Linke Zeitung

Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

Werbeanzeigen

Bericht von Eugen Hardt

Nachdem der Zentralrat der Exmuslime auf einer Veranstaltung im Oktober Rana Ahmed über ihre Flucht aus Saudi-Arabien berichten ließ, kam gestern die Irakerin Worood Zuhair zu Wort, die aus dem schiitischen religiösen Zentrum Kerbela flüchtete.
Sie ist das Opfer eines versuchten Ehrenmordes ihrer Familie. Noch heute, nach 8 Jahren ist Worood gehbehindert und leidet unter starken Schmerzen. Gleichzeitig zieht sich die Bearbeitung ihres Asylgesuches hin. Ohne Asylstatus wird ihr aber medizinische Versorgung verweigert; diese gibt es nur bei akuten Notfällen.
So blieb die Vorstellung von der Realität der Frauenunterdrückung nicht im Abstrakten, sondern gewann für die über 50 Besucher eine höchst bedrückende emotionale Nähe.
Es wurde deutlich, daß die Debatte darüber, ob der Islam friedlich oder gewalttätig wann und von wem interpretiert wurde die Realität von Frauen komplett ignoriert, die in konkreten islamisch geprägten Gemeinschaften gefangen gehalten werden. Was müssen Rana und Worood von einer deutschen Gesellschaft denken, die einem offensichtlich kranken und leidenden Ehrenmordopfer medizinische Betreuung verweigert ? Wie hoch muß man ihren Mut bewerten, in der Öffentlichkeit gegen dieses mörderische System aufzubegehren  – wohl wissend, daß vom deutschen Staat keine Hilfe gegen den langen Arm der familiären Mordkommandos zu erwarten ist ? Was müssen sie erst von dem Teil der Linken denken, der wie der Bundesvorstand der SDAJ aktuell die Vorsitzende des Zentralrats der Exmuslime des „Rassismus“ und der „Muslimfeindlichkeit“ zeiht und seine Hamburger Gruppe zwingt eine Veranstaltung mit ihr abzusagen ?
Dieser Teil der Linken mißbraucht zunehmend den Begriff Rassismus. Mit der Keule des Vorwurfs des „Kulturrassismus“ wird auf Kritik am Islam und Rechtsformen, die sich auf ihn berufen, eingedroschen. Auf diese Weise verrät man die eigene Kultur, die eigene Identität, welche darin besteht, stets auf der Seite der Unterdrückten und Verfolgten zu stehen und zwar nicht im individuell moralischen, vielmehr im politischen Sinne, also gegen alle Systeme und Ideologien zu kämpfen in denen Menschen ausgegrenzt, herabgewürdigt und gedemütigt werden.
Eine sich so verstehende Linke darf nicht Ideologien und Gruppen tolerieren, die im Namen welcher Religion auch immer, Frauen unterdrücken, entrechten und umbringen. So wurde es auch von Frau Ahadi formuliert und von allen Anwesenden bekräftigt. es geht nicht darum akademisch „den Islam“ zu bekämpfen, wohl aber darum die Scharia, also einen mittelalterlichen menschenfeindlichen Kodex der Frauenunterdrückung mit religiösem Anstrich. Linke Identität besteht nicht darin, einem Multikulturalismus das Wort zu reden, der die Scharia – ganz oder in Teilen – als gleichberechtigte „Kultur“ akzeptiert, sondern es besteht „die Notwendigkeit, die Geistlichkeit und sonstige reaktionäre und mittelalterliche Elemente zu bekämpfen, die in den zurückgebliebenen Ländern Einfluß haben“ (Lenin Werke Bd. 31, S. 137)

Nach der Rede von Worood Zuhair folgt eine erste Stellungnahme des hpd zur Beschimpfung Frau Ahadis als „Rassistin“.

Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

Einführungsrede von Rana Ahmed aus Saudi-Arabien.
Organisatoren: Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) und Giordano Bruno Stiftung Köln (GBS)

Vortrag von Worood Zuhair

In religiösen Gemeinschaften breiten sich Heuchelei, Gewalttätigkeit, Sexualverbrechen und Mord aus und sind zur Normalität geworden. Wenn ein Mann und eine Frau alleine sind, ist die Frau der Gnade des Mannes ausgeliefert. Die Isolation von Männern und Frauen im täglichen Leben führt dazu, daß sich Männer wie tollwütige Hunde verhalten. Sie belästigen, schlagen und vergewaltigen Frauen, sogar aus der eigenen Familie, und ihre taten sind von ihrer Religion und den Gesetzen gerechtfertigt.

