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Inland, Sozialpolitik

Bericht über die Veranstaltung zu Ulrike Meinhof in Hamburg vom 9.Mai 2016

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von http://political-prisoners.net

„Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht. Protest ist, wenn ich sage, ich mache nicht mehr mit. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß alle andern auch nicht mehr mitmachen.“

Mit diesem Zitat von Ulrike aus der „Konkret „ aus dem Jahr 1968 begann die Veranstaltung.

Anlässlich des 40.Todestag von Ulrike Meinhof, vor genau 40 Jahren am 9.Mai starb sie im Knast in Stammheim. Menschen, die die staatlich verordnete Selbstmord-Version in Frage stellen, wurden und werden kriminalisiert.

Diese Veranstaltung fand an der Universität im Philosophenturm statt, die vor allem vom „Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen“ organisiert worden ist. Gekommen waren über 60 Menschen. Überwiegend ältere Genoss­­Innen, die selbst einen praktischen Bezug zu den Kämpfen aus den siebziger und achtziger Jahre hatten.

Folglich waren auch einige ehemalige Gefangene aus der RAF, der Bewegung 2.Juni und anderen bewaffneten Gruppen sowie aus dem anti-imperialistischen Widerstand anwesend. Leider waren kaum junge Menschen gekommen, was damit auch zusammenhängt, das für sie die Kämpfe von damals zur Zeit weit weg sind und der politische Zusammenhang aus dem Ulrike kam, nicht mehr präsent ist.

Anfangs wurde ein TV-Interview mit Ulrike aus dem Jahre 1969 gezeigt, wo sie sich mit ihrer Rolle als politische und alleinerziehender Frau mit Kindern in dieser Gesellschaft kritisch auseinandersetzte.

Der Schauspieler Rolf Becker trug Texte zu Ulrike wie „Zu den Wirkungen des Toten Trakts“ vor, der die Totalisolation im Knast Köln-Ossendorf von ihr sehr anschaulich schilderte. Auch Beiträge wie vom Schriftsteller Christian Geissler zu ihrem Schritt des Eintritts in die RAF und von Dario Fo und Franca Rame aus Italien zu ihrem angeblichen Selbstmord wurden vorgetragen.

Der Journalist Peter Nowak referierte zu der nachträglichen Verklärung des „Modell Deutschlands“ unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, was Vorbild für Gesamteuropa werden sollte, in dessen Amtszeit neben 8 politischen Gefangenen auch Ulrike die Haft nicht überlebte.

Der Referent des „Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen“ berichtete als erstes, wie er sich durch die Texte von Ulrike in der Zeitschrift „Konkret“ als Jugendlicher politisierte. Dazu zählten ihre Artikel zum Tod von Benno Ohnesorg oder der Aktion gegen die Kaufhäuser in Frankfurt, bei der u.a. Andreas Baader und Gudrun Ensslin aus Protest gegen den Konsumterror und den Vietnamkrieg beteiligt waren.

Weiterhin wurde ausgeführt, durch das Verbot von Texten und kulturellen Beiträgen von und zur RAF durch die herrschende Klasse sollte eine solidarische Diskussion mit dieser politisch-militärischen Organisation entpolitisiert, kriminalisiert und verhindert werden.

Zum Schluss gab es ein Inputreferat, in dem die heutige Bedeutung von Ulrike für alle Kämpfenden thematisiert wurde.

Es wurde festgestellt, daß Ulrike ihr ganzes Leben gegen die herrschenden Verhältnisse gekämpft hat.

Seien es die Ausbeutung und die Kriege im Trikont, im Inneren die Gewalt und die Unterdrückung auf den Straßen, die Verschärfung in den Heimen und den Knästen – gegen all das hat sich Ulrike gewehrt.

All diese Bedingungen haben sich nicht verbessert, sondern in den letzten 40Jahren eher noch verschärft und warten auf revolutionäre Veränderungen!

Die anschließende einstündige Diskussion war zwar lebhaft und kontrovers, aber immer konstruktiv und solidarisch.

Es wurde in der Debatte auch an die GenossInnen Burkhard Garweg, Daniela Klett und Volker Staub erinnert, die wegen Aktivitäten der RAF seit über 25 Jahren immer noch gesucht werden.

Demnächst wird im “Schattenblick” noch ein ausführlicher Bericht und Interviews erscheinen.

Auch werden noch Veranstaltungen in Berlin, Frankfurt. Wuppertal und Magdeburg stattfinden.

„Netzwerk Freiheit für alle politische Gefangenen“, Hamburg

Die gleiche Veranstaltung findet statt:

Berlin:
Di. 17.5. um 20 Uhr
Lunte, Weisestr. 53, 12049 Berlin

Zudem:
Sa, 14.5 um 19 Uhr
Lunte, Weisestr. 53, 12049 Berlin
Filmabend: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

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Frankfurt:
Samstag, den 14.Mai
Internationales Zentrum Frankfurt
Adresse: Koblenzer Str. 17, 60327 Frankfurt am Main

Wuppertal:
Mittwoch, den 18. Mai
20:00 Uhr, Autonomes Zentrum Wuppertal,  Markomannenstr. 3

Magdeburg:
Samstag, den 28.Mai
19:00 Uhr, Soziales Zentrum, Alexander Puschkin Str. 20

Mehr Infos:

http://www.political-prisoners.net

http://nullaefinito.jimdo.com/

http://www.socialhistoryportal.org/raf/

http://political-prisoners.net/item/4299-bericht-ueber-die-veranstaltung-zu-ulrike-meinhof-in-hamburg-vom-9mai-2016.html

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