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Afrika, Ausland

Kultur-Genozid verhindern mit der Muttersprachen-Politik in Eritrea

kulturkarte

von Thomas Mountain – https://einarschlereth.blogspot.de

Der kleine ostafrikanische Staat Eritrea hat eine Politik der Muttersprachen eingeführt, um innerhalb seiner Grenzen einen Kulturgenozid an den neun verschiedenen ethnischen Völkern zu verhindern. Dies sind die Tigrinya, die Tigre, Afar, Saho, Hidarb, Kunama, Bilien, Rashida und Nara (mit deren Sprache die alten demotischen (altägyptischeSchriften übersetzt werden).

Dies geschieht durch Erziehung aller Kinder in ihrer Muttersprache in ihrer kommunalen Umgebung bis zur 6. Klasse, wenn sie lese- und schreibfähig sind. Indem sichergestellt wird, dass auch die ethnischen Minoritäten ihre Muttersprache erlernen, garantiert die eritreische Regierung, dass auch ihre Kultur überlebt. Ohne die eigene Sprache kann man nicht die ursprüngliche Kultur leben und praktizieren.
Historisch ist die Zerstörung der Muttersprache der Völker ein Mittel, eine Politik des kulturellen Genozids zu betreiben. Tausende Sprachen und Dialekte sind unterdrückt worden und verschwunden während der westlichen kolonialen und nachfolgenden neo-kolonialen Ära, was bis zum heutigen Tag anhält.

Viele der verbliebenen Sprachen sind bedroht, da die Kinder ihre Muttersprache nicht lesen und schreiben können. Wenn das nicht geändert wird, führt es unausweichlich zum Verlust ihrer Identität, ihrer Sprache und ihrer Kultur – gewiss das globalistische Ziel, aber nicht im Interesse der Völker.

Es ist für Eritrea nicht einfach gewesen, da es von Dürren heimgesucht wurde, von Konflikten in der Region und den ökonomischen Benachteiligungen, verursacht durch die westlichen Sanktionen und Embargos. Bei neun Ethnien mit neun Sprachen, von denen einige nie eine Schrift kannten, erforderte es harte Arbeit, für alle Völker diese Politik der Muttersprache durchzuführen.

Aber jetzt ist es gut zehn Jahre her, dass diese Politik landesweit zur Standard-Praxis wurde. Die nächste Generation eritreischer Führer aus den Reihen der Jugend aller neun indigenen Völker, die zusammen leben und arbeiten werden und in ihrer Muttersprache lesen und schreiben können, wird sicherstellen, dass die Werte der verschiedenen Kulturen beibehalten werden.

Vielfalt und gegenseitiger Respekt ist auch ein wichtiger Garant für Stabilität. Hierbei hat die Muttersprachen-Politik sich als Konzept erwiesen, dass die ganze Welt annehmen sollte.

Fußnote:

 
Ein weiteres exzellentes Beispiel ist der lange Kampf der Maori-Nation in dem was heute Neuseeland genannt wird. Die Aborigines bestanden auf verbesserten Schulen für ihre Kinder. Sie sollten nicht nur im landesweit geltenden Pflicht-Curriculum unterrichtet werden, sondern auch in ihrer Muttersprache und der indigenen Kultur.

Interessanterweise und über viele Jahre hinweg waren die Kinder von diesen Gemeinden landesweit die Top-Studenten bei den Prüfungen, trotz der Tatsache, dass sie viel mehr lernen mussten als ihre Altersgenossen an den staatlichen Schulen.

Auch in der neuen Verfassung der Republik Kenya z. B. ist das Recht, in der eigenen Sprache unterrichtet zu werden, sie zu sprechen und zu benutzen, festgehalten. Aber die Regierung von Kenya hat noch nicht mit der Durchführung eines sinnvollen Programms begonnen, um diesen Begriff der Verfassung und das Recht aller Menschen zu verwirklichen.

Das post-koloniale Kenya ist ein multi-nationaler Staat, der für  56 indigene Völker sorgen muss, die nicht Stämme genannt werden, da dies eine kolonialer, imperialer und faschistischer Begriff ist! Von diesen sind fünf Ursprungs-Völker (aboriginals) .
Das heutige dynamische Kenya ist Heimat für Menschen von mehr als hundert verschiedenen Ethnien. Die frühere Politik, alle Völker und Leute von „Kenya“ (eine koloniale Fehlbezeichnung) zu zwingen, sich allein als „Kenyaner“ zu bezeichnen, hat nie funktioniert. Während sie in der internationalen Arena als Kenyaner zusammenstehen, herrscht Friede im Lande nur in den Gebieten, wo die verschiedenen Ethnien gegenseitigen Respekt für einander aufrechterhalten haben und wo sie ihre individuelle Kultur frei leben und zelebrieren können.

Quelle – källa – source

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

https://einarschlereth.blogspot.de/2016/11/kultur-genozid-verhindern-mit-der.html#more

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