//
du liest...
Ausland, Naher Osten

Wer die Türkei verstehen will, muss einen Blick auf ihre Geschichte werfen

erdogan3

von Filotimo – http://www.kritisches-netzwerk.de

Das Verhalten Erdoğans (link is external) ist für viele Europäer besorgniserregend. Sie sehen die Türkei auf dem Weg in eine islamische Autokratie. Für das Verständnis der aktuellen Geschehnisse ist ein Blick auf die Geschichte dieses Landes hilfreich.

► Die Entstehung der modernen Türkei

Im 19. Jahrhundert formte eine neue Ideologie die europäische Landschaft. Das Aufkommen des Nationalismus berührte auch das Osmanische Reich (link is external). Nationen wurden gegründet und proklamierten die Unabhängigkeit von den Osmanen. In der Folge verlor das Reich fast seine kompletten europäischen Besitztümer. Das Osmanische Reich galt als „kranker Mann am Bosporus (link is external)„. Als Reaktion auf diese Entwicklungen entstand die Bewegung der Jungtürken (link is external). Sie galten als nationalistische, liberale Reformierer und viele zuvor unterdrückte Minderheiten hatten Hoffnung, dass sich ihre Situation bessern und die Repressalien der osmanischen Regierung enden würden.

Die Jungtürken putschten sich an die Macht und unternahmen den Versuch einen osmanischen Nationalismus zu etablieren, dem alle osmanischen Bürger (auch Christen und Juden) zugehörig sein sollten. Andere, konkurrierende Nationalismen (griechische, armenische, kurdische) verhinderten aber den Erfolg des Osmanismus und die Jungtürken forcierten nun einen türkischen Nationalismus und sahen die christlichen Minderheiten als Elemente an, die dem im Weg standen. Fortan verstärkte sich Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung der christlichen Minderheiten.

________________________

Karte des Völkermords an den Aramäern/Chaldäern/Assyrern von 1915 bis 1917 während des Ersten Weltkrieges.

Städte, wo der Völkermord stattfand. Städte, die Flüchtlinge aufnahmen. Andere wichtige Städte.    Konzentrationszentren der Aramäer/Chaldäer/Assyrer.

osmanisches_reich_voelkermord_syrische_christen_sayfo_seyfo_assyrer_jungtuerken_armenier_armenien_tuerkei_syrien_erster_weltkrieg_kritisches_netzwerk_ottoman_empire_turkey_syria.png

______________________________________

Die Vision Enver Paschas (link is external) panturanischen (link is external) Reiches führte zur Beteiligung am ersten Weltkrieg und der vernichtenden Niederlage, die mit einer bedingungslosen Kapitulation des Osmanischen Reichs endete. Die Alliierten teilten das Land in Besatzungszonen ein und verhandelten über seine Zukunft. Der Streit zwischen Italien und Griechenland um die Westküste Kleinasiens (link is external) führte zur Besetzung der Region Smyrna (link is external) durch griechische Truppen, um die ansässige griechische Bevölkerung zu schützen. Moderate türkische Kräfte wie der osmanische Gouverneur von Smyrna, Rahmi Bey, wurden von den Briten, als stärkster Besatzungsmacht, abgesetzt. Sie zögerten wichtige Entscheidungen hinaus, was Räuberbanden in Anatolien, aufgrund fehlender staatlicher Strukturen, gediehen ließ.

Karte des Völkermordes an den Armeniern 1915 – zum Vergrößern bitte Karte anklicken!

_________________________________

Um der Lage im Osten Herr zu werden, beauftragten die Briten den osmanischen General Mustafa Kemal (link is external), in Anatolien (link is external) für Ordnung zu sorgen. Stattdessen baute Kemal Widerstandstruppen auf, ging gegen Kurden, Pontos-Griechen (link is external) und andere Minderheiten vor und besiegte die griechische Armee. Der durch Mustafa Kemal neu ausverhandelte Friedensvertrag von Lausanne (link is external) war die Grundlage für die Gründung der Republik Türkei im Jahre 1923 und legitimierte die zuvor begangenen ethnischen Säuberungen. Er ersetze den alten Vertrag von Sèvres (link is external), der für die Türkei nur ein vergleichsweise kleines Staatsgebiet vorsah. Diese Republik entstand durch einen Krieg gegen innere und äußere Feinde.

