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Ausland, Welt

Brzezinski sucht nach einem Weg, die Führungsposition der USA auf Kosten Russlands und Chinas beizubehalten

einkreisung

von Peter Akopow – http://www.fit4russland.com

Die amerikanische Elite ist gezwungen, die in großem Maßstab auftretenden Veränderungen in der Welt anzuerkennen. Die Staaten sehen ihre derzeitige Schwäche, die globale Dominanz zu erhalten und sind auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Position der stärksten Macht weiterhin zu sichern. Darüber schreibt Zbigniew Brzezinski in seinem neuen Programm. Die globale Führung Amerikas will er wieder auf Russlands Kosten gewährleisten.

Ein neuer Artikel von Zbigniew Brzezinski in „The American Interest“ heißt „Auf dem Weg zur globalen Umgestaltung“ in dem er auch sein bald erscheinendes Buch an kündigt. Einer der einflussreichsten amerikanischen Geopolitiker skizziert hier seine Vorstellungen der Konturen einer neuen Weltordnung.

Seine wichtigste Forderung: Die USA müssen selbst die Bildung eines neuen Gleichgewichts der Kräfte initiieren, ohne ab zu warten, bis die Welt sich ins Chaos stürzt. Brzezinski fordert, das schon jetzt zu tun um den beabsichtigten „Umbau“ in den nächsten zwanzig Jahre durchführen zu können. Es geht um eine umfassende Transformation der Weltordnung. Herr Brzezinski, wie es sich für Geopolitiker versteht, arbeitet hier mit solchen Begriffen wie Kontinente, Kulturen, Zivilisationen und Jahrzehnten.

Dabei gibt der ehemalige Berater des Präsidenten für nationale Sicherheit (1977-1981) jetzt Obama Tipps , betont aber speziell „die Vereinigten Staaten sind nicht mehr eine Großmacht im Weltmaßstab“. Das hat bereits Herr Kissinger erkannt und auch schon früher Z. Brzezinski in seinem vorigen Buch „Strategische Sicht“, das vor vier Jahren erschien. Aber nun geht er noch weiter.

Nannte Herr Brzezinski 1997 Russland noch ein „Schwarzes Loch“, das im Idealfall in drei Teile zerfallen sollte und es schien ihm, dass die USA durchaus so wirksam handeln könnten, in Eurasien eine Kraft zu verhindern, die fähig ist, die US-Herrschaft  zu beenden, fordert er jetzt bereits im Nahen und Mittleren Osten zusammen mit China und Russland zu handeln. Wer das Eurasische Herzland steuert, der besitzt die Welt; daher die Furcht der Atlantiker vor der Möglichkeit der Bildung einer Achse Berlin – Moskau – Peking.

Das wichtigste Element seines neuen Konzepts ist ein Dreieck „USA – Russland – China“, mit dem der Professor versucht eine magische Formel der neuen Weltordnung zu finden. Das ist ein Versuch, eine neue Weltordnung zu konstruieren, in dem die USA mithilfe des Nahen Ostens und Europa die Bildung einer russisch-chinesischen Allianz verhindern sollen. Aber zunächst über die Diagnose, von der Brzezinski ausgeht, wenn er seine Rezepte verschreibt.

Fünf sogenannte Realitäten, die seiner Meinung nach auf eine bereits laufende Umverteilung der Kräfte in der Welt hinweisen

Erstens, die USA bleiben der stärkste Staat, sind aber, „angesichts der komplizierten geopolitischen Veränderungen des regionalen Gleichgewichts der Kräfte nicht mehr die stärkste Großmacht im Weltmaßstab“. Aber auch keine der anderen großen Mächte ist das, sagt Herr Brzezinski.

