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Ausland, Naher Osten

EINSEITIGE FEUERPAUSE IN ALEPPO

aleppo-18-10-16

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Nachdem die vom russischen Generalstab gestern für Donnerstag verkündete achtstündige Feuerpause in den umzingelten Terroristengebieten Aleppos von UNO und EU als nicht ausreichend kritisiert worden war und zur Lieferung humanitärer Hilfe mindestens zwölf Stunden Feuerpause gefordert wurden, erklärte der russische Verteidigungsminister am heutigen Dienstag Morgen überraschend die sofortige Einstellung aller Luftangriffe in den umzingelten Terroristengebieten Aleppos bis zum Donnerstag.

Man mag vermuten, dass die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sich bei ihremTelefonat mit dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif am Montagabend für eine Verlängerung der achtstündigen Feuerpause auf mindestens zwölf Stunden oder besser noch länger eingesetzt hat, so wie sie das am Montag unter Verweis auf entsprechende Verlangen der UNO-Hilfsorganisationen auch öffentlich gefordert hatte. Und die Antwort der syrisch-russisch-iranischen Koalition zur Terrorbekämpfung in Syrien lautete dann am heutigen Dienstag Morgen eben: da habt ihr, bitte schön, nicht nur zwölf Stunden, sondern gleich 54 Stunden – das müsste euch doch nun erst mal reichen für die von UNO und EU geplanten humanitären Missionen für die notleidende Ost-Aleppiner Zivilbevölkerung, die da von den von euch unterstützten Kräften der „moderaten bewaffneten Opposition“ vor Ungemach beschützt wird. Schon bei der Ankündigung der Feuerpause am Donnerstag hatte Russland erklärt, dass Moskau und Damaskus mit allen einverstanden seien, was die UNO und NGOs gutes für die Zivilbevölkerung in Ost-Aleppo tun zu beabsichtigten: die Lieferung humanitärer Hilfe, die Entsendung von Ärzten und die Evakuierung von Verletzten. Kooperativer bei der Lieferung humanitärer Hilfe nach Ost-Aleppo, auf die die westliche Welt öffentlich so viel Wert legt, könnten Damaskus, Teheran und Moskau kaum sein. Nun ist guter Rat teuer für die westlichen Freunde von Al Kaida in Syrien.

Ein Sprecher des UNO-Koordinierungsbüros für Nothilfe in Genf verlangte am Dienstag vor der Lieferung von humanitärer Hilfe nach Ost-Aleppo zunächst einmal hastig „Sicherheitsgarantien von allen an den Kämpfen Beteiligten.“ Das peinliche Problem der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ wird anhand eines heutigen Interviews mit dem Anführer der vom Westen als „moderate bewaffnete Opposion“ betrachteten Kopf-Ab-Islamistengruppe Nur al Din Zanki in Ost-Aleppo deutlich. Der Anführer dieser Gruppe, die nach Al Kaidas in „Front zur Eroberung der Levante“ umbenannten Nusra Front als stärkste bewaffnete Gruppe in Ost-Aleppo gilt, erklärt da freimütig, dass seine Gruppe die Terroristen von Al Kaida als Brüder betrachtet, sie jeglichen Waffenstillstand ablehnt, sie kämpfen werde bis zur Eroberung von ganz Aleppo und Syrien und sie in Ost-Aleppo keine Lieferungen von Nahrung, Getränken und Munition bräuchten, weil ausreichend davon da sei und man sich keine Sorgen um die Zivilbevölkerung von Ost-Aleppo machen solle, weil die „es ohnehin gewohnt sei.“ Ihre Ablehnung der Feuerpause machten die Terroristen in den abgesehen von den Terroristen und einigen ihrer Familienangehörigen praktisch menschenleeren Terroristengebieten Ost-Aleppos heute dadurch deutlich, dass sie auch heute weiterhin die rund 1,5 Millionen Einwohner in den von der Regierung kontrollierten Bezirken Aleppos den ganzen Tag über wahllos mit Raketen beschossen, wodurch da heute bis zum frühen Abendvier Einwohner ums Leben kamen und Dutzende weitere teilweise schwer verletzt wurde.

Die zionisierten Staaten der westlichen Welt befinden sich nun also in der peinlichen Lage, dass seine Lieblingsterroristen in Ost-Aleppo all die Maßnahmen zum Wohl der Zivilbevölkerung Ost-Aleppos ablehnen, für die der Westen sich in den letzten Wochen lautstark öffentlich und diplomatisch eingesetzt hat, während Russland und Syrien zugestimmt haben. Das Bloßstellen der peinlichen russophoben Propaganda des Westens zur Unterstützung der von Al Kaida geführten Terroristen in Ost-Aleppo ist aber nur ein Nebeneffekt dessen, was Russland, Syrien und Iran mit der einseitigen Feuerpause in Aleppo gerade machen. Wichtiger dürfte es sein, dass die Feuerpause es möglichst vielen Zivilisten und Terroristen ermöglicht, die umzingelten Terroristengebiete von Ost-Aleppo zu verlassen, damit die syrische Armee und ihre Partner mit dem Rest der Terroristen in Ost-Aleppo anschließend weniger Arbeit haben. Zu diesem Zweck bieten die russische und syrische Armee der Zivilbevölkerung Ost-Aleppos eine Reihe von Übergangspunkten in die Regierungsgebiete und Terroristen zwei Fluchtkorridore in die von Al Kaida beherrschte Provinz Idlib an. Die Karte mit der Lage der Übergangspunkte und Fluchtkorridore wurde bei der heutigen russischen Erklärung groß im Hintergrund gezeigt.

Freilich lehnen Al Kaida und die Anführer der vom Westen als „moderate bewaffnete Opposition“ betrachteten Terrorgruppen in Ost-Aleppo ihre Evakuierung ebenso wie die Flucht ihrer als menschliche Schutzschilde benötigten Zivilisten aus Aleppo rigoros ab. Der Zanki-Anführer hat die Evakuierung jeglicher bewaffneter Kräfte aus Ost-Aleppo im oben verlinkten Interview im Namen aller bewaffneten Kräfte in Ost-Aleppo schroff zurückgewiesen, und die Anführer der vom Westen ebenfalls als „moderate syrische Opposition“ vermarkteten Terrorgruppen Fastaqim und Ahrar Al Sham haben das separat ebenfalls erklärt.

So wie es ausschaut haben Syrien, Russland und Iran, trotz des entschiedenen Widerstandes der Anführer von Al Kaida und der vom Westen direkt unterstützten Terrorgruppen dagegen, Möglichkeiten gefunden, die ihnen Hoffnung machen, eine größere Anzahl von Zivilisten und Terroristen aus den umzingelten Terroristengebieten von Aleppo evakuieren zu können. Darum geht’s.

Und wenn die Evakuierung soweit nur irgend möglich abgeschlossen ist, dann geht der Anti-Terror-Kampf in Aleppo natürlich weiter, bis es in der Stadt Aleppo keine von Terroristen beherrschten Gebiete mehr gibt.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/10/18/einseitige-feuerpause-in-aleppo/

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