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Debatte, Inland, Linke Bewegung

Für Palästina – tut sich da endlich was in Berlin?

onestate

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Wenn Juden, Muslime und Christen, Hebräer, Araber und Europäer, sich gemeinsam für ein gemeinsames gleichberechtigtes Zusammenleben frei von Rassismus und Unterdrückung einsetzen, dann ist es natürlich klar, dass das einigen Nachfahren deutscher Nazis nicht passt.

Dror Dayan lebt seit einem Jahrzehnt in Berlin. Sein Großvater war einst als Jude auf der Flucht vor deutschen Nazis von Berlin nach Palästina geflüchtet.

Dror Dayan hat einen Film gemacht: Even Though My Land Is Burning. Er handelt vom gemeinsamen Kampf von Eiad, Manal, Ben und ihren Freunden für ein gemeinsames gleichberechtigtes Zusammenleben frei von Rassismus und Unterdrückung in Palästina. Deutschland-Premiere hatte der Film im März im Kreuzberger Kino Movimento in Berlin.

Einigen Nachfahren deutscher Nazis und ihren Kumpanen passte das nicht. Schon drei bis vier Wochen vor der Premiere überzogen sie das Movimento in Anrufen, E-Mails und über Facebook mit Schmähungen und Drohungen. Sie wollten das Movimento dazu zwingen, die Premiere abzusagen und Dror Dayan den Mund verbieten, sagte das Movimento dazu. Doch das Movimento blieb standhaft und stand zur Premiere des Films, auch als am Abend der Premiere eine Hundertschaft deutscher Männer in der Nähe des Kinos zur Demonstration gegen den Film des deutsch-jüdischen Israelis aufmarschierte.

Die Ideologie dieser “Demonstranten” ist kein Geheimnis. Drei vermummte Männer zeigten im Umfeld der Demonstration sogar den Hitlergruß. Wenig überraschend ist auch, dass, wie der den Erben von “Hitlers bestem Zeitungsdrücker” gehörende “Tagesspiegel” damals zur Rechtfertigung der Demonstation schrieb, auch “Mitglieder der Jüdischen Gemeinde” vor Ort gewesen sein sollen. Es ist lang bekannt, dass Jüdische Gemeinden in Deutschland inzwischen leider schon lange ein Hort von Nationalzionismus, dem “Bruder in jüdischem Gewande” von nationaler Verhetzung und Rassenantisemitismus, wie der deutsche Rabbiner und prominente Kämpfer gegen Antisemitismus Felix Goldmann Zionismus seinerzeit beschrieb, geworden sind.

Der Journalist Wladek Flakin fand da trotzdem etwas befremdliches dran. Auf der ganzen Welt gebe es im Grunde folgende Zweiteilung: die Rechte unterstütze das israelische Regime während die Linke den palästinensischen Kampf für Selbstbestimmung und die israelische Bewegung gegen die Besatzung unterstütze, schrieb er bezüglich der Demonstranten gegen das Zeigen des jüdischen Films in Berlin. Doch in Deutschland wickeln diese Leute sich als Deutsche in israelische Flaggen und geben vor, antideutsche Linke zu sein. Und Dror Dayan stand daund hielt, als Antwort an die deutschen Demonstanten gegen seinen Film, ein Schild, auf dem stand: “Ihr könnt kritische jüdische Stimmen nicht zum Verschweigen bringen.” Das alles war irgendwie surreal. Wladek Flakin schrieb dazu weiter:

Man muss sich wundern: Wie kann es sein, dass diese deutschen Demonstanten sowenig Selbsterkenntnis haben? Ich meine, eine gute Anzahl von ihnen muss Großväter oder Urgroßväter gehabt haben, die in den damaligen Tagen protestiert haben: “Deutsche, kauft nicht bei Juden!” Und nun versuchen sie zu verhindern, dass ein deutsches Kino einen Film eines jüdischen Direktors mit einem jüdischen Hauptdarsteller zeigt? Und nun machen sie das im Namen des Kampfes gegen Antisemitismus?!?