Zweitens, Russland durchliefe „die derzeit letzte imperiale Phase der Rückbildung und der Dezentralisierung“, das heißt, würde anstelle des Russischen Reiches zu einem russischen Nationalstaat. Nach dem pro-atlantischen Putsch in der Ukraine glaubt Brzezinski sein Behauptung bestätigt zu finden, dass ohne die Anbindung der Ukraine Russland kein Reich mehr sein wird. Wir werden aber daran erinnern, dass der Kampf um die Ukraine noch lange nicht vorbei ist, schauen wir jedoch zuerst an wie der US-Pole Brzezinski den aktuellen Zustand des „beseitigten Reiches“ einschätzt:

„Ein schmerzhafter Prozess, aber das bedeutet nicht, dass Russland nicht letztlich (wenn es vernünftig handelt) Funktionen einer der führenden europäischen Nationalstaaten haben kann. Jetzt aber verdirbt es sich völlig nutzlos die Beziehungen und stößt die ehemaligen Subjekte des islamischen Südwestens seines einst riesigen Reiches, sowie die Ukraine, Weißrussland und Georgien von sich weg – ganz zu schweigen von den baltischen Ländern“.

Das heißt, zu einem nationalen Staat geworden, wird die Russische Föderation zum wichtigsten europäischen Staat. Aber über Europa ein wenig später.

Der Dritte Faktor bestände darin, dass China sich stetig gleich zum potentiellen Feind der USA für die Zukunft weiterentwickelt.

Europa ist keine globale Macht und wird es in Zukunft kaum werden: dies ist nach Herrn Brzezinski der vierte Faktor. Es ist klar warum: für die Atlantiker ist Europa ein Junior-Partner und soll es auch in Zukunft bleiben. Bei Brzezinski klingt es so:

„Europa ist in politischer und kultureller Hinsicht ein Verbündeter der USA und unterstützt deren grundlegende Interessen im Nahen Osten; Die Standhaftigkeit Europas im Rahmen der NATO hat eine wesentliche Bedeutung für die konstruktive Lösung der Zukunft der russisch-ukrainischen Krise“.

Und schließlich, unterstreicht Brzezinski als den fünften Faktor:

„was derzeit als politisches Erwachen in den post-kolonialen muslimischen Ländern zu beobachten ist, ist zum Teil eine verspätete Reaktion auf ihre manchmal harte Unterdrückung, vor allem seitens der europäischen Länder“.

In dieser Reaktion spielt eine wichtige Rolle das starke Gefühl von Ungerechtigkeit und ihre religiöse Motivation, die eine große Zahl der Muslime gegen die Außenwelt vereint.

Ausgehend von diesen „fünf Realitäten“ fordert Herr Brzezinski die USA auf,

„die Führung bei der Veränderung der globalen Machtverhältnisse so zu übernehmen, dass die Gewalt, die in der muslimischen Welt und manchmal über seine seine Grenzen (die vielleicht später wird auch aus anderen Ländern, den Teil der so genannten Dritten Welt kommen) hinaus ausbricht, ohne Verletzung der Weltordnung zurückgehalten wird“.

Das heißt, einfach gesagt, eine Konstruktion zu schaffen, in der die Großmächte den Aufstand der islamischen Welt und der sich zu ihr gewandten Länder Asiens und Afrikas zurückhalten können.

Die Strategie zum Aufbau einer neuen globalen Sicherheitsarchitektur beschreibt Brzezinski auch in fünf Punkten

Erstens, um „wirksam, der vorhandenen Gewalt im Nahen Osten entgegen zu stehen“ braucht Amerika eine Koalition, „in denen in unterschiedlichem Ausmaß unter anderem Russland und China einbezogen werden“.

Das erinnert auffallend an den Vorschlag von Putin, den er auf der UN-Vollversammlung im vergangenen September machte: Nur bot der russische Präsident an, eine gleichberechtigte Koalition für den Kampf gegen ISIS und für den Widerstand gegen Terrorismus im Allgemeinen zu erschaffen. Aber bei Herrn Brzezinski gibt es einen wesentlichen Unterschied: eine solche Koalition müssten die USA schaffen und dabei sollten sie im Wesentlichen China und Russland die Bedingungen dafür diktieren.

Und während die USA „China nur davon überzeugen müsse, dass selbstsüchtige Passivität unter den Bedingungen der sich schnell entwickelnden regionalen Krise im Mittleren Osten politisch und wirtschaftlich für die Umsetzung seiner Ambitionen auf der internationalen Bühne nicht vorteilhaft wäre“, das heißt, China zu überreden, die Folgen des Chaos, das in vieler Hinsicht durch westliche Einmischung in die islamische Welt entstanden ist, zu beseitigen, dann müssten an Russland strengere Anforderungen gestellt werden.

