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Asien, Ausland

Nordkoreas Strafe für die Unterstützung bei der Befreiung Afrikas

koreaner

von André Vltchekhttp://www.voltairenet.org

Sehr bald werden wahrscheinlich neue brutale Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Und es wird massive provokative Militäreinsätze von den Vereinigten Staaten und Südkorea geben. Kurz, ’business as usual’ (das übliche Vorgehen): Der Westen wird die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) weiterhin quälen; er wird sie provozieren, isolieren, dämonisieren und entmenschlichen und damit sicherstellen, dass sie nicht normal funktionieren, noch viel weniger aufblühen kann.

Das unterwürfige westliche Publikum schluckt weiterhin gehorsam die Lügen, die ihm von den Mainstream-Medien vorgesetzt werden. Das ist nicht wirklich eine Überraschung; in Europa und in Nordamerika haben die Menschen schon vor langer Zeit aufgehört, offizielle Glaubenssätze zu hinterfragen.

Nordkorea wird als wahnsinniger, verhungernder, unnormaler und unterentwickelter Einsiedlerstaat dargestellt, dessen Führungkräfte ständig am Saufen und Herumhuren sind, sich gegenseitig umbringen und primitive, aber tödliche Atombomben bauen, um die Welt zu zerstören.

Diejenigen von uns, die mit der DVRK vertraut sind, wissen, dass dies ein Haufen fetter, schamloser Lügen ist. Pjöngjang ist eine elegante, gut funktionierende Stadt mit großartigem sozialen Wohnungsbau, hervorragendem öffentlichen Nahverkehr, öffentlichen Plätzen und Freizeiteinrichtungen, Theatern, Sportanlagen und Grünflächen. Und trotz dieser monströsen Sanktionen ist der ländliche Raum sehr viel wohlhabender als das, was man in den desolaten ’Kunden’staaten des Westens wie Indonesien und den Philippinen sieht.

Immerhin ist etwas geschehen; immerhin wurden ein paar anständige Berichte über diese grotesken Lügen und die Propaganda des Westens geschrieben.

Aber die wesentliche Frage bleibt: ’Warum ist der Westen so besessen davon, Nordkorea zu dämonisieren?’

Die Antwort ist einfach: Wie Kuba hat Nordkorea es gewagt, dem Kolonialismus und Imperialismus des Westens auf die Füße zu treten. Es hat geholfen, viele afrikanische Länder zu befreien, indem es seine Söhne und Töchter geopfert hat, und es hat den fortschrittlichsten Kräften auf dem am schlimmsten geplünderten und verwüsteten Kontinent Hilfestellung gegeben.

Das ist etwas, was der Westen nie vergibt. Er lebt von der ungezügelten Plünderung aller Kontinente; hauptsächlich gedeiht er durch die Ausraubung seiner Kolonien. Jene Länder, die die Befreiungskämpfe unterstützt haben, jene Staaten, die für die Freiheit der kolonisierten Welt kämpften – die Sowjetunion/Russland, China, Kuba und die DVRK – wurden von den westlichen Ideologen als die ’gefährlichsten’ und ’bösesten’ Orte der Erde bezeichnet.

In Europa und Nordamerika weigern sich die konditionierten Massen (die tatsächlich Jahrzehnte und Jahrhunderte lang vom Kolonialismus und Neokolonialismus profitiert haben) hartnäckig, den Hauptgrund dafür zu begreifen, dass das Imperium das nordkoreanische Volk Jahre und Jahrzehnte lang so schrecklich quält.

Mein Genosse Mwandawiro Mghanga, Vorsitzender der SDP und Mitglied des Exekutivausschusses des Africa Left Networking Forum (ALNEF) mit Sitz in Dakar, Senegal, schrieb für dieses Essay:

