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Ausland, Nordamerika

„28 Pages“ veröffentlicht

saudis1

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Im Zuge der Aufregung um den fehlgeschlagenen Putsch in der Türkei ist beinahe untergegangen, dass die USA am Freitag mit nur 14 Jahren Verspätung die bislang komplett geheimgehaltenen und inzwischen berühmten 28 Seiten der Untersuchung des US-Kongresses bezüglich der Beteiligung der saudischen Machthaber an den Terroranschlägen von 9/11 aus dem Jahr 2002 veröffentlicht hat.

Ab und an finden sich in den veröffentlichten 28 Seiten, die in der Veröffentlichung mit Anschreiben nun 34 Seiten ausmachen, nach wie vor einige, offenbar rechtswidrig, geschwärzte Stellen, doch im Großen und Ganzen kann nun jeder trotzdem grob beurteilen, was in den 28 Seiten drinsteht.

Drei Punkte, wo die Beweislage gegen Saudi Arabien offenbar schon 2002 recht gut war, fielen dem Parteibuch in den „28 Seiten“ bei einer kurzen Durchsicht als markant auf:

– beste Kreise in Saudi Arabien einschließlich hochrangige Mitglieder der Königsfamilie haben den Informationen der 28 Seiten zufolge Osama Bin Laden und die Terrororganisation Al Kaida rund um die Welt massiv unterstützt, wobei diese saudische Unterstützung für den Terror von Al Kaida offenbar recht häufig über saudische Wohltätigkeitsorganisationen wie die inzwischen geschlossene al-Haramain Foundation abgewickelt wurde,
– Mitarbeiter der saudischen US-Botschaft und mutmaßliche saudische Geheimdienstler in den USA haben mehrere der 9/11-Attentäter in den USA während ihrer Vorbereitung der 9/11-Terroranschläge betreut und unterstützt
– die saudische Regierung zeigte sich regelmäßig extrem unkooperativ bei Anfragen des FBI und anderer US-Behörden mit dem Ziel der Bekämpfung von Al Kaida.

Wenig überraschend findet sich da also praktisch kaum noch etwas, was in den letzten Monaten und Jahren nicht bereits in der einen oder anderen Form öffentlich diskutiert wurde. Längst ist es inzwischen weit bekannt, dass Al Kaida – jedenfalls damals – eine von der saudischen Regierung unterstützte Terrororganisation war. Es ist beispielsweise längst kein wirkliches Geheimnis mehr, dass sowohl der frühere saudische Botschafter in den USA, Prinz Bandar, als auch der heutige saudische König Salman, über viele Jahre, vor und nach 9/11, wesentliche Unterstützer des Terrors von Al Kaida waren. Doch nun handelt es sich bei den „28 Seiten“ nicht um eine Veröffentlichung, die von interessierter Seite wie so vieles andere kritisch zur offiziellen Version von 9/11 geschriebene als „Verschwörungstheorie“ abgetan werden könnte, sondern um ein durchaus belastbares offizielles US-Dokument, was etwa in Gerichtsprozessen gegen Saudi Arabien wegen Schadensersatz für 9/11 eingesetzt werden könnte, und das durchaus erfolgversprechend. Die Veröffentlichung der „28 Seiten“ ist also, da ist 9/11-Witwe Kristen Breitweiser zuzustimmen, durchaus von Wert.

Politisch bedeutet die Veröffentlichung der 28 Seiten ansonsten einen weiteren Sargnagel für George W. Bush, Dick Cheney und die Neocons der Israel-Lobby. Schwarz auf weiß ist darin der Verdacht der Beteiligung der saudischen Regierung an 9/11 nachzulesen, doch George W. Bush und seine Kumpane entschieden sich dafür, den Verdacht gegen Saudi Arabien als „streng geheim“ einzustufen, und stattdessen zur Vorbereitung ihres schon länger geplanten Angriffskrieges gegen den Irak den Irak dessen zu beschuldigen, obwohl es dafür im Gegensatz zu Saudi Arabien keine Beweise gab. Weiterhin interessant ist die in den 28 Seiten wiedergegebene Einschätzung des FBI, dass eine Beteiligung der saudischen Regierung an 9/11 nicht gründlich untersucht wurde, weil Saudi Arabien als Verbündeter der USA gilt und das Verhältnis der USA zu Saudi Arabien durch die Untersuchung von 9/11 nicht belastet werden sollte. Neu ist es zwar nicht, dass es sich beim Regime von George W. Bush und seiner Neocon-Bande um einen Haufen von schwerstkriminellen Lügnern und Angriffskriegsverbrechern handelte, doch mit den „28 Seiten“ ist das nun ein weiteres mal öffentlich bekannt aktenkundig. Bemerkenswert ist vielleicht noch, wie viele Leute innerhalb der USA ausweißlich der 28 Seiten davon gewusst haben müssen, dass der aktenkundige Verdacht der Unterstützung von 9/11 sich in Wirklichkeit nicht gegen Irak, sondern gegen Saudi Arabien richtete, und sie trotzdem den auch mit 9/11 begründeten Krieg gegen Irak mitgetragen haben. Diese Tatsache ist schließlich ein Zeugnis der totalitären Zustände in den USA.

Richtig spannend könnte es durch die Veröffentlichung der 28 Seiten nochmal werden, wenn Saudi Arabien dadurch wirklich ernsthaft unter Druck kommen sollte und dann über Mittäter und Mitwisser in der US-Administration und in Israel auspackt, wodurch dann bewiesen werden könnte, dass 9/11 als neues Pearl Harbor zum Starten der gegenwärtigen Kriegsserie im nahen Osten zum Wohle Israels von Teilen der US-Regierung und ihren Komplizen „selbst gemacht“ war.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/07/17/28-pages-veroeffentlicht/

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