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Inland, Veranstaltungen

Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

notosharia

Bericht von Eugen Hardt

Nachdem der Zentralrat der Exmuslime auf einer Veranstaltung im Oktober Rana Ahmed über ihre Flucht aus Saudi-Arabien berichten ließ, kam gestern die Irakerin Worood Zuhair zu Wort, die aus dem schiitischen religiösen Zentrum Kerbela flüchtete.
Sie ist das Opfer eines versuchten Ehrenmordes ihrer Familie. Noch heute, nach 8 Jahren ist Worood gehbehindert und leidet unter starken Schmerzen. Gleichzeitig zieht sich die Bearbeitung ihres Asylgesuches hin. Ohne Asylstatus wird ihr aber medizinische Versorgung verweigert; diese gibt es nur bei akuten Notfällen.
So blieb die Vorstellung von der Realität der Frauenunterdrückung nicht im Abstrakten, sondern gewann für die über 50 Besucher eine höchst bedrückende emotionale Nähe.
Es wurde deutlich, daß die Debatte darüber, ob der Islam friedlich oder gewalttätig wann und von wem interpretiert wurde die Realität von Frauen komplett ignoriert, die in konkreten islamisch geprägten Gemeinschaften gefangen gehalten werden. Was müssen Rana und Worood von einer deutschen Gesellschaft denken, die einem offensichtlich kranken und leidenden Ehrenmordopfer medizinische Betreuung verweigert ? Wie hoch muß man ihren Mut bewerten, in der Öffentlichkeit gegen dieses mörderische System aufzubegehren  – wohl wissend, daß vom deutschen Staat keine Hilfe gegen den langen Arm der familiären Mordkommandos zu erwarten ist ? Was müssen sie erst von dem Teil der Linken denken, der wie der Bundesvorstand der SDAJ aktuell die Vorsitzende des Zentralrats der Exmuslime des „Rassismus“ und der „Muslimfeindlichkeit“ zeiht und seine Hamburger Gruppe zwingt eine Veranstaltung mit ihr abzusagen ?
Dieser Teil der Linken mißbraucht zunehmend den Begriff Rassismus. Mit der Keule des Vorwurfs des „Kulturrassismus“ wird auf Kritik am Islam und Rechtsformen, die sich auf ihn berufen, eingedroschen. Auf diese Weise verrät man die eigene Kultur, die eigene Identität, welche darin besteht, stets auf der Seite der Unterdrückten und Verfolgten zu stehen und zwar nicht im individuell moralischen, vielmehr im politischen Sinne, also gegen alle Systeme und Ideologien zu kämpfen in denen Menschen ausgegrenzt, herabgewürdigt und gedemütigt werden.
Eine sich so verstehende Linke darf nicht Ideologien und Gruppen tolerieren, die im Namen welcher Religion auch immer, Frauen unterdrücken, entrechten und umbringen. So wurde es auch von Frau Ahadi formuliert und von allen Anwesenden bekräftigt. es geht nicht darum akademisch „den Islam“ zu bekämpfen, wohl aber darum die Scharia, also einen mittelalterlichen menschenfeindlichen Kodex der Frauenunterdrückung mit religiösem Anstrich. Linke Identität besteht nicht darin, einem Multikulturalismus das Wort zu reden, der die Scharia – ganz oder in Teilen – als gleichberechtigte „Kultur“ akzeptiert, sondern es besteht „die Notwendigkeit, die Geistlichkeit und sonstige reaktionäre und mittelalterliche Elemente zu bekämpfen, die in den zurückgebliebenen Ländern Einfluß haben“ (Lenin Werke Bd. 31, S. 137)

Nach der Rede von Worood Zuhair folgt eine erste Stellungnahme des hpd zur Beschimpfung Frau Ahadis als „Rassistin“.

Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

Einführungsrede von Rana Ahmed aus Saudi-Arabien.
Organisatoren: Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) und Giordano Bruno Stiftung Köln (GBS)

Vortrag von Worood Zuhair

In religiösen Gemeinschaften breiten sich Heuchelei, Gewalttätigkeit, Sexualverbrechen und Mord aus und sind zur Normalität geworden. Wenn ein Mann und eine Frau alleine sind, ist die Frau der Gnade des Mannes ausgeliefert. Die Isolation von Männern und Frauen im täglichen Leben führt dazu, daß sich Männer wie tollwütige Hunde verhalten. Sie belästigen, schlagen und vergewaltigen Frauen, sogar aus der eigenen Familie, und ihre taten sind von ihrer Religion und den Gesetzen gerechtfertigt.

Es gibt keine soziale Ausgewogenheit. Nur weil jemand mit zwei Hoden geboren wurde wird er durch seine frauenfeindliche Religion vor Sklaverei bewahrt. Ich möchte diejenigen, die die Befähigung von Frauen einschränken und ihnen verminderte Geisteskräfte zuschreiben, daran erinnern, daß eure Propheten, Geistliche, Imame und sonstigen Größen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern aus der Vagina von Frauen das Licht der Welt erblickt haben. Zum Glück für die Frauen sind ihre Vaginas nicht nur für Sex zu gebrauchen, sondern auch zur Produktion von Kindern. Andernfalls würden ihre muslimischen Eltern sie abschneiden, zunähen und über der Tür aufhängen mit einer Gravur „Dies war ein Schandmal, welches durch Gottes Wille ausgemerzt wurde“.

Der Mann kontrolliert in der Familie jeden Aspekt des weiblichen Lebens, sogar wenn er jünger ist. Erwachsene Frauen werden wie Kinder behandelt. Frauen haben kein Recht, Entscheidungen über ihr eigenes Leben zu treffen. Sie werden als Besitztum der Familie und der religiösen Gemeinschaft betrachtet. Männliche Verwandte haben die Pflicht über die Keuschheit der Frauen zu wachen, weil der Islam lehrt, daß Frauen schmutzig sind und nicht über die Fähigkeit von moralischen Entscheidungen verfügen. Ihre Jungfräulichkeit ist das Fundament der Ehre der Familie, ihrer Ethik, Stärke und ihres Zusammenhalts.

Das Versagen einer Frau keusch zu bleiben – selbst im Falle einer Vergewaltigung – stellt eine soziale Katastrophe allererster Ordnung für die gesamte Familie dar und bringt Schande über sie. Mit dieser verdrehten Logik wird im Falle einer Vergewaltigung nicht der Angreifer bestraft, sondern das Opfer umgebracht, um die Schande von der Familie zu waschen, die die Frau über sie gebracht hat. Zur Ehrverletzung führen angebliche oder vermutete sexuelle Verfehlungen, der Wunsch der Frau, sich ihren Ehemann selbst auszusuchen oder ihre Forderung nach einer Ehescheidung. Eine solche Schande gibt dem Mann das Recht zu töten. In Ländern wie Irak, Saudi-Arabien und Jordanien werden Frauen durch ihre männlichen Verwandten vor Familiengerichten zum Tode verurteilt, um ihre Ehre wieder herzustellen.

Im Zuge des Zustroms muslimischer Einwanderer häufen sich solche Vorfälle in Europa und selbst in Amerika. Es gibt kein Gesetz, das uns vor dieser männlichen Macht beschützt, welche sich auf das islamische Recht stützt, das zu Gewaltverbrechen im Namen von Ehre und Schande aufruft.

Die meisten Frauen überleben diese Gewalt nicht, ich schon. Ja ich bin die Überlebende eines versuchten Ehrenmordes und spreche heute für diejenigen, die nicht für sich sprechen können.