„Die Sozialdemokratische Partei Kenias (SDP) verurteilt die ungerechten Sanktionen gegen Nordkorea (DVRK), die durch den Imperialismus unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika angestiftet wurden. Wir sind uns bewusst, dass der Imperialismus nie seinen kalten und heißen Krieg gegen die DVRK beendet hat, der es in einem der großartigsten patriotischen, heroischen und revolutionären, antikolonialistischen und antiimperialistischen nationalen Befreiungskämpfe gelang, echte Unabhängigkeit in der nördlichen Hälfte Koreas zu erreichen. Als der US-Imperialismus Nordkorea überfiel, erlitt er wie vorher der japanische Kolonialismus eine der demütigendsten militärischen Niederlagen in seiner reaktionären Geschichte, die er nie vergessen wird. Wir wissen auch, dass die USA und der Westen die DVRK mit Bosheit dafür hassen, dass sie sich weigert, so wie Südkorea eine Marionette des Imperialismus zu sein. Gegen die DVRK wird ein schmutziger, hinterhältiger Propagandakrieg geführt, weil sie den kapitalistischen und neokolonialen Weg der Sklaverei, der Unterentwicklung und Ausbeutung von Menschen durch Menschen ablehnt und stattdessen den Weg der Entwicklung zu Freiheit, Menschlichkeit und Sozialismus wählt.

Wir in Afrika werden nicht den Betrug durch Imperialisten akzeptieren, die schon immer der wesentliche Bestandteil unserer Probleme waren. Der Imperialismus ist und war nie ein Freund Afrikas, sondern sein Feind. Afrikanische Patrioten und Revolutionäre werden dem Imperialismus nie erlauben, uns vorzuschreiben, wer unsere Freunde sind. Denn wir wissen, wer unsere Freunde sind! Nordkorea war immer Afrikas wahrer Freund. Als der gesamte afrikanische Kontinent vom westlichen Kolonialismus beherrscht wurde, hat Korea unter der revolutionären Führung des Genosssen Kim Il Sung gegen den japanischen Kolonialismus gekämpft und sich gleichzeitig mit Afrika solidarisch gezeigt. Im Namen des sozialistischen Internationalismus verstärkte die DVRK ihre moralische, militärische und anderweitige Unterstützung für afrikanische Länder im Kampf um ihre Befreiung von Kolonialismus, Imperialismus und Apartheid. Sofort nach Erreichen der Unabhängigkeit in den 1960er Jahren erhielten Tausende von Afrikanern, darunter Kenianer, kostenlose höhere technische und fachspezifische Ausbildung in der DVRK. Die DVRK hat Namibia, Südafrika, Angola und Mosambik nicht nur Waffen, Finanzmittel und andere materielle Solidarität im Krieg gegen Apartheid und Imperialismus angeboten, sondern in der Tat auch internationalistische Revolutionäre nach Afrika geschickt, die an der Seite der Afrikaner für Afrika kämpften. Im Krieg von 1967 hat die DVRK mit Ägypten und Afrika gegen das brutale zionistische Regime Israels gekämpft, das von den westlichen Ländern unterstützt wurde. Heute fordert die DVRK zusammen mit afrikanischen Ländern eine neue gerechte internationale Ordnung. Dabei wird die DVRK durch den Imperialismus und seine imperialistischen Marionettenregimes zurechtgewiesen für seine Stellung in vorderster Front und für seinen Nachweis am eigenen Beispiel, dass eine neue internationale Ordnung nur antikapitalistisch und antiimperialistisch sein kann – sie muss sozialistisch sein.“

Nordkoreas Internationalismus ist so legendär wie der kubanische Internationalismus. Und dies ist das Geringste, was wir genau jetzt tun können, wo das Land vor neuen schlimmen und grausamen Herausforderungen steht – die Welt daran zu erinnern, wie viel es schon aus Menschlichkeit geopfert hat!

Ich habe zu Leuten in Windhoek gesprochen, die sich mit Tränen in den Augen an Nordkoreas Kampf gegen die (südafrikanisch) apartheids-gestützten Regimes in Namibia und in Angola erinnerten. Selbstverständlich hat die südafrikanische Apartheid die volle Unterstützung des Westens gehabt. Um diese Gunst zurückzuzahlen, nahmen südafrikanische Truppen im Koreakrieg am Kampf gegen Nordkorea und China teil.

