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Asien, Ausland

Diktatorin Park Geun-hye klammert sich an die Macht wie ihr Vater Diktator Park

fackelmarsch

von Einar Schlereth – https://einarschlereth.blogspot.de

Bild: Fackelmarsch zum Blauen Haus am 12. November

Am sechsten Wochenende haben jetzt wieder hunderttausende Koreaner in Seoul und anderen Städten Südkoreas (insgesamt geschätzte 2 Millionen) gegen die Diktatorin Geun-Hye demonstriert und ihren Rücktritt verlangt. Die Parteien der Opposition haben in der vergangenen Woche eine Gesetzesvorlage für ihre Absetzung eingebracht, die von der Mehrheit der Abgeordneten unterstützt wurde, doch erfordert dies Papier die Zustimmung von zwei Dritteln der Volksvertreter.

Ebenso große Demonstrationen gab es nur vor 35 Jahren (in den 1980-er Jahren) gegen ihren Vater, dessen Brutalität sie von ihm geerbt hat. Diktator Park führte damals neoliberale Gesetze ein und ging rabiat gegen die Gewerkschaften vor. Die damaligen Demonstrationen gingen dann in die pro-Demokratie-Bewegung über. General Park war durch einen Militärcoup an die Macht gekommen und wurde 1979 ermordet, nachdem 4 Jahre zuvor schon versehentlich seine Frau bei einem ihm zugedachten Anschlag ermordet wurde.
Die allergrößte Demo fand am 12. November statt, als allein in Seoul 1 Million Menschen demonstrierten. Die Diktatorin ist verwickelt in Korruptions-Affären und Vetternwirtschaft, insbesondere mit der Tochter eines berüchtigten Sektenführers, der schon mit Papa Park eng befreundet war.

Die Tochter des Sektenführers nutzte ihre guten Beziehungen zur Diktatorin, um große Unternehmen zu erpressen. Außerdem habe sie sich in Staatsangelegenheiten eingemischt. Zuerst ging es eigentlich nur um sie, bis herauskam, dass Geun-Hye eifrig mitgemischt hat. Darauf ist die Zustimmungsrate für Heung auf 5 % gesunken, ein Rekord in der südkoreanischen Geschichte. Trotzdem ist sie in keiner Weise zur Kooperation mit den Gerichten bereit, um das Ausmaß des Skandals zu erforschen. Diese Arroganz hat die Wut der Bevölkerung weiter angefacht.

Deswegen wird angenommen, dass die Demo am nächsten Wochenende noch größer werden wird. Aus wahlpolitischen Gründen halten sich die Oppositions-Parteien noch etwas bedeckt.

Gleichzeitig hat der Terror gegen die Arbeiter und ihre Gewerkschaften weiter zugenommen. Heung hatte 2013 bei den (gefälschten) Wahlen ökonomische Reformen und höhere Löhne versprochen, woraus aber nichts geworden ist.

Hingegen hat sie ihren Eifer der Glorifizierung ihres Vaters gewidmet und versuchte, die Geschichtsbücher neu zu schreiben, vor allem auch für den Schul-Unterricht.
Auch die Privatisierung des Gesundheitswesens und der Eisenbahn lag ihr am Herzen, wogegen es große Streiks gegeben hat. Und in ihrer Amtszeit wurde auch gegen alle Proteste, die teilweise mit Gewalt niedergeschlagen wurden, die riesige neue US-Marinebasis auf der Insel Jeju gebaut, die von der UNO zum Weltkulturerbe erklärt wurde (s. meinen Artikel hier).

Es ist zu hoffen, dass die Opposition ihre kleinlichen taktischen Manöver unterlässt und sich tatkräftig dem Willen des Volkes anschließt, um diese koreanische „Killary“ mit der nächsten Mamuth-Demo hinwegzufegen.

https://einarschlereth.blogspot.de/2016/12/diktator-park-geun-hye-klammert-sich.html#more

 

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Diktatorin Park Geun-hye klammert sich an die Macht wie ihr Vater Diktator Park