Den Kampf gegen das Zeigen von Dror Dayans Film im Movimento haben die Nachfahren deutscher Nazis trotz aller Drohungen verloren. Nach dem Aufmarsch der deutschen Männer gegen das Zeigen des Films setzte das Movimento gleich noch ein paar Extra-Vorstellungen des jüdischen Films mit anschließender Diskussion an. Das Moviemento erklärte, es sei der Überzeugung, dass ein israelischer Jude sehr wohl selbst entscheiden darf, welche politische Meinung zur israelischen Politik er vertreten darf.

Doch die Begebenheit mit dem Movimento sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Dror Dayan und seine Freunde es in Berlin mit auf links machenden Nachfahren deutscher Nazis zu tun bekam. Dror Dayan engagiert sich nämlich in der Gruppe F.O.R. Palestine und ist auch Anmelder ihrer Webseite. Das Logo der Gruppe zeigt ihr Programm in Kurzfassung: For One State and Return in Palestine (Zu deutsch “Für eine Einstaatenlösung und Rückkehr in Palästina” oder abgekürzt: FÜR Palästina).

Auf der Seite “Über uns” erklärt F.O.R. Palestine ihr Anliegen und ihre Position unter anderem wie folgt:

Wir, FOR-Palestine, eine Gruppe die sich der Solidaritätsarbeit mit Palästina in Europa und der Diaspora widmet, stützen unsere Arbeit auf folgende Punkte und Prinzipien. …

Das Kernproblem des Zionismus ist die Kolonisierung Palästinas. Diese begann Anfang des 20.Jh. mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln als praktische Erscheinungsform einer Ideologie, tief verwurzelt im derzeitigen europäischen Kolonialismus, die ihren Höhepunkt 1947 – 48 mit der bewaffneten und systematischen Vertreibung fast einer Millionen Palästinenser_innen erreichte. …

Das Problem des Zionismus kann nur durch die Rückkehr aller 1948 Vertriebenen und ihrer Nachkommen in das Land, aus dem sie vertrieben wurden, gelöst werden – das ganze historische Palästina.

Das kann nicht erreicht werden, solange zionistische Kontrolle über dem Land herrscht, da die Existenz des zionistischen Wesens das Recht der Geflüchteten und Vertriebenen verweigert und bekämpft, in ihrer Heimat mit Sicherheit, Gleichheit und Würde zu leben.

Die Rückkehr der Vertriebenen geht einher mit der Abschaffung der zionistischen Kontrolle, sprich die Abschaffung des Staates Israel samt seines Systems der Privilegien und der Wiedergründung eines gleichberechtigten, freien und demokratischen Staates vom Jordan bis zum Mittelmeer, in dem Exilpalästinenser_innen und nicht -zionistische Jüd_innen in einer gerechten Gesellschaft leben können. …

Die Abschaffung zionistischer Kontrolle bedeutet eine Entkolonisierung und Entzionisierung Palästinas. Diese beinhalten schwierige und lange Prozesse, sie ähnlich denen, die wir nach dem Fall faschistischer oder kolonialistischer Regime aus der Geschichte kennen. Diese Prozesse können nur als Teil eines Kampfes stattfinden, da es keinen Grund gibt zu glauben, dass die Zionist_innen ihre Privilegien und Herrschaft über Palästina freiwillig abgeben würden. Obwohl die Hauptrolle in diesen Prozessen von dem palästinensischen Widerstand in all seinen Formen getragen wird, liegt auch eine direkte Verantwortung aktiv Teil dieses Widerstands zu sein auf den Schultern der jüdischen Staatsbürger_innen des zionistischen Regimes, eine Verantwortung, dieses rassistische System zu stürzen, welches sie mit ihren Privilegien versorgt.

Diese Prozesse beinhalten harte und mühsame Graswurzelarbeit, Bildungsarbeit, Aufbau und Sicherheit. Sie beinhalten zwangsläufig die Abschaffung aller zionistischen Machtstrukturen, d.h. die rassistischen Gesetze für die Bewahrung jüdischer Privilegien und all anderer Strukturen, die der Besatzung dienen. Sie beinhalten zwangsläufig eine aktive Umverteilung von Reichtum, Rohstoffen und Macht mit einem Schwerpunkt auf Reparationen und soziale Integration der zurückkehrenden Geflüchteten und Vertriebenen und der palästinensischen Gemeinden, die von der Besatzung am stärksten betroffen sind. Sie beinhalten zwangsläufig Strategien für die Sicherung von gleichen Rechten für alle ethnischen und religiösen Gruppen des Landes. Obwohl diese Prozesse erst stattfinden können, nachdem der Zionismus zur Kapitulation gezwungen wird, sind sie ein Ziel, das unseren Kampf schon heute und in den kommenden Generationen definiert. …

