura über Khan Al Assal und Rashideen bis Khan Tuman, würden damit unhaltbar für die Terroristen werden.

Aber, wie gesagt, das ist alles recht ferne Zukunftsmusik, und insbesondere abhängig vom Verhalten der Terroristen und ihrer Unterstützer, allen voran der Türkei, kann alles noch ganz anders kommen. Auch ist es denkbar, dass ISIS-Anhänger und „moderate“ US-Lakaien sich demnächst in der Provinz Idlib einen blutigen Krieg untereinander liefern werden, wo syrische Armeekommandeure dann lieber erstmal Popcorn anstattt Munition bestellen sollten. Nichtsdestotrotz sieht es so aus, dass die syrische Armee und ihre Partner früher oder später die Westflanke von Aleppo sichern müssen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/12/24/wie-gehts-weiter-im-grossraum-aleppo-und-syrien/

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