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Ausland, Europa

70 Prozent Langzeitarbeitslose in Griechenland

arbeitslose

von http://www.griechenland-blog.gr

70 Prozent der Arbeitslosen in Griechenland sind über ein Jahr ohne Arbeit, während die reale Arbeitslosenquote auf über 30 Prozent veranschlagt wird.

Das Institut für Arbeit (INE) der GSEE veranschlagt die wirkliche Arbeitslosigkeit in Griechenland während des zweiten Quartals des Jahres 2016 auf 30,8%, während laut den selben Angaben sieben von 10 Arbeitslosen sogenannte Langzeitarbeitslose sind.

In dem ersten Zwischenbericht über die griechische Wirtschaft und die Beschäftigung 2016 merkt das INE an, die wie von der nationalen Statistikbehörde (ELSTAT) ermittelte offizielle Arbeitslosenquote unterschätze deren wirkliche Größe.

Ausschluss vom Arbeitsmarkt schafft gefährliche soziale Dynamiken

Wie das Institut anführt, werden zur Ermittlung eines besser die Niveaus der wirklichen Arbeitslosigkeit tangierenden Indexes zu den Arbeitslosen die potentiellen zusätzlichen Arbeitskräfte hinzugezählt (Menschen, die nach Arbeit suchen, jedoch während der Periode der Untersuchung nicht verfügbar waren, und jene, die verfügbar sind, jedoch nicht nach Arbeit suchen, sowie auch die unterbeschäftigten Arbeitnehmer). Auf Basis dieser Daten erreichte im 1. Quartal 2016 die Quote der realen Arbeitslosigkeit 30,8% und lag damit marginal niedriger als im entsprechenden Quartal des Jahrs 2015, in dem sie 31,7% betrug.

Bei der Analyse der qualitativen Charakteristika der Arbeitslosigkeit ist von Bedeutung, die speziellere Auswirkung der Arbeitslosigkeit auf drei Kategorien der Bevölkerung anzumerken: die jungen Leute, die Frauen und die Langzeitarbeitslosen. Konkreter zeigt sich während des 2. Quartals 2016 die höchste Arbeitslosenquote nach Altersgruppen bei den jungen Leuten im Alter von 15 – 24 Jahren (49,1%), während die Frauen eine erheblich höhere Arbeitslosenquote gegenüber den Männern aufweisen (27,6% gegenüber 19,4%).

Diese Fakten zeigen auf, dass es eine signifikante Differenzierung der Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen und Geschlecht gibt, welche Tatsache gefährliche gesellschaftliche Dynamiken schafft, da Teile der Bevölkerung in der Realität diachronisch von dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu sein scheinen. Die Folgen der Deregulierung der Arbeitsverhältnisse werden aus der konstanten Zunahme der Teilzeitbeschäftigung speziell bei der männlichen Bevölkerung direkt erkennbar, welcher Umstand ein relativ neues Phänomen darstellt.

Laut der GSEE machen die Langzeitarbeitslosen (über 12 Monate ohne Arbeit) 72,2% der Gesamtheit der Arbeitslosen aus. Obwohl das Phänomen des Rückstands auf dem Arbeitsmarkt in der griechischen Wirtschaft diachronisch ist, nahm es mit der Explosion der Arbeitslosigkeit nach 2008 riesige Ausmaße an und stellt ein höchstsignifikantes Problem dar, da die Langzeitarbeitslosigkeit sowohl mit dem Verlust von Fertigkeiten als auch mit der endgültigen Absonderung von dem Arbeitskräftepotential zusammenhängt.

Mindestlohn in Griechenland liegt unter der Armutsgrenze

Der Mindestlohn liegt in Griechenland seit Mitte des 1990er Jahrzehnts unterhalb der wie mit dem Kaitz-Index gemessenen Armutsgrenze, wobei er seit Beginn des 2000er Jahrzehnts systematisch unter 50% des Durchschnittslohns lag. Die Komprimierung der ungleichen Verteilung des Einkommens würde die Verbesserung des Verhältnisses von Mindest- zu Durchschnittslohn zum Resultat gehabt haben. Die signifikanten Kürzungen bei den höheren Lohnstufen führen zu dieser Entwicklung, die im Jahr 2012 verzeichnete Senkung des Mindestlohns erhielt jedoch das Verhältnis von Mindest- zu Durchschnittslohn unterhalb der Armutsgrenze aufrecht.

Es sei angemerkt, dass die Anwendung relativer Armutsgrenzen, wie es 60% und 50% des Durchschnittslohns sind, die Entwicklung der Armut nicht auf ausschließliche Weise beschreibt, was besser erkennbar wird, wenn man den dramatischen Anstieg bei den Indizes ernsthafter materieller Entbehrung untersucht. Der Index ernsthafter materieller Entbehrung zeigt, dass der Anteil der Haushalte, die einem signifikanten Mangel an Basisgütern begegnen, von 11,2% der Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf 22,2% im Jahr 2015 ansteigt. Anders gesagt, in Griechenland haben wir während der Periode der sogenannten Programme wirtschaftlicher Angleichung eine Verdoppelung der absoluten Armut.

(Quelle: iefimerida.gr)

70 Prozent Langzeitarbeitslose in Griechenland

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “70 Prozent Langzeitarbeitslose in Griechenland

  1. Jetzt nach dem Beschluss der EU, dieses CETA den Bürgern aufs Auge zu drücken, wird die allgemeine Arbeitslosigkeit weiter steigen und die nationale Verschuldung auch.
    Und nach dem CETA kommt das TTIP.

    Gefällt mir

    Verfasst von biersauer | 3. November 2016, 17:56

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