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Ausland, Russland

Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine

basisiran

von Saker – http://vineyardsaker.de

Bild: Russischer Langstreckenbomber auf der iranischen Basis Hamadan

In den letzten zwei Wochen gab es reichlich militärische Entwicklungen, die Russland direkt betreffen:

Syrien:

  1. Russland hat angekündigt, es würde den Flughafen Khmeimin in einen ausgewachsenen Militärstützpunkt mit einer dauerhaft stationierten Eingreiftruppe umwandeln.
  2.  Russland wird seinen schweren flugzeugtragenden Raketenkreuzer Admiral Kusnezow (den der Westen oft „Flugzeugträger“ nennt) ins östliche Mittelmeer verlegen, um die Kampffähigkeiten des Schiffes und seiner Begleitflottille zu testen und zum allerersten Mal die hochmodernen Ka-52K Katran-Hubschrauber einzusetzen.

Ukraine:

  1.  Nach dem Scheitern der Ukronazis beim Versuch, mit Saboteuren auf die Halbinsel Krim einzudringen, was Präsident Putin „dumm und kriminell“ nannte, hat Poroschenko jetzt eine Verstärkung seiner Truppen an der Grenze zur Krim und in der Ostukraine befohlen und sein Militär in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
  2.  Die Machthaber in Kiew haben beschlossen, die Akkreditierung des neuen russischen Botschafters in der Ukraine zu verweigern.
  3. Präsident Putin hat erklärt, dass in diesem Zusammenhang Verhandlungen mit Kiew „sinnlos“ sind.

Auch wenn sie nicht direkt miteinander verbunden sind, deuten all diese neuen Themen auf eine mögliche militärische Eskalation, die dazu führen könnte, dass Russland sein Militär in Kampfhandlungen in Syrien, auf der Krim und in Noworossija einsetzen muss. Daher macht es in diesem Moment Sinn, die russischen Optionen an all diesen Kriegsschauplätzen zu überblicken.

Der syrische Schauplatz

Es gibt eine Menge Missverständnisse zu den militärischen Optionen Russlands in Syrien. So wie das größere militärische Eingreifen Russlands, das anfänglich erwartet wurde, nicht stattfand (das tatsächliche russische Eingreifen war zeitlich wie in der Größe sehr begrenzt), so wird die Verstärkung des Luftwaffenstützpunkts Khmeimim keine größere strategische Verschiebung des regionalen Kräftegleichgewichts bewirken. Zur Erinnerung:

Zuerst ist der russische Marinestützpunkt Tartus nicht wirklich ein „Flottenstützpunkt“. Es ist ein Hafen, den die russische Marine genutzt hat, dem aber die Möglichkeit fehlt, mit größeren Schiffen anzudocken, und der nicht so verteidigt ist, wie es eine normale russische Militärbasis sein sollte. Tatsächlich bezeichnen die Russen ihn als “пункт материально-технического обеспечения“, als „materiell-technischen Versorgungspunkt“. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, dass Russland Tartus im Laufe der Zeit ausbauen und verstärken wird, aber in absehbarer Zukunft wird Tartus kein größerer Außenposten der russischen Marine sein.

Zweitens, der Flugplatz in Khmeimim liegt an einer sehr gefährlichen Stelle: etwa 1 000 km von der russischen Grenze und nur 50 km von der türkischen. Er schiebt sich auch genau zwischen das „Verantwortungsgebiet“ von CENTCOM und der NATO. Das ist definitiv keine Stelle, von der aus man US-Truppen bedrohen will. Es ist ebenfalls kein Ort, den Russland mit nuklearen Kräften verteidigen würde.

Verteidigungsminister Schoigu hat tatsächlich deutlich ausgesprochen, was der Zweck der russischen Präsenz in Khmeimim sein wird: a) Terroristen angreifen und b) russische Staatsbürger schützen. Noch einmal, das sind sehr begrenzte Ziele, die durch Einsatz begrenzter Mittel erreicht werden. Sicherlich, Khmeimim wird auch ein entscheidender Aufklärungsknoten für Russland, und die russischen Fähigkeiten in Suche und Rettung werden, sowie der Stützpunkt ausgebaut ist, deutlich verbessert sein Für diese beiden Zwecke werden russische Spezialeinheiten dauerhaft auf dem Stützpunkt stationiert. Schließlich werden die Russen die Landebahnen vergrößern, um sie für die schwersten russischen Transportflugzeuge tauglich zu machen. Aber die grundlegenden Eigenschaften des Stützpunkts Khmeimim werden immer daran erinnern, dass er durch seine Lage und die weite Entfernung von Russland verwundbar bleibt.