osmanisches_reich_vertrag_von_sevres_ottoman_empire_hedschas_armenien_mesopotamien_kurdistan_kurden_autonomie_kritisches_netzwerk_tuerkei_turkey_griechenland_voelkermord.png

► Niederlage und Völkermord

Die Schuld an der Niederlage im ersten Weltkrieg wurde der christlichen Minderheit im Reich gegeben. Außerdem waren Wirtschaft und Handel damals zu großen Teilen in griechischen und armenischen Händen. Daher erschienen diese Gruppen als Bedrohung und es entstanden Ängste in der islamischen Bevölkerung. Diese Ängste wurden von nationalistischen Kräften weiter geschürt und sie gingen teilweise soweit zu glauben, Christen hätten die Absicht sie auszurotten.

Der Vertrag von Sèvres trug später sein weiteres dazu bei. Vertreibung und Vernichtung von christlichen Minderheiten waren die Folge. Zwangstürkisierung und Zwangsislamisierung war für die christlichen Armenier, Griechen, Assyrer (link is external) und Aramäer (link is external) die einzige Möglichkeit in ihrer Heimat zu verbleiben. Doch auch nach dem Krieg kam es zu Übergriffen auf Minderheiten, bis hin zur Errichtung von Konzentrationslagern in den 30er Jahren. In den Jahren 1937/38 endete die Dersim-Rebellion (link is external) mit einem Massaker an den aufständischen Kurden.

osmanisches_reich_dersim_massaker_massacre_kurdenaufstand_kurden_tuerkei_turkey_tunceli_kritisches_netzwerk_voelkermord_mustafa_kemal_atatuerk_aleviten_tedip_ve_tenkil.png

► Ein monoethnischer Vielvölkerstaat

Aus einem Vielvölkerstaat (Osmanisches Reich) wurde der Nationalstaat Türkei. Mangels anderer Kategorisierungsmerkmale (Vielvölkerstaat) war die Zugehörigkeit zum Islam zwingende Bedingung um Türke zu sein. Aber nur ein geringer Teil der Türken stammt von den türkischen Nomaden ab, die einst aus Zentralasien nach Kleinasien einwanderten. Viele Türken haben armenische, arabische, kurdische, griechische, syrische oder slawische Vorfahren.

Es herrscht bis heute eine Angst um das Auseinanderbrechen des Landes vor. Aufgrund dieser Angst wird massiv gegen jeden separatistischen Gedanken (Kurden) vorgegangen. Dahinter steckt auch der weit verbreitete Glaube, dass ausländische Mächte die Türkei zerstückeln wollen. Historiker sprechen vom Sèvres-Syndrom (link is external), da der Vertrag von Sèvres die Aufteilung des Landes unter fremden Mächten symbolisiert.

► Kemalisten und die AKP

erdogan_turkey_tuerkei_erdoganistan_recep_tayyip_erdogan_coup_putsch_militaerputsch_staatsstreich_sultan_dictator_is_islamic_state_daesch_daesh_kritisches_netzwerk.gif

Für die kemalistischen Eliten und das Militär sind mehrere Ethnien nicht akzeptabel. Deswegen reagierten sie positiv als die sog. „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (Adalet ve Kalkınma Partisi / AKP (link is external)) Kurden in Anatolien für sich gewinnen konnte und diese sich von kurdischen Parteien abwandten. Als die Islamisierung immer stärker wurde, sahen sie aber den Kemalismus (link is external) in Gefahr.