Unsere Arbeit in Deutschland ist kompliziert. …

Die Mehrheit der deutschen Gesellschaft denkt, dass sie ihre Vergangenheit losgeworden ist, indem sie manche ihrer Opfer besänftigt hätte- Sie glauben, dass ein Genozid durch Geld und Waffenlieferungen zum Verschwinden gebracht werden kann, durch bedingungslose Unterstützung von Unterdrückung und Beschwichtigen von Kritik. Deutschland gibt dem Zionismus eine freie Hand für seine ethnische Säuberung Palästinas.

In dieser giftigen Umgebung müssen wir unseren Kampf führen. Unseren Diskurs gegen ihren hegemonialen stellen und andere ermutigen ihre Stimme zu erheben.

Unser Ziel ist es die Solidaritätsarbeit in Deutschland zu erweitern und zu verbreiten. Trotzdem werden wir bei unseren politischen Prinzipien keine Kompromisse eingehen.

Um die Solidaritätsarbeit im Kampf gegen den Rassismus und für ein gleichberechtigtes Leben im Land zwischen Mittelmeer un Jordan in Deutschland zu erweitern und zu verbreiten, was liegt da näher als eine Teilnahme an der linken revolutionären 1. Mai Demo in Berlin? Und so ist F.O.R. Palestine im Bündnis für den revolutionären 1. Mai in Berlin aktiv geworen. Doch da sind Dror Dayan und seine Mitstreiter wieder auf links lackierte Nachfahren deutscher Nazis getroffen.

Wie Wladek Flakin vorgestern mittels einen Interview mit Dror Dayan und seiner Mitstreiterin Aylin mitteilte, hat da die Ökologische Linke, also die ÖkoLi-Gruppe um die auf links machende deutsche Nazi-Nachfahrin Jutta Ditfurth, bei einem Treffen am Mittwoch mit gleich vier Anträgen versucht, F.O.R. Palestine und BDS-Berlin aus dem Bündnis zu werfen. Wie bekannt ist, beschimpfen deutsche Nazi-Nachfahren und ihre zionistischen Geistesverwandten andersdenkende Menschen typischerweise mit all den gehässigtsten Schimpfwörtern, die ihnen einfallen, und da sich nicht nur in Deutschland das Schimpfwort “Antisemit” als sehr wirkungsvoll und politisch erfolgreich erwiesen hat, wird das natürlich besonders gern genommen, und von ihnen insbesondere als Schimpfwort zur Beleidigung von Juden oder Menschen mit jüdischen Wurzeln verwendet. Doch wie schon beim Movimento hat das im Bündnis für den revolutionären 1. Mai in Berlin nicht geklappt. Wladek Flakin berichtete, dass anstatt ihr Ziel des Ausschlusses von F.O.R. Palestine und BDS-Berlin zu erreichen, ihre Beschimpfung als Antisemiten nach hinten losgegangen ist, nun Jutta Ditfurth und ihre Gruppe das Bündnis für den revolutionären 1. Mai in Berlin verlassen haben.

Dror Dayan und seine Mitstreiterin Aylin erklären:

Sie haben uns, so wie immer, Antisemitismus vorgeworfen. Für Ditfurth hat Antisemitismus nichts mit Hass auf Juden*Jüdinnen zu tun – vielmehr verstehen sie unter Antisemitismus eine antikoloniale Haltung gegen den Staat Israel. Sie meinen einfach Antizionismus. …

Der Rassismus der ÖkoLi lässt sich an Ditfurths Statement gut erkennen – nicht umsonst haben sie „Sexismus, Homophobie und Nationalismus“ mit hinein geschrieben. Damit bedienen sie anti-muslimische Stereotypen, nämlich dass Palästinenser*innen sexistisch, anti-LGBT* und nationalistisch seien. Wenn sie die Existenz Israels verteidigen, unterstützen sie nicht nur einen Nationalstaat, sondern ein rassistisches Kolonialprojekt. …