„Russland muss zunächst davon überzeugt werden, Handlungen der einseitigen Anwendung von Gewalt gegen seine Nachbarn aufzugeben, insbesondere gegenüber der Ukraine, Georgien und der baltischen Länder.“

Worum geht es, wenn man es in klaren Worten sagt? Darum, dass Moskau akzeptieren muss, dass die Länder des postsowjetischen Raumes unter atlantisches Protektorat stehen. Auf wundersame Weise wird im Kopf des Herrn Brzezinski die Abgabe historischer Einflusssphären Russlands an die USA zugleich damit gekoppelt, dass auch im Nahen Osten ausschließlich nach amerikanischen Regeln gespielt wird.

Doch die Erklärung dafür findet man in der Logik seiner geopolitischen Analyse, was sich aus dem zweiten Punkt seiner Strategie ergibt.

Laut diesem wird

„Russland zum ersten Mal in seiner Geschichte wirklich ein Nationalstaat, das ist außerordentlich wichtig und gleichzeitig nicht mehr wirklich ernst genommen.“

Brzezinski erklärt, dass nach dem Zusammenbruch der UdSSR

„Republiken mit nicht-russischer Bevölkerung entstanden und sich in formal unabhängige Staaten verwandelten, die jetzt ihre Unabhängigkeit stärken. China und der Westen nutzen diese neue Realität in verschiedenen Regionen und jeder auf seine Weise zum Nachteil Russlands.“

Es ist klar, dass in erster Linie die Rede von der Ukraine ist, die die USA/EU-Staaten mit allen Mitteln versuchen aus der Russischen Welt herauszureißen, aber auch von Zentralasien, in dem sich China wie Herr Brzezinski laut vor sich hin denkt, mit gleichen Absichten, wenn auch in einer milderen Form, beschäftigt.

Der Wunschtraum der Wiederauferstehung von russisch-chinesischen „Unverträglichkeiten“ (die die Atlantisten dringend für die Verhinderung der Bildung einer drohenden eurasischen Hegemonie brauchen) ist überhaupt einer der Wichtigsten Aspekte im geopolitischen Denken des Herrn Brzezinski. Er „liebt“ diesen Traum so innig (weil es Ende der 70er Jahre, als er selbst höchstpersönlich die Außenpolitik der USA mitbestimmte, eine Verschärfung der Beziehungen zwischen Moskau und Peking wegen Kambodscha und Afghanistan gab), dass ohne diese „Unverträglichkeiten“ ein großer Teil seines aufgestellten Hypothesen-Gebäudes einfach zusammenbrechen wird.

Deswegen schlägt in diesem Fall Brzezinski Russland den Weg nach Westen vor, vorgeblich als objektive Betrachtung zwecks Förderung ureigenster russischer Interessen, obwohl klar ist, dass es ihm nur darum geht, die (weitere) russisch-chinesische Annäherung zu verhindern:

„Inzwischen hängt die Zukunft Russlands von seiner Fähigkeit ab, wichtiger und einflussreicher Nationalstaat in der neuen Zusammensetzung eines zu vereinigenden Europas zu werden. Wenn dies nicht geschieht, dann ist dies äußerst negativ für die Fähigkeit Russlands, dem wachsenden räumlich-demographischen Druck seitens China zu widerstehen.“

„Rettet Euch vor China, geht zu Europa!“ Dabei ist es nicht wichtig, ob als führender europäischer Staat, oder einfach als wichtiger Staat in der Zusammensetzung eines geeinten Europas. Es ist klar, worum es ihm geht: Russland verzichtet auf imperialen Ehrgeiz, Bedingung für seine Existenz als Großmacht, und wird ein gewöhnlicher europäischer Nationalstaat und tritt der Europäischen Union bei.

Und was ist damit, dass gemäß Herrn Brzezinski, Europa immer noch der Juniorpartner der USA bleiben muss und überhaupt keine ernsthafte selbständige Rolle in der Weltpolitik spielt?

Braucht Russland ein solches Europa?

Ganz zu schweigen davon, dass Russland keine schwerwiegenden Konflikte mit China einschließlich Zentralasien hat?