Atatürk hat durchaus wichtige Reformen eingeführt. Er hat einen säkularen Staat etabliert und die Rechte der muslimischen Frauen gestärkt. Diese Reformen waren aber gewaltsam erzwungen, nach einem brutalen Krieg und wurden mithilfe einer nationalistischen Ideologie aufrechterhalten, die in Teilen zu bröckeln beginnt. Die erfolgreiche Islamisierungskampagne der AKP kann auch mit einem Widerstand der fromm-religiösen, ländlichen Bevölkerung gegen die aus ihrer Sicht korrupten, kemalistischen Eliten erklärt werden. Dabei scheint Erdoğans Politik (wie auch seiner kemalistischen Vorgänger) kompatibel mit dem  Sèvres-Syndrom zu sein. Das Wittern von ausländischen Verschwörungen und das rigorose Vorgehen gegen innere Bedrohungen sind zwei charakteristische Merkmale dessen.

Wie sich die Situation weiter entwickelt ist noch nicht abzusehen. Kürzlich hat  Recep Tayyip Erdoğan die Grenze zwischen Griechenland und  der Türkei gemäß dem Vertrag von Lausanne angezweifelt, was zu diplomatischen Verwerfungen führte. Darin spiegelt sich der (nicht nur von ihm) gehegte Traum von der Wiederherstellung des Osmanischen Reichs, dessen Verfolgung eine weitere Destabilisierung der Region zur Folge haben würde.

Filotimo


► Lesetipps:

„The Sèvres Syndrome: Turkish Foreign Policy and its Historical Legacies“ by Dietrich Jung – weiter (link is external).

„Die Türkei und das „Sèvres-Syndrom“ von Thomas Frankenfeld – weiter (link is external).

„Säbelrasseln in der Ägäis?“ von Wassilis Aswestopoulos – weiter (link is external).

► Quellen:

⇒ Yardumian, Aram; Schurr, Theodore G.: „Who are the Anatolian Turks? A reappraisal of the anthropological genetic evidence.“; Anthropology & Archeology of Eurasia 50.1, 6-42, 2011. – weiter (link is external).

⇒ Akçam, Taner: „From Empire to Republic: Turkish Nationalism and the Armenian Genocide.“; Hrsg.: Zed Books. London 2005.

⇒ Milton, Giles: „Paradise Lost: Smyrna 1922. The Destruction of Islam’s City of Tolerance.“ Hodder & Staughton, 2008.

⇒ Scholl-Latour, Peter: „Allahs Schatten über Atatürk. Die Türkei in der Zerreißprobe.“ Siedler Verlag, 1999.

⇒ Hofmann, Tessa: „Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Christen im Osmanischen Reich 1912-1922.“ LIT Verlag Münster, 2004.

⇒ van Bruinessen, Martin M: „The Suppression of the Dersim Rebellion in Turkey (1937-38) and the chemical war against the Iraqi Kurds (1988)“; in: George J. Andreopoulos (Hrsg.), Conceptual and historical dimensions of genocide. University of Pennsylvania Press, S. 141-170, 1994. – weiter (link is external). (PDF)

armenien_voelkermord_tuerkei_turkey_armenian_genozid_genocide_aghet_armenia_dersim_recep_erdogan_aserbaidschan_massaker_massacre_osmanisches_reich_kritisches_netzwerk.jpg

► Bild- und Grafikquellen:

1. Recep Tayyip Erdoğan. Bis 2014 war er Vorsitzender der muslimisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (link is external) (AKP).  Seit dem 28. August 2014 ist er Präsident der Türkei. Sein faschistischer, Menschenrechte verachtender Führungsstil ist ein Paradebeispiel für einen blutigen Staatsterrorismus, da er Krieg gegen das eigene Volk führt. Karikatur: Carsten S.. Quelle: Flickr (link is external). Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0 (link is external)).

2. Karte des Völkermords an den Aramäern/Chaldäern/Assyrern. Städte, wo der Völkermord stattfand. Städte, die Flüchtlinge aufnahmen. Andere wichtige Städte.    Konzentrationszentren der Aramäer/Chaldäer/Assyrer. Urheber: Rafy / Kathovo. Abgeleitetes Werk von Dadscheldow. Quelle: Wikimedia Commons (link is external). Diese Datei ist unter der Creative-Commons (link is external)-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ (link is external) lizenziert.

rudi_friedrich_stoppt_den_kreislauf_der_gewalt_in_der_tuerkei_kritisches_netzwerk_recep_tayyip_erdogan_menschenrechte_todesstrafe_staatsterror_daesh_militaerputsch_putsch.jpg3. Karte des Völkermordes an den Armeniern (link is external) 1915 – Map of the Armenian Genocide (link is external) in 1915 – Carte en anglais du génocide arménien (link is external) de 1915.