Es gibt keine soziale Ausgewogenheit. Nur weil jemand mit zwei Hoden geboren wurde wird er durch seine frauenfeindliche Religion vor Sklaverei bewahrt. Ich möchte diejenigen, die die Befähigung von Frauen einschränken und ihnen verminderte Geisteskräfte zuschreiben, daran erinnern, daß eure Propheten, Geistliche, Imame und sonstigen Größen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern aus der Vagina von Frauen das Licht der Welt erblickt haben. Zum Glück für die Frauen sind ihre Vaginas nicht nur für Sex zu gebrauchen, sondern auch zur Produktion von Kindern. Andernfalls würden ihre muslimischen Eltern sie abschneiden, zunähen und über der Tür aufhängen mit einer Gravur „Dies war ein Schandmal, welches durch Gottes Wille ausgemerzt wurde“.

Der Mann kontrolliert in der Familie jeden Aspekt des weiblichen Lebens, sogar wenn er jünger ist. Erwachsene Frauen werden wie Kinder behandelt. Frauen haben kein Recht, Entscheidungen über ihr eigenes Leben zu treffen. Sie werden als Besitztum der Familie und der religiösen Gemeinschaft betrachtet. Männliche Verwandte haben die Pflicht über die Keuschheit der Frauen zu wachen, weil der Islam lehrt, daß Frauen schmutzig sind und nicht über die Fähigkeit von moralischen Entscheidungen verfügen. Ihre Jungfräulichkeit ist das Fundament der Ehre der Familie, ihrer Ethik, Stärke und ihres Zusammenhalts.

Das Versagen einer Frau keusch zu bleiben – selbst im Falle einer Vergewaltigung – stellt eine soziale Katastrophe allererster Ordnung für die gesamte Familie dar und bringt Schande über sie. Mit dieser verdrehten Logik wird im Falle einer Vergewaltigung nicht der Angreifer bestraft, sondern das Opfer umgebracht, um die Schande von der Familie zu waschen, die die Frau über sie gebracht hat. Zur Ehrverletzung führen angebliche oder vermutete sexuelle Verfehlungen, der Wunsch der Frau, sich ihren Ehemann selbst auszusuchen oder ihre Forderung nach einer Ehescheidung. Eine solche Schande gibt dem Mann das Recht zu töten. In Ländern wie Irak, Saudi-Arabien und Jordanien werden Frauen durch ihre männlichen Verwandten vor Familiengerichten zum Tode verurteilt, um ihre Ehre wieder herzustellen.

Im Zuge des Zustroms muslimischer Einwanderer häufen sich solche Vorfälle in Europa und selbst in Amerika. Es gibt kein Gesetz, das uns vor dieser männlichen Macht beschützt, welche sich auf das islamische Recht stützt, das zu Gewaltverbrechen im Namen von Ehre und Schande aufruft.

Die meisten Frauen überleben diese Gewalt nicht, ich schon. Ja ich bin die Überlebende eines versuchten Ehrenmordes und spreche heute für diejenigen, die nicht für sich sprechen können.

Ich schrie so laut ich nur konnte, aber niemand antwortete. Er schlug mich weiter bis ich nichts mehr spürte. Ich verlor das Bewußtsein und als ich wieder zu mir kam, war mein Gesicht geschwollen, die Lippen bluteten und ich verspürte einen wie Feuer brennenden Schmerz im Rücken.

Eine Frau aus der Nachbarschaft hörte mich schreien, doch sie kam nicht um mir zu helfen, sondern um mich aufzufordern nicht so laut zu schreien. Ihr war es egal was mir passiert war, sondern wollte dafür sorgen, daß ich beim nächsten Verprügeln leise wäre, um die Männer der Umgebung nicht zu verführen.

Trotz meiner Verletzung und aller nur denkbaren Versuche meiner Familie, Gesellschaft und Religion, mein Leben zu zerstören, hielt ich an meinem Ziel fest Freiheit zu erlangen und beschloß aus diesem Land der Hölle zu flüchten. Ich machte mich auf eine Reise von 8300 km um Freiheit zu finden. Ich bin die Frau, von der alle Welt erwartete, daß sie unterwegs sterben werde. Aber schließlich kam ich in dem Land an, das mir Freiheit zusicherte. Ich bin nicht nur eine rebellische Frau aus dem Irak. Ich bin eine Frau, die sich von den Fesseln dieser religiösen Gesellschaft befreite, etwas wovon viele Frauen in der muslimischen Gemeinschaft träumen.

Ayaan Hirsi Ali sagte einmal „Es gibt Zeiten, in denen Schweigen Komplizenschaft mit der Ungerechtigkeit bedeutet“. Wirksamer Wandel erfordert einen starken institutionelle Rahmenstruktur und staatliche Stellen, die die Macht haben Gesetze durchzusetzen. Wir müssen die Führer der Welt kontaktieren und auf sie Druck ausüben Gesetze zu erlassen und dafür zu sorgen, daß diese verstanden und wirksam werden. Dies erfordert eine koordinierte Anstrengung und fordert von uns Zusammenarbeit.

