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Kultur, Satire

Marken-Terror geht niemals ohne Ausweisdokumente

whatisney

von Wilfried Kahrs – https://qpress.de

Berliner Bären aufbinden: Da haben wir aber gerade nochmal die Kurve gekriegt. Fast wollte es schon so aussehen, als sollte sich die Geschichte weiter völlig im Dunkeln verlaufen. Wie peinlich wäre denn das nur geworden? Gott sei Dank hat man jetzt noch ganz fix die obligatorischen Ausweispapiere in dem polnischen Laster … unter’m Sitz … finden können. Das war wirklich auf den letzten Drücker, gerade bevor das staunende Publikum, aufgrund der ersten Zugriffspanne, mürrisch werden wollte. Das beruhigt jetzt in mehrerlei Hinsicht, wie wir kurz erläutern wollen.

Natürlich wäre es für die Merkel-Politik günstiger gewesen, man hätte jetzt endlich mal einen “deutschen Irren” oder “Drogensüchtigen” als Täter vorführen können. Da aber der IS bereits diese irrsinnige Tat für sich reklamierte, war es offenbar sinnvoller doch nochmal intensiv unter dem LKW-Sitz nachzuschauen und siehe da, es hat sich wirklich gelohnt. Hier etwas detaillierter beschrieben: Die Ermittler haben nach SPIEGEL-Informationen im Lkw von Berlin ein Ausweisdokument gefunden. Es ist auf einen Tunesier ausgestellt.[SpeiGel auf Linie]. Damit bekommt der Vorgang entsprechende Konturen und wir sind wieder in den uns vertrauten Terror-Mustern.

Wir wissen bereits seit dem 11. September 2001, dass zu hochrangigen Terror-Attacken immer “überlebende Ausweisdokumente” dazugehören. So lagen schon auf dem Trümmerhaufen des World Trade Center die unversehrten Ausweispapiere eines der Flugkünstler, die mit zwei Flugzeugen sogleich drei ganz große Gebäude zum in Schutt und Asche flogen. Eine bis heute nie wieder erreichte Terror-Meisterleistung von 19 ahnungslosen Teppichmesser-Fritzen. Die Serie setzt sich nahtlos fort. Letzteres, gut erinnerliches und hochrangiges Terror-Beispiel für diese Form des sich selbst identifizierenden Terrors war der Anschlag auf die Charlie Hebdo Redaktion in Paris. Auch dort überlebte ein Ausweis in einem Tatfahrzeug. Insoweit sollten wir es längst als guten Standard anerkennen, dass Marken-Terror niemals ohne Ausweisdokumente kommt.

Dieser Umstand (ver)führt zu einer weiteren Frage. Nämlich, warum die Polizei in Berlin, mit diesem Allgemeinwissen nicht binnen der ersten Stunden bereits den LKW von unten bis oben gefilzt hat? So musste der große Erfolg noch zwei Tage auf sich warten lassen. Natürlich sind wir mit unseren Mutmaßungen noch nicht am Ende. Jetzt wäre noch wichtig zu wissen, warum bei solchen Anschlägen überhaupt Ausweisdokumente zurückbleiben müssen. Normalerweise würde man ja jeden Täter des “Dilettantismus” bezichtigen, wenn er überhaupt irgendwelche identifizierende Dinge am Tatort zurückließe. Was macht den Marken-Terror so anders?

Jetzt wird es schon ein wenig böse aber immer noch nachvollziehbar, sofern die Geschichte doch für den “Lieben Gott” gemacht wird … bei denen von der anderen Glaubensfraktion heißt der Typ halt “Allah“. Dort steht dem vernehmen nach ein stringentes Belohnungssystem hinter solchen UN-Taten. Exakt dafür ist es notwendig, dass der Märtyrer später klar identifiziert werden kann, damit sich kein Falscher dort die Meriten einheimst. Dem Vernehmen nach ist ohne diese eindeutige Zuordnung kein herankommen an die “72-jährige Jungfrau“. Demnach dürfte es dieses Belohnungssystem sein, welches es zwingend erforderlich macht, dass immer irgendwelche Identifikationsmerkmale am Tatort zurückbleiben, damit später im Himmel kein Streit ausbricht. Reine Genanalysen, dazu namenlos, sind da wohl noch nicht so sehr in Mode. Ofenbar geht es im Himmel schon noch etwas traditioneller und altbackener zu. Auch das hätte die Polizei bereits alles wissen dürfen.