Der Einsatz der Kusnezow wiederum, die vor allem ein vorzügliches Luftverteidigungsschiff ist, wird den Russen erlauben, eine weit vollständigere Signalaufklärung der Region zu erreichen und wird sowohl für Tartus als auch für Khmeimim soliden Schutz bieten. Der erstmalige Einsatz der Ka-52K (die ursprünglich für den Einsatz auf den französischen „Mistral“ in Auftrag gegeben wurden) wird ein Test nebenbei sein, aber die Lage im Krieg nicht grundsätzlich verändern.

Insgesamt erweitern die Russen definitiv ihre Fähigkeiten und die Breite der Optionen, um zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen zu können, je wie die Lage sich entwickelt. Im Moment gibt es keine Anzeichen für größere Veränderungen der russischen Position: seit dem „halb-Abzug“ der russischen Luft-Raum-Kräfte aus Syrien verlässt sich Russland vor allem auf seine Langstreckenbomber (Tu-22M3). Diese können, falls nötig, durch Su-24/Su-30/Su-35 Angriffsgruppen ergänzt werden, die aus Südrussland starten.

Der ukrainische Schauplatz

Die Lage in der Ukraine ist weit unberechenbarer als die in Syrien und war das schon lange Zeit. Beinahe jede Woche sahen wir Warnungen vor einem möglichen ukrainischen Angriff, manchmal sogar als „unmittelbar bevorstehend“, und dann fand dieser Angriff nicht statt. Das Gefährliche an diesen falschen Warnungen ist, dass sie ganz und gar nicht falsch waren, und dass dieser Angriff fast jede Woche wirklich hätte stattfinden können. Das Schlimmste ist, dass es jetzt das Phänomen des „Achtung, Wolf!“-Rufens gibt, das auftaucht, wenn alle schon von den endlosen Warnungen vor bevorstehenden Ukronazi-Angriffen gelangweilt sind. Das Problem ist natürlich, dass ein solcher Angriff mit jedem verstreichenden Tag wahrscheinlicher wird.

Es gibt jene, die argumentieren, ein Angriff der Ukronazis gegen die Krim wäre selbstmörderisch, und sie haben absolut recht, und dass ein Angriff der Ukronazis gegen Noworossija extrem unwahrscheinlich zum Erfolg führen würde, und damit haben sie wieder recht. Die Annahme, die hier getroffen wird, lautet, dass das Regime in Kiew zu rationalen Berechnungen fähig ist, und das das Ziel eines solchen Angriffs der Sieg wäre. Aber in Wirklichkeit war der Sieg nie ein Ziel der Ukronazis. Statt dessen war das Ziel immer, Russland in einen offenen Krieg zu ziehen. Die Ukronazis täuschen sich selbst mit der Hoffnung, sie würden das bekommen, was die Kroaten 1995 bekamen, als sie mit voller Unterstützung durch die Luftmacht der NATO die (entwaffneten) kroatischen Serben in den sogenannten „Krajnas“ angriffen. In Wirklichkeit ist die Lage im Donbass eine völlig andere: die Leute von Noworossija sind nicht nur nicht entwaffnet, wie es die Serben der Krajna waren (all ihre „schweren Waffen“ waren in Depots der UNPROFOR), anders als die armen Serben (die von Milosevic verraten wurden) wissen die Donbassleute, dass Russland sie, wenn es hart auf hart kommt, stützen wird, abstreitbare Langstrecken-Artillerieschläge inbegriffen (wie im Juli 2014). Was die Krim angeht, muss selbst der irregeführteste Ukrainer inzwischen begriffen haben, dass sie die Krim nie zurückholen werden, selbst wenn sie es nicht zugeben.