Arbeiten wir zusammen daran diese Ungerechtigkeit zu beenden.

Übersetzung LZ

exmuslime.com/rebellische-frauen-im-islam-veranstaltung/

Linksjugend bezeichnet iranische Religionskritikerin als Rassistin

Nachdem die Menschenrechtlerin und Religionskritikerin Mina Ahadi von der Hamburger Linksjugend für einen Vortrag eingeladen wurde, schaltete sich der Bundesvorstand der Jugendorganisation ein. In einer Stellungnahme bezeichnete er Ahadi als „rechtsoffene Islamhasserin“. 

Mina Ahadi zählt zu den bekanntesten und zugleich schärfsten Kritikern des politischen Islam. In ihrer Funktion als Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime wurde sie von der Linksjugend Hamburg für einen Vortrag zum Thema „Frauenrechte und Islam“ eingeladen. Im Vorfeld der Veranstaltung schaltete sich jedoch der Bundessprecher*innenrat (BSpR) bzw. Vorstand der linksjugend [’solid] ein, um gegen die Einladung ihrer Ortsgruppe vorzugehen.

Die Hamburger Linksjugend veröffentlichte eine verbandsinterne Stellungnahme des BSpR, in dem es dazu heißt: „Mit Mina Ahadi wurde eine nach rechts offene Islamhasserin eingeladen.“ Als Beleg wurde eine Auflistung von Beiträgen angeführt, die Ahadi auf dem rechtsextremen Portal „PI-News“ geäußert haben soll.

Nachweislich hatte Ahadi solche Aussagen nie getätigt. Zwar wurden andere Beiträge von ihr auf dem Portal veröffentlicht. Von diesem distanzierte sie sich jedoch, nachdem sie über dessen politische Ausrichtung informiert wurde. Dementsprechend erklärte die Hamburger Linksjugend: „Durch die gegenteilige Behauptung des BSpR könnte sogar der Tatbestand der Verleumdung, §187 StGB erfüllt sein. Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des BSpR und der beteiligten Personen bei Mina Ahadi und werden andernfalls rechtliche Schritte gegen den BSpR und die involvierten Personen einleiten.“

Daniel Kerekeš, Mitglied im BSpR, kommentierte anschließend auf Facebook: „Ja, ihr habt in einem Punkt Recht. Der Fehler war, dass dort stand es wären Ahadis aussagen auf Pi News. Dabei waren das lediglich Aussagen auf PI News. Beispiele um den Charakter der Seite zu verdeutlichen. Das wurde geändert, wir bitten um Entschuldigung.“

Verbreitet Mina Ahadi einen „antimuslimischen Rassismus“?

An der Behauptung, Mina Ahadi sei rechtsoffen, hält man beim Vorstand der Linksjugend jedoch fest. Bei einer telefonischen Nachfrage wurde dem hpd mitgeteilt, dass Ahadi einen „antimuslimischen Rassismus“ vertrete. Eine schriftliche Stellungnahme wolle man zur Zeit aber nicht abgeben, da es sich um einen internen Beschluss gehandelt habe.

Das Verbreiten von „antimuslimischem Rassismus“ wird Mina Ahadi auch öffentlich auf dem Portal „Die Freiheitsliebe“ vorgeworfen. Verantwortlich für die Seite zeichnet sich der bereits erwähnte Daniel Kerekeš.

Kritik an den Vorwürfen gegen Mina Ahadi äußerte der Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon. Aus gegebenem Anlass wurde ein Kapitel aus seinem Buch „Die Grenzen der Toleranz“ veröffentlicht, das sich mit dem Begriff des „Kulturrassismus“ (bzw. des „antimuslimischen Rassismus“) auseinandersetzt. Denn bei den Angriffen auf Mina Ahadi komme ein allgemeineres Problem zum Vorschein, nämlich eine „intellektuell unredliche Verwendung von Begriffen, die jede inhaltliche Substanz verlieren und somit nur noch als ‚Killerphrasen‘ im ‚empörialistischen Überbietungswettbewerb‘ taugen.“

Erst vor wenigen Monaten hatte Mina Ahadi große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie eine Einladung von Frauke Petry (AfD) in einem offenen Brief ablehnte. Zu den jüngsten Ereignissen wolle sie sich in Kürze ausführlich äußern.

http://hpd.de/artikel/linksjugend-bezeichnet-iranische-religionskritikerin-rassistin-13815

Werbeanzeigen

Werbeanzeigen