  • Each size shows a massacre. There are three types of massacre: in a control centre (red dot), in a station (pink dot), in a concentration and annihilation center (black dot). The size of the dot shows the relative number of killed Armenians (link is external).
  • Each pair of swords shows an area of Armenian resistance: greater resistance (red swords) or lesser resistance (black swords). The different size of swords is to save space into the map, it means nothing.
  • Dots in Black Sea representing Armenians (mainly women and children) drowned into the sea (see Armenian Genocide (link is external) for references).

Autor: Sémhur. Quelle: Wikimedia Commons (link is external). Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (link is external), Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation (link is external), zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren.

4. Karte zum Vertrag von Sèvres (Osmanisches Reich). Urheber: Don-kun, Leipzig. Quelle: Wikimedia Commons (link is external).  Diese Datei ist unter der Creative-Commons (link is external)-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ (link is external) lizenziert.

5. Karte der Region Dersim Mitte der 1930er-Jahre. Urheber: NordNordWest. Quelle: Wikmedia Commons (link is external). Diese Datei ist unter der Creative-Commons (link is external)-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ (link is external) lizenziert.

6. Erdoğan nach dem Putschversuch 2016. Cartoon von Carlos Latuff, einem „Politischen Karikaturist“, geboren November 1968 in Rio de Janeiro, Brazil. Dieses Werk wurde von seinem Urheber Carlos Latuff als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit. Carlos Latuff (eigentlich Carlos Henrique Latuff de Souza) gewährt jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, es sei denn, Bedingungen sind gesetzlich erforderlich. Diese und weitere Karikaturen auf seinem Blog > https://latuffcartoons.wordpress.com/ (link is external) . Quelle: Latuffs Twitter-Account (link is external).

armenien_armenian_genozid_genocide_aghet_armenia_voelkermord_tuerkei_turkey_dersim_aserbaidschan_massaker_massacre_osmanisches_reich_kritisches_netzwerk_jerewan.jpg7. WE REMEMBER ARMENIAN GENOCIDE 1915: Time to punish Turkey & make her pay for the killings of 1.5 million Armenians. Foto/Grafik: jan Sefti. Quelle: Flickr (link is external). Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0 (link is external)).

8. Cover der Broschüre „Stoppt den Kreislauf der Gewalt in der Türkei!“, hrsg. von Connection e.V., Bund für Soziale Verteidigung und Internationaler Versöhnungsbund. Zur ausführlichen Vorstellung der Broschüre mit Leseprobe – weiter. Sie ist hier zu bestellen (link is external).

9. FACES OF DENIAL – Gesichter, die Tatsachen nicht erkennen wollen. Foto/Grafik: Narek. Quelle: Flickr (link is external). Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0 (link is external)).

10. Karikatur: Recep Tayyip Erdoğan cites Hitler Germany as example of effective government – THE GUARDIAN, Friday 1st January 2016.

Brazilian cartoonist Carlos Latuff has reportedly had his website banned by the Turkish government. Latuff’s cartoons have frequently taken aim at Turkey’s President Recep Tayyip Erdogan. In an interview with Al-Monitor Columnist Pinar Tremblay, Latuff said: “Turkey is the only country where access to my cartoon blog was officially blocked. I haven’t heard of a similar ban in other countries. In the case of Turkey, I have the document from the Turkish government certifying the ban.” This is, according to journalist Tremblay, “the first time a foreign cartoonist is facing a legal ban in Turkey.”