Ich schrie so laut ich nur konnte, aber niemand antwortete. Er schlug mich weiter bis ich nichts mehr spürte. Ich verlor das Bewußtsein und als ich wieder zu mir kam, war mein Gesicht geschwollen, die Lippen bluteten und ich verspürte einen wie Feuer brennenden Schmerz im Rücken.

Eine Frau aus der Nachbarschaft hörte mich schreien, doch sie kam nicht um mir zu helfen, sondern um mich aufzufordern nicht so laut zu schreien. Ihr war es egal was mir passiert war, sondern wollte dafür sorgen, daß ich beim nächsten Verprügeln leise wäre, um die Männer der Umgebung nicht zu verführen.

Trotz meiner Verletzung und aller nur denkbaren Versuche meiner Familie, Gesellschaft und Religion, mein Leben zu zerstören, hielt ich an meinem Ziel fest Freiheit zu erlangen und beschloß aus diesem Land der Hölle zu flüchten. Ich machte mich auf eine Reise von 8300 km um Freiheit zu finden. Ich bin die Frau, von der alle Welt erwartete, daß sie unterwegs sterben werde. Aber schließlich kam ich in dem Land an, das mir Freiheit zusicherte. Ich bin nicht nur eine rebellische Frau aus dem Irak. Ich bin eine Frau, die sich von den Fesseln dieser religiösen Gesellschaft befreite, etwas wovon viele Frauen in der muslimischen Gemeinschaft träumen.

Ayaan Hirsi Ali sagte einmal „Es gibt Zeiten, in denen Schweigen Komplizenschaft mit der Ungerechtigkeit bedeutet“. Wirksamer Wandel erfordert einen starken institutionelle Rahmenstruktur und staatliche Stellen, die die Macht haben Gesetze durchzusetzen. Wir müssen die Führer der Welt kontaktieren und auf sie Druck ausüben Gesetze zu erlassen und dafür zu sorgen, daß diese verstanden und wirksam werden. Dies erfordert eine koordinierte Anstrengung und fordert von uns Zusammenarbeit.

Arbeiten wir zusammen daran diese Ungerechtigkeit zu beenden.

Übersetzung LZ

exmuslime.com/rebellische-frauen-im-islam-veranstaltung/

Linksjugend bezeichnet iranische Religionskritikerin als Rassistin

Nachdem die Menschenrechtlerin und Religionskritikerin Mina Ahadi von der Hamburger Linksjugend für einen Vortrag eingeladen wurde, schaltete sich der Bundesvorstand der Jugendorganisation ein. In einer Stellungnahme bezeichnete er Ahadi als „rechtsoffene Islamhasserin“. 

Mina Ahadi zählt zu den bekanntesten und zugleich schärfsten Kritikern des politischen Islam. In ihrer Funktion als Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime wurde sie von der Linksjugend Hamburg für einen Vortrag zum Thema „Frauenrechte und Islam“ eingeladen. Im Vorfeld der Veranstaltung schaltete sich jedoch der Bundessprecher*innenrat (BSpR) bzw. Vorstand der linksjugend [’solid] ein, um gegen die Einladung ihrer Ortsgruppe vorzugehen.

Die Hamburger Linksjugend veröffentlichte eine verbandsinterne Stellungnahme des BSpR, in dem es dazu heißt: „Mit Mina Ahadi wurde eine nach rechts offene Islamhasserin eingeladen.“ Als Beleg wurde eine Auflistung von Beiträgen angeführt, die Ahadi auf dem rechtsextremen Portal „PI-News“ geäußert haben soll.

Nachweislich hatte Ahadi solche Aussagen nie getätigt. Zwar wurden andere Beiträge von ihr auf dem Portal veröffentlicht. Von diesem distanzierte sie sich jedoch, nachdem sie über dessen politische Ausrichtung informiert wurde. Dementsprechend erklärte die Hamburger Linksjugend: „Durch die gegenteilige Behauptung des BSpR könnte sogar der Tatbestand der Verleumdung, §187 StGB erfüllt sein. Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des BSpR und der beteiligten Personen bei Mina Ahadi und werden andernfalls rechtliche Schritte gegen den BSpR und die involvierten Personen einleiten.“

Daniel Kerekeš, Mitglied im BSpR, kommentierte anschließend auf Facebook: „Ja, ihr habt in einem Punkt Recht. Der Fehler war, dass dort stand es wären Ahadis aussagen auf Pi News. Dabei waren das lediglich Aussagen auf PI News. Beispiele um den Charakter der Seite zu verdeutlichen. Das wurde geändert, wir bitten um Entschuldigung.“

Verbreitet Mina Ahadi einen „antimuslimischen Rassismus“?

An der Behauptung, Mina Ahadi sei rechtsoffen, hält man beim Vorstand der Linksjugend jedoch fest. Bei einer telefonischen Nachfrage wurde dem hpd mitgeteilt, dass Ahadi einen „antimuslimischen Rassismus“ vertrete. Eine schriftliche Stellungnahme wolle man zur Zeit aber nicht abgeben, da es sich um einen internen Beschluss gehandelt habe.

Das Verbreiten von „antimuslimischem Rassismus“ wird Mina Ahadi auch öffentlich auf dem Portal „Die Freiheitsliebe“ vorgeworfen. Verantwortlich für die Seite zeichnet sich der bereits erwähnte Daniel Kerekeš.

Kritik an den Vorwürfen gegen Mina Ahadi äußerte der Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon. Aus gegebenem Anlass wurde ein Kapitel aus seinem Buch „Die Grenzen der Toleranz“ veröffentlicht, das sich mit dem Begriff des „Kulturrassismus“ (bzw. des „antimuslimischen Rassismus“) auseinandersetzt. Denn bei den Angriffen auf Mina Ahadi komme ein allgemeineres Problem zum Vorschein, nämlich eine „intellektuell unredliche Verwendung von Begriffen, die jede inhaltliche Substanz verlieren und somit nur noch als ‚Killerphrasen‘ im ‚empörialistischen Überbietungswettbewerb‘ taugen.“

Erst vor wenigen Monaten hatte Mina Ahadi große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie eine Einladung von Frauke Petry (AfD) in einem offenen Brief ablehnte. Zu den jüngsten Ereignissen wolle sie sich in Kürze ausführlich äußern.

http://hpd.de/artikel/linksjugend-bezeichnet-iranische-religionskritikerin-rassistin-13815

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Diskussionen

20 Gedanken zu “Rebellische Frauen im Islam – Die Veranstaltung

  1. An alle: Karl Marx forderte seinerzeit schon „die Befreiung Europa´s vom islamischen Mob“:

    «Die Hauptstütze der türkischen Bevölkerung in Europa ist – abgesehen von der stets bereiten Reserve in Asien – der Mob Konstantinopels und einiger anderer großer Städte. Er ist vorwiegend türkischer Abkunft, und obgleich er seinen Unterhalt hauptsächlich durch die Beschäftigung bei christlichen Kapitalisten verdient, hält er doch eifersüchtig an der eingebildeten Überlegenheit und an der tatsächlichen Straflosigkeit für alle Exzesse fest, die ihm der privilegierte Islam gegenüber den Christen verleiht. (…) Und sicherlich wird sich früher oder später die absolute Notwendigkeit herausstellen, einen der schönsten Teile des europäischen Kontinents von der Herrschaft eines Mobs zu befreien, mit dem verglichen der Mob des römischen Kaiserreichs eine Versammlung von Weisen und Helden war.»
    ——————————————————-
    viele ähnlich harte Aussagen gegen den Islam finden sich verstreut in Marx´Werk, überwiegend im Artikel „Zur orientalischen Frage“. (Was Bücherwurm Holberg sicher nicht unbekannt ist). Wer von den linken Islamverstehern Logik &Redlchkeit besitzt, müßte jetzt eigentlich auch Karl Marx als „anti-muslimischen Rassisten“ oder gar Faschisten betiteln. Aber zu diesem logisch letzten Schritt fehlt dann allen linken Islamliebchen doch der Mut.