Aber wir können Zbigniew Brzezinski dennoch verstehen. Er glaubt, dass Russland bereits die Ukraine verloren gibt und – wie er in den 90er Jahren sagte – ohne die Ukraine Russland kein Reich werden könne, genauer gesagt, vielleicht nur ein asiatisches Reich, was zu Problemen mit China führen wird. Nun haben wir uns die Ukraine weggeschnappt, und mit China soll Russland vorsichtig sein. Dann herzlich willkommen in Europa, wo Russland wichtigstes Mitglied, offenbar zusammen mit Deutschland werden kann.

Bei aller Absurdität einen solchen „Angebots“ muss man verstehen, Herr Brzezinski spricht nicht über das aktuelle Russland, sondern ein Russland ohne Putin.

„die USA sollten beharrlich zu einer konstruktiv weitsichtigen Politik unter Berücksichtigung der entfernten Perspektive streben. Die USA sollten sich um Ergebnisse bemühen, die zum allmählichen Verständnis in Russland beitragen werden (offenbar, schon nach Putin), dass Russland einflussreiche Weltmacht nur als ein Teil eines vereinigten Europas sein kann“.

Es ist schwer Herrn Brzezinski zu erklären, dass das inzwischen unumkehrbar geworden ist. Putins vollzogener strategischer Richtungswechsel von Europa nach Asien bedeutet schließlich einen prinzipiellen Wechsel von Abhängigkeit zu Souveränität, zu Selbstversorgung und zu Selbstbewusstsein. Zu einem neuen Weltreich. Deshalb wird Russland seine Beziehungen mit China und Europa ausgehend von den nationalen Interessen aufbauen. Und sie bestehen im Aufbau des eurasischen Bogens „Berlin – Moskau – Peking“, was d e r geopolitische Alptraum der Atlantiker ist.

Die USA wollen Russland und China deswegen so weit wie möglich auseinander bringen: Moskau soll auf ein Bündnis mit Europa zielen und China überreden, Partner Washingtons zu werden. Darüber sagt Brzezinski im dritten Punkt seiner Strategie:

„Die beste politische Perspektive für Chinas Zukunft ist, Hauptpartner der USA in der Frage der Eindämmung der globalen Krise zu werden, die sich jetzt sich über die Grenze des Nahen Osten hinaus verbreitet. Falls diese Krise nicht lokalisiert werden kann, wird sie sich weiter verbreiten und die südlichen und östlichen Regionen der Russischen Föderation sowie die westlichen Territorien Chinas erfassen.

Die lokalen geopolitischen Ziele der regionalen Aktivitäten Chinas sollen eine engere Verbindungen mit den Jungen Republiken Zentralasiens, den muslimischen Ländern, den ehemaligen britischen Kolonien in Süd-West-Asien (insbesondere Pakistan) und vor allem dem Iran (in Anbetracht seiner Kräfte, der strategischen Wichtigkeit und wirtschaftliche Rolle) begründen. Das muss das Ziel der globalen chinesisch-amerikanischen Abkommen sein.

Die zunehmende Führungsrolle Chinas im Nahen Osten muss das gegenseitige Verständnis von Amerika und China widerspiegeln, dass wachsende Partnerschaft der USA und der Volksrepublik China in der Lösung des Nahost-Krise historisch ein wichtiger Test ihrer Fähigkeiten ist, gemeinsam die weitere Stabilität in der Welt zu sichern und zu stärken.“

Herr Brzezinski bietet China also die muslimische Welt an, dabei sagt er nicht direkt, dass die Chinesen dafür mit dem Verzicht auf eine Union mit Russland und dem Verzicht auf den Aufstieg im Raum Pazifik und Südost-Asien (was wirklich von größter Bedeutung für Peking ist) zahlen müssen. Bereits seit einigen Jahren versucht die Obama-Administration den Chinesen die Idee der „Großen Zwei“ zu verkaufen, aber die Chinesen weigern sich, weil sie die Falle erkannten. Ebenso klar ist für China dieser ganze „schlaue“ strategische Plan von Herrn Brzezinski.