Wie Mwandawiro Mghanga erwähnte, hat Nordkorea gegen Israel gekämpft, seine Piloten flogen ägyptische Kampfflugzeuge im arabisch-israelischen Krieg von 1973. Die DVRK nahm teil am Befreiungskampf in Angola und kämpfte in Rhodesien (heute Zimbabwe), in Lesotho und in Namibia und auf den Seychellen. Es unterstützte den African National Congress und seinen heroischen Kampf zur Befreiung Südafrikas von der Apartheid. Es hat in der Vergangenheit den damals progressiven afrikanischen Nationen, darunter Guinea, Zimbabwe, Mali und Tansania geholfen.

Arthur Tewungwa, der ugandische Oppositionspolitiker der Uganda People’s Congress Party (UPC) vergleicht das Engagement der DVRK und des Westens in seinem Land und im Gebiet der Afrikanischen Großen Seen: „Uganda kam die Beziehung zu Nordkorea in den 1980ern zugute, als es der Regierung half, gegen die Museveni-Rebellen zu kämpfen, die von den USA und Großbritannien unterstützt wurden. Moralisch konnten die beiden Letztgenannten, im Vergleich zur DVRK, kein Bein auf den Boden bekommen bei all dem Blutvergießen, dass sie im Gebiet der Großen Seen ausgelöst hatten.“

Ist Nordkorea völlig fallen gelassen, seinem Schicksal überlassen worden? Ist es ’verraten’ worden?

Christopher Black, ein prominenter internationaler Rechtsanwalt mit Sitz in Toronto, Kanada: „Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten als Mitglied des Sicherheitsrates Sanktionen über ein Land verhängen, das sie selbst bedrohen, ist scheinheilig und ungerecht. Dass die Russen und die Chinesen sich hierbei mit den Vereinigten Staaten zusammengetan haben, statt Sanktionen für die USA zu fordern aufgrund ihrer Bedrohung der DVRK und ihrer neuen Militärübungen, die eine eindeutige und aktuelle Gefahr für die DVRK darstellen, ist beschämend. Wenn die Russen und die Chinesen aufrichtig sind, warum bestehen sie dann nicht darauf, dass die Vereinigten Staaten ihre Streitkräfte von dort zurückziehen, damit die DVRK sich weniger bedroht fühlt, und unternehmen keine Schritte, um die Sicherheit der DVRK zu gewährleisten? Sie erklären ihr Vorgehen nicht, aber ihr Vorgehen macht sie zu Kollaborateuren der USA gegen die DVRK.“

Die Lage ist düster, aber sehr wahrscheinlich nicht verhängnisvoll – noch nicht verhängnisvoll.

Jeff J. Brown, ein führender in Beijing ansässiger China-Experte, versteckt nicht seinen Optimismus in Bezug auf das chinesisch-russische Verhältnis zur DVRK: „Es gibt kaum etwas, was Nordkorea auf der internationalen Bühne unternimmt, woran Baba Beijing nicht beteiligt ist. Dies sind zwei brüderliche kommunistische Länder und vor 65 Jahren haben die Chinesen eine Menge Blut und Reichtum vergossen, um Nordkorea vor dem Westen zu retten. Mao Tse-tungs Sohn starb auf dem Schlachtfeld des Koreakriegs im Kampf gegen den Yankee-Imperialismus. Zwei Millionen ethnischer Koreaner leben an der Grenze mit Nordkorea und eine weitere halbe Million Nordkoreaner lebt und arbeitet in China. Die Koreaner sind in China eine anerkannte Minderheit. Kein anderes Land auf der Welt versteht Nordkorea so gut wie China. Diese Nähe ist ein Abbild ihrer gemeinsamen Grenze, des Yalu-Flussses, der so flach ist, dass man hindurchwaten kann. Sie haben auch gemeinsame Grenzen mit einem anderen Hauptverbündeten, mit Russland. China ist Nordkoreas ganz großer Bruder und Beschützer. Ehrlich gesagt, bezüglich der anstehenden Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea glaube ich, dass mit dem Westen gespielt wird wie mit einer Trommel, und es ist die Trommel, die aufs übelste geschlagen wird.“

Natürlich haben Russland und China beide ihre langen Landgrenzen mit Nordkorea – Straßen und Bahnlinien, die alle drei Länder untereinander verbinden. Meinen Quellen in Moskau und Beijing zufolge ist es sehr unwahrscheinlich, dass die beiden engsten Verbündeten der DVRK bei den neuen Sanktionen mitziehen, egal ob sie ’sie unterstützen’ oder nicht.