Die Ökolis verstehen nicht den Unterschied zwischen der Abschaffung eines rassistischen Staates und der „Zerstörung“ von Menschen. Diese Rhetorik wird auch oft von Zionist*innen verwendet, deshalb ist es wichtig darüber zu reden. Wenn wir von der Abschaffung des Kapitalismus reden, meinen wir nicht Genozid an allen Eigentümer*innen. Wenn wir von der Abschaffung des Patriarchats reden, bedeutet das nicht die Hinrichtung aller Männer. Wenn wir von der Abschaffung des zionistischen Staates reden, reden wir selbstverständlich von einer Entkolonisierung Palästinas – also der Errichtung eines Staates für alle.

Die Ökolis haben uns trotzdem vorgeworfen, wir würden alle Juden*Jüdinnen ins Meer treiben wollen – ein altbekanntes anti-palästinensisches Stereotyp. Als wir Beweise gefordert haben, haben sie auf die Stelle in unserem Text verwiesen, wo wir von der Abschaffung des Staates reden.

Die sogenannte „Ein-Staaten-Lösung“, für die wir eintreten, gewinnt in letzten Jahren weltweit mehr und mehr Unterstützung. Das hat einen einfachen Grund – diesen einen Staat gibt es schon. Es gibt keine zwei Staaten in Palästina. Denn israelische Siedlungen und militärische Kontrolle gibt es auf dem ganzen Gebiet. Wir brauchen also stattdessen einen Staat mit Gleichberechtigung für alle Einwohner*innen. …

Die ÖkoLi hat vier Anträge gestellt – allesamt rhetorische Spiele, um uns und BDS-Berlin aus dem Bündnis zu werfen. Es ist eine Frechheit, wie sie uns in einem linken Bündnis schlicht und einfach „antisemitische Gruppen“ genannt haben.

Die Diskussion beim Bündnistreffen hatte positive und negative Aspekte. Gut war, dass sehr viele der Genoss*innen sich klar gegen die Anträge der Ökoli positioniert haben. …

Am nächsten Tag schrieben die Ökolis, dass die Diskussion „antisemitisch verhetzt“ gewesen sei. Das ist wieder eine krasse Verdrehung von Täter*innen und Opfern – denn die einzigen jüdischen Genoss*innen im Raum, darunter ein Gründungsmitglied von FOR, haben sich klar gegen die Ökoli positioniert! Jetzt inszenieren sie sich selbst als jüdische Opfer des Antisemitismus. Totaler Quark. …

Ditfurth warnt vor einer „Querfront“, aber scheut sich nicht davor, sich mit neokonservativen Rechten zusammen zu tun. So hat sie sich auf Twitter mit Benjamin Weinthal für ein Skype-Gespräch verabredet. Nach zwei Tagen hat er ihre Hetze gegen uns weiter getwittert. Weinthal ist Journalist bei der reaktionären zionistischen Jerusalem Post und Mitglied des neokonservativen Think Tanks Foundation for Defense of Democracies. Da sind wir uns auch sicher, dass die Vorwürfe von Ditfurth sehr schnell in reaktionären Medien Widerhall finden werden. Da kann man schon sehen, mit welchen Gruppierungen diese „Linken“ sich zusammentun. …

Und kaum setzte die auf links machende und ansonsten gegen angebliche Querfronten für den Frieden geifernde Ditfurth-Gruppe den rechten Weinthal darauf an, erschien in der rechten, per Statut dem zionistischen Apartheidregime verpflicteten Springerpresse ein den Unfug der Ditfurth-Gruppe nachplappernder Hetzartikel (Titel: Antisemiten wollen sich an 1.-Mai-Demo beteiligen) zur 1. Mai Demo in Berlin. Dass auch das zur “Redaktionsgemeinschaft” der Erben des Kölner Nazi-Sohnes DuMont gehörende Blättchen “Berliner Zeitung” unter dem Titel “1. Mai in Berlin – Linker Antisemitismus breitet sich aus” in die gleiche Ditfurthsche Kerbe schlug, versteht sich quasi von selbst. Wenn ein Jude in Deustchland gegen Rassismus und für gleiche Rechte in einem Staat demonstrieren möchte, dann geht das überhaupt nicht. So sieht er aus, der “neue” Antisemitismus. So sieht sie aus, die Kooperation der zionistischen Pseudo-Linken mit dem rechten System zur Sabotage der linker Bewegungen. Mit rechts – selbst mit weit rechts außen wie Weinthal und der Springerpresse – haben pseudo-linke Nazi-Nachfahren und ihre zionistsichen Geistesverwandten überhaupt keine Berührungsängste. Diese Querfront haben sie selbst schon längst gebildet, wobei es höchstens fraglich ist, ob mangels “linker” darin der Begriff “Querfront” dafür überhaupt zutreffend ist, wenn Anti-Deutsche im Kern doch einfach nur auf links machende Rassisten sind.

