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Ausland, Welt

Dies und Das – Aussichten: Neblig

trumpputinmerkelerdogan

von http://vineyardsaker.de

Es ist momentan nicht leicht, die Lage einzuschätzen. Oberflächlich betrachtet mag es leicht aussehen, aber das liegt nur daran, dass diverse Parteien teilweise geradezu plakative Shows betreiben. Der „gute Mann des Volkes“ Trump ist da nur ein Beispiel von so etlichen.

Der vermutlich treffendste und maßgeblichste Begriff für die derzeitige Situation ist der einer Grauzone mit Tendenz zu sehr erheblichen – und zweifellos mitunter auch überraschenden – Veränderungen.

Zwei Beispiele:

erdogan schien sich von einem Tag zum nächsten um 180° zu drehen und voll auf die ziocons Linie einzuschwenken. Nahezu zeitgleich wetterte er andernorts gegen die eu und drohfuchtelte mit einer denkbaren SCO Mitgliedschaft. Moskau zeigte sich für seine Verhältnisse geradezu plakativ und laut irritiert und kurz darauf drehte erdogan sich um 150° zurück.

Warum macht der das? Ist der irre? Nein, ist er nicht. Er tut einfach in etwa das, was die Darsteller in einer Kleinstadt Inszenierung tun, die an eine Operette erinnert.

Die Grauzone. Trump, der noch nicht wirklich einschätzbar ist und das auch gar nicht sein will, ist noch nicht im Amt. Und obama. der in einem entzweiten, durch ihn jedenfalls nicht kontrollierten Scherbenhaufen sitzt, ist zwar noch präsident, aber schon lange nicht mehr der Mann, der die verbindlichen Ansagen macht. Faktisch ist die usppa zur Zeit im wesentlichen durch die ziocon Fraktion bestimmt (und durch satanistische Umtriebe, die immer offensichtlicher werden).

*Natürlich* werden Syrien, Russland und Iran die cia-gesponsorten terroristen ausschalten und Syrien befrieden. Gleich was sie will oder nicht will; es reicht doch bei der nato vorne und hinten nicht, in Syrien noch über Störfeuer und bösartige Aktionen hinaus den Gang der Dinge zu bestimmen. Aber eben das kennzeichnet die ziocons: Es muss nicht mehr sinnvoll sein, was sie tun; sie handeln zwanghaft satanistisch. Und aus deren Sicht ergibt das auch Sinn, denn nichts, absolut nichts, was ihnen hier blühen könnte, ist irgend auch nur vergleichbar mit dem, was ihnen blüht, wenn sie als Versager vor ihren Herrn treten.

erdogans Land ist geostrategisch zu attraktiv und zu wichtig, als dass die ziocons es gehen lassen könnten. Natürlich verlieren sie gerade die Macht und natürlich können sie erdogan letztlich nicht hindern. Aber sie können noch sehr großen und schmerzvollen Schaden anrichten. Kurz, erdogan *musste* – und ziemlich wahrscheinlich nicht das letzte Mal – etwas sagen, was die irren ziocons ein klein wenig beruhigt.

Zeit. Es geht um Zeit. Darum, die Zeit zu überbrücken, bis Trump im Amt ist und dann noch ein wenig Zeit, bis man halbwegs einschätzen kann, was seine wirklichen Leitlinien und Ziele sind.

Und Trump weiss das und setzt es bewusst und gezielt ein. Diese lächerliche Neuauszählingsaktion des grünen Dreckstücks z.B. hätte Trump sanft lächelnd ignorieren können. Tat er aber nicht. Er machte Äusserungen, die von den amis beider Lager als Ausraster interpretiert werden. Anders ausgedrückt: Er *will* die Ungewissheit (und die sehr geladene Atmösphäre), selbst wenn es nur eine kleine ist.
Ganz ähnlich hat Trump, nachdem der kurzfristig taktisch und operativ überaus wichtige Posten des Chefs des nationalen Sicherheitsrates besetzt war, immer wieder mit diversen Kandidaten gewunken und teilweise sogar erkennbar Spielchen à la „Ich halte euch A hin, aber dann wird es B“ gespielt. Und er hat dabei in so ziemlich jeden Topf gegriffen, von einer angesehenen aber nicht systemkonformen demokratin bis hin zu hardcore bankstern und neocons.