Jedoch ist die Logik Christopher Blacks absolut richtig: Es ist der Westen, der die denkbar härtesten Sanktionen erleiden sollte, nicht Nordkorea.

Der Westen, nicht Nordkorea, hat im Lauf der Geschichte eine Milliarde Menschen ermordet. Der Westen hat Menschen in allen Gegenden der Welt kolonisiert, geplündert, vergewaltigt und versklavt. Welches moralische Mandat hat er, Sanktionen gegen irgendjemanden vorzuschlagen und zu verhängen?

Wir leben in einer verdrehten, wahrhaft perversen Welt, wo Massenmörder als Richter tätig sind und tatsächlich damit durchkommen.

Nordkorea hat Blut für die Befreiung Afrikas vergossen. Es hat wahre Solidarität mit ausgeraubten, gequälten Menschen gezeigt, mit jenen, die Frantz Fanon „Die Verdammten dieser Erde“ nannte. Deshalb muss es nach der perversen Logik (die ihre Wurzeln im religiösen und kulturellen Fundamentalismus des Westens hat) bestraft, erniedrigt und möglichst sogar von der Oberfläche der Erde weggewischt werden.

Nicht weil es etwas objektiv ’Böses’ getan hat, sondern weil die Objektivität ihre Bedeutung verloren hat. Die Begriffe ’gut’ und ’böse’ werden heute durch ein einziges Merkmal bestimmt: ’Gut’ ist alles, was den Interessen des westlichen Imperiums dient, ’böse’ ist, was seine weltweite Diktatur in Frage stellt.

Wenn man das Dorf rettet, das vom Imperium als Ort für Vergewaltigung und Brandschatzung bestimmt wurde, dann wird man in höchst sadistischer und brutaler Weise bestraft. Nordkorea hat genau das getan. Nur hat es nicht bloß ein Dorf gerettet, sondern geholfen, einen ganzen Kontinent zu befreien!

André Vltchek

André Vltchek Philosoph, Romanautor, Filmproduzent und Enthüllungsjournalist. Er hat über Kriege und Konflikte in Dutzenden von Ländern berichtet. Seine jüngsten Bücher sind: „Exposing Lies Of The Empire“ und „Fighting Against Western Imperialism“. Diskussion mit Noam Chomsky: „On Western Terrorism“. „Point of No Return“ ist sein von der Kritik gefeierter politischer Roman „Oceania“ – ein Buch über den Imperialismus des Westens im Südpazifik. Sein provokatives Buch über Indonesien: „Indonesia – The Archipelago of Fear“. Andre Vltchek dreht Filme für teleSur und Press TV. Nach langjährigen Aufenthalten in Lateinamerika und Ozeanien lebt und arbeitet Vltchek zur Zeit in Ostasien und dem Nahen Osten.

Übersetzung
Sabine

Quelle
New Eastern Outlook (Russland)

http://www.voltairenet.org/article190922.html

Diskussionen

2 Gedanken zu “Nordkoreas Strafe für die Unterstützung bei der Befreiung Afrikas

  1. Ich werde wohl endlich mal Urlaub in Nordkorea machen – einfach um meine Solidarität mit diesem kleinen aber mutigen Land auszudrücken. Man muss diese Prachtkerle unterstützen wo es nur geht!!!

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    Verfasst von Turbo | 28. März 2016, 23:51
  2. Mit dem wirklichen agieren Nordkoreas dürfte es sich vermutlich ähnlich verhalten, wie mit dem vom Verfasser hochgelobten „kubanischen Internationalismus“ am Beispiel Angolas. Dazu folgender älterer Artikel von mir:

    DIE INNERPARTEILICHEN MASSAKER IN DER MPLA (ANGOLA)

    02.11.14

    von Günter Meisinger

    Ein kaum bekanntes stalinistisches Verbrechen der siebziger Jahre

    – Buchrezension –

    Antonio Lobo-Antunes, Portugals großer Roman- cier, den international viele Kritiker seit langem für den weltbesten Autor halten, wurde selbst als Arzt &Psychiater vom Militär eingezogen und in Angola stationiert.
    In mehreren Büchern setzte er sich hart mit den portugiesischen Kolonialverbrechen in Afrika auseinander.

