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Kultur, Satire

Deutschland sollte Gefängnisse in der Türkei bauen

crisis

von Wilfried Kahrs – http://qpress.de

Anne Karre: Inzwischen steht fest, dass die Türkei einfach zu wenig Internierungslager Gefängnisse hat. Das birgt allerhand Gefahren, aber auch großartige Chancen sich der Türkei wieder anzunähern. In der Regel geht Versöhnung mit Umsatz und Profit schneller als auf langwierigen diplomatischen Trampelpfaden. Zuweilen kann man dafür auf Menschenrechte verzichten. Das kennen wir bereits von China und den USA. Um natürlich den Gutmenschen hier nicht zu arg vor den Kopf zu hauen, muss schon etwas Betroffenheit gemimt werden. Aber richtig ernsthaft können unsere Politiker solche Positionen nicht vertreten, es sei denn, es handelt sich um eine von den USA angeordnete Strafexpedition, wie beispielsweise die Sanktionen gegenüber Russland.

Die türkische Dauerkrise namens Erdoğan ist längst nicht durch mit der Verhaftungswelle, aber alle Knastplätze sind bereits bis aufs Letzte ausgebucht. So kommt es derzeit zur totalen Überflutung türkischer Gefängnisse, mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen, wie hier skizziert: Lage in türkischen Gefängnissen: “Sie stapeln sie übereinander”[SpeiGel auf Linie]. “Türken stapeln” ist nicht wirklich neu, aber das kann natürlich kein Dauerzustand sein. Was zumindest während Erdoğans Regentschaft vermehrt benötigt wird, sind Knastplätze ohne Zahl.

Da der Neubau von Gefängnissen einiges an Zeit in Anspruch nimmt, muss sich Erdoğan überlegen, ob er seine Gegner nicht vielleicht doch besser ressourcenschonender entsorgt. Vornehmlich um den Staat vor weiteren Kosten zu schützen: Erdoğan über Todesstrafe – “Warum soll ich Putschisten jahrelang durchfüttern?”[Huffington], weshalb er bereits die Wiedereinführung der Todesstrafe in die Wege leitete. Sofern die zeitnah wiederkommt, kann er seine Putschisten im Wege von Massenhinrichtungen relativ fix entsorgen. Wie in der Politik auch, könnte die von ihm angewiesene Justiz da mit einem Pauschalurteil nachhelfen, wobei der Verdacht auf Teilnahme am Putsch für ein Todesurteil ausreichen sollte.

Adolf Hitler Hetze die zeit Gleichsetzungen Verzerrung Propaganda Hurra der Erdogan ist da er ist wieder daSofern Erdoğan noch vertiefende Nachhilfe benötigt, kann er sich an Adolf Hitler und dessen Justizapparat orientieren. Er braucht nur noch so einen Schergen tollen Typen wie den Roland Freisler[Wikipedia] und schon kann sogar in der Türkei der Neuzeit nochmal so richtig die Luzie abgehen. In diesem speziellen Fall ist die Bundesregierung bestens beraten, das Maul nicht zu weit aufzureißen, wenn es beispielsweise um die gezielte und vorsätzliche Tötung von unartigen Menschen geht, da wir bereits über die Grundlagen solchen Handelns innerhalb der EU verfügen. Alles dazu ist hinlänglich in den Anhängen zum Vertrag von Lissabon verankert: “Ein bisschen Todesstrafe muss sein“, die ausführlichen Details dazu legen im Bedarfsfall die Nationalstaaten selbst fest, so wie eben jetzt der Erdoğan in der Türkei. Für jede Diktatur ist es unverzichtbar so ein “äußerstes Mittel” zur Hand zu haben, um sich seiner Kritiker final (auf der materiellen Ebene) entledigen zu können. Es steht späteren Generationen frei, den so ausgelöschten Menschen wieder Denkmäler zu errichten (und auch wieder niederzureißen).

165 neue Gefängnisse sollen gebaut werden

Hier dürfen deutsche Unternehmerherzen wieder höher schlagen. Um nun rasch die erwähnten versöhnlichen Töne mit dem Erdoğan zu finden, könnten sich hiesige Baukonzerne ordentlich anbiedern, die dringend benötigten Gefängnisse zeitnah zu errichten, selbstverständlich zu Vorzugskonditionen. Beim Bau von Großflughäfen glänzt Deutschland aktuell nicht so sehr. Aber Knastplätze gingen immer gut. Selbst die DDR pflegte diese Tradition meisterlich. Tigerkaefig-Zelle-Stasi-Gefaengnis-Folter-DDR-Unrechtsstaat-Adam-Lauks-FolteropferRechts im Bild ein Tigerkäfig der Stasi, darin konnte man die Delinquneten ordentlich weichkochen. Sicher, Folter gab es weder unter Adolf, nicht in der DDR und bei Erdoğan wird es das auch nicht geben, wir müssen immer nur fest die Augen verschließen.

Hernach kann sich Erdoğan mit der Wiedereinführung der Todesstrafe etwas mehr Zeit lassen, was die Debatte merkelig entspannt. Seinen Herrschaftsstil darf man als Indiz dafür werten, dass er auf lange Sicht nicht auf die Todesstrafe verzichten möchte. Dafür wird er zukünftig zu viele Türken und Nichttürken entsorgen müssen. Vermutlich werden die sogar noch mehr werden, desto wahnhafter seine Machtvorstellungen zutage treten. Und wie das so ist, je härter er seine Landsleute anpackt, umso heftiger wird auch die Opposition, wenigstens außerhalb des Parlaments. Die wird er dann vermehrt durch Todesurteile zur absoluten Ruhe verpflichten wollen.

Machen wir uns nichts vor. Mehr Gefängnisse in der Türkei sind immer gut. Neben Umsatz und Profit eigenen sich diese auch um unartige Flüchtlinge zu disziplinieren, diese in Bündeln vorzuhalten, sie weiterhin als Kuhhandelsgut gegenüber der EU sicher aufzubewahren. Alles in allem macht man mit umfangreichem Gefängnisneubau in der Türkei rein gar nichts falsch. Mit ein wenig Glück können auch EU-Mittel in das Projekt einfließen, als Darlehen oder auch als verlorene Zuschüsse, sofern Unternehmen aus der EU beim Bau dieser irren Anstalten zum Zuge kommen. Wie würde Erdoğan uns jetzt feierlich zurufen: “Ihr müsst lernen, in allen Dingen wieder das Positive zu erkennen“!

Deutschland sollte Gefängnisse in der Türkei bauen

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