  1. Eine ganz wichtige Hintergrundinformation ist folgendes:
    – Im Koreakrieg 1950-53 ging es ursprünglich, entgegen der im Westen verbreiteten Geschichtslügen und -legenden, im wesentlichen um den Kampf gegen die alte koreanische Oberschicht, die bis 1945 mit der japanischen Kolonialmacht kollaboriert hatte. Die USA „übernahmen“ ab 1945 einfach diese im Volk allgemein verhasste Oligarchie und wollten sich auf diese stützen. Als bloßes Aushängeschild diente damals Syngman Rhee, der selbst zwar kein Ex-Kollaborateur war (hatte in China und USA gelebt), wohl aber seine Klientel der Großgrundbesitzer und ehemaligen Offiziersfamilien der japanischen Armee.
    – AUS DIESEM GRUND desertierten zu Beginn des Koreakrieges die südkoreanischen Soldaten in Massen bis zur Regimentsstärke zu den relativ zögerlich vorrückenden nordkoreanischen Truppen (das mit dem „Überraschungsangriff“ der nordkoreanischen Truppen ist beweisbar eine Geschichtslüge). Für die einfachen Koreaner ging es damals nicht um „Kommunismus“ oder „Demokratie“, sondern um den endgültigen Sturz der koreanischen Oligarchie, die untrennbar mit der japanischen Kaiserreich verbunden gewesen war.
    – Der von Seiten der USA und ihrer Vasallen mit äußerster Brutalität geführte Koreakrieg zementierte die Spaltung Koreas und war von da an Existenzgrund und Legitimation des Kim-Regimes im Norden.
    – Syngman Rhee wurde nach Kriegsende als Diktator im Süden etabliert, war aber auch dort so diskreditiert, dass er schon 1960 durch Studentenunruhen gestürzt wurde.
    – Der drohenden Demokratisierung nach dem Sturz Syngman Rhees kam der Vater der heutigen Präsidentin zuvor, Park Chung-Hee, der mit 1500 Soldaten einen Putsch anführte und bis 1979 eine „Entwicklungsdiktatur“ installierte, die sich mit gelegentlichen manipulierten Wahlen eine Art „demokratisches Mäntelchen“ verschaffte.
    – Es kam aber schon während seine Regierungszeit heraus, dass Park tatsächlich japanischer Offizier gewesen war während der Kolonialzeit. Er repräsentierte demnach für die meisten Koreaner ganz instinktiv die verhasste alte projapanische Oberschicht und wurde möglicherweise der verhassteste Mann in ganz Korea, wobei dieser Hass allerdings unter der drückenden Repression unter der Oberfläche brodelte. Dieses Brodeln kam auch durch zahlreiche Attentatsversuche zum Ausdruck, schließlich wurde Park durch seinen eigenen Geheimdienstchef aus persönlichen Gründen ermordet.
    – In einem Land, wo die Feindschaft gegen die alte Oligarchie und gegen die US-Besatzung sich nur indirekt ausdrücken kann, spielen solche Symbole und Symbolfiguren eine große Rolle.So kam es 2008 in Südkorea zu einer gewaltigen Bewegung gegen Rindfleisch-Importe aus den USA, begründet mit der BSE-Gefahr, aber tatsächlich basierend auf einem ganz grundsätzlichen „antiamerikanischen“ Ressentiment in der proletarischen Bevölkerung, selbst derjenigen Teile, die relativ unbewusst und weit rechts orientiert sind.
    – Eine Präsidentin wie Park Geun-hye ist da natürlich – wenn sie auch noch bei Korruption ertappt wurde – eine ideale negative Identifikationsfigur, als Tochter eines ehemaligen Kollaborateurs, der immer im Verdacht stand, eigentlich dem japanischen Kaiserreich nachzutrauern. Selbst große Teile der herrschenden Klasse in Südkorea sind gegenwärtig eifrig bestrebt, sich von Park Geun-hye abzugrenzen, denn diese gibt sich heutzutage „nationalistisch“ und verschweigt ihre eigenen düsteren kollaborationistischen Wurzeln.
    – Alle diese Faktoren aber erklären, warum Park Geun-hye so verhasst ist wie es der Fall ist. Für breite Teile der Bevölkerung repräsentiert die in Persona die korrupte kollaborationistische Oberschicht bis 1945, kein Wunder, dass Millionen zusammenströmen, um gegen sie zu demonstrieren, denn das ist auch ein Ausdruck für viel mehr, was da unter der Oberfläche kocht.

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    Verfasst von Nemetico | 9. Dezember 2016, 13:23

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