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Ausland, Naher Osten

Syrische Armee zieht sich aus der Stadt Hasakah zurück

hasakah

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Während die syrische Armee und ihre Partner im Südwesten von Aleppo weiter massenhaft Terroristen eliminieren und in der technischen Schule der Luftwaffe weiter vorrücken, ziehen sich die syrische Armee und die ihr angegliederten Bürgerwehren der National Defense Forces einem neuen Waffenstillstandsabkommen mit von Asayish und anderen Lakaien der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors getriebenen kurdischen Kräften folgend aus der Stadt Hasakah zurück.

Lediglich eine zivile Polizeipräsenz der Regierung wird im Sicherheitszentrum von Hasakah verbleiben. Zahlreiche kurdische Kräfte und ihre Anhänger feiern das als großartigen Sieg in ihrem separatistischen Kampf gegen die syrische Regierung.

Ob der taktische Sieg der kurdischen Kräfte in Hasakah auch strategisch ein großartiger Sieg ist, darf man allerdings bezweifeln. Moon of Alabama beispielsweise äußerte bereits vor einigen Tagen die Meinung, dass die kurdische Offensive gegen die syrische Armee in Hasakah die Träume von einer kurdischen Nation beenden wird. Was den Kurden in Hasakah und ihren US-Partnern durch ihre Offensive nämlich neben ihrem taktischen Sieg in strategischer Hinsicht vor allem gelungen sein könnte, ist die Türkei, die separatistischen kurdischen Bestrebungen in Syrien mit größter Sorge betrachtet, weiter in die Arme Russlands und Irans zu treiben.

Die türkische Sorge vor einer separatistischen kurdischen Entität in Nordsyrien dürfte auch ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Türkei gegenwärtig beinahe täglich ihre öffentliche Anti-Assad-Position ein Stück weiter abbaut. Es entwickelt sich dadurch ein handfestes gemeinsames Interesse der türkischen und syrischen Regierung an der Verhinderung eines separatistischen Kurdengebildes in Nordsyrien, das obendrein von den Regierungen des Irak und des Iran geteilt wird. Ohne dass Damaskus, Ankara, Bagdad oder Teheran eine kurdische Entität unterstützen, kann es jedoch keine kurdische Entität geben, weil das ethnisch mehrheitlich kurdische Gebiet von diesen Staaten vollständig umschlossen ist. Bislang wurde – und wird – die YPG von Damaskus gedeckt, um türkischem Terrorexport über die Grenze entgegenzuwirken. Wenn Teile der YPG nun wie in Hasakah gegen die syrische Armee kämpfen und stolz darauf sind, ihre Positionen zu erobern, dann entfällt für diese Politik die Grundlage. Die amerikanische Unterstützung für die YPG mag dazu verlocken, übermütig zu werden, doch ohne Mitwirkung eines regionalen Akteurs können nichtmal die USA die YPG wirksam decken, weil ihnen dann der Zugang zum kurdischen Gebiet fehlt.

Und obendrein ist die Offensive der Asayish und der YPG gegen syrische Regierungskräfte in Hasakah auch für die USA ärgerlich, denn sie bindet Kräfte, die dann nicht für den Kampf gegen ISIS zur Verfügung stehen. Und ISIS hat das auch prompt ausgenutzt und in der Provinz Hasakah südlich von Shadadi einige arabisch geprägte Dörfer von kurdischen Kräften erobert.

Aufgrund dieser Attacke von ISIS wurden angeblich einige YPG-Einheiten plötzlich vom Kampf gegen die Regierung in der Stadt Hasakah abgezogen. Schon dieser Vorfall verdeutlicht, wie problematisch es ist, wenn kurdisch geprägte Kräfte wie die YPG grundlos arabisch geprägte Kräfte wie die Regierungskräfte in Hasakah attackieren. Die YPG könnte damit ihren angeblichen Kampf für ein demokratisches Syrien in einen ethnischen Kampf von Kurden gegen Araber umwandeln, und das wäre dann ein ethnozentrischer Kampf, aus dem die kurdische Minderheit in Syrien kaum siegreich hervorgehen dürfte, aus militärischen Gründen, und auch, weil die ethnische Säuberung „Kurdistans“ von Arabern ihren Bestrebungen um ein demokratisches Syrien der Regionen jegliche Legitimität raubt.

Nachtrag 23:50h: SANA meldete zwischenzeitlich, dass auch nach dem jüngsten Waffenstillstandsvertrag noch Angehörige der syrischen Armee in Hasakah verbleiben. Praktische Relevanz auf dem Boden der Stadt Hasakah dürfte das wenig haben, politische Relevanz jedoch durchaus. Die YPG steht da nun vor der Frage: geht es ihr ums separatistische Prinzip oder um eine von Kompromissen getriebene Realpolitik. Wir werden es sehen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/08/23/syrische-armee-zieht-sich-aus-der-stadt-hasakah-zurueck/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Syrische Armee zieht sich aus der Stadt Hasakah zurück

  1. Der Betreiber des unsäglichen „nocheinparteibuch.wordpress.com“ schreibt:
    „mit von Asayish und anderen Lakaien der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors getriebenen kurdischen Kräften folgend aus der Stadt Hasakah zurück.“ Die PYD/YG und ihre Polizeikräfte „Asayish“ sind in erster Linie „nationalistische“ Kräfte. Sie kämpfen für das nationale Selbstbestimungsrecht der Kurden.Die Kurden sind seit jeherauchin Syrien unter der Herrschaft der verschiedenen arabisch-nationalistischenKräfte, darunter nicht zuletzt der regierenden Ba’ath-Partei (ASBP) national unterdrückt und haben deswegen alles moralische Recht, auch gegen diese zu kämpfen. Sie deshalb als „Lakaien der zionistisch-wahhabitischen Achse“ zu bezeichnen, ist einfach unerträglich. Man kann nicht einfach jeden legitimen Kampf gegen Unterdrückung desavouieren, nur weil der Unterdrücker plötzlich einen Konflikt mit anderen Kräften hat, die man durchaus zu Recht bekämpft. Natürlich ist es angebracht, die Kurden vor Illusionen in ihre momentanen „Verbündeten“ zu warnen. Mögliche, gar wahrscheinliche, Illusionen ändern aber nichts an der Legitimität ihres Kampfes gegen – nationale – Unterdrückung. Sie werden dadurch noch lange nicht zu Lakaien, jedenfalls bislang nicht.

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    Verfasst von Anton Holberg | 24. August 2016, 13:41

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