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    Verfasst von günter meisinger | 4. Dezember 2016, 14:36
  2. 1. Die Behauptung, ohne ergänzendes Studium von Sunna und Hadithen könne man sich kein Urteil über das Wesen des Islam bilden ist abwegig. Beides sind nur Ergänzungen was die bis ins Letzte durchregulierte Alltagsregeln anbetrifft, stellen keineswegs ideologische Modifikationen der Aussagen des Koran dar.
    Das wäre auch per se schon Häresie, da unabdingbares Dogma ist, daß jedes Wort des Koran göttliche Offenbarung und somit unfehlbar wahr ist.
    Und wieder erfolgt der Einschüchterungsversuch, wenn behauptet wird, nur wenn man „berufen“ sei und mehr als über „Hundertstel-Wissen“ verfüge, solle und könne man sich über den Koran äußern.
    Es ist wie bei „Des Kaisers neuen Kleidern“. Da es ja dermaßen viele unterschiedlichen Sichtweisen von so sehr doch belesenen Experten gibt, kann ein eigenes Urteil durch das Lesen eines einfachen Textes eines ungebildeten Beduinen unmöglich zur Erkenntnis führen, daß der Kaiser in Wirklichkeit nackt ist.

    2. Muhammad hat nicht irgendwelche Fragmente aus dritter Hand aufgeschnappt, sondern sich intensiv mit dem Christentum auseinandergesetzt. Dies wird z.B. hier ausführlich dokumentiert: http://www.evangelische-religion.de/mohammed-jesus-2.html

    3. Die Behauptung, kein Marxist habe sich in meiner oder Meisingers Hinsicht geäußert, ist im günstigen Fall eigene Unkenntnis, im weniger günstigen eine Spekulation auf die Unkenntnis der Leser:

    Marx selbst vertritt exakt die von mir geäußerte Einschätzung des Islam:

    „Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ´harby´, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam“ (Marx-Engels-Werke, Bd. 10 S. 170)

    »Da der Koran jeden Ausländer zum Feind erklärt, wird niemand wagen, in einem muselmanischen Land aufzutreten, ohne seine Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben.«
    »Es versteht sich, dass Besitz in diesem Falle nicht Eigentum bedeutet, das den Christen durch den Koran untersagt ist, sondern nur das Recht der Nutznießung.«
    (Marx-Engels-Werke, Bd. 10 S. 171ff)

    Lenin schreibt:

    „In Bezug auf die zurückgebliebenen Staaten und Nationen, in denen feudale oder patriarchalisch-bäuerliche Verhältnisse überwiegen, muß man insbesondere im Auge behalten … die Notwendigkeit, den Panislamismus und ähnliche Strömungen zu bekämpfen, die die Befreiungsbewegungen gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Positionen der Khane, der Gutsbesitzer, der Mullahs usw. verknüpfen wollen.
    Es besteht die Notwendigkeit, die Geistlichkeit und sonstige reaktionäre und mittelalterliche Elemente zu bekämpfen, die in den zurückgebliebenen Ländern Einfluß haben“ (Lenin Werke Bd. 31, S. 137)

    Hartmut Krauss hat in einem Artikel, der auch auf der LZ nachzulesen ist (https://linkezeitung.de/2016/10/21/herrschaftskritisch-emanzipatorische-islamkritik-contra-antirassistische-verteidigung-einer-reaktionaeren-herrschaftskultur/), sich sich mit pseudolinken Islamophilie auseinandergesetzt:

    Herrschaftskritisch-emanzipatorische Islamkritik contra „antirassistische“ Verteidigung einer reaktionären Herrschaftskultur

    Auszüge:

    „Wir stehen folglich vor der Notwendigkeit einer grundlegenden Renovierung des kapitalismuskritischen Denkansatzes: Indem das Kapital sich zunehmend globalisiert hat, ist es „postmodern“ geworden. Das bedeutet zum einen, das es sich nichtwestlichen Herrschaftskulturen gegenüber öffnet und mit diesen strategische Allianzen auf ökonomischem, militärischem. politischem etc. Gebiet eingeht. Dazu gehört natürlich auch ein ausgeprägter soziokultureller Verharmlosungsdiskurs bezüglich des antiemanzipatorischen Charakters dieser neuen Bündnispartner. Zum anderen verhält es sich damit praktisch zunehmend nihilistisch (gleichgültig) gegenüber den Grundinhalten der eigenen, westlich „gewachsenen“, antifeudalen/antimittelalterlichen Leitkultur und bürdet den einheimischen Bevölkerungen die sozialen Folgekosten dieser neuen globalen Herrschaftsstrategie in Gestalt von Zuwanderungsghettos, Parallelgesellschaften, Sozialdemontage, höheren Abgabelasten etc. auf.
    Dabei nutzt die postmoderne Elite das klassische Rechts-Links-Schema, um Verwirrung zu stiften und praktisch-kritische Widerstandsimpulse zu ersticken. Wer sich der neuen kapitalistischen Verbündungsstrategie mit nichtwestlich-despotischen Herrschaftsträgern und deren religiösen „Leitkulturen“ widersetzt und den wachsenden Migrationsimport zusätzlicher reaktionärer Denk- und Verhaltensweisen kritisiert, wird als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „rechtslastig“, „islamophob“ etc. gebrandmarkt.
    Wer demgegenüber als willfähriger Handlanger und Schönredner eingewanderter Repressionskulturen und deren totalitären Ideologien fungiert, gilt, in moralischer Ausbeutung eines noch nachwirkenden naiv-unkritischen Internationalismusideologie, als „fortschrittlich“, „aufgeschlossen“ bzw. als „toleranter Gutmensch“.
    Damit hat sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der verbliebenen Linken von Marx’ kategorischem Imperativ verabschiedet, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“(Marx 1988. S. 385).
    Jede sachlich-inhaltlich begründete Kritik an reaktionären und repressiv-antiemanzipatorischen Verhaltens- und Denkweisen von Migranten, Muslimen, Ausländern, Nichtdeutschen etc. wird reflexartig unter den Generalverdacht des „Rassismus“ und der „Fremdenfeindlichkeit“ gestellt.
    Drastisch, aber treffend hat der deutsch-arabische Politikwissenschaftler Bassam Tibi (1999, S. 165) diesen postmodernen Rückfall hinter die Errungenschaften der kulturellen Moderne charakterisiert: „Wenn im islamischen Sudan Frauen durch Beschneidung ihrer Klitoris in ihrer Sexualität entmündigt werden, dann ist das für Kulturrelativisten keine Verletzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit, sondern schlicht ein Ausdruck anderer Sitten, vergleichbar der inhumanen Verschleierung der Frauen.
    In Wirklichkeit bedeutet Kulturrelativismus jedoch nicht Toleranz gegenüber anderen Kulturen, sondern moralische Trägheit und Entlastung von jeglicher Verantwortung, etwa für die Verletzung von Menschenrechten.“

    Ja und es gibt auch „kundige“ bürgerliche Wissenschaftler, die eine klare Haltung vertreten:

    Hans-Peter Raddatz ; Orientalist und Publizist „Von Allah zum Terror?“, München 2002, S.71
    … „In keiner anderen Kultur, geschweige denn Religion findet sich die Kodifizierung von Mord, Raub, Versklavung und Tributabpressung als religiöse Pflicht. In keiner anderen Religion findet sich die geheiligte Legitimation von Gewalt als Wille Gottes gegenüber Andersgläubigen, wie sie der Islam als integralen Bestandteil seiner Ideologie im Koran kodifiziert und in der historischen Praxis bestätigt hat. Nicht zuletzt findet sich kein Religionsstifter, dessen Vorbildwirkung sich wie bei Muhammad nicht nur auf die Kriegsführung, sondern auch auf die Liquidierung von Gegnern durch Auftragsmord erstreckte.“ …