Das Problem Russlands ist, dass es, während das Regime in Kiew langsam zur Bedeutungslosigkeit verwest, nur Eines gibt, was die Ukraine dem anglozionistischen Empire anbieten kann: das Opferlamm für einen verzweifelten Versuch zu werden, Russland zu einer Intervention zu provozieren und dadurch den jetzigen „lauwarmen Krieg“ zwischen der NATO und Russland völlig unwiderruflich oder gar „heiß“ zu machen. Ein offener russischer Gegenangriff im Donbass, oder gar von der Krim ist der fleischgewordene Traum jedes Neocons.

Bisher konnten die Ukronazis nichts weiter tun als beständig die Republiken Donezk und Lugansk mit Artillerie zu beschießen, die, da sie zu 100% von Moskau abhängig sind, diese Infamie ertragen mussten, obwohl Dutzende unschuldiger Zivilisten täglich getötet werden. Es gibt auch eine Menge direkter Belege, dass die militärischen Fähigkeiten der Truppen Noworossijas im Verlauf des letzten Jahres dramatisch zugenommen haben, und das macht es für sie noch frustrierender, die ständigen Provokationen und Morde an Zivilisten hinzunehmen. Der Kreml hat jedoch offenbar entschieden, dass ein kleiner und beständiger Strom im Donbass ermordeter Zivilisten einem ausgewachsenen militärischen Einsatz immer noch vorzuziehen ist, auf den – das übersehen die Meisten – die Besetzung zumindest eines Teils des ukrainischen Gebietes folgen müsste. Sobald man etwas besetzt, gehört es einem und man ist dafür verantwortlich. Niemand in Russland ist bereit, die Kosten eines Kriegs, der darauf folgenden Besetzung und des Wiederaufbaus eines Gebiets zu schultern, das gegenwärtig unter Kontrolle der Ukronazis steht. Schließlich, warum sollte man den Regime in Kiew eine Ablenkung liefern, die sein Leben rettet, wo es doch einen derartigen Spitzenjob macht, sich selbst langsam aber sicher zu zerstören?

Das Paradox hier ist, dass die russische Stärke gleichzeitig die russische Schwäche ist: die Chancen stehen gut, dass Noworossija nicht nur einen Angriff der Ukronazis aufhalten kann, sondern auch Gegenangriffe von operationeller Tiefe durchführen. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Russland selbst in einen Krieg im Donbass nicht hineingezogen würde. Aber auf der Krim ist nicht Noworossija, keine Volksrepublik Donezk oder Lugansk. Auf der Krim gibt es nur Russen und die Krim ist Russland. Daher wäre ein Angriff der Ukronazis auf die Krim eine direkte Kriegshandlung gegen Russland, die Russland nicht ignorieren oder durch Gebrauch von „Wojentorg“ und „Nordwind“ (Wojentorg: verdeckte Waffenlieferungen; „Nordwind“ verdeckte Stellung von militärischen Spezialisten). Wenn die Krim angegriffen wird, werden die Russen zurückschlagen müssen, ob sie es wollen oder nicht.

Wenn dass geschieht, wird der russische Gegenschlag wahrscheinlich begrenzt sein und sich vermutlich auf jene Kräfte konzentrieren, die direkt für den Angriff verantwortlich sind. Aber wenn die Ukronazis ihre Artillerie aus tief eingegrabenen Stellungen nutzen, um einen beständigen Beschuss auf die Städte der nördlichen Krim, oder, da sei Gott vor, sie ballistische Raketen nutzen, um größere Stadtzentren auf der Krim anzugreifen, dann hätten die Russen keine Wahl als schnell und entschieden einen Gegenangriff zu führen. Und seit dem 08.08.08 ist klar geworden, dass der Westen die Schuld immer bei Russland suchen wird, selbst wenn es zuerst von anderer Seite angegriffen wurde.

Rein militärisch gesprochen wäre jeder Konflikt zwischen den russischen Streitkräften und den Ukronazis ein Massaker: alles, was die Ukrainer auf das Schlachtfeld bringen können, sind Mengen, aber sie sind nicht nur zahlenmäßig völlig unterlegen, sie sind es noch stärker qualitativ. Die russische Artillerie ist zur Zeit die fähigste der Welt, sie ist selbst allem im Westen weit überlegen, und ihre Wirkung auf das ukrainische Militär in der Vergangenheit war absolut niederschmetternd. Russland hat eine einzigartige Verbindung von Drohnen- und elektronischen Kriegsführungsfähigkeiten, die direkt in die Zielerfassungssysteme der russischen Mehrfachraketenwerfer eingegeben werden, die bis zu 90 km ins feindliche Hinterland treffen. Schließlich haben die Russen jahrelang an fortgeschrittener Submunition und thermobarischen Sprengköpfen gearbeitet, die mit vernichtendem Erfolg gegen Panzertruppen und befestigte Stellungen eingesetzt werden können.

