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Ausland, Naher Osten

Memo von Jordaniens Machthaber Abdullah: Erdogan flutet EU gezielt mit Terroristen

erdoganisis

von https://nocheinparteibuch.wordpress.com

Einige Medien haben offenbar Zugang zu den Gesprächsnotizen einer Unterrichtung führender Mitglieder des US-Kongresses, darunter John McCain, Bob Corker, Mitch McConnell, Harry Reid und Paul Ryan, durch den jordanischen Machthaber Abdullah am 11. Januar 2016 erhalten, worin “King Playstation” den türkischen Machthaber Erdogan scharf kritisierte, und zitieren daraus.

Bevor hier nun der geleakte Inhalt kurz zusammengefasst wird, erscheint es angebracht, dazu einige wichtige Vorbemerkungen zu diesem zeitgeschichtlichen Dokument zu machen. Das Memo selbst ist nicht geleakt, sondern nur Auszüge daraus, und es ist nicht lebensfern, anzunehmen, dass die Medien den Inhalt gefiltert und möglicherweise auch verfälscht haben. Was King Playstation gesagt hat, ist mitnichten als die Wahrheit oder gar die ganze Wahrheit zu betrachten, sondern vielmehr als eine Reihe von vom jordanischen Machthaber im Kreis von Mitgliedern des US-Kongresses vergleichsweise vertraulich geäußerte Behauptungen und Meinungen, die natürlich darauf angelegt sind, Jordanien beim US-Kongress in einem vorteilhaften Licht erscheinen zu lassen. Weiterhin ist Jordanien etwa in hohem Maße abhängig von saudischen Finanzhilfen, was etwa erklären könnte, dass King Playstation in der Unterrichtung offenbar kein Wort über Terrorgroßsponsoren im GCC, allen voran Saudi Arabien, verloren hat. Selbst wenn er da eine starke Meinung haben sollte, so hätte er befürchten müssen, dass Saudi Arabien sich an Jordanien rächt, wenn er sich kritisch zu Saudi Arabien äußern würde und das saudische Regime davon Wind bekäme. Weiterhin ist Jordanien abhängig von US-Rüstungsgütern, und die Lieferung dieser ist wiederum abhängig vom Wohlwollen der Israel-Lobby in den USA, die den US-Kongress in der Tasche hat, was erklären würde, dass King Playstation sehr vorsichtig mit Kritik an Israel und den USA war, selbst wenn er da eigentlich eine stärkere Meinung zu haben sollte. Die Türkei und Erdogan zu kritisieren, ist für den jordanischen Machthaber hingegen vergleichsweise leicht, weil Jordanien von der Türkei nicht abhängig ist. Rechnet man die vorgenannten Unzulänglichkeiten ein, dann sollte klar sein, dass diese zeitgegnössische Quelle der vertraulichen Äußerungen des jordanischen Diktators so interpretiert werden muss, dass sie zwangsläufig nur ein lückenhaftes und einseitig schiefes Bild von der Wirklichkeit zeichnen können. Trotzdem sind die Äußerungen des westlichen Verbündeten wichtig, weil sie darauf aufmerksam machen, dass das Bild, was westliche Massenmedien und Politiker von den laufenden Kriegen in der arabischen Welt zeichnen, noch weit lückenhafter und einseitiger ist, als das, was hinter den Kulissen unter Verbündeten in Washington besprochen wird.

Die vielleicht bemerkenswerteste Aussage des jordanischen Diktators besteht vielleicht darin, dass er gesagt hat, dass es sich beim laufenden Kampf gegen ISIS nicht nur um einen Kampf gegen ISIS, sondern in Wirklichkeit um nichts weniger als einen veritablen Weltkrieg handelt, ähnlich dem, wie das Parteibuch das schon eine ganze Weile erklärt. Als Gegner Jordaniens und der westlichen Welt betrachtet der jordanische Diktator dabei Banden von Gesetzlosen, die insbesondere von der Türkei unter Machthaber Erdogan unterstützt werden, weil dieser in der gesamten Region eine Politik der Unterstützung radikal religiöser Gesetzloser verfolge. Er sagte ferner, die Türkei bewerkstellige die religiöse Radikalisierung gezielt, und dass die Türkei gezielt an der Radikalisierung arbeite, könnten auch die Herrscher in Albanien und im Kosovo bezeugen.

Aus deutscher und europäischer Sicht ist es da vermutlich insbesondere interessant zu lesen, dass der jordanische Machthaber die Meinung geäußert hat, Erdogan betreibe eine gezielte Politik, die EU mit Migranten und Terroristen zu überfluten, um so die EU dazu zu zwingen, de Türkei bei der Ausbreitung des religiösen Extremismus, insbesondere in Syrien, zu unterstützen. Das ist deshalb interessant, weil die EU unter Führung von Angela Merkel auf die türkische Politik zur Destabiliserung Europas durch Migranten und radikal religiöse Terroristen reagiert hat, indem sie die Türkei dafür mit sechs Milliarden Euro Finanzhilfe belohnt, und außerdem mit beschleunigten Beitrittsverhandlungen und Visa-Erleichterungen, die es für Erdogan zukünftig noch einfacher machen, Terrorsten nach Europa zu schleusen.

