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Ausland, Naher Osten

Syrien: Russland warnt vor einem „permanenten Krieg“, wenn die Türkei und Saudi-Arabien mit Bodentruppen angreifen

medwedew

von http://www.konjunktion.info

Nachdem die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe die vom Westen gesponserten und aufgebauten „moderaten Rebellen“ immer weiter zurückdrängen kann, die seit nunmehr bald fünf Jahren das Land terrorisieren, verfallen die NATO, die USA und ihre willfährigen Helfer aus den Golfmonarchien zusehens in Schnappatmung. Eine Niederlage darf es in den Augen der NATO nicht geben und daher verfolgt der Westen unvermindert sein Ziel des Sturzes Assads – koste es was es wolle; bis hin zum direkten Aufeinandertreffen von NATO– und russischen Kräften.

Gestern schrieb ich, dass aufgrund der Verlegung von F15-Kampfjets der Saudis in die Türkei, der Bombardierung Aleppos durch Ankara und weiteren alarmierenden Entwicklungen in und um Syrien für mich der Dritte Weltkrieg bereits begonnen hat. Der russische Premierminister Dimitri Medwedjew sieht derzeit „nur“ die Gefahr eines Dritten Weltkriegs und warnte in einem Interview mit dem Handelsblatt vor einem „permanenten Krieg“ in dieser Region, wenn Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Truppen nach Syrien schicken. Denn solch ein Truppenaufmarsch wird laut Medwedjew alle in einen Krieg hineinziehen.

Medwedjews Warnung hält aber weder die Türkei noch die Saudis davon ab weitere Vorbereitungen für eine Invasion Syriens zu treffen oder ihre aggressive Haltung gegenüber Syrien und/oder Russland zu überdenken. Da davon auszugehen ist, dass weder Ankara noch Riad ohne Absprache mit Washington diese Vorbereitungen treffen würden, sollte man die Warnungen Medwedjews mehr als ernst nehmen.

Abgesprochen dürften wohl auch die Äußerungen wie auch das Interview des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu sein, in dem er „Bodenoperationen“ in Syrien durch Saudi-Arabien und die Türkei zur vorgeblichen Bekämpfung des Islamischen Staats ansprach:

„This is not an issue for Turkey or Saudi Arabia alone, we have been saying that the coalition should be doing this,“ Çavuşoğlu said when asked about reports of a possible ground operation against ISIL by Turkey and Saudi Arabia in Syria.
„But there is no solid decision on this yet, no concrete strategy. This is not a new idea, but as of today there is no final decision regarding a ground operation,“ he added.
Riyadh and Ankara are both opposed to Syrian President Bashar al-Assad, whose foreign minister last week warned that any ground intervention would „amount to aggression that must be resisted.“
Al-Assiri said the decision to deploy an unspecified number of jets to Turkey followed a meeting in Brussels of U.S.-led anti-ISIL coalition members, who decided step up their fight against jihadists in Syria and Iraq. He stressed that Saudi Arabia made its decision in coordination with the coalition and a ground operation was being planned.
„There is a consensus among coalition forces on the need for ground operations and the Kingdom is committed to that,“ al-Assiri said.
„Military experts will meet in the coming days to finalize the details, the task force and the role to be played by each country,“ he added.
Saudi Foreign Minister Adel al-Jubeir also told reporters on Feb. 14 that his country was ready to send special forces to Syria to take part in ground operations against ISIL, without giving further details.
(„Das ist nicht allein ein Problem für die Türkei oder Saudi-Arabien, wir haben gesagt, dass die Koalition dies tun sollte“, sagte Çavuşoğlu als er zu Berichten über eine mögliche Bodenoperation gegen IS durch die Türkei und Saudi-Arabien in Syrien gefragt wurde.
„Aber es gibt hierüber noch keine feste Entscheidung, keine konkrete Strategie. Dies ist keine neue Idee, aber bis heute gibt es keine endgültige Entscheidung bzgl. einer Bodenoperation“, fügte er hinzu.
Riad und Ankara sind Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, dessen Außenminister letzte Woche warnte, dass jede Bodenintervention „sich zu einer Aggression aufbaut, die bekämpft werden muss.“
Al-Assiri sagte, die Entscheidung eine unbestimmte Anzahl von Jets in die Türkei zu bringen, einer Sitzung der US-geführten Anti-IS-Koalitionsmitglieder in Brüssel folgte, die beschlossen ihren Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak zu verstärken. Er betonte, dass Saudi-Arabien seine Entscheidung in Abstimmung mit der Koalition getroffen hat und eine Bodenoperation geplant wurde.
„Es gibt einen Konsens unter den Koalitionstruppen über die Notwendigkeit von Bodenoperationen und das Königreich hat sich dazu verpflichtet“, sagte al-Assiri.
„Militärexperten werden sich in den kommenden Tagen treffen, um die Details, die Einsatzgruppen und die Rolle, die von jedem Land übernommen wird, zu finalisieren“, fügte er hinzu.
Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir sagte auch gegenüber Reportern am 14. Februar, dass sein Land bereit sei, Spezialeinheiten nach Syrien zu schicken, um als Teil einer Bodenoperationen gegen den IS teilzunehmen, ohne dabei weitere Details zu nennen.)

Neben den offensichtlichen Vorbereitungen einer Bodeninvasion Syriens hat die Türkei in den letzten Wochen vermehrt syrische Kräfte, kurdische Kämpfer und Zivilisten jenseits der syrisch-türkischen Grenze beschossen. Ein Aufschrei der Hochleistungspresse im Westen blieb natürlich fast vollständig aus als die Türkei den von den Kurden eingenommenen Luftwaffenstützpunkt Menagh bei Aleppo bzw. kurdisch-kontrollierte Positionen in Nordsyrien angriff.

Shelling was reported at Menagh air base, a former Syrian Air Force facility that Kurds seized from Islamist rebels just days ago, and at three other positions between the airport and Turkish border. The air base has been a key target for several parties in the Syrian civil war since 2012, being besieged by rebels for almost a year until it was seized by a coalition including an early form of ISIS and the al-Qaeda-linked Jabhat al-Nusra in August 2013 [and] it remained in rebel hands until Thursday, when Kurdish PYD fighters capitalised on the diversion caused by Bashar al-Assad’s forces and Russian air strikes attacking rebel areas to the south to seize Menagh.
(Beschuss wurde von der Menagh Luftwaffenbasis gemeldet, einer ehemaligen syrischen Luftwaffeneinrichtung, die die Kurden nur wenige Tage zuvor von den islamistischen Rebellen eroberte, sowie von drei anderen Positionen zwischen dem Flughafen und der türkischen Grenze. Die Luftwaffenbasis ist seit 2012 ein zentrales Ziel mehrerer Parteien im syrischen Bürgerkrieg gewesen, die seit fast einem Jahr von den Rebellen belagert wurde, bis sie von einer Koalition im August 2013 eingenommen wurde, die aus einer früheren Form des IS und der zu Al-Qaida gehörenden Jabhat Al- Nusra bestand, [und] sie blieb in den Händen der Rebellen bis Donnerstag als kurdische PYD-Kämpfer Nutzen aus der Verlegung der IS-Kämpfer zog, ausgelöst durch Bashar al-Assads Truppen und der russischen Luftangriffe, die die Rebellengebiete im Süden angriffen, um Menagh zu erobern.)

Wie zu erwarten war, behauptete der türkische Premierminister Davutoglu, dass der Beschuss „nach den Regeln für einen solchen Einsatz“ erfolgte. Wobei sich die Frage stellt, ob dies auch für die Stadt Azaz gilt, die die Türkei aufgrund von SDF-Kämpfern beschoss. Azaz liegt an der westlichen Grenze der Hauptversorgungsroute des IS – besser bekannt unter dem Begriff „Jarablus-Korridor“, der die zunehmende Komplexität und die vielen Ebenen der Krise in Syrien verdeutlicht, da die SDF zum Teil von den USA unterstützt wird.

Ein wichtiges Detail bzgl. des „Jarablus-Korridor“ sollte dabei nicht unerwähnt bleiben: Ankara hat bereits mehrfach die Kurden davor gewarnt diesen Korridor einzunehmen, da es den Versuch der Schaffung eines kurdischen Staats an seiner südlichen Grenze fürchtet. Neben den höchstwahrscheinlich auftretenden Spannungen mit den türkischen Kurden, dürfte der Wunsch des Westens die lebenswichtige Versorgungslinie des IS offen zu halten, um die Terrororganisation weiterhin mit Material und Lebensmitteln versorgen zu können und einen „problemlosen Grenzübergang“ zu gewährleisten, der Hauptgrund für das türkische Vorgehen sein.

All das muss man in den Kontext der russischen Warnung stellen. Eine Warnung, die wir mehr als ernst nehmen sollten.

Medwedjew und Putin – Bildquelle: Wikipedia / Dmitry Medvedev

Quellen:
Russia Warns Of “Permanent War” As Turkey, Saudi Arabia Set To Invade Syria
Medwedjew warnt vor „neuem Weltkrieg“
Russian PM issues starkest warning yet that Syrian conflict will spark World War Three: Using ground troops ‚will draw in everyone‘, says Medvedev
Turkey Fires On Syrian Army, Kurds, Says „Massive Escalation“ In Syria Imminent As Saudis Ready Airstrikes
Saudi Arabia to deploy jets in Turkey’s İncirlik amid debate over timing
Turkey shells Kurdish fighters in Aleppo province as Bashar al-Assad’s forces continue to advance on rebels
Turkish forces shell Syrian air base captured by Kurds

Syrien: Russland warnt vor einem „permanenten Krieg“, wenn die Türkei und Saudi-Arabien mit Bodentruppen angreifen

Diskussionen

2 Gedanken zu “Syrien: Russland warnt vor einem „permanenten Krieg“, wenn die Türkei und Saudi-Arabien mit Bodentruppen angreifen

  1. der Westen incl. Nato, EU, USA, Israel, Saudis, Türkei und 66 Nationen der Willigen, hehe, werden erst dann mit dem Stäkern, der Falschen-Flaggs, der rotzfrechen Lügerei, und der unendlichen Provokationen aufhören, wenn die ersten Atombomben fallen, was man dem Putin unter die Vorhaut jubeln wird. wenn man sich jahrelang soviel Mühe gibt, muß der teufliche Plan ja mal aufgehen. da stellt sich doch glatt die Frage, werist schlimmer, der IS oder der ach so gute Westen?

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    Verfasst von reiner tiroch | 19. Februar 2016, 20:29

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