Als vierten Punkt nennt Zbigniew Brzezinski die Notwendigkeit der „Wiederherstellung der relativen Stabilität“ im Nahen Osten durch den Druck (das heißt Unterdrückung) auf nichtstaatliche bewaffnete Gruppen (z. B. Das „Kalifat“ und seine Verbündeten in der gesamten Region) seitens der Staaten der Region, die mit den USA, Russland und China interagieren. Herr Brzezinski nennt den Iran, die Türkei, Israel und Ägypten, präzisiert aber, dass er heute ernsthafte Zweifel an der Fähigkeit Saudi-Arabien hat, „in der Region eine ernsthaft konstruktive Rolle zu spielen“. Das heißt, kämpfen sollten die Iraner, die Türken und die Ägypter mit der Unterstützung der „Großen Drei“ und Europa.

Zbigniew Brzezinski will, dass die „Großen Drei“ zusammen nach Möglichkeiten der Befriedung des Nahen Ostens suchen. Aber von dem Verschwinden der USA aus dem Nahen Osten ist keine Rede:

„Der vollständige Abzug der Truppen der Vereinigten Staaten aus der muslimischen Welt, wofür unsere amerikanischen Isolationisten auftreten, könnte neue Kriege provozieren (Z. B. zwischen Israel und dem Iran, zwischen Saudi-Arabien und dem Iran oder eine ernsthafte Intervention Ägyptens in Libyen) und würde in eine noch tiefere Krise des Vertrauens in Bezug auf die stabilisierende Rolle der USA auf dem Planeten führen.

In diesem Fall könnten Russland und China auf unterschiedliche Weise, aber auf absolut unvorhersehbare Weise die geopolitische Situation optimal nutzen, sogar wenn darunter die geopolitische Weltordnung leiden müsste. Und schließlich, was nicht weniger wichtig ist, würden die (trotz EU-Mitgliedschaft) heutig untereinander so verschiedenen und verängstigten europäischen Staaten anfangen, sich unter diesen mächtigen Dreien eine Schutzmacht zu suchen und miteinander konkurrieren, alternative aber getrennte Vereinbarungen mit jemand von diesen „Großen Drei“ abzuschließen“.

Das meint, wenn die USA sich aus dem Nahen Osten zurückzögen, dann liefen sie Gefahr, zusätzlich Europa zu verlieren? Ziemlich offen, unklar, wie die im Nahen Osten verbliebene US-Armee dazu beitragen sollte, Russland und China in die US-Pläne für Umgestaltung der Region einzubeziehen? Es ist klar, dass es in Moskau und Peking eigene Strategien für den Nahen und Mittleren Osten gibt aber die Erhaltung der US-Militärbasen in der Region offensichtlich nicht in diese Pläne passen.

Der fünfte Punkt der Strategie besagt, dass es notwendig ist, eine besondere Aufmerksamkeit jenen „Massen außerhalb der Länder des Westens, die sich wieder politisch aktiviert haben“ zu widmen:

„Das Gedächtnis der Menschen, die im Laufe der Zeit politischer Verfolgung ausgesetzt waren, trägt wesentlich zum starken und stürmischen Erwachen im Nahen Osten bei, beheizt durch islamische Extremisten. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass das, was heute im Nahen Osten geschieht, nur der Anfang einer größeren Phänomens ist, das in der Zukunft in Afrika, Asien und sogar unter vor-kolonialisierten Völkern der westlichen Halbkugel entstehen könnte.

Das Ergebnis des systematischen ermordet Werdens ihrer nicht sehr fernen Vorfahren durch die Kolonisatoren, die vorwiegend aus Westeuropa kamen, wurde in den letzten zwei Jahrhunderten vergleichbar mit der Zerstörung der kolonialisierten Völker durch die Verbrechen der Nazis während des Zweiten Weltkriegs,  deren Opfer in die Hunderttausende oder sogar Millionen von Menschen gingen. Das eigene politische Selbstvertrauen in Verbindung mit der späten Empörung und Trauer ist eine mächtige Kraft, die jetzt an die Oberfläche tritt und ihre Rache fordert. Nicht nur im muslimischen Nahen Osten, sondern wahrscheinlich auch außerhalb.