Weiter erklärte der jordanische Machthaber, dass die Türkei in Syrien religiöse Extremisten unterstütze, weil die Türkei eine religiöse Lösung in Syrien will. Aufgrund der türkischen Unterstützung für religiöse Extremisten in Syrien, die auch den Kauf von Öl von ISIS einschließt, gelinge es nicht, ISIS in Syrien strategisch zu besiegen, und zu einer moderaten Lösung in Syrien zu kommen. Sein Außenminister Judeh, den er zu der Unterrichtung mitbrachte, hat dazu weiter erklärt, der russische Luftwaffeneinsatz in Syrien habe es verhindert, dass die Türkei, wie von Erdogan gewünscht, sichere Häfen für die von der Türkei unterstützten Extremisten in Nordsyrien einrichten konnte.

Bezüglich der Politik von Israel sagte der jordanische Machthaber lediglich, Israel schaue bezüglich der Al-Kaida-Gruppe Nusra Front in Syrien weg, weil Israel Al Kaida in Syrien als eine nützliche Gegenkraft gegen die mit dem Iran verbündete Miliz Hisboallah betrachte, obwohl hinter vorgehaltener Hand natürlich jedem klar sein dürfte, dass Israel genau wie Saudi Arabien und die Türkei Al Kaida in Syrien auch sehr aktiv unterstützt. Zu seiner eigenen Politik gegenüber Syrien erklärte der jordanische Machthaber, er habe, unterstützt von den britischen Streitkräften, aus Stammeskämpfern unter Führung eines lokalen Kommandeurs eine mechanisierte Brigade geformt, um in Südsyrien gegen die syrische Regierung zu kämpfen. Dass Jordanien durch diese direkte und massive Unterstützung für den Terrorismus in Syrien natürlich die syrische Regierung im Kampf gegen die von ihm beklagten religiösen Extremisten wie Al Kaida und ISIS geschwächt hat, sagte King Playstation zwar nicht dazu, ergibt sich jedoch daraus.

Doch die Mission des jordanischen Diktators bestand natürlich nicht darin, seine eigene Rolle bei der Unterstützung des Terrorismus von Al Kaida und ISIS hervorzuheben, sondern die der Türkei, und sich selbst als Kämpfer gegen den Terror darzustellen. Interessant war in dem Zusammenhang, was der jordanische Machthaber Abdullah bezüglich Libyen und Somalia erklärte. In Libyen, so führte der jordanische Diktator, dessen Luftwaffe 2011 daran beteiligt war, Al Kaida den Weg im Kampf gegen die libysche Armee zu ebnen, unterstütze die Türkei radikal religiöse Extremisten wie Al Kaida und ISIS. Die jordanische Armee hingegen kämpfe mit einem kleinen Kontingent von Spezialkräften heimlich gegen die von der Türkei unterstützten Extremisten in Libyen, und dabei seien die jordanischen Kräfte in ein größeres Kontingent britischer Spezialkräfte eingebettet, das in Libyen einen geheimen Krieg gegen die religiösen Extremisten führe.

Das wirkliche Anliegen des jordanischen Diktators war jedoch Somalia. Dort, sagte er, unterstütze die Türkei die mit ISIS und Al Kaida liierte Terrorgruppe Al Shabaab, und diese Terrorgruppe wiederum unterstütze die ebenfalls von der Türkei unterstützten Terroristen von ISIS udn Al Kaida in Libyen, gegen die Jordanien an der Seite der Briten in Libyen ja nun einen Geheimkrieg führt. Ohne Al Shabaab in Somalia zu bezwingen, können die Jordanier und die Briten ihren Geheimkrieg in Libyen also nicht gewinnen. Nur, ein Sieg gegen Al Shabaab in Somalia sei leider nicht in Sicht, da ausgerechnet die Türkei es sei, die die somalische Armee dafür trainiere. Und da die Türkei nunmal auch die mit ISIS und Al Kaida liierte Terrorgruppe Al Shabaab unterstützt, kann dabei nichts rauskommen. Und, um nun gegen die von der Türkei unterstützten Terroristen von Al Shabaab von Kenya aus gemeinsam mit kenyanischen und britischen Streitkräften, im Zweifel wohl an der von der Türkei ebenfalls unterstützten somalischen Armee vorbei, in Somalia Krieg zu führen, dafür wollte King Playstation in den USA um US-Unterstützung werben.

Das alles ist also ganz einfach, nur in den westlichen Massenmedien liest man natürlich recht wenig von diesen Schlachtfeldern im dritten Weltkrieg, ja, die Medien verschweigen sogar, dass die Welt sich im dritten Weltkrieg befindet. Und selbstverständlich gehören nicht nur Syrien, Libyen und Somalia dazu, sondern auch Nigeria und Umgebung in Westafrika, wo die wahhabitische Terrorgruppe Boko Haram wütet, und weiter natürlich der Krieg im Jemen, den Machthaber Abdullah mit keinem Wort angesprochen hat, weil da seine saudischen Sponsoren gemeinsam mit Al Kaida Krieg gegen moderate Kräfte führen, und natürlich auch der auf dem Weltmarkt führende Heroinproduzent Afghanistan, der von den USA und Saudi Arabien mittlerweile seit über 35 Jahren im Zustand des Terrorkrieges gehalten wird.

Das türkische Regime nutzt unterdessen die jüngsten Terroranschläge von ISIS in Brüssel dazu, um von westlichen Staaten öffentlich zu verlangen, die Türkei beim Krieg gegen die kurdischen Gegner von ISIS zu unterstützen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/03/26/memo-von-jordaniens-machthaber-abdullah-erdogan-flutet-eu-gezielt-mit-terroristen/

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