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    Verfasst von Eugen Hardt | 3. Dezember 2016, 17:25
    • Marx war weder „Marxist“, worauf er selbst hingewiesen hat, noch Orientalist/Islamwissenschaftler (anders als etwa der von mir schon mehrfach erwähnte Maxime Rodinson oder eben auch B.Brentjes).In den oben zitierten Aussagen hat sich Lenin nicht zu „dem“ Islam geäußert, sondern zum „Panislamismus“ und dem Wirken konterrevolutionärer Hocas im Zarenreich/der UdSSR. Das war und ist durchaus nicht dasselbe! Dass man als marxistischer Kommunist alle Formen von Unterdrückung zu bekämpfen hat (sicherheitshalber sei hinzugefügt: vor dem Erreichen der klassenlosen Gesellschaft mit Ausnahme der Unterdrückung jener, die die Klassengesellschaft aktiv verteidigen) ist unumstritten. Bei der ganzen Diskussion ging und geht es mir ausschließlich darum festzuhalten, dass man „den“ Islam nicht als unveränderliche Einheit betrachten kann und dass es dementsprechend nicht genügt, den Koran ahistorisch zu lesen. Dass es massenweise Muslime gibt, die diesbezüglich gemeinsam mit meinen Kritikern gegenteiliger Meinung sind, ist bekannt aber kein brauchbares Argument gegen die Feststellung, dass es in der islamischen Geschichte von Anbeginn bis heute auch stets eine große Zahl überzeugter Muslime gab, die dieDinge anders sahen. Was an muslimischen Gesellschaften zu kritisieren ist, muss kritisiert werden, aber nicht auf einer falschen – nämlich idealistischen – Basis. Meine Kritik des Islam hat nichts mit Multikultigedöns und Kulturrelativismus und ebensowenig mit „Islamophilie“ zu tun. Es geht mir eben nicht darum, „den“ Islam zu verteidigen, sondern darum, die islamophobe Vorstellung von „dem“ Islam zu kritisieren.
      Und was die „Ehrenmorde“ betrifft: aus naheliegenden Gründen hören wir davon nur aus islamischen Gesellschaften (naheliegend, weil diese unsere unmittelbaren Nachbarn sind, mit denen wir zu verschiedenen Zeiten mal friedlich und mal kriegerisch zu tun hatten – entsprechend die sehr unterschiedliche herrschende Sichtweise auf diese im „christlichen Abendland“). Und dass es eine Zusammenhang zwischen Patriarchat und den in dessen Rahmen geborenen Weltanschauungen/Religionen gibt, ist auch klar. Das aber ändert nichts daran, dass eine ehrliche Diskussion durchaus Stellung zu einem Fakt zu beziehen hätte wie dem, dass – nicht irgendwer, – sondern die höchsten islamischen Autoritäten in einem expressis verbis islamischen Staat wie Pakistan diese Praxis als antiislamisch bezeichnet haben.
      Und was etwa die Beschneidung von Frauen im islamischen Sudan betrifft: sie ist eine zutiefst reaktionäre Sauerei, die wir bekämpfen müssen, aber sie ist nicht „islamisch“, sondern gerade auch in Afrika schon aus vor islamischer Zeit verbreitet Wäre sie islamisch, würde sie auch in der Türkei, in Indonesien, im Maghreb, in Palästina, in Syrien oder in Irak und in der „Islamischen Republik Iran“ verbreitet sein. Ich kann offen gesagt nicht verstehen, wieso derart Selbstevidentes noch ausdrücklich gesagt werden muss.

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      Verfasst von Anton Holberg | 4. Dezember 2016, 14:11
      • wo in heutigen christl. ländern gibt es denn Steinigung? wo gab es sie nach jesu erscheinen? das behält a.h.für sich. und immer geht er von einem imaginären, fiktiven Islam aus, der mit dem Islam nichts so tun hat. komisch, daß die Praxis in Pakistan weiter nicht dem entspricht, was eine oberste isl. Autorität feststellte.ich hatte ihm desw. empfohlen,in die Realität zu gehen und den opfern des Islams von seinen am Schreibtisch gefundenen Differenzierungen zu erzählen, sowie, daß sie doch nur islamophob seien. also: statt weiter „islamwissenschaftler“ zu lesen,in isl.länder fahren, Fotos machen, sich gegen Todesstrafe, im Komitee gegen Steinigung engagieren, hier mit Flüchtlingen zusammensitzen,ihr vertrauen gewinnen,ihr wahres gesicht kennenlernen. die isl. Terrorherrschaft angebl.vor dem is geflüchteter in asylcamps kennenlernen. die dort vergewaltigten Frauen,männer,kinder deren Strafanzeigen nicht behandelt werden usw. wer dieses reale gesicht des Islam und seiner anhänger nicht kennenlernen möchte soll den mund halten und sich einer anderen geistigen selbstbefriedigung widmen.

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        Verfasst von günter meisinger | 4. Dezember 2016, 20:37
  3. ich glaube,ich habe schon lange nicht mehr so mit eugen übereingestimmt, wie mit seinem letzten Kommentar. insbesondere mit folgendem:

    Wer heute eine Kritik am Islam mit Verweis auf die historische Liberalität oder Fortschrittlichkeit islamischer Regime relativiert, verschleiert das innere Wesen des Islam und wird zum ungewollten Wegbereiter der Herrschaft heutiger Islamisten.
    Die Behauptung, man könne sich durch das Studium des Korans KEIN Bild vom inneren Wesen der Geisteshaltung Muhammads machen, ist grotesk und ein typischer Ausdruck der in linken Kreisen verbreiteten bereits vollzogenen Unterwerfung unter den Islam.
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    sehr richtig. holberg verbleibt immer in jener Historie eines vermeintl. ehemals goldenen Zeitalter des Islams, daß er aus büchern kennt. meine Vermutung, daß er sich mit der heutigen realen isl. welt und den leuten dort nicht wirklich auskennt, kann er auch durch einen rhetorischen trick („woher will meisinger wissen…?“) nicht verdecken. sein ehrlichster satz ist,daß er „iminteresse des ansehens der isl.welt“schreibe !!!

    natürlich wird nicht jeder muslim zum massenmörder (Banalitäten,holberg) „nur“ weil der koran die Tötung andersdenkender fordert. aber die es tun, sind durch ihre Religion gedeckt, weshalb in isl.gesellschaften auch leute die „ehrenmorde“ an Frauen oder homosexuellen begehen, nicht bestraft sondern gefeiert werden. und wenn immer wieder geschichtl. verbrechen im namen des Christentums als vergleich herangezogen werden: diese mißbraucher der lehre von Jesus Christus können sich dabei nicht auf worte oder forderungen von jesus beziehen,während Muslime sich dabei auf Mohammed und den koran beziehen können, der bis heute kein Zeitalter der Aufklärung und modernisierung unterlief,wesw. es bis heute im Islam eben keine Strömungen wie „Theologie der Befreiung“ gibt. und einzelne liberale sind dort immer genauso von Hinrichtung bedroht wie Atheisten.

    und nochwas, da holberg den aufstieg neuer rechter gruppen hier anspricht: die meisten linken denken,mit islamkritik würden sie diesen gruppen helfen (holberg?).ich befürchte,umgekehrt wird ein schuh daraus: wer den rechten die islamkritik als deren alleinstellungsmerkmal überläßt (etwas, daß die Bevölkerung bei linken vermißt), DER trägt m.E. zu deren Stärkung bei!

