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Ausland, Lateinamerika

Das Volk von Kolumbien wird seine Freiheit und Zukunft durch den Volkskrieg erringen

siegimvolkskrieg

von Yuruyus, October 16th, 2016, Issue: 543 – http://www.facebook.com/aNewsblog

Wir dokumentieren einen Artikel der türkischen sozialistischen Zeitung „Yürüyüs“ (Langer Marsch) zu den Friedensverhandlungen in Kolumbien:

Weder die aus Kugeln gefertigten Kugelschreiber noch die Unterwerfungserklärungen können diese Realität ändern. Im Land von Simon Bolivar, dem großen Führer des antikolonialen Kampfes, werden antiimperialistischer Aufstand und Krieg niemals enden.

Am 26. September haben in Cartagena der Präsident Kolumbiens Juan Manuel Santos und der Führer von FARC Timoleon „Timochenko“ Jiminez die 297 Seiten starke „Friedensvereinbarung“ unterschrieben. Sie wurde mit aus Gewehrkugeln gefertigten Kugelschreibern unterschrieben, auf denen zu lesen war „Kugeln schrieben unsere Vergangenheit. Bildung wird unsere Zukunft schreiben“ und im Hintergrund war Beethovens 9. Sinfonie zu hören.

An der Zeremonie nahmen 2500 Leute teil, unter ihnen UN Generalsekretär Ban Ki Moon, US Außenminister John Kerry und Kubas Präsident Raul Castro. Die Gäste wurden aufgefordert weiß zu tragen, da dies „Frieden“ symbolisiere. Eine weitere symbolische Bedeutung sollte die Abhaltung der Zeremonie in Cartagena erhalten, da diese Stadt bekannt ist als „heldenhafte Stadt“ auf Grund ihrer bedeutenden Rolle im Unabhängigkeitskampf von den Spaniern. Die Beauftragte für Außenpolitik der EU Federica Mogherini erklärte, daß die EU die FARC von der Liste der Terrororganisationen entfernt habe. US Außenminister John Kerry sagte, daß sie dazu noch nicht bereit seien gab aber die Bereitstellung von 390 Millionen Dollar zur Umsetzung der „Friedens“vereinbarung bekannt.

Die Haltung des US-Imperialismus war von Anfang an sehr klar: Unterwerfung reicht nicht aus, unser Ziel ist die völlig Vernichtung, hieß es. Diese Atmosphäre, die sie mit weißen Hemden, Symphonien, Kugelschreibern aus Kugeln schufen, ist nichts anderes als eine Show der Exekution der FARC. FARC unterschrieb ihr eigenes Todesurteil. Mit Hilfe dieser großen Show aus Illusion versuchten sie uns vergessen zu lassen, wie FARC in die Unterwerfung bewogen wurde und all das Blut, das bisher vergossen wurde.

Sie versuchen die Massaker der vom Staat unterstützten paramilitärischen Milizen zu verheimlichen und FARC-Führer Timochenko machte die Dinge einfacher für sie wenn er sorry sagte zum „Leid“, welches sie verursacht hätten. Noch nie in der Geschichte war es das Volk, das einen Krieg begann. Engels Worte „Sie haben zuerst geschossen, Herren von der Bourgeoisie“ weisen auf diese Tatsache hin. Die ersten Aufstände in Kolumbien richteten sich gegen die Kolonisatoren. Beim Widerstand und Aufständen von Simon Bolivar bis heute war es immer der Krieg des Volkes, mit dem es Freiheit und Zukunft gewann. Darum trat FARC politisch in Erscheinung. Nun wird FRAC beschuldigt, als ob diese Geschichte nicht stattgefunden hätte, als ob das Volk verantwortlich wäre für Leid, Tote und Massaker. Tatsächlich versuchen sie den Marxismus-Leninismus in Gestalt von FARC zu verdammen, auszulöschen und zu besiegen. Und FARC wird ein Instrument für diese Posse, für dies Puppentheater von Händegeschüttel mit den eigenen Hänkern. Sie versuchen eine falsche Hoffnung nach all dem Blutvergießen und den Massakern aufkommen zu lassen. Die sogenannten „Friedens“-Erfahrungen mag man sich vor Augen halten und sie zeigen deutlich die Perspektive dieses „Friedens“. Wir können das wahre Gesicht dieser Lüge daran erkennen, welche Denkmäler sie errichteten und welche Loblieder sie anstimmten.

