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Ausland, Naher Osten

FORTSCHRITTE IM ZENTRUM VON ALEPPO

sieg

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Am gestrigen Dienstag sind der syrischen Armee und ihren Partnern unmittelbar nordwestlich der Zitadelle im Zentrum von Aleppo nennenswerte Fortschritte im Kampf gegen von Al Kaida geführte Terroristen gelungen.

Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA mitteilte, haben Einheiten der Armee den BezirkFarafira vollständig unter Kontrolle gebracht. Inoffiziell wurde außerdem berichtet, dass die syrische Armee auch im naheglegenen Bezirk Aghyol im Zentrum Aleppos etwas vorangekommen ist.

Auf einer Karte von ganz Aleppo sehen die Fortschritte vom Gebiet her klein aus, doch handelt es sich dabei um Altbau-Gebiet, wo der syrischen Armee seit Jahren jeder Meter Fortschritt schwerfällt, weil die syrische Regierung da nicht nur den Terrorismus eliminieren, sondern auch möglichst viel von der empfindlichen historischen Bausubstanz, die der Stadt Aleppo ihren unverwechselbaren Charakter gibt, retten will, und die syrische Armee deshalb in den dicht bebauten Gassen der Altstadt von Aleppo kaum schwere Waffen zum Einsatz bringen kann.

Schaut man sich diese Fortschritte der syrischen Armee im Zentrum von Aleppo auf einer Detailkarte an, so drängt sich die Vermutung auf, dass das taktische Ziel der syrischen Armee in der Altstadt ist, sämtliche Gebiete nordwestlich einer gedachten Linie zwischen Zitadelle und der wenige Meter weiter nordöstlich gelegenen Hanano-Basis durch gleichzeitig von allen Seiten erfolgende Bodenoperationen unter Kontrolle zu bringen. Die Terroristen hatten da in ihrer Front in der Altstadt eine kleine Nase gen Westen, und diese Nase dürfte die syrische Armee nun nach vier Jahren Terrorherrschaft wieder unter Kontrolle bringen.

Möglich wurde das Vorrücken der Armee dadurch, dass die von Terroristen beherrschten Bezirke Ost-Aleppos inzwischen nahezu völlig menschenleer sind und auch die Anzahl der Terroristen in Ost-Aleppo inzwischen recht niedrig ist, jedenfalls im Verhältnis zu der langen Front, die sie in Aleppo halten wollen. Der russische Botschafter bei der UNO sagte am Sonntag in seiner Rede im UNO-Sicherheitsrat, in den umzigelten Gebieten Ost-Aleppos gebe es gerade einmal noch rund 3500 Terroristen.

Die Schwierigkeiten der in Aleppo umzingelten Terroristen, ihre für ihre geringe Personalstärke viel zu großen Gebiete und viel zu langen Fronten in Aleppo zu halten, werden dadurch verstärkt, dass die syrische Armee und ihre Partner nicht nur an der Front im Zentrum Aleppos attackieren, sondern seit Tagen gleichzeitig Offensiven an der Peripherie führen, etwa in Amiriyah und Sheikh Saeed im Süden Aleppos und im Bezirk Camp Handarat weit im Nordosten Aleppos. Vorstadtbezirke wie Amiriyah, Sheikh Saeed und Camp Handarat bieten den Terroristen zwar anders als die historische Altstadt keinen Schutz gegen die schweren Waffen der Armee, doch ihre Kontrolle ist für die Terroristen absolut notwendig, wenn sie sich die Hoffnung darauf erhalten wollen, dass der Ring der Armee um ihre Bezirke von Aleppo noch einmal gebrochen werden kann. Die Terroristen in Aleppo dürften also vor dem Dilemma stehen, welche Fronten sie möglichst stark halten wollen, und welche sie soweit ausdünnen, dass Durchbrüche der syrischen Armee und ihrer Partner nicht ausgeschlossen sind.

Für die syrische Armee dürfte der Fall hingegen klar sein, dass sie die Terroristen lieber in der Peripherie Aleppos als in der historischen Altstadt von Aleppo sieht. So erklärt es sich vermutlich auch, dass die syrische Armee sich aus dem Bezirk Camp Handarat nach seiner Befreiung unter dem Druck einer Gegenoffensive von Terroristen überraschend wieder zurückgezogen hat, und es erklärt auch, warum die Armee in den Bezirken Sheikh Saeed und Amiriyah zwar kämpft und gelegentlich etwas vorrückt, aber die Bezirke nicht einnimmt, obwohl die Terroristen auch da längst viel zu schwach sind, um die menschenleeren Bezirke gegen einen entschlossenen Angriff der Armee zu verteidigen.

Mit einer Sprengung des Ringes der Armee um die Terroristegebiete in Aleppo ist ohnehin nicht mehr zu rechnen. Selbst Al-Kaida-Führer Muhaisny, dessen Großoffensive zur Sprengung des Belagerungsringes im August mit Pauken und Trompeten – und unter hohen Verlusten – gescheitert ist, hat sich inzwischen an die Front im Norden der Provinz Hama aufgemacht, was zum Ausdruck bringen dürfte, dass auch er keine Chance mehr sieht, den Sieg der syrischen Armee und ihrer Partner in der nunmehr über vier Jahre andauernden großen Schlacht um Aleppo zu verhindern, die allgemein als kriegsentscheidend angesehen wird.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/09/28/fortschritte-im-zentrum-von-aleppo/

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