Warum tut der das? Immerhin riskiert er damit einiges, da sein Vorgehen nach herkömmlichen Maßstäben als unprofessionell gelten muss.
Zum einen natürlich eben deshalb. Dinge ganz anders als üblich zu machen ist naturgemäß ein ideales Signal an die Bevölkerung (und einige Interessengruppen), dass man so manches ganz anders zu machen gedenkt.
Der wohl wichtigste Grund aber dürfte der sein, dass er damit Verwirrung und Unsicherheit stiftet.

Man muss dabei sehen, dass Überraschungen in der politik verhasst sind. In gewisser Weise kann man sich politik wie so ein Spiel vorstellen, das ein Mittelding aus Labyrinth und Hindernissen ist, die teilweise verschiebbar sind. Allerdings eine große Version mit sehr vielen Hindernissen und Gängen. Dieses „Spielfeld“ gut zu kennen ist bereits eine beträchliche Leistung; Geheimdienste z.B. sind bei weitem weniger mit „007“ Aufgaben beschäftigt als damit, das Spielfeld, das ja in ein internationales eingebettet ist und mit anderen Spielfeldern verknüpft ist, immer möglichst gut zu kennen aber auch zu wissen, wo man etwas verschieben oder z.B. einen Querdurchgang im Labyrinth aufmachen kann.

Unwägbarkeiten sind einerseits Chance, andererseits und vor allen aber auch Risiko für politiker. Vor allem aber können sie kaum planen oder sinnvolle Bewegungen machen, wenn sie das Spielfeld nicht kennen. Genau da setzt Trump an. Das ist der eine Weg, wie man sie alle weitgehend lähmen kann. Nicht mit Militär, nicht mit dollars, nicht mit partei-Rankünen, sondern indem man Eisberge und Fallgruben ins Spielfeld bringt und reichlich Nebel über allem.
Übrigens, das nur am Rande, zeigt der Umstand, dass Trump das so macht, dass er brillante und sehr professionelle Strategen und Berater hat. Mir fiele auf der internationalen Bühne ansonsten nur noch Putin ein, der derart brillant und mit tiefer Kenntnis agiert. merkel oder steynmeyer sind daneben Schießbudenhampel.

Natürlich muss Trump auch Bedrohungsszenarien schaffen; immerhin ist sein Gegner zu allem entschlossen, um seine Macht zu erhalten. Vermutlich hat Trump durchaus beträchtliche Kräfte auf seiner Seite, z.B. das Gros der Polizei und zumindest sehr erhebliche Teile des Militärs. Allerdings – und da wird es interessant – hat er ein Kernproblem mit Putin gemeinsam. Auch Putin hat enorme Kräfte im Sicherheitsbereich hinter sich. Allerdings hat auch Putin stets versucht, einen anderen und oft sehr aufwendigen und langwierigen Weg zu gehen. Der Grund ist bei beiden sehr ähnlich – der Weg mit den Sicherheitsapparaten würde riskieren, massive Mengen an Leichen produzieren und selbst, wenn man gewinnt, den Staat nennenswert oder sogar erheblich schwächen.

Wie auch Putin wird Trump, so denke ich, die Kräfte im Sicherheitsapparat weitestgehend defensiv einsetzen. Ein denkbares und durchaus nicht unwahrscheinliches Szenario könnte – übrigens womöglich in Syrien – z.B. das sein, legitime Truppen loszuschicken, um den illegitimen cia Mördertruppen das Handwerk zu legen. Denn diese sind reine ziocon-truppen und scheren sich einen Dreck um ihr Land oder Gesetze; zudem sind sie eine Bedrohung der legitimen Regierung.
A propos: Von der Korruption in Russland wird häufig und gern gesprochen. Allerdings ist die usppa (und deren Vasallen ebenso) noch weitaus korrupter und vor allem viel schlimmer und hässlicher korrupt. Wer die usppa überleben und irgendwann mal gesundend sehen möchte, der wird da mit eiserner Hand aufräumen müssen.

Sie wissen alle nicht was kommt. Der nächste Aussenminister, ein für die halbe Welt extrem entscheidender und auch symbolträchtiger Posten ist nach wie vor unbesetzt. Auch Fragen wie die, ob Trump sich mit Tulsi Gabbard nur zum Vergnügen getroffen hat, sind völlig offen.

Für Russland ist das alles relativ bedeutungslos. Wenn Trump wirklich vernünftig und legitim gegenüber Russland auftreten und agieren will, schön. Wenn nicht, dann ist das russische Militär jederzeit fähig, jedwede Bedrohung nachhaltig abzuwehren und den Aggressor einen sehr, sehr hohen Preis zahlen zu lassen. Und auch, dass die Russen nich viel ausser sich selbst brauchen, ist ja nun hinreichend deutlich geworden. Aber Russland handelt ja auch wesentlich aus sich selbst.
Bei den vielen vasallen der amis dagegen sieht das ganz anders aus. Für sie ist jeder Furz aus washington von äusserster Wichtigkeit; daran kann durchaus das Fortbestehen einer „Regierung“ in eu-ropa hängen. Und sie wissen so gut wie nicht was kommt.

Wer aber nichts weiss, wer das Spielfeld nicht brauchbar gut kennt, der kann in der politik nur auf Zeit spielen oder aber auf hohes Risiko. Der italienische Hund spielt auf Risiko, andere auf Zeit. Ausser merkel. Die hat Trump den Krieg angesagt und unser Land (bös)willig zur Trutzburg der zionisten erklärt. (Die gute Nachricht dabei: Damit ist besiegelt, dass sie zumindest politisch nicht mehr lange lebt).

Zurück zu erdogan. Wird der wirklich in absehbarer Zeit der SCO beitreten? Ich glaube nicht. Es ist lediglich beiden, erdogan wie auch der SCO nützlich gewesen, ihn damit winken zu lassen. Was erdogan wohl wirklich will – und abwarten muss – ist der Verbleib in einer zunehmend zerfallenden nato mit einem fließenden Übergang für die türkei in Richtung Block-Neutralität oder eventuell, sollte das realistisch und attraktiv möglich werden, in die Mitgliedschaft als wichtiges Kernmitglied in einer regionalen Gruppierung, die auch weitgehend neutral sein wollen dürfte.
Sollte die nato zerfallen oder auch nach aussen und offiziell zur Farce verkommen (faktisch ist sie das bereits), dann ergibt sich eine Situation, in der in Europa zwangsläufig eine oder mehrere Bündnisorganisationen entstehen werden und in der es naheliegt, im Nahen Osten sehr ähnlich zu verfahren. Auch Russland und die usppa könnten damit leben, wenn diese Organisationen nicht oder nur tendenziell einer Seite zugerechnet werden.

Abschließend noch kurz das zweite Beispiel. Der iwf verzögert ukrostan die dringlich erwartete Geldspritze, was nebenbei bemerkt, in der Vorweihnachtszeit sozial und psychisch umso hässlicher ist für das zionazi-regime. Und Russland hat den ukros wohl dezent mitgeteilt, dass man alle im Zuge der „Übung“ direkt neben der Krim abgefeuerten Raketen abschießen wird und dann vielleicht Schwierigkeiten haben könnte, den russischen Generälen zu erklären, dass sie nicht gleich weitermachen sondern bitte wieder einpacken und in ihre Kasernen zurückfahren sollen.

Nebel und Eisberge überall, auch für das ukro-regime. Hässliche Ideen hätten sie viele, reichlich Druck von diversen Seiten auch, aber entscheiden können und wollen politiker nur äusserst ungern, wenn sie das Spielfeld nicht kennen.

http://vineyardsaker.de/2016/12/03/dies-und-das-aussichten-neblig/#more-73

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