Das Ergebnis des Referendum war ein „Nein“ im Gegensatz zur Atmosphäre, die sie schaffen wollten

Die Vereinbarung, die am 26. September unterzeichnet wurde, wurde im Referendum vom 2. Oktober abgelehnt. Die Wahlbeteiligung betrug 37,4%, für „Ja“ stimmten im Gegensatz zu den hohen Erwartungen nur ca. 49,8%.

Was waren die Bedingungen der Vereinbarung ?

FARC „legt ihre Waffen in 6 Monaten nieder“ unter Aufsicht der UN, löst sich auf und beteiligt sich an legaler Politik.
Die Regierung führt eine Landreform durch und „heilt“ die Ungleichheit im landwirtschaftlichen Sektor durch Entwicklungsprogramme.
Ein „Justizsystem des Übergangs“ wird eingerichtet mit „Speziellen Friedensgerichten“. Diese schicken Guerillas und Mitglieder der kolumbianischen Armee in Rehabilitationszentren, wo sie Angestellte von Landwirtschaftsbetrieben werden und nicht in Gefängnisse müssen.
Gerade diese Bestimmungen der Vereinbarung waren nach Ansicht der Opposition „zu gnädig“.

Es bedarf aber einer kurzen Erinnerung. Der Führer der „Opposition“ ist Uribe. Er war Präsident von Kolumbien als die meisten US-unterstützten Angriffe gegen die FARC stattfanden und die meisten Menschen massakriert wurden. Dies bedeutet, daß es wieder der US-Imperialismus ist, der die Opposition unterstützt. Es bedeutet, daß die USA die vollständige Unterwerfung und Vernichtung der FARC anstreben durch Uribes Druck und Santos „Unterstützung“. Santos, der die Vereinbarung im Namen des kolumbianischen Staates unterzeichnet hatte, war Kriegsminister während Uribes Präsidentschaft ! Santos war als „Falke“ bekannt und als ein Politiker mit keinerlei „Toleranz gegenüber den Guerillas“.
Diese beiden Mörder setzten den „Plan Colombia“ um, ein US-Projekt in der Zeit von 2002-2010. Erinnern wir uns, was Plan Colombia bedeutete: Ale Ergebnis der Waffenstillstandsvereinbarung von 1998 kontrollierte FARC 16-tausend Quadratkilometer in Caqueta im Südosten des Landes. Bis 2002 etablierte FARC trotz Rückschlägen eine autonome Struktur mit eigenem Bildungssystem, kulturellen, juristischen und administrativen Strukturen sowie Wirtschaft– und Landverwaltung. Guerillas bewachten die Freiheit des Landes und gewährleisteten die Sicherheit der Menschen.

Hingegen passte es dem US-Imperialismus überhaupt nicht, daß eine marxistisch-leninistische Guerillabewegung in ihrem neokolonialen Kolumbien einen derart großen Einfluß hatte. Um die allmählich sich entwickelnden Institutionen der FARC und ihre Organisation zu zerstören, planten sie einen konterrevolutionären Angriff. Sein Name war Plan Columbia.

Im Rahmen dieses Plans bestand die erste Maßnahme der USA darin, ihre militärische Unterstützung um das 20-fache gegenüber der zeit von 1998-2000 von 50 Millionen auf 1 Milliarde Dollar zu erhöhen. So wurde Kolumbien nach Israel und Ägypten zum Land mit der dritthöchsten Militärhilfe. Auf dem Papier sollte dieses Geld die kolumbianische Armee gegen Drogenbanden helfen, doch in der Praxis verfolgte man das Ziel einen effektiven Krieg gegen die Guerilla zu gewährleisten. Im Jahre 2000 schrieb ein US-Zeitung zum Plan Columbia, „das Notfallpaket der Clinton-Administration sieht mehr wie ein Aufstandsbekämpfungspaket aus als wie ein Antidrogenpaket“. (United Press International, April 11st, 2000).
Ungefähr 70% der Gelder wurden für die Finanzierung, das Training und die Logistik der „antidrogen“ Einheiten ausgegeben, die Militäroperationen im Südosten des Landes durchführten, die unter Kontrolle der FARC standen.
Das Ergebnis war, daß die USA die Landgewinne der FARC angriffen und eine Stärkung der FARC mit der Ausrede „Kampf gegen Drogen“ verhinderten. Gleichzeitig schufen sie eine extrem machtvolle Armee, die sie gegen lateinamerikanische Opposition der US-Herrschaft einsetzen konnten.
Die führenden Umsetzer des Plan Colombia waren Uribe als Präsident und Santos als Kriegsminister 2002.