    In seinem neuesten Werk „Kommission der Tränen“ beschäftigt sich das ehemalige KP-Mitglied mit den innerparteilichen Auseinandersetzungen in der siegreichen Befrei- ungsbewegung MPLA von 1977-1979. Diese kosteten Zehntausende(!) Genoss(inn)en das Leben – ziemlich viel für ein Land, dessen Einwohnerzahl damals deutlich unter 20 Millionen lag.

    Innerparteiliche Kritiker wurden oft grausam gefoltert, oder es wurden ein paar Hand- granaten in einen Raum mit Gefangenen geworfen. Verantwortlich für die Massaker war niemand anders als der im Ostblock als großer Humanist verklärte Präsident Agosthino Neto, der 1979 in Moskau verstarb.

    Die Anschuldigungen gegen Oppositionelle lauteten abwechselnd und wahllos darauf, daß Land an die Sowjets, die Chinesen, die Kubaner, die USA, die südafrikanische Apartheid oder sonstwen ausliefern zu wollen.

    Das Bizarre also ist, daß es trotz einer maoistischen Minderheit in der MPLA nicht um handfeste ideologische Differenzen oder unterschiedliche Konzepte ging:
    Neto`s innerparteilicher Rivale Nito Alves und seine Anhänger waren genauso Moskau- treu wie Neto selbst. Deren Forderung nach dem Ausschalten der Maoisten hätte eigent- lich Wasser auf die Mühlen von Neto sein müssen.

    HIER BEKÄMPFTEN SICH ZWEI MOSKAUTREUE FRAKTIONEN (!) und irgendwann ließ Neto seine innerparteilichen Kritiker skrupellos aus dem Weg räumen. Die in Angola stationierten kubanischen Soldaten halfen ihm dabei.

    Dies läßt natürlich den oft gefeierten „kubanischen Internationalismus“ in einem anderen Licht erscheinen und erinnert mich an die kubanische Unterstützung für das dama lige äthiopische Militärregime DERG (Mengistu) im Kampf gegen die eritreische Befreiungsfront EPLF (Eritrea war von Äthiopien annektiert).

    Ist es Zufall, daß 1989 aus Angola heimgekehrte führende Offiziere – die vielleicht zuviel wußten – in Kuba hingerichtet wurden? Die Schauprozesse hatten mit den Geständnissen der Angeklagten, ihre Forderung hingerichtet zu werden, ihren Treuebekundungen für Castro alle Ingredenzien der Moskauer Schauprozesse der dreißiger Jahre.

    „Kommission der Tränen“ hieß im angolanischen Volksmund jene Regierungsbehörde, die für die Anklagen und Verhöre zuständig war.

    Noch besser konnte man den angeblichen Sozialismus in der Bevölkerung kaum diskreditieren, – in’s Krankenhaus eindringen und auf Kranke schießen, Beine mit Eisenstangen brechen – ….:
    ‚“das Mädchen das nicht aufhörte zu singen, während es geschlagen wurde, sie zogen es an einem Haken hoch, ließen es fallen, hörten sein Zahnfleisch auf dem Zement, und es sang mit dem Zahnfleisch, eine Kugel in den Bauch, und es sang, eine Kugel in die Brust, und es sang, sogar ohne Nase und ohne Zunge; sie glaubten es mit einer Pistolenkugel ins Herz zum Schweigen zu bringen.“ –
    Da kann man noch lange diskutieren, warum die Massen nicht besser gegen den Kapitalismus mobilisierbar sind….

    „Die Kommission der Tränen“
    von Antonio Lobo-Antunes
    Erschienen: 27.10.2014
    Luchterhand Verlag
    384 Seiten, gebunden, 22,99 Euro

    Movimento Popular de Libertação de Angola:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Movimento_Popular_de_Liberta%C3%A7%C3%A3o_de_Angola
    http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/may/05/angola-brutal-history-mpla-leftwing-discipline-betrayal
    http://www.mpla.ao

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    Verfasst von günter meisinger | 28. März 2016, 13:12

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