Das Vorgehen von als links auftretenden Faschos ist in Deutschland beileibe nicht neu. Wojna hat schon vor über sieben Jahren ein treffendes Lied über sie gemacht:

Aber dass auf links machende rechtsradikale Rassisten und ihre zionistischen Geistesverwandten in Berlin jetzt zweimal mit ihren Hetzereien politisch verloren haben, macht Hoffnung, dass sich auch an der Dominanz der Mossad-Fraktion über die deutsche Linke bald mal was ändern könnte.

Für Palästina – tut sich da endlich was in Berlin?

Die nächste Vorführung des Films in Berlin soll übrigens am 2. Mai um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Zielona Góra, Grünberger Str. 73, 10245 Berlin, stattfinden.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/04/23/fuer-palaestina-tut-sich-da-endlich-was-in-berlin/

Diskussionen

3 Gedanken zu “Für Palästina – tut sich da endlich was in Berlin?

  1. Da fällt mir ein, Saudi Arabien hat sich aus der Liste der Schande freige…kauft? ..gepresst? Wie auch immer, im Jemen nimmt die Armee nicht allzuviel Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Wo sind eingentlich die Israel Kindermörder“ Schreier geblieben? Vermute alle wegen Heuschnupfen krankgeschrieben.

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    Verfasst von Reiner Gewinn | 10. Juni 2016, 19:24
  2. Der gegenseitige Hass zwischen Juden und Palästinenzer ist nur mit gegenseitiger Vergebung zu lösen. Dem stehen aber auf jüdischer Seite der historische Anspruch auf das Land Israel entgegen und auf palästinenzischer Seite die Lehre des Islam. Daraus folgt für mich, dass das Problem unlösbar ist, was durch die zahlreichen politischen Versuche auch bestätigt wird.

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    Verfasst von Waltraud Dürrstein | 25. April 2016, 11:41
    • 1. Die Zionisten (nicht „die Juden“!) haben den Palästinensern nichts zu vergeben, weil diese in diesem Konflikt nur die Opfer waren und sind (unabhängig von der Frage, ob einige Verteidigungsmaßnahmen von palästinensischer Seite angebracht waren und sind). 2. Die Palästinenser sind zwar größtenteils Muslime, aber ihre Politik gegenüber den Zionisten hat nichts mit „dem“ Islam zu tun. Unter anderem sollte z.B. bedacht werden, dass radikale palästinensische Organisationen nicht nur ihrem Selbstverständnis nach islamisch (wie der „Islamische Jihad“ oder „Hamas“) sind, sondern wie die linken PFLP, die für die Fortsetzung bewaffneten Operationen eintritt, von Christen gegründet wurden. 3. dass die Lösung des Problems aktuell de facto unmöglich ist, ist wahr. Sie setzt wie etwa die PFLP mit der Parole „der Weg nach Jerusalem führt über Amman“ stets betont hat, eine grundlegende Machtverschiebung innerhalb der Staatenwelt des Nahen Ostens voraus – und wahrscheinlich weit darüber hinaus. Das palästinensische Volk alleine hat nicht die Kraft, den vom Imperialismus umfassend unterstützten zionistischen Siedlerkolonialismus zu besiegen, heute, d.h. mit dem Hochkommen eines reaktionären religiösen Fundamentalismus in der Region als Ergebnis der globalen (hoffentlich nur vorläufigen) Niederlage der „revolutionären Linken“ im Zuge des Zusammenbruchs des stalinistischen „Realsozialismus“, weniger denn je.

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      Verfasst von Anton Holberg | 28. April 2016, 9:42

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