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    Verfasst von günter meisinger | 3. Dezember 2016, 13:43
    • GM schreibt:“…weshalb in isl.gesellschaften auch leute die „ehrenmorde“ an Frauen oder homosexuellen begehen, nicht bestraft sondern gefeiert werden.“ Dieser Satz sollte genügen, ihn als Kritiker des Islam zu desavouieren.Die „Ehrenmorde“ finden in sich als islamisch verstehendenGesellschaften statt, aber diese Gesellschaften sind nicht nur islamisch. Sie sind überdies z.B. auch patriarchalisch und noch vieles mehr.Vor nicht allzu langer Zeit haben die maßgeblichen Ulema Pakistans in einer gemeinsamen Erklärung (wie ich in der LZ auch berichtet habe) die in Pakistan nicht nur übliche, sondern in letzter Zeit sogar verstärkt um sich greifende Praxis der „Ehrenmorde“ als unislamisch verurteilt. Wen ich das noch einmal erwähne, tue ich das nicht in der Annahme,dass irgendein nahprüfbarer Fakt Herrn M. von seiner verbohrten Sicht au den Islam oder welche Religion und Weltanschauung auch immer abbringen könnte. Leider gibt es auch in“linken“Kreise mehr als genügend Menschen, die mental irgendwelchen Hezbollahis ähneln. Da es solche Leute natürlich auch in rechten Kreise gibt, kann es durchaus sein, dass eine Weigerung sich einer bestimmten Islamkritik anzuschließen, von ihnen instrumentalisiert wird. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass man unabhängig von den Fakten deren Art von Islamkritik, oder allgemein landläufige Vorurteile, einfach wiederholen dürfte.

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      Verfasst von Anton Holberg | 3. Dezember 2016, 14:54
      • holberg geht wie immer auf das allermeiste und wichtigste gar nicht ein, sondern pickt sich einen satz von mir raus, den er dadurch zu widerlegen können glaubt, daß sich auch schonmal Muslime gegen ehrenmorde gewandt haben sollen. dabei unterläuft ihm die herrliche Stilblüte, daß es in diesen Gesellschaften nicht nur den Islam gäbe (der für ihn wohl aus der Verantwortung ist) sondern auch patriachart (wer hätte das gedacht! hat wohl nichts miteinander zu tun?) das wohl alleine, ohne den Islam, an den ehrenmorden schuld ist. dann müßte es in jeder Kultur ehrenmorde geben,da das patriachart ja überall existiert.

        daß solche „linke“(?) Schönfärberei des Islam den rechten nutzt, versteht er nicht; statts eine eigene linke islamkritik zu entwickeln setzt er linke islamkritik mit rechter gleich und glaubt arrogant er habe als einziger mehr wissen über den Islam als andere.
        über die von mir 2x angefragte praktische Erfahrung mit isl.kultur,in isl.ländern oder unzähligen leuten aus diesen ländern hier (wie bei mir) schweigt er sich weiter aus. mit dem satz den dieser betonkopf ausgerechnet mir entgegenschleudern will, nämlich“ Leider gibt es auch in“linken“Kreise mehr als genügend Menschen, die mental irgendwelchen Hezbollahis ähneln.“ hat er sich woh leher das perfekte selbstportrait gesetzt. ich würde sagen, wer so unredlich argumentiert hat sich als Diskussionspartner erledigt.

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        Verfasst von günter meisinger | 4. Dezember 2016, 3:01
  4. Die historische Tatsache, daß es relativ tolerante islamische Regime gab, sagt überhaupt nichts über das Wesen des Islam aus. Ihre Politik war nicht das Ergebnis einer bestimmten Interpretation des Islam, sondern von Realpolitik geleitet. Gleiches gilt für historische christliche Regime.
    Darum weisen auch heutige Christen berechtigterweise eine Kritik am Christentum zurück, die versucht diese mit den historischen Verbrechen von Päpsten und christlichen Eroberern zu begründen.
    Wer heute eine Kritik am Islam mit Verweis auf die historische Liberalität oder Fortschrittlichkeit islamischer Regime relativiert, verschleiert das innere Wesen des Islam und wird zum ungewollten Wegbereiter der Herrschaft heutiger Islamisten.
    Die Behauptung, man könne sich durch das Studium des Korans KEIN Bild vom inneren Wesen der Geisteshaltung Muhammads machen, ist grotesk und ein typischer Ausdruck der in linken Kreisen verbreiteten bereits vollzogenen Unterwerfung unter den Islam.
    Selbstverständlich muß man jede Ideologie in ihrem soziokulturellem Entstehungszusammenhang beurteilen. Es fällt beim Islam überhaupt nicht schwer ihn als Ideologie einer patriarchalisch-feudalistischen Nomadengesellschaft zu begreifen. Aber das bedeutet keinesfalls, daß man diese Ideologie nicht inhaltlich beurteilen kann oder darf.

    Bei jedem anderen Thema ist es – insbesondere für Marxisten – selbstverständlich, auch komplexe ideologische Positionen zu verstehen, zu kennzeichnen und zu kritisieren. Die von Holberg vertretene Auffassung, „gäbe es nicht Dutzende unterschiedliche Strömungen unter den Muslimen (von denen ja bekanntlich mehr den Koran nicht nur gelesen, sondern sogar auswendig gelernt haben als etwa Christen die Bibel). Es bedürfte keiner Theologen, keiner „Rechtsgelehrten“, keiner „Mujtahindun“ und Ayatollahs im 12er Schiismus. Es gäbe keine Islamwissenschaft an unseren Universitäten.“ mündet final mit der Schlussfolgerung, er könne „n i c h t …wissen, was „der“ Islam ist“. Offener kann man die eigene intellektuelle Kapitulation nicht zum Ausdruck bringen.

    Man kann und sollte sich sehr wohl zum ideologis chen Wesen von Islam und Christentum äußern.

    Im Islam und Christentum gab es immer jede Menge scholastischer Strömungen, die sich aufs Heftigste bekämpften. Sie stritten z.B. darum wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben.
    Trotz aller „Islamwissenschaft“ oder vielfältiger heutiger Literatur zum Islam ist das Studium des Koran gar nicht besonders schwer oder intellektuell überfordernd. Gleiches gilt für die Bibel. Es handelt sich um leicht zu verstehende einfache Texte.
    Das alte Testament ist die Chronik einer rassistischen Stammesreligion der Juden. Ihr Gott Jehova betrachtet diese als „auserwähltes“ Volk, welchem er das „gelobte Land“ Palästina, in dem „Milch und Honig“ fließen, verspricht. Jehovas Wesen ist das eines rassistischen Herrschers, der sein Volk anstiftet, Palästina zu überfallen und die dort ansässige Bevölkerung zu massakrieren oder zu vertreiben. Auf genau diese Ideologie beruft und bezieht sich heute das Palästina kolonisierende jüdische Apartheidsgebilde.
    Das neue Testament bricht mit diesem Rassismus zugunsten einer Botschaft des Friedens, des Humanismus und der Liebe und passte damit zum muliethnischen Charakter des römischen Reiches und wurde von dessen Herrschern als passende ideologische Klammer benutzt.

    Muhammad kannte altes und neues Testament. Er hat ausdrücklich NICHT die humane und friedvolle Botschaft des neuen Testamentes übernommen. Er hat den alttestamentarischen Bezug aufrechterhalten mit dem Unterschied, den rassistischen Stammesbezug aufgegeben zugunsten einer jede andere Denkweise mit Gewalt ausgrenzenden Religionsdiktatur. Das gipfelt in der Hasspredigt von Sure 9, die dazu aufruft alle andersdenkenden zu töten.