„Friedliche“ Periode Uribes: 173-tausend Tote, 34-tausend Verschwundene

Während Uribes Präsidentschaft ging FARC zu einem mehr gemäßigtem Vorgehen über. Man schlug Verhandlungen vor und entließ gefangene Staatsvertreter frei. Mit der Millionen Dollar schweren militärischen Unterstützung der USA im Rücken betrieb Uribe jedoch weiter eine Politik der „Auslöschung“ gegen Journalisten, Politiker sowie gegen die Guerillas der FARC.

2005 gab es einen erneuten Waffenstillstand zwischen FARC und dem Staat. Dieser versprach die faschistischen Banden aufzulösen. Sogar ein Projekt namens Justicia y Paz ( Gerechtigkeit und Frieden) wurde im gleichen Jahr aufgelegt. Aber dieser Prozeß wurde umgewandelt in eine Periode, in der es zu einem Bündnis des Staates mit faschistischen Banden kam, die tausende von Politikern, Gewerkschaftern, Journalisten, Arbeitern und Bauern ermordeten. „Vereinte Verteidigungskräfte Kolumbiens“ (AUC), eine der größten faschistischen Banden des Landes, entwaffnete sich mit einem Festakt und ihr Führer hielt im Parlament eine Rede, in der er erklärte, man sei „im Recht“. Bis 20011 kamen von 53000 Mitgliedern nur 4000 vor Gericht.
Zwischen 2002 und 2006 wurden ca. 20000 Menschen umgebracht. Laut einem Bericht des Roten Kreuzes von 2008 wurden mehr als 3 Millionen Kolumbier zwangsweise vertrieben als Resultat der Massaker der Contras der AUC.
Im Zuge des Projekts „Gerechtigkeit und Frieden“, das Uribe zur Verharmlosung der Banden benutzte, wurden 173183 Menschen umgebracht, weil sie „Verbindungen zu FARC oder Kommunisten“ hatten. 34467 Unterstützer von FARC verschwanden gewaltsam. 43 Journalisten wurden getötet und 30 weitere gelten als verschollen.

US-Lakei Uribe ignorierte sogar internationales Recht, als die kolumbianische Armee am 1. März 2008 ecuadorianisches Territorium angriff und den stellvertretenen Führer der FARC Raul Reyes, 17 Guerillas und 3 Zivilisten tötete. Nach diesem Angriff standen die Länder dieser Region kurz vor einem Krieg.

Kurz nach der Ermordung Raul Reyes erlitt Manuel Marculanda, der Führer der Organisation seit 50 Jahren, einen tödlichen Herzinfarkt. Im selben Jahr wurde Ivan Rios, Mitglied im 7-köpfigen Sekretariat des Zentralkomitees, das die Aufgaben des 25-köpfigen Zentralkomitee verwaltet, von seinem Sicherheitschef ermordet. Im September 2010 wurde Jorge Briceno Suárez im Zuge einer koordinierten Operation von Luftwaffe und Armee Kolumbiens in Serrania de la Macarena ermordet. Trotz alldem gelang es FARC, den Guerillakampf und militärische Aktionen fortzusetzen.