…In der heutigen postkolonialen Welt beginnt eine neue historische Rhetorik zu erklingen. Muslimische und andere Länder nutzen ihre tiefen Gefühl der Abneigung gegen den Westen und ihre Ablehnung dessen Praktiken kolonialer Vergangenheit, um die eigene Entbehrung, Not und Mangel an Selbstwertgefühl zu rechtfertigen.“

Eine Warnung? Die ehemaligen Sklaven und Unterdrückten seien dabei, Rache an den ehemaligen Kolonisatoren auszuüben? Was hat das mit Russland und China (die selbst zu Objekten kolonialer Kriege gehörten) zu tun? Der Logik Brzezinski’s zufolge sollen Peking und Moskau gemeinsam mit den USA die Probleme im Nahen Osten lösen. Das heißt, in den Augen der Muslime, stehen sie dann mit ihren Unterdrückern auf einer Stufe.

Zbigniew Brzezinski versucht damit einzuschüchtern, dass es keine Alternative zum gemeinsamen Handeln der drei Länder gäbe und „der einseitige Wunsch zu asymmetrischen Zielen, der von militärischen und ideologischen Erwägungen diktiert wäre, führte zu nichts und würde nur eine leere und selbstzerstörerische Verschwendung von Zeit sein“:

„Für Amerika kann es folglich ein langer Konflikt von Gleichgültigkeit und vielleicht sogar demoralisierende Rückkehr zur Politik des Isolationismus sein, an die es sich vor dem XX Jahrhundert anlehnte. Für Russland kann dies eine insofern schwere Niederlage bedeuten indem die Wahrscheinlichkeit einer gewissen Anerkennung der dominierenden Rolle Chinas erhöht wird. Für China würde das nicht nur Krieg mit den Vereinigten Staaten, sondern auch mit Japan oder Indien, oder gleichzeitig mit beiden bedeuten.

In jedem Fall würde eine langwierige Phase nicht gelöschter religiöser und quasi-religiöser Kriege, die im Nahen Osten unter der Flagge der heuchlerischen Fanatismus von statten gehen, zu einer Eskalation des Blutvergießens in der gesamten Region und darüber hinaus, sowie zu weiterer Steigerung von Brutalität führen“.

Deshalb ist es notwendig, dass alle zusammen arbeiten, aber auf Initiative und nach dem Plan der USA. Dabei gibt Herr Brzezinski erneut zu, dass die USA nicht mehr eindeutig dominierende Kraft sind und es wichtig sei, jetzt ihre Noch-Überlegenheit wenigstens halten zu können:

„Nun ist diese Ära zu Ende. Obwohl kaum in absehbarer Zeit irgendein Land in der Lage wird, die ökonomisch-finanzielle Überlegenheit Amerikas in Frage zu stellen. Durch die neuen Rüstungs-und Waffensysteme könnten einige Länder plötzlich die Möglichkeit erhalten, (nuklearen) Selbstmord zu begehen im Zusammenhang mit gegenseitigen kriegerischen Handlungen in einem tödlichen Kampf mit den Vereinigten Staaten oder sie sogar sie übertreffen könnten. Wenn wir nicht vertieft in die theoretischen Details gehen, kann es sein, dass falls ein Land plötzlich Mittel hätte Amerika militärisch zu übertreffen, das ein Ende der amerikanischen globalen Vorherrschaft begründete.

In Folge dessen würde die Welt wahrscheinlich ins Chaos stürzen.

Und deshalb müssen die Vereinigten Staaten eine solche Politik entwickeln, nach der mindestens eines der beiden potentiell gefährlichen Länder ihr Partner bei der Sicherung der regionalen und globalen Stabilität sein sollte. Damit geben sie selbst einer unvorhersehbaren Aktion eines der potentiellen Gegner keine Chance, Amerika zu umgehen. Heute ist ein solcher Gegner zwar zuallererst Russland, aber auf lange Sicht könnte es auch China sein.“

Also, alles ist ganz einfach:

Es gibt zwei Gegner, heutige und zukünftige und deren Energie sollte Amerika in die für sich günstigste Richtung lenken. Beispielsweise auf die Muslimen hetzen, damit sie, Gott bewahre, gegen uns Atlantiker nicht vereint auftreten können, die wir immer noch hoffen unser Projekt der NWO/Globalisierung retten zu können. In irgendeiner Weise, beispielsweise durch die Umgestaltung des Weltalls nach Zbigniew Brzezinski.