    Interessant ist, daß so oft mit aller Kraft versucht wird diese so offensichtliche Tatsache zu relativieren oder ganz zu ignorieren. Dabei ist es doch klar und naheliegend, daß es im Koran auch Botschaften der Liebe und des Friedens gibt. Doch Liebe und Frieden beziehen sich ausdrücklich allein auf die Untertanen der religiösen Diktatur. Alle anderen sind umzubringen.
    Der Koran ist darum keineswegs ein „Supermarkt“ aller möglichen Ansichten, auf die man nach Belieben Zugriff nehmen kann. Das hieße Muhammad Dummheit zu unterstellen, ihn zu beleidigen.
    So wie alle christlichen Regime historisch und gegenwärtig die Botschaft des neuen Testamentes komplett ignorieren und ins Gegenteil verkehrten und verkehren, verschleierten ehemalige fortschrittliche islamische Regime und verfälschen heutige „liberale Interpretationen“ des Islam sein eigentliches Wesen.

    Das seinem inneren Wesen entsprechende Verständnis des Islam ist dasjenige der Salafisten und des islamischen Staates. Gerade weil diese sich auf die Botschaft der Liebe und der Gemeinschaft des Korans beziehen, erscheinen sie vielen Menschen attraktiv, deren Länder vom „christlichen“ Abendland früher kolonisiert und heute bombardiert werden. Insbesondere die Globalisierung des Kapitalismus zerstört die Identitäten und Gemeinschaften der Menschen, individualisiert sie zu leicht ausbeutbaren Opfern. So gelingt es den reaktionären Islamisten, den unbewußten antiimperialistischen Widerstand zu instrumentalisieren und den Haß der Menschen auf ihre Unterdrücker auf alle zu richten, die sich nicht der Religionsdiktatur des Islam unterwerfen.

    Und am Ende wird sich aller islamischen Versprechungen von Liebe und Gemeinschaft zum Trotz auch bei einer Islamdiktatur an der Herrschaft der Kapitalisten nichts geändert haben. Auch Imperialismus und Kriege werden kein Ende finden, denn sie sind Ausdruck ökonomischer Gesetze.

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    Verfasst von Eugen Hardt | 3. Dezember 2016, 11:58
    • zunächst zudiesem Punkt: E.H. schreibt: „Die Behauptung, man könne sich durch das Studium des Korans KEIN Bild vom inneren Wesen der Geisteshaltung Muhammads machen, ist grotesk und ein typischer Ausdruck der in linken Kreisen verbreiteten bereits vollzogenen Unterwerfung unter den Islam.“
      Angesicht der überaus unterschiedlichen Sichtweisen auf den Islam, wie sie sowohl von Muslimen als auch von nicht-muslimischen Islamwissenschaftlern vertreten werden, sollte es klar sein, dass das Studium (oder gar nur das Lesen) des Korans nicht ausreicht, sich ein halbwegs adäquates Bild von“dem“ Islam zu machen. Warum etwa nennt sich die Mehrzahl der Muslime „Sunniten“? Weil sie sich zusätzlich zum Koran auf die „sunna“, die Tradition, bezieht. Warum werden ständig tradierte Aussprüche des Propheten (Hadithe) herangezogen? Weil der Koran nicht ausreicht, die sich im Leben stellenen Fragen eindeutig zu beantworten. Und noch was:wie kommst Du auf die Idee, dass Muhammad das AT und NT „kannte“? Er war bekanntlich Analphabet. Es gibt nur ungenaue Hinweise drauf, dass er von (i.A. monophysitischen) Christen und Juden, die er auf seinen Reisen als Karawanenführer oder insbesondere in Yathrib (Medina) und Umgebung getroffen hatte und deren Kenntnis ihrer eigenen Religion auch zumindest fragwürdig war, dieses und jenes über Juden- und Christentum aufgeschnappt hat -mehr aber nicht (s. u.a. Burchard Brentjes „Die Araber“. Wien,München1971. B.B.war übrigens Dozent an der Martin Luther Universität in Halle).Und zum Schluss: E.H. schreibt: “ er könne „n i c h t …wissen, was „der“ Islam ist“. Offener kann man die eigene intellektuelle Kapitulation nicht zum Ausdruck bringen.
      Man kann und sollte sich sehr wohl zum ideologischen Wesen von Islam und Christentum äußern.“
      Natürlich sollte man sich äußern – aber tunlichst nicht auf der Basis von „Halb-“ – oder doch eher „Hundertstel-Wissen“! E haben sich schon Berufenere als wir hier geäußert – darunter eine Reihe von Marxisten – aber keiner im Sinne von von G.M.oder E.H.

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      Verfasst von Anton Holberg | 3. Dezember 2016, 15:19
  5. Meisinger „nervt“ immer noch mit der unsinnigen Behauptung, eine ahistorische Lektüre des Korans (zumal in Übersetzung) genüge, sich ein adäquates Bild von „dem“ Islam zu machen. Wenn dem so wäre, gäbe es nicht Dutzende unterschiedliche Strömungen unter den Muslimen (von denen ja bekanntlich mehr den Koran nicht nur gelesen, sondern sogar auswendig gelernt haben als etwa Christen die Bibel). Es bedürfte keiner Theologen, keiner „Rechtsgelehrten“, keiner „Mujtahindun“ und Ayatollahs im 12er Schiismus. Es gäbe keine Islamwissenschaft an unseren Universitäten. Im übrigen habe ich nie behauptet, dass es unnötig sei, den Koran zu lesen, sondern dass das keineswegs ausreicht. Ich weiß nicht, was Meisinger sonst noch über den Islam gelesen hat. Offenbar wenig Ernstzunehmendes. Was mich betrifft, ist diese Diskussion hiermit beendet (selbstredend wäre ich aber durchaus bereit, eine kleine Literaturliste einzureichen. Interessanterweise hat aber noch nie einer der Diskutanten sich zu den paar Büchern, die ich erwähnt habe – z.B. die des Marxisten Maxime Rodinson, oder des „Handwörterbuch des Islam“ – geäußert). Um eventuellen Unterstellungen vorzubeugen: Ich behaupte n i c h t zu wissen, was „der“ Islam ist!

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    Verfasst von Anton Holberg | 2. Dezember 2016, 11:24
    • mit dieser art von „dementi“ belegt holberg nur nochmal was ich über ihn sagte als hoffnungsloser fall hinterm Schreibtisch. er möchte wissen was ich noch so über den islam gelesen habe. meine praktische Erfahrung mit tausenden von muslimen aller länder und Richtungen seit 1979 (sowie einige dieser länder gesehen) die ich ihm auch empfohlen hatte, ignoriert der bücherturm tapfer, wobei er das entscheidende was der koran fordert (die Tötung aller andersddenkenden) nicht gelesen hat. seine „vielen Strömungen“ widerlegen das doch nicht. außerdem hatte ich daraufhin gewiesen daß es unterschiedl. aussagen im koran gibt an denen sich nach belieben bedient werden kann, aber keine Strömung -bei allen widersprüchen- anzweifelt daß der koran angebl.von Gott selbst diktiert wurde und für die Ahndung anderer Auffassungen ist. holberg sollte sich statt mit neuen literaturlisten lieber mit realen menschen beschäftigen sowie mit dem was ex-Muslime präsentieren. holberg bleibt ein hoffnungsloser fall von Ignoranz und nichtwahrnehmung der Realität; damit ist für mich die Diskussion mit ihm auch beendet.