Marken-Terror geht niemals ohne AusweisdokumenteDamit aber weiterhin richtig “Action” in diesem Berlin-Thriller bleibt, ermittelt die Polizei dringlicher- und richtigerweise erst einmal gegen einen AfD Abgeordneten, gegen den Marcus Pretzell, wegen dem nebenstehend abgebildeten und ziemlich frevelhaften Tweet. Mit dem Gezwitscher wollte er der Angela Merkel die Schuld für diesen elenden Terror und die Toten in die Schuhe schieben. Das gehört sich einfach nicht. Wir zitieren dazu einmal mehr diese Quelle: ein Livevblog[SpeiGel auf Linie], wo folgendes notiert wird:

13.30 Uhr – Die Polizei München hat eine strafrechtliche Prüfung eines Tweets von Marcus Pretzell angekündigt. Das schrieb sie ebenfalls auf Twitter. Der AfD-Politiker hatte schon kurz nach dem Anschlag unter anderem geschrieben: “Es sind Merkels Tote.” Trotz heftiger Kritik ist der Tweet immer noch auf seiner Seite zu sehen. Pretzell reagierte gelassen auf die Aussagen der Polizei – und verhöhnt sie.

Die Ermittlungen könnten natürlich beträchtlich erweitert werden, auch historisch gesehen. Nicht dass die Polizei am Ende noch feststellen muss, dass die Toten des Zweiten Weltkrieges nichts mit Adolf Hitler und der von ihm vertretenen Politik zu tun haben. Das wäre dann ein total kontraproduktives Ermittlungsergebnis. Bei einer absehbaren Einstellung der Ermittlungen würde es die Politik grundlegend legitimieren und auch vertieft immunisieren. Womöglich ist das auch Ziel der Ermittlungen. Vermutlich werden sich Pretzell und Merkel auf dieser Ebene nicht ernsthaft bekriegen wollen. Dabei wissen wir doch längst, dass immer und in jedem Fall das kriegsgeile Volk die Schuld an allen Gemetzeln trägt. Die Politik konnte diese Bestien nur niemals zurückhalten, wie wir jüngst wieder aus Berlin erfahren mussten.

Marken-Terror geht niemals ohne AusweisdokumenteFalls jemand hier eine Schmähung der überaus beklagenswerten Opfer dieses hirnlosen Terrors von Berlin herauslesen möchte, der möge doch bitte noch einmal ganz von vorne anfangen und ein zweites Mal lesen. Dann bitte mit einem verschärften Fokus auf den “irrsinnigen Terror“, die Wiederholungselemente und die nicht weniger “wahnwitzige Politik“. Da sollen Zusammenhänge bestehen, die aber schon viel früher einsetzen, man sagt, das Jahr 2001 ist beachtlich dafür und seither natürlich die Folgejahre, in dem der Teufelskreislauf begann sich zu drehen und an Fahrt aufzunehmen.

https://qpress.de/2016/12/21/marken-terror-geht-niemals-ohne-ausweisdokumente/

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Marken-Terror geht niemals ohne Ausweisdokumente

  1. es scheint sich bei verschwörungstheoretikern noch nicht rumgesprochen zu haben, warum Terroristen immer ihre ausweise zurücklassen: nur so erfahren Isis o.ä. durch die weltweite Berichterstattung mit namentl. Nennung, welcher ihrer vielen Anhänger es letztendlich war. nur so kann für die Familien der “Märtyrer” die lebenslange Finanz. Unterstützung durch isl. Organisationen sichergestellt werden.
    ich glaube nicht daß Geheimdienste so doof wären, bei false-flag-operationen zigmal hintereinander das gleiche Drehbuch aufzuführen. das wäre zu auffällig. so einfach ist es wohl nicht. ich glaube eher daß einige linke ein Problem damit haben, die Existenz isl. Terrors zu sehen.

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    Verfasst von günter | 22. Dezember 2016, 14:51
    • Was kein Wunder ist, werden doch die Nichtrechten mit der Existenz der Stay Behind Organisationen konfrontiert, die über viele Jahre wirken konnten und dabei stets Rückhalt aus finanzkräftigen Kreisen genoßen. Und die waren bezahlte Terroristen denen man Nähe zu staatsinternen Kreisen nachwies. Dann noch nsu. Die Rechte tat und tut viel dafür, sich in ein scheinheiliges Licht zu rücken. Warum zB. wusste Bachmann so früh bescheid? Wie man es dreht und wendet, da kommt nichts gutes raus. Und leider dauert es immer viel zu lange bis sich das herausstellt. Oder auch nicht.
      Die Zweifel sind aus diesem Blickwinkel also durchaus nachvollziehbar. Übrigens sind die Verbindungsgedanken der Verknüpfung von Fakten stets Theorie, die der Deutungshoheit final unterliegt. Die aber wiederum dem jeweiligen Meinungsbildungssystem unterliegt. Bis eben …
      Bei Zweifeln ist das Mundaufmachen demnach alternativlos. Auch wenn der Zeitpunkt eine kritische Größe darstellt.. Alleine die Geldzwänge, die dem System immanent sind, brauchen diese Kompensation und kritische Begleitung, die auch Grundsatzfragen stellt, die wiederum auf kritische Begleitung der Gegenmeinung hoffen darf.

      Die ganz große Keule Verschwörungstheorie kann man bei diesem und den meisten Artikeln getrost stecken lassen. Wenn man Fragen mitnimmt, ist der Artikel sinnvoll genug.

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      Verfasst von upp | 24. Dezember 2016, 1:46

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