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Ausland, Naher Osten

Erdogan führt Krieg gegen die Kurden

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von https://nemetico.wordpress.comhttp://kurdischenachrichten.com

Ein paar Fakten:

  • Drohungen des türkischen Ministerpräsident Davutoglu gegen kurdische Städte und deren Bevölkerung:

“Wir werden die Städte Cizre und Silopi in befreite/freie Zonen verwandeln. (…) Wir erlassen die Ausgangssperren, damit die Terrororganisation (gemeint ist die PKK) den Menschen vor Ort keinen Schaden zufügen kann”

Diese Befreiung hat aktuell bereits 25 Menschenleben gekostet.

  • In Diyarbakir, der heimlichen Hauptstadt der Kurden, wurden die beiden Jugendlichen Şerdıl Cengiz (21) und Şiyar Salman (18) am Montagmorgen ermordet. Die Bewohner errichteten daraufhin weiterhin Barrikaden und setzen sie zum Teil in Brand. Die Bevölkerung protestiert lärmend mit Töpfen und Parolen. Am Dienstag wurden die am Wochenende ermordeten Jugendlichen unter Begleitung von zehntausenden Menschen beigesetzt. Mittlerweile sollen in Diyarbakir Panzer gegen die Bevölkerung eingesetzt werden.
  • Panzer und Schusswaffengebrauch prägt derzeit das Stadtbild nahezu aller kurdischen Städte in der Türkei.
  • Bislang hat sich die PKK auf Statements beschränkt. Aktionen gegen das türkische Militär kamen von anderen Widerstandsorganisationen. Was häufig unter den Teppich gekehrt wird, ist, dass es auch andere türkische/kurdische linke Organisationen gibt, die ihre eigenen Ziele verfolgen. Deren Aktionen werden dann der PKK angelastet. In unseren Medien wird meist die Darstellung der türkischen regierungstreuen Medien übernommen, wonach es sich um Kämpfe zwischen der PKK und den türkischen Militärs handele. Tatsächlich ist es aber die Bevölkerung in den kurdischen Städten, vorwiegend Jugendliche und Frauen, die ihre Städte und Selbstverwaltungen gegen das Militär und die Sondereinheiten Erdogans verteidigen. So bauen zum Beispiel Frauen in Cizre Barrikaden mit der Aussage: “Nicht die PKK, wir bauen die Barrikaden.” (telepolis)

Es wird immer klarer, dass Erdogans Agenda unter anderem in der systematischen Terrorisierung der kurdischen Bevölkerung besteht. Dabei kann er sich der Unterstützung des reaktionären kurdischen Barzani-Clans in Südkurdistan (Nordirak) sicher sein. Es sei daran erinnert, dass sich – offenbar mit Zustimmung der kurdischen Autonomieregierung im Irak, türkische Truppen auf irakischem Territorium aufhalten.

Siehe hierzu folgenden Link:
http://kurdischenachrichten.com/2015/12/ranya-tausende-fordern-abzug-tuerkischer-truppen-aus-kurdistan/

Folgendes Video (sogar des WDR) bestätigt, dass der türkische Staat nur notdürftig verdeckt (“glaubhafte Abstreitbarkeit”) eigentlich einen Terrorkrieg gegen die Kurden und speziell gegen die von der PKK inspirierten linken Kräfte sowohl in der Türkei als auch in Syrien führt.

Das perfide Spiel des “Kalifen von Ankara”, der ein Teil der zionistisch-wahabitischen Achse ist, aber seine eigenen abstrusen Großmachtsträume von einer Wiederherstellung des Osmanischen Imperiums träumt, kann nur aufgehen, wenn es keinen internationalen öffentlichen Protest gegen diese Repression gibt. Erdogan selbst, dessen Familienimperium bestens von den Geschäften mit dem “Islamischen Staat” profitiert, setzt offensichtlich darauf, dass die Medien der “westlichen Wertegemeinschaft” bei aller gelegentlichen Anti-Erdogan-Rhetorik “dichthalten”, was die polizeistaatlichen Methoden des türkischen Staates betrifft.

Auch sei daran erinnert, dass der verheerende Bombenanschlag auf eine friedliche Demonstration in Anakara am 10.10.2015 mit ziemlicher Sicherheit auf das Konto von Apparaten unter Kontrolle des “Kalifen” geht.

Abseits der Schlagzeilen der Mainstream-Presse führt die türkische Erdogan-Regierung derzeit einen blutigen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung im eigenen Land.

Lobenswerterweise ist in telepolis dazu alarmierendes zu lesen:
http://www.heise.de/tp/news/Ausnahmezustand-in-den-kurdischen-Staedten-in-der-Tuerkei-3044757.html

Lesenswert diesbezüglich ist auch ein entsprechender Artikel bei euronews:

http://de.euronews.com/2015/12/17/tuerkei-24-menschen-bei-anti-pkk-einsaetzen-getoetet-grosseinsatz-geplant/

Außerdem:

http://kurdischenachrichten.com/2015/12/tuerkischer-staatsterror-in-kurdistan-polizei-erschiesst-demonstranten/

 

https://nemetico.wordpress.com/2015/12/17/erdogan-fuehrt-krieg-gegen-die-kurden/

 

Türkischer Staatsterror in Kurdistan: Polizei erschießt Demonstranten

In Amed hat die türkische Polizei zwei kurdische Demonstranten erschossen (Foto: ANF)

Amed, Nordkurdistan – Die türkische Polizei hat am Montag mit brutaler Gewalt in der nordkurdischen Stadt Amed (Diyarbakir) einen Protestmarsch gegen eine Ausgangssperre unterbunden. Dabei hat die Polizei zwei kurdische Demonstranten erschossen und drei weitere verletzt.

In acht Stadtteilen Ameds bestehen zur Zeit Ausgangssperren. Dabei ist die Altstadt Sur mitunter am härtesten betroffen. Dort hat der türkische Staat in den vergangegen zwei Monaten insgesamt sechs Mal eine Ausgangssperre verhängt. Zuletzt vor fünf Tagen auf unbestimmte Zeit. Die Menschen sind faktisch in ihren Häusern eingesperrt. Gegen die verhängten Ausgangssperren hat die pro-kurdische HDP (Demokratische Partei der Völker) einen Protestmarsch angekündigt. Tausende Menschen, darunter auch Politiker und Abgeordnete der HDP, versammelten sich am Montag in Amed und versuchten, ins Stadtviertel Sur vorzudringen. Die türkischen Polizisten gingen zunächst mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Um sich vor der brutalen Gewalt der türkischen Sicherheitskräfte zu schützen errichteten kurdische Jugendliche Barrikaden. Die türkischen Polizisten reagierten darauf mit scharfer Munition und ermordeten dabei zwei junge Männer. Laut Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ANF wurden drei weitere verletzt.

Laut einem Bericht der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) hat es zwischen dem 16. August und dem 12. Dezember dieses Jahres in 17 kurdischen Städten 52 unbegrenzte Ausgangssperren, 31 davon alleine in der Provinz Amed, gegeben. Demnach sollen in diesem Zeitraum mehr als 140 Zivilisten von den türkischen Sicherheitskräften getötet worden sein. Insgesamt waren bisher rund 1,3 Millionen Menschen von den Ausgangssperren und Belagerungen betroffen.

http://kurdischenachrichten.com/2015/12/tuerkischer-staatsterror-in-kurdistan-polizei-erschiesst-demonstranten/

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