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      Verfasst von günter meisinger | 2. Dezember 2016, 13:09
      • P.S.: ich vergaß doch noch etwas zu holbergs oft bemühten „verschiedenen Strömungen“ des Islams hinzuzufügen. das ist etwa so,als würde jemand über verschiedene Strömungen im Stalinismus berichten ohne zu erwähnen, daß diktatorische Auffassungen und Aktionen gegenüber Kritikern dann eben doch ein gemeinsamer nenner aller sind. nehmen wir als Beispiel nur mal die ahmadiya-sekte aus Pakistan, die es geschickt verstanden hat sich in der westl. welt als angebl. liberale &demokr.muslime zu verkaufen; in 2 dt.bundesländern desw.sogar den Status einer kirche erhielt und von einem hess.spd-landrat ausgezeichnet wurde. schaut man dort hinter die Kulissen (was nicht über die lektüre derer Schriften geht, holberg, sondern nur über viele pers.kontakte mit diesen leuten, Sammlung von berichten etc.) ergibt sich das bild einer sekte so islamistisch wie andere Fundamentalisten auch. ich persönl. verhalf vor wenigen jahren einem jg.pakistani aus ahmadiyad-familie kurz vor seinem 18. Geburtstag zur flucht aus seinem Elternhaus, wo er geschlagen wurde wenn er nicht beten wollte und auf einer reise nach Pakistan zwangsverheiratet werden sollte. mit hilfe eines Arztes und Attesten (der verzweifelte junge hatte sich bei der arbeit absichtl.eine kiste auf den fuß fallen lassen!) verhinderten wir daß er mitfliegen mußte und während die Eltern weg waren verließ er deren haus. er ist mir heute noch dankbar .emotionslose leute wie holberg können ja mal zu solchen fällen hingehen und ihnen mitteilen, daß ihre lektüre ergeben habe, daß die ahmadiya doch eine differenziert zu betrachtende Strömung sei, die nur dieser böse meisinger grundlos „dem“ Islam zuschlage den es doch gar nicht gäbe.

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        Verfasst von günter meisinger | 2. Dezember 2016, 14:16
      • Nun muss ich leider – im Interesse des Ansehens der islamischen Welt – doch noch zum letzten mal antworten: 1. woher weis Herr Meisinger, ob ich „lebende“ Muslime innerhalb oder außerhalb der islamischen Welt kenne oder nicht? 2. er schreibt: „wobei er das entscheidende was der koran fordert (die Tötung aller andersddenkenden) nicht gelesen hat.“ Dann haben offenbar weder die türkischen muslimischen Herrscher auf dem Balkan, noch die in arabisch-berberischen in Al- Andalus noch die Fatimiden in Ägypten den Koran gelesen oder so gut verstanden wie Herr Meisinger. Die ägyptischen Fatimiden hatten eine Verwaltung, die fast ausschließlich aus Christen bestand. In Al-Andalus bedurfte es der christlichen Reconquista, um die Juden aus Spanien zu vertreiben, der Balkan blieb trotz jahrhundertelanger osmanischer Herrschaft fast durchweg christlich. In der Tat legten die muslimischen Herrscher üblicherweise keinen besonderen Wert darauf, dass Christen und Juden (Ahl al-Kitab, Leute des Buches) Muslime wurden, dann dadurch wäre ihnen die von diesen „Schützlingen“ (Dhimmi) zu entrichtende Kopfsteuer entgangen.Dass es auch stets Fanatiker gab, die das anders sahen, ist klar und ebenso die Tatsache, dass deren Zahl als Widerspiegelung der umsichgreifenden gesellschaftlichen Krise zugenommen hat (wie ei den „Christen“ die der Anhänger „rechtspopulistischer“ Parteien).

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        Verfasst von Anton Holberg | 3. Dezember 2016, 10:22
  6. richtig ist es, die Verwendung des Begriffs „Rassismus“ für die Ablehnung von Gruppen, die nicht physisch-anthropologisch (rassisch) von einander unterschieden sind, zurückzuweisen. Der Begriff „antiislamischer/antimuslimischer Rassismus“ macht somit keinen Sinn (ebensowenig wie beispielsweise die natürlich politisch sehr durchsichtige Vermengung von“Antisemitismus“, „Antijudaismus“ und „Antizionismus“). Ungeachtet dessen bleibt aber die Tatsache bestehen, dass, wenn der „politische“ Islam mit „dem“ Islam vermischt wird, stets dummes Zeug raus kommt. In der neuen SoZ (12/2016) befindet sich ein überaus interessanter Artikel von Manuel Kellner unter dem Titel „Der Protestanten Jubeljahr: Martin Luther – Lichtgestalt oder Finsterling?“. In ihm sind eine Reihe blutdürstiger Bemerkungen von Martin Luther über Juden, Bauern, „Hexen“und „Türken“(Muslime)versammelt. Wer aber würde hingehen und behaupten, dieses Denken eines dissidenten (ketzerischen) katholischen „Kuttenbrunsters“ aus dem 15./16. Jahrhundert spiegele das Religionsverständnis heutiger Lutheraner in Europa wieder oder – entsprechend – gar „das“ Christentum? Natürlich ist Ideologie/Weltanschauung (und damit auch Religion) nicht einfach ein passive Widerspiegelung des gesellschaftlichen Seins, aber dieses primär aus d vermeintlichen) Inhalt alter Schriften erklären zu wollen, entspräche nicht einmalmehr der heutigen bürgerlichen Wissenschaft geschweige denn einer historisch-materialistischen Herangehensweise. Wir müssen das Recht all jener verteidigen, die irgendwann Muslime (oder sonst was) waren und das nicht mehr sein wollen. Diese Verteidigung darf aber nicht einhergehen mit einem Kampf gegen den (vermeintlichen) Islam/Hinduismus/Buddhismus/Judaismus/Christentum etc. etc., es sei denn man kritisiere allgemein den Anspruch von Religion, etwas anderes als „Glaube“ statt „Wissen“ zu sein.

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    Verfasst von Anton Holberg | 30. November 2016, 11:47
    • Der vorgenommene Vergleich mit Luther ist falsch. Mit dem Verweis auf die Selbstverständlichkeit, die heutigen Lutheraner nicht an den Zitaten von Luther zu messen, sondern an ihrem heutigen Selbstverständnis, soll der Eindruck erweckt werden, die heutigen Moslems verträten mehrheitlich eine ebenso von den Auffassungen Mohammeds abweichende liberale Haltung. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der heutige politische Islam, immerhin in Ländern wie Iran, Irak, Saudiarabien und anderen Öldiktaturen, Jordanien, Türkei etc an der Macht, ist mit der mittelalterlichen Version des Christentums vergleichbar.
      Daß es heute auch liberale Versionen des Islam gibt – ob diese Version nun dem inneren Wesen des Islam entspricht ist eine andere Frage – darf kein Argument sein, auf einen Kampf gegen die reaktionäre Version zu verzichten.
      Richtig ist allein, daß man Auffassungen von Menschen nicht allein wegen ihres Bekenntnisses zum Islam bekämpfen darf, sondern im Einzelfall ihr Selbstverstädnis prüfen muss – auch wenn man der Auffassung ist, daß der Islam seinem inneren Wesen nach eine menschenfeindliche Ideologie ist. Es gibt durchaus Menschen und Gruppen, die sich nur auf die friedvollen Aussagen des Koran beziehen und die gewaltätigen ignorieren so wie es Christen gibt, die die friedvollen Passagen des neuen Testamentes ignorieren und sich auf die Hassbotschaft des alten beziehen.