2012: Neustart von Verhandlungen

Der sogenannte „Falke“ Juan Manuel Santos, dessen Erklärungen selbst für Uribe „extrem“ waren, wurde 2010 zum Präsidenten von Kolumbien gewählt. Zwei Jahre nach dieser Wahl verkündete Präsident Santos den Beginn von Verhandlungen mit der FARC.
In dieser Erklärung sagte Santos, daß man „die Lektionen der Vergangenheit gelernt habe und die Militäroperationen während der Verhandlungen fortgesetzt würden“. Die geschah auch tatsächlich. In den letzten 5 Jahren setzte die Regierung das Töten von Guerillas fort während die Verhandlungen weitergingen und es wurde klar, daß das Hauptziel die Kapitulation der Guerilla war.
Im Ergebnis waren in all diesen Jahren entweder Uribe oder Santos die Führer dieser Angriffe.
Das, was FARC gegenwärtig unterschrieben hat, stellt eine Kapitulationsvereinbarung dar. Es ist eine Vereinbarung mit dem Imperialismus, Santos und der Sektion der Gesellschaft, die er vertritt. FARC kapituliert vor ihren eigenen Zielen, der Zukunft und dem Leben des kolumbianischen Volkes, ihrem eigener Existenz und der Ehre ihrer Repräsentanten. Als Konsequenz der Unterschrift unter die Vereinbarung entfernte die EU die FARC von ihrer Terrorliste. Dies zeigt deutlich den falschen Weg, den die FARC eingeschlagen hat.
Mao sagte einst: „Wir sollten alles unterstützen, gegen das der Feind kämpft. Wir sollten gegen alles kämpfen, was der Feind unterstützt“. Bei allem, was der Imperialismus unterstützt, ist klar, daß nichts Positives dabei herauskommen kann. Es gibt kein Land auf der Welt, daß der Imperialismus nicht mit Krieg bedroht. Kann es sein, daß er Frieden in Kolumbien anstrebt ? Kann so etwas wirklich möglich sein ? Der Imperialismus wird keinen Finger rühren, wenn es nicht seinen Interessen dient. Was sind seine Interessen in diesem Fall ? Sie würden den Marxismus-Leninismus wieder einmal in Gestalt der FARC schlagen. Das Volk Kolumbiens würde wehrlos zurückgelassen angesichts aller möglichen Angriffe des Imperialismus und des mit ihm kollaborierenden kolumbianischen Staates. Dies ist das Ziel.
Kolumbien wurde zum Israel Südamerikas gemacht dank der US Militärbasen und Milliarden an Dollarhilfen. Drogenbanden und Paramilitärs sind weiterhin aktiv. Den bewaffneten Kampf in einem solchen Lande aufzugeben bedeutet es dem Vernichtungsplan des Imperialismus und der Oligarchie auszuliefern. Entwaffnung und Unterwerfung werden alle bisherigen Gewinne zerstören, es würde zu weiterer Ausbeutung führen und das Volk wehrlos machen. Ein Festakt der Unterwerfung, welche politisch und ideologisch vom Imperialismus geführt wird, bedeutet Unterwerfung, passive Akzeptanz und Versöhnung. Das bedeutet eine Politik der Glorifizierung des sogenannten Friedens. Was bedeutet überhaupt Frieden ? Es ist der heutige Name für die Massaker von morgen.

Zusammenfassung

Die Entwaffnung der FARC bedeutet nicht nur die Auflösung ihrer Organisation. Es bedeutet auch, daß das Volk wehrlos gemacht wird gegenüber der imperialistischen Ausplünderung und derjenigen ihrer einheimischen Kollaborateure.
Anstatt zu ihrem Volk zu stehen gestützt auf 8000 Guerillas und den revolutionären Willen zu zeigen, entschied sich FARC für Kapitulation und Versöhnung. Sie wurde so zur Komplizin der Demokratieshow des Imperialismus.
Es ist aber auch eine Tatsache, daß der Widerstand des kolumbianischen Volkes gegen den Imperialismus und Kolonialismus nicht mit der FARC begann und er wird mit dem Ende der FARC nicht aufhören. Aber natürlich wird sich die Liquidierung einer Volksbewegung mit tausenden von Kämpfern auf das Bewußtsein des Volkes und seinen Willen zum Widerstand auswirken. Nicht nur die Menschen in Kolumbien, sondern auch die Volksbewegungen in ganz Südamerika werden davon beeinflußt. Das genau strebt der Imperialismus an: Den Menschen Hoffnung und Glauben zu nehmen. Wir werden sehen wie es sich entwickeln wird. Aber die Geschichte der Volkskriege sagt uns, daß Geschichte nicht geschrieben wird durch „weiße Schmetterlinge“ und auch nicht durch diejenigen, die ihren Henkern die Hände schütteln.
Geschichte wurde immer schon geschrieben von denen, die Widerstand leisteten und das wird auch in Zukunft so sein. Widerstand und Hoffnung werden im Lande Simon Bolivars, dem Führer des ersten Aufstandes gegen den Kolonialismus, niemals ein Ende finden.

Übersetzung: LZ

http://www.facebook.com/aNewsblog/posts/1725896041060718:0

 

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