Diese Kombination von UAVs und fortgeschrittenen Mehrfachraketenwerfern bildet das, was die Russen einen „Aufklärungs-Schlag-Komplex“ oder RSC nennen (разведывательно-ударный комплекс), ein Konzept, dass die Sowjets bereits in den 1960ern entwickelten. Der RSC integriert vollständig all die folgenden Elemente: Aufklärung, Zielerfassung, elektronische Gegenmaßnahmen, Navigation und Einsatz von Hochpräzisionswaffen.

Jetzt, mit dem Auftauchen von neuen UAVs und Artillerieortungsradar hat dieses Konzept seine volle Reife erreicht und ist jetzt der Eckpfeiler russischer Operationen verbundener Kräfte. Praktisch heißt dass, die Russen haben jetzt die Fähigkeiten, mehrere mechanisierte Bataillone in nur 2-3 Minuten völlig zu zerstören. Und es gibt nichts, ganz und gar nichts, was die Ukrainer dagegen tun könnten.

Die Russen haben auch weit überlegene Panzerung, elektronische Kriegsführungsfähigkeiten, Luft-Raum-Kräfte, Nachrichtendienst- und Aufklärungsfähigkeiten, Ausbildung – was auch immer. Die Ukrainer haben keine Chance.

Eine große Ente ist die Behauptung, US-Lieferungen von „tödlichen Waffen“ würden irgendwie die Verhältnisse ändern. In Wirklichkeit würde keine Menge an Waffen irgendetwas ändern. Die russischen Fähigkeiten heute sind den ukrainischen so weit überlegen, wie die des US-Militärs denen der irakischen Armee 1990 während Desert Storm. Das ukrainische Militär war zwar 1991 nominell größer als das russische (die Ukraine hatte die ganzen Truppen der 2. sowjetischen Verteidigungslinie geerbt), hatte aber keinen Krieg wie jenen in Tschetschenien, der eine Reorganisation erzwang, wie es bei den Russen der Fall war, noch hatten sie einen Präsidenten wie Putin, der, sobald er an der Macht war, eine ungeheure Militärreform anschob, deren Früchte heute endlich zu sehen sind. Als Ergebnis dessen haben die Russen jetzt mehrere Generationendurchbrüche erreicht, während die Ukrainer mit Ausrüstung aus den 1980ern und einem völlig desorganisierten, korrupten und inkompetenten Militär feststecken. Es wird die Ukraine Jahrzehnte kosten, mit den Russen gleichzuziehen, und das auch nur, wenn irgendein höchst unwahrscheinliches wirtschaftliches Wunder geschieht.

Schlussfolgerung:

Die Kriege in Syrien und in der Ukraine sind, wie es so oft der Fall ist, weitgehend durch die Geografie vorbestimmt. Es gibt wirklich Nichts, wodurch sich Russland bedeutungsvoll und direkt dem US-Militär im Nahen Osten oder im Mittelmeer entgegenstellen könnte. Gleichermaßen gibt es Nichts, was die USA tun können, um sich den russischen Streitkräften in der Ostukraine direkt entgegenzustellen. Darum werden beide Seiten versuchen, indirekt zu handeln, an den Rändern, durch Stellvertreter, aber ohne direkt exponiert zu sein. Während diese Strategie im Grunde vernünftig ist, ist sie doch auch gefährlich, weil ein indirekter Krieg über Stellvertreter schwerer zu kontrollieren ist und beide Seiten für Provokationen, False Flags und verdeckte Beteiligung dritter Parteien verwundbar macht. Darum ist es so frustrierend, beiden Kriegen zu folgen: auf der einen Seite können allerlei hoch spekulative Szenarien nicht einfach bei Seite geschoben werden, auf der anderen Seite scheint nicht viel zu geschehen. Und wenn schließlich doch etwas geschieht, ist es unklar, welche Konsequenzen es möglicherweise hat. Schließlich sind an beiden Kriegen Akteure beteiligt, die sehr stark und fundamentalistisch ideologisiert sind (die Ukronazis, die Irren von Daesh, die Neocons), bei denen man nicht voraussetzen kann, dass sie rational handeln. Alle Theorien der Abschreckung setzen aber einen rationalen Handelnden voraus. Aber wie schreckt man einen Irren ab, der sich selbst täuscht?