      Darum unbedingt ja, die Verteidigung der Apostaten muss einhergehen mit einem Kampf gegen Leute und Gruppen, die im Namen einer dieser Religionen Menschenrechte mißachten.
      Und ja, auch die meisten liberalen Versionen müssen bekämpft werden, da ihre gemeinsame Grundauffassung die Unterwerfung unter den Willen und die Regeln irgendeines Gottes beinhaltet und damit emanzipatorischen Zielen von Freiheit und Selbstbestimmung widerspricht.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 30. November 2016, 12:32
      • Dem stimme ich zu – mit zwei Einschränkungen: 1. die Richtigkeit des Vergleichs mit Luther hängt nicht davon ab, wie großaktuelle die Zahl der Protestanten einerseits und der Muslime andererseits ist, die eine von Luther/Mohammad abweichende Haltung einnehmen. Es kann bei jeder größeren Gemeinschaft grundsätzlich aufgezeigt werden, dass unterschiedliche Zugänge zu den Primärdokumenten der Gemeinschaft vorhanden sind. Uns als „Marxisten“ sollte dieses Phänomen mehr als vertraut sein – und ebenso die Gründe dafür; 2. btr. des letzten Satzes: Zum einen kommt es darauf an,wie man „bekämpft“, zum anderen suggeriert dieser Satz m.E. die allgemeine Herrschaft der Ratio. Der Punkt aber ist der, dass die Menschen auch mit Problemen konfrontiert sind, die der Ratio nicht oder nur begrenzt zugänglich sind (z.B. jede Form von nicht gesellschaftlich vermitteltem Leid). Da kann die „Selbstbestimmung“ und „Freiheit“ durchaus darin liegen, sich der Fürsorge einer (vermeintlich oder nicht kann man nicht wissenschaftlich klären) „höheren Macht“ zu unterwerfen. Marx war ja richtigerweise nicht der Auffassung, dass seine Anhänger die goldenen Ketten durch stählerne ersetzen, sondern die Ketten überhaupt abschaffen sollten. Er verstand jedoch Religion – oder vielleicht besser er widmete sch diesem Thema aus naheliegenden politischen Gründen- unter gesellschaftlichem Gesichtspunkt. Es gibt aber eben auch ganz unvergesellschaftete Seiten. Wir müssen keinesweg an die Existenz numinoser Kräfte glauben, um darauf zu verzichten, Menschen, die uns nichts getan haben und tun, zu überzeugen, dass ihr ganz individuelles Leid nicht sinnlos ist – es sei denn, wir können ihnen einen Weg zeigen, dieses Leid loszuwerden.

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        Verfasst von Anton Holberg | 30. November 2016, 17:15
    • @ Anton Holberg
      1. Die politische und gesellschaftliche Bedeutung einer ideologischen Strömung hängt durchaus von der Quantität ab. Wenn die übergroße Mehrzahl der deutschen Christen bzw. christlichen Organisationen sich auf die eher fortschrittliche Botschaft des neuen Testamentes bezieht, ist es richtig die kleinen Minderheiten, die einer reaktionären Version a la Luther anhängen, zu ignorieren und zu sagen, daß „die Protestanten“ in Deutschland heute liberal und humanistisch eingestellt sind.
      Umgekehrt ist die quantitative und qualitative Bedeutung der reaktionären Versionen des Islam heute derart groß, daß die friedfertigen Versionen weitgehend zu vernachlässigen sind.
      Das oftmals vorgetragene Argument, man könne gar nichts über „den Islam“ sagen, da es ja so viele unterschiedliche Versionen gäbe, dient so nur dazu, die Anhänger der reaktionären Versionen mit dem Verweis „Aber es gibt auch liberale Moslems“ vor Kritik zu schützen.
      So wie Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen, ist reaktionärer menschenverachtender Islam keine Religion sondern eine verbrecherische Gesinnung. Beiden Ideologien müssen mit aller Härte und Konsequenz kompromißlos bekämpft werden.
      2. Auch die liberalen Christen und friedlichen Moslems müssen bekämpft werden, jedoch ausschließlich mit der Methode der Überzeugungsarbeit. Selbstverständlich gilt für sie Meinungs- und Religionsfreiheit. Die Herrschaft der Vernunft bedeutet nicht immer, diese mit Gewalt durchzusetzen. Es bedeutet aber auch nicht, allen denkbaren religiösen oder esoterischen Ideologien gleiche Rechte z.B. im staatlichen Bildungssystem einzuräumen. Universitäten und Schulen haben Stätten des Wissens und nicht des Glaubens zu sein. Herrschaft der Vernunft bedeutet durchaus, z.B. nicht Kreationismus gleichberechtigt mit Evolutionslehre zu unterrichten oder der Auffassung, die Erde sei eine Scheibe und in 7 Tagen von Gott erschaffen worden, im Lehrplan Raum zu geben.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 30. November 2016, 18:56
      • ad 1. wer ignoriert die reaktionären Varianten des Islams? Ich sage lediglich, dass sie – ebensowenig wie die anderen Varianten – „der“ Islam sind. Sie sind, wie Du richtig schreibst, „Varianten“, und das würden sie auch dann bleiben, wenn ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt 100% aller Muslime anhingen. Realität aber ist, dass der weitaus überwiegende Teil der Muslime z.B. keine Salafisten, Wahhabiten oder gar Jihadisten sind. Dass diese (wenngleich seit geraumer Zeit deutlich stärker gewordene) Minderheit in erster Linie in den Medien auftaucht, bedarf wohl keiner näheren Begründung.Die Behauptung, der Hinweis darauf, dass – auch – der Islam überaus vielgestaltig ist, solle reaktionäre Strömungen vor Kritik schützen, ist unlogisch und abwegig.
        2. richtig, aber ohne logischen Zusammenhang mit 1

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        Verfasst von Anton Holberg | 1. Dezember 2016, 10:34
      • holberg nervt immer noch mit der ihm früher schon tausendfach wiederlegten falschen Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus. er hat es immer für unnötig gehalten, denkoran zu lesen,wo nunmal drinsteht daß andersgläubige(„ungläubige“) sowie schwule getötet werden sollen und man nichtmuslime natürlich belügen und reinlegen soll. sicher lassen sich auch ein paar „friedliche“ aussagen finden und eine gegen das töten. ein widersprüchl.relig. Supermarkt, wo aber das schlechte überwiegt. die widersprüche zeigen daß solche bücher von menschen geschrieben sind und vonkeinem Gott. das mögen heutzutage viele christen (u.a.) einsehen, aber fast alle Muslime halten den koran für das unfehlbare wort gottes, und wer widerspricht darf getötet werden. ein kleiner aber feiner unterschied. holberg ist für mich ein am schreibtisch theoretisierender mensch, der sich lieber mal unter tausende von Muslimen begeben, mit ihnen die nächte zusammensitzen sollte usw. gerade gebildete und integrierte machen 2/3 aller Attentäter aus. seine Unterscheidungen sind sinnlos.

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        Verfasst von günter meisinger | 1. Dezember 2016, 16:18
  7. kleiner fehler am anfang: der Jugendverband der Linkspartei heißt solid. die sdaj,ist die Jugendorganisation der dkp. die beiden sehen das mit dem sogenannten „anti-musl. Rassismus“ genauso; alle haben offenbar nichts aus dem deseaster derjenigen Iran.linken gelernt (insbes. der tudehpartei, Bruderpartei der dkp) die kurz nach ihrer Unterstützung der isl. rev. im Iran 1979 alle aufgehängt wurden. es bestätigt sich, was ich seit 1979 vertrat. interessant daß dies obiger Autor mittlerweile auch so sieht, was ja, glaube ich,vor ein paar jahren noch etwas anders war.

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    Verfasst von günter meisinger | 29. November 2016, 15:53

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