Karikatur von Carlos Latuff, einem „Politischen Karikaturist“, geboren November 1968 in Rio de Janeiro, Brazil. Carlos Latuff (eigentlich Carlos Henrique Latuff de Souza) gewährt jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, inklusive uneingeschränkter Weiterveröffentlichung, kommerziellem Gebrauch und Modifizierung, zu nutzen, es sei denn, Bedingungen sind gesetzlich erforderlich. Quelle: Sein Blog > latuffcartoons.wordpress.com > zur Karikatur (link is external). Dieses Werk wurde von seinem Urheber Carlos Latuff als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit.

http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/wer-die-tuerkei-verstehen-will-muss-einen-blick-auf-ihre-geschichte-werfen

Advertisements

Diskussionen

2 Gedanken zu “Wer die Türkei verstehen will, muss einen Blick auf ihre Geschichte werfen

  1. “ Wurde von den Briten nach Anatolien gesandt“ ….. echt jetzt !! Wirklich so ein Bullshit zu schreiben.
    „Sevre’s Syndrom ! ….. Imperialistische Ausbäutungs gelüste zu lasten aller Anatolischer Ethnien wird wohl ausgeblendet ?!
    Oder wollten die Entent Mächte zum Nutzen der Minderheiten das Türkische Hoheitsgebiet zerstückeln?
    Dein Pamflet ist voller willkürlicher Umdeutungen.
    Auch wenns weh tut, mehr mit „Lausanne Syndrom“ beschäftigen!! …. Nicht zuletzt die Sowjets entschieden sich sogar die Bewegung von Mustafa Kemal zu unterstützen! ….
    Eins muss jeden klar sein der halbwegs die Geschichte kennt….. wer nur die Vorrechte der Minderheiten und Ethnien in den Mittelpunkt stellt, der muss sich klar sein dass nach der Denke KEIN HANDBREIT in der heutigen Türkei Türkisch sein sollte!….. Wahrscheinlich zurück hinter dem Kaspischen Meer wäre dann nur gerecht, oder??

    CHP und AKP sind sich nur darin einig dass die Türkei nicht geteilt werden darf und das übrigens niemanden nützen wird…. auch wenn verschiedene Gruppen fest daran glauben.
    Abgesehen davon können die Republikaner und die Neo Osmanen nicht gegensätzlicher sein!

    Wenn die Synapsen noch einigermaßen intakt sind braucht es keine Details hoffe ich- Warum das so ist!

    Bunte Karten garantieren keine Wahrheitsgehalt….

    Gefällt mir

    Verfasst von Devrim | 17. November 2016, 12:28
    • Dass die Aufteilung der Türkei nach ethnischen (Kurden, Lazen, etc. etc.) oder gar religiösen (Sunniten, Aleviten, Christen)m Gesichtspunkten keine wirklich fortschrittliche Lösung wäre, ist klar. Aber das Problem ist ein anderes: Die Leugnung des Rechts auf nationale Selbstbestimmung und folglich das Zusammenhalten des Territoriums der TC mit Gewalt vergiftet die ganze Gesellschaft. Es ist ja nun mal nicht zu leugnen, dass die kleinen kulturellen Rechte, die die größte Minderheit in der TC – die Kurden – in den letzten Jahren errungen haben, im Wesentlichen, wenn nicht gar ausschließlich, Resultat de bewaffneten Kampfes der PKK sind. In dieser Hinsicht waren die politisch Herrschenden in der Türkei seit jeher deutlich chauvinistischer als etwa jene im Iran oder im Irak, wo die Existenz der Kurden und ihrer Siedlungsgebieten („Kurdistan“) nie geleugnet wurden, während sie in der TC jahrzehntelang als „Bergtürken“ firmierten. Und selbstverständlich kann man auch nicht behaupten, dass der Begriff „Türke“ nur ein politischer und kein ethnischer sei – derart etwa, dass halt jeder Staatsbürger der TC gleich welcher Ethnie „Türke“ sei, denn bis vor wenigen Jahren war deren mit den Türkischen nun überhaupt nichts zu tun habende Sprache sowohl im amtlichen Bereich als auch im offiziell kulturellenBereich (Medien udgl.) verboten. Des die Leute untereinander natürlich Kurdisch sprachen, konnte man nicht verbieten, weil viele von ihnen sonst gar nicht hätte sprechen dürfe.

      Gefällt mir

      Verfasst von Anton Holberg | 19. November 2016, 10:28

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Archive

%d Bloggern gefällt das: