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Ausland, Naher Osten

Widersprüchliche Informationen zu internationaler Vereinbarung bezüglich Aleppo

kartegrenze

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Während die syrische Armee in der letzten Woche die Feuerkontrolle über den Nachschubkorridor von Al Kaida in die Stadt Aleppo offenbar soweit ausgebaut hat, dass sie sich wieder die übliche zweitätige Freitag/Samstag-Wochenendpause leisten kann, gibt es unterschiedliche Informationen zum Status einer möglichen russisch-amerikanischen Vereinbarung zu Aleppo.

Der russische Präsident Vladimir Putin sagte am Donnerstag in einem Interview mit Bloomberg, bezüglich der russisch-amerikanischen Gespräche zur gemeinsamen Terrorbekämpfung in Syrien gehe es langsam in die richtige Richtung und er wolle nicht ausschließen, dass sie sich in der nahen Zukunft auf etwas einigen und das dann auch der internationalen Gemeinschaft präsentieren könne. Es besteht Putin zufolge bereits Einigkeit darüber, dass, um zu einer Kooperation bei der Terrorbekämpfung zu kommen, es notwendig ist, moderate Opposition von Terroristen zu unterscheiden und sie voneinander zu trennen, doch die USA wissen aufgrund der engen Verzahnung zwischen der von ihnen unterstützten Opposition mit der Terrorgruppe Al Kaida nicht, wie sie das bewerkstelligen sollen. Ähnlich berichtet auch die iranische Agentur Tasnim, dss ein russisch-amerikanischer Deal kurz vor dem Abschluss stehe, wo es um humanitäre Hilfe und Feuerpausen für Aleppo gehe.

Doch die libanesische Zeitung As-Safir berichtet demgegenüber, dass der russisch-amerikanische Deal zu Aleppo bereits geschlossen wurde, er nur nicht öffentlich bekanntgegeben wurde. Demnach besteht die Einigung darin, dass die syrische Armee Schritt für Schritt die Kontrolle über ganz Aleppo bekommen soll und die USA das unterstützen. In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass Russland nach der Einigung bereits mehrere Hundert Spezialeinsatzkräfte in die Provinz Aleppo verlegt hat, damit diese die Verteilung von Hilfsgütern über die Kastello-Straße sowie die Befreiung von ganz Aleppo vom Terrorismus unterstützen.

Einige Tage zuvor, nach dem Angriffsfeldzug der von den USA unterstützten kurdischen YPG gegen die syrische Armee in Hasakah und dem anschließend erfolgten türkischen Einmarsch im Nordosten der syrischen Provinz Aleppo, hatte derselbe Autor Mohammed Ballout bereits bei As-Safir behauptet, seine Quellen berichteten, dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien liege eine von Moskau vermittelte syrisch-türkische Einigung zugrunde, demzufolge, Erdogan gegen kurdische Separatisten in Syrien vorgehen darf und die syrische Armee im Gegenzug nicht von der Türkei dabei gestört wird, die volle Kontrolle über die Stadt Aleppo zurückzuerlangen. Gestern hat der türkische Regierungschef Yildirim dann dazu passend erklärt, dass die Türkei danach strebe, bessere regionale Beziehungen zu entwickeln, insbesondere zu Syrien und zu Ägypten. Sollte das alles so der Wahrheit entsprechen, läuft das im Grunde darauf hinaus, dass sowohl die Türkei als auch die USA nun implizit akzeptieren, dass ihr Krieg gegen Syrien verloren ist.

Bezogen auf den tatsächlichen Antiterrorkampf in Syrien meldete die syrische Nachrichtenagentur SANA am Samstag vornehmlich Einsätze der Luftwaffe in den Provinzen Homs, Hama, Daraa, Aleppo und Deir Ezzor. Weiterhin wurde in anderen Medien berichtet, dass die türkische Armee im Nordosten der syrischen Provinz Aleppo mit Panzern in die zwischen ISIS, Al Kaida und anderen Jihadisten umkämpfte Grenzstadt Ar-Rai eingerückt ist, wobei zu erwarten ist, dass die türkische Armee von dort aus den Grenzstreifen bis nach Jarabulus besetzt, wonach ISIS keinen direkten Zugang zur türkischen Grenze mehr hat. Und außerdem kommen die türkische Armee und ihre Proxy-Jihadisten damit in eine bessere Angriffsposition gegen Al Bab und Manbij, um so zu verhindern, dass die kurdische YPG den von ihr gewünschten Korridor zwischen Kobane und Afrin realisieren kann.

Die USA sehen sich derweil öffentlicher Kritik ausgesetzt, dass die von ihnen unterstützten „moderaten Oppositionskräfte“ in der Provinz Aleppo auch Entführer von westlichen Journalisten beinhalten, die vor zwei Jahren durch Folter und Schüsse in die Füße eines von ihnen gefangen gehaltenen Journalisten aufgefallen waren.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/09/03/widerspruechliche-informationen-zu-internationaler-vereinbarung-bezueglich-aleppo/

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