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Afrika, Ausland

Vereinigte Staaten von Amerika weiten geheime Kriege in Afrika aus

warsinafrika

von Justin Yun  – http://www.antikrieg.com

Die geheime Expansion von Militärbasen und Sondereinsätzen der Vereinigten Staaten von Amerika in Afrika hat einen neuen und leichtgewichtigen Stil der Kriegsführung in die Wege geleitet, der die nächste Phase des amerikanischen militärischen Imperialismus bilden wird. Anders als die groß aufgemachte militärische „Achse nach Asien“ der Vereinigten Staaten von Amerika ist die starke Zunahme von Drohnen, Sonderkommandos, Söldneragenten, geheimen Stützpunkten, Stellvertreterkämpfern und Cyber-Kriegsführung das, was der Journalist Nick Turse als eine „neue Obamadoktrin des Fußabdrucks light“ bezeichnet, die „Krieg zu einer immer attraktiveren und scheinbar leichten Option zu machen scheint.“

Ein neuer Kampfstil

Tag für Tag führen Eliteeinheiten der Vereinigten Staaten von Amerika geheime Einsätze in geschätzt 70 bis 90 Ländern durch. Laut Turse wurden Sondereinsatzkräfte in einem noch nie gesehenen Ausmaß in 147 Länder geschickt – 75 Prozent der Länder der Welt allein im letzten Jahr. Das bedeutet einen Zuwachs von 145 Prozent gegenüber den unter der Bush-Adminstration durchgeführten

Konventionell mit großen Infanteriekräften und ausgewachsenen Invasionen fremder Länder geführte Kriege haben einem neuen Kampfstil Platz gemacht – einem, der zunehmend abhängig ist von Sondereinsatztruppen, Drohnen und privaten Kontraktoren (=Söldner, d.Ü.). Aufgrund der streng vertraulichen Natur von Spezialkommandos kann das Pentagon im Wesentlichen die militärischen Einsätze im Ausland vor der amerikanischen Öffentlichkeit geheim halten. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten immer seit dem Kalten Krieg Soldaten in Afrika, aber die Rate der Expansion weist gefährlich auf ein Fehlen von Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Öffentlichkeit hin.

Eine naïve Annahme

Die Schattenkriege in Afrika werden jetzt von Mitgliedern des U.S. Special Operations Command und des JSOC (Joint Special Operations Command) ausgetragen – einer geheimen Organisation, die Mord-/Entführungsaufträge ausführt. JSOC wurde vom Berater für Aufständischenbekämpfung John Nagl als „eine antiterroristische Tötungsmaschine in beinahe industriellem Ausmaß“ bezeichnet, und viele haben es als „private Mordschwadron“ des Präsidenten beschrieben. Diese Gruppe untersteht direkt dem Weißen Haus und ist das geheime Militär des Militärs.

Die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eines Tages ihre Truppen aus dem Mittleren Osten zurückziehen würden, ist ziemlich naiv angesichts der Tatsache, dass wir praktisch eine Wirtschaft des permanenten Kriegs haben. Von wichtigen Operationsbasen, in denen tausende Soldaten tätig sind, bis zu einzelnen Flugfeldern, die von der CIA benützt werden, um ihre geheimen Turboprops unterzubringen, betreiben die Vereinigten Staaten von Amerika ca. 800 bis 1.000 Stützpunkte rund um die Welt – was uns zum teuersten militärischen Imperium in der Geschichte macht. Niemand kennt die genaue Zahl – nicht einmal die Militärexperten. Der vor kurzem verstorbene Chalmers Johnson schrieb in seinem Buch „The Sorrows of Empire: Militarism, Secrecy, and the End of the Republic“ (Die Sorgen des Imperiums: Militarismus, Geheimniskrämerei, und das Ende der Republik), wie das Pentagon und ein unkontrollierbarer militärisch-industrieller Komplex die Vereinigten Staaten von Amerika in „eine neue Art von Militärimperium verwandelt haben – ein Sparta der Konsumenten.“ Chalmers stellt fest: „Ein weiteres entscheidendes charakteristisches Merkmal, das das amerikanische Imperium von Imperien der Vergangenheit unterscheidet, ist dass die Basen nicht gebraucht werden, um Kriege auszutragen, sondern stattdessen reine Manifestationen des Militarismus und Imperialismus sind.“

Weltweite Instabilität

Militärische Expansion macht uns nicht sicher, da sie globale Instabilität fördert. Das unkontrollierbare Wachstum in Afrika hat zur Finanzierung und Ausbildung von Stellvertreterarmeen mit schrecklichen Menschenrechtsbilanzen geführt und hat Söldner wie Erik Prince angezogen, den Gründer der berüchtigten Privatarmee Blackwater, die vom Verteidigungsministerium angeheuert wurde, um hochrangige Diplomaten während des Irakkriegs zu beschützen.

Mit einer militärischen Präsenz in 53 von 54 der Staaten Afrikas macht das amerikanische Imperium jetzt dort weiter, wo die ehemaligen europäischen Kolonialmächte aufgehört haben.

erschienen am 10. Mai 2016 auf > THE BIOLA UNIVERSITY CHIMES > Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2016_06_05_vereinigte.htm

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