Die russischen Optionen in diesen beiden Konflikten sind durch objektive Bedingungen und durch größere politische Erwägungen begrenzt. Ich würde sagen, dass Russland in Syrien mit sehr begrenzten Mitteln und in einer extrem gefährlichen Umgebung einen bewundernswerten Job geliefert hat. Was den Donbass angeht, würde ich nuancierter antworten. Auch wenn ich glaube, dass Russland die richtige Entscheidung getroffen hat, als es seine Streitkräfte nicht offen in die Ostukraine schickte, muss ich zugeben, dass es im Umgang mit den Naziirren in Kiew ein schlechtes Timing und sogar Unentschlossenheit gezeigt hat: die Russen brauchten lang, um den Wojentorg und den Nordwind aufzubauen und zum Laufen zu kriegen, und auch wenn dies die richtige Antwort war, war es eben eine, die erst nach langer Zeit volle Wirkung entfaltete. Und dann gibt es noch die Frage des (jetzt ehemaligen) russischen Botschafters in Kiew, Michail Surabow, der völlig wirkungslos war, um irgendetwas getan zu bekommen (warum er so lange auf diesem Posten gelassen wurde, ist mir immer noch ein Rätsel). Es stimmt, Surabow hatte niemanden, mit dem er reden konnte, aber das rechtfertigt nicht, dass er sich an Poroschenko heran schmust und mit ihm beste Freunde spielt, wie von ihm berichtet wird. Jetzt, da die Russen endlich eine kompetente Person für diese Rolle benannt haben, Michail Babitsch, weigern sich die Ukrainer, ihn zu akkreditieren, was der Kreml anscheinend mit bizarrer Gleichmut hinnimmt. Im Dezember hatte Putin eine andere sehr mächtige Persönlichkeit, Boris Grislow, ein dauerhaftes Mitglied des Sicherheitsrats der Russischen Föderation, zum Generalbevollmächtigten der Russischen Föderation in der Kontaktgruppe zur Beilegung der Lage in der Ukraine ernannt. Russland hat sehr lange gebraucht, aber jetzt, da Grislow und Lubitsch involviert sind, hat es endlich einige hochkarätige Leute in den Verhandlungsprozess eingebracht, der mit dem Krieg in der Ukraine umgeht. Abermals eine gute Entscheidung, aber eine sehr verspätete.

Könnten diese Maßnahmen nahe legen, dass die Russen Informationen besitzen, dass bald etwas Größeres mit der Ukraine passiert? Möglich. Ich weiß das sicher nicht, aber für mich sieht das aus, als bereiteten sie sich auf etwas vor.

Was Syrien betrifft, versuchen die Russen, ihre Optionen zu verbreitern, aber es ist unwahrscheinlich, dass vor Amtsantritt der nächsten US-Administration etwas Größeres passiert. Außerdem ist es, solange Erdogan noch mit der brutalen Maßregelung jeglicher Opposition beschäftigt ist, immer noch unklar, welchen Kurs die Türkei einschlagen wird, wenn die Säuberungen abgeschlossen sind.