Selbst wenn die Überlegungen von Brzezinski rein theoretisch funktionieren könnten, das Problem ist, dass die USA weder zwanzig, noch zehn Jahre auf eine Umsetzung seiner Ideen warten können. Insbesondere deswegen, weil sie selbst auf der Schwelle zu einer unabwendbaren inneren „Umstrukturierung“ stehen.

21.04.2016

„Der Kaiser ist doch nackt, Mama ?!?!“

Kommentar von Klaus-Peter Kostag

Karl Marx hat zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wissenschaftlich begründet dargelegt, dass die Entwicklung der irdischen Gesellschaftsformationen nicht rein zufällig, sondern zwingend logisch und gesetzmäßig war, ist und sein wird:

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt darauf an, sie zu verändern.“ (1845, Elfte Feuerbachthese)

Herr Brzezinski jedoch ist kein Philosoph, sondern Blender. Er ist außer angestellt gutbezahlt „blendender“ Professor-Amtsbekleider auch Hobby-Denker, so eine tragische Art Goethescher Mephisto („Faust-der Tragödie erster Teil“), ein Geist, der Böses will und Gutes schafft. Denn:

Wer will, dass der USA-EU-Kapitalismus so bleibt, wie er ist, will nicht, dass er bleibt.

Der Herr Brzezinski, ein blendend belustigender polnischer Professor, hat diese Marxschen Weisheiten entweder nicht gelesen, oder sie, weit tragischer, selbst 180 Jahre später, nicht verstehen können. Und so kreist sein blendend vorgezeigtes Hobby-Denken auch nicht um Veränderung, sondern Erhalt einer abdankenden Spielart eines abdankenden Gesellschaftssystems einer abdankenden Weltmacht. Der Herrschaft der Gier über den Geist.

„Der Geist ist machtlos, wenn die Macht geistlos ist.“ B. Brecht. Aber ein auch noch so charmantes Kokettieren mit eigner Geistlosigkeit, eigenem Nichtverstehenkönnen, ganze Bücher voll davon einer geteilt erheiterten Leserschaft zu schenken, (die Einen lachen sich kaputt über die ungewollte Komik, die Anderen strahlen wegen der toll glaubhaft dargestellten Utopie, der Schönheit seiner Illusionen) ist ja Beleg für die demokratisch gewollt freie, geduldete Entfaltung einer Persönlichkeit. Einer Blendenden.

Nicht umsonst heißt ja Amerika das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Oder so ähnlich?

Zbigniew Brzezinski ist zwar auf seine Art sicher kreativ, besonders darin, Unsinniges als im Gegenteil besonders Schlaues zu behaupten, hat aber eine Menge abstruser Ideen nur von Dritten abgeschrieben. Ein Hirn allein wäre wohl auch überfordert, soviel gebündelten Unsinn zu produzieren und vor allem, den auch noch miteinander in immer neu kreativ logische Beziehungen setzen zu wollen/müssen, sich nicht als Dummkopf zuvor zu entblößen. Manchmal verwechselt er auch in seinen Darlegungen Ursachen und Wirkung, setzt

erstens hauptsächlich auf Gewalt statt kluger Strategie,

zweitens auf Gewalt statt Diplomatie und

drittens auf Gewalt statt friedlichen Wettbewerb.

Ich halte es dagegen mit Bertolt Brecht: „Ich glaube an die sanfte Gewalt der Vernunft“ als die einzig vertretbare.

Welch Glück für Professor Brzezinski, unseren verblendet verblendenden Denkamateur, dass er nur vor Neidern, Geldsäcken, Gierigen, Machtgeilen und Hassern umgeben blendend prophetisch stolziert, nicht vor versammelter Volkes-Menge den Ruf des unschuldigen Kindes erleben muss:

„Der Kaiser ist doch nackt, Mama ?!?!“

Quelle: www.vz.ru, Übersetzung: fit4Russland

http://www.fit4russland.com/geo-politik/1680-brzezinski-sucht-nach-einem-weg-um-die-fuehrungsposition-der-usa-auf-kosten-russlands-und-chinas-beizubehalten

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