Und dann dies, ganz frisch:

Nach Almasdar-News hat der Iran Russland gerade das Recht gewährt, den Luftwaffenstützpunkt Hamedan im Westiran zu nutzen. Der Originalartikel mit dem Titel „Russland setzt Jets auf iranischem Luftwaffenstützpunkt ein, um gegen Aufständische in Syrien zu kämpfen (Bilder)“ behauptet sogar, Bilder einer russischen Tu22M3 zu zeigen, die bereits im Iran eingesetzt ist. FALLS das stimmt, ist das sehr bedeutend. Anders als Khmeimim ist Hamedan sicher und seine Lage ist perfekt, um Militärschläge in Syrien und andernorts im Nahen Osten durchzuführen. Es gibt jedoch ein Problem al Masdar ist ein israelisches Projekt, Teil des Israel Projects, einer „pro-israelischen öffentlichen diplomatischen Organisation, gegründet in den Vereinigten Staaten zum Höhepunkt der zweiten Intifada“. Ich habe das mit einer gut informierten iranischen Quelle abgeglichen, und sie bestätigt momentan nichts davon. Der russische Blogger „Colonel Cassad“ hat jedoch eigene Nachforschungen angestellt und scheint diese Information für plausibel zu halten. Andere russische Quellen bestätigen, dass Russland die Iraner gebeten hat, russischen Lenkraketen den Durchflug durch iranischen Luftraum zu erlauben. Es scheint, als würde die Zusammenarbeit zwischen Iran und Russland stärker, was natürlich eine gute Nachricht ist.

Schließlich wäre, falls Erdogan es mit einer Zusammenarbeit mit Russland und Iran gegen Daesh ernst meint, eine Art, das zu tun die Öffnung des türkischen Luftraums für russische Luft- und Raketenschläge gegen Daesh. Sollte das geschehen, hätte Russland die Auswahl zwischen vier Ausgangspunkten, um Angriffe zu starten: die Krim, Südrussland (Abchasien), Khmeimim in Syrien und Hamedan im Iran.

Ein Ort, den man besonders im Auge behalten sollte, ist der Militärflughafen Bombora bei Gudauta in Abchasien. Laut Lentra.ru beträgt die Länge der Hauptlandebahn 4km (ein Fehler, tatsächlich sind es 3km), und diese Landebahn endet direkt am Meer, so dass Flugzeuge bei sehr niedriger Höhe abheben können und dadurch unter feindlichem Radar bleiben (siehe Bild unten). Diese Landebahn wird momentan von etwa 4 000 russischen Soldaten geschützt, die in Abchasien in Einsatz sind, mit den neuesten russischen Waffensystemen ausgerüstet, die das Rückgrat der 7. russischen Basis bilden [mehr dazu hier (aus einer antirussischen Quelle) und hier (mit einigen hübschen Bildern)] Dieser Flugplatz ist an einem idealen Ort, um zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Einsätze der russischen Luft-Raum-Kräfte zu werden.

Bombora military airport near near Gudauta in Abkhazia

UPDATE:

Erstens, wie Aram Mirzaei richtig anmerkte, habe ich einen Fehler gemacht und zwei Webseiten mit dem Namen Al-Masdar (Quelle) verwechselt. Die eine ist das israelische Projekt, das in dem Artikel erwähnt wird, unter dem Chefredakteur Shimrit Meir. Diese Website nennt sich Al-Masdar.net. Die andere ist eine pro-syrisch-russische Nachrichtenwebsite namens almasdarnews.com. Ich entschuldige mich für dieses Versehen.

Zweitens, es scheint, dass almasdarnews.com Recht hatte. Mehrere iranische Websites berichten jetzt von der russischen Verlagerung auf das Flugfeld Hamedar:

http://www.eghtesadonline.com/بخش-جهان-29/140628-استقرار-بمب-افکن-های-روسی-در-پایگاه-هوایی-همدان-عکس

http://www.akharinnews.com/آخرین_اخبار/item/112646-بمب-افکن-های-روسیه-وارد-فرودگاه-نظامی-همدان-شدند.html

http://damadam.ir/۲۴-آنلاین-24onlinenews/اخبار-سیاسی/title/بمب-افکن-های-روسیه-وارد-فرودگاه-نظامی-همدان-شدند/id/3321242

Auch RT zitiert inzwischen den Artikel von Al Masdar, wodurch es ihn indirekt bestätigt.

Das ist eine extrem wichtige und positive Entwicklung, die zeigt, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran jetzt ein neues Niveau erreicht hat, und die eine größere Auswirkung auf diesen Krieg haben wird. Das sind sehr, sehr gute Nachrichten.

Russian military options in Syria and the Ukraine

http://vineyardsaker.de/ukraine/die-militaerischen-optionen-russlands-in-syrien-und-